Stadtliebe – München Part II

Ich habe es schon einmal gefragt: Kann es vielleicht Liebe sein? Und ich muss ehrlich sagen: Während ich diese Zeilen schreibe, bekomme ich wirklich Schmetterlinge im Bauch. Ich mag München. Sehr. Und das nicht unbedingt wegen der Maximilianstraße oder des Odeonplatzes. Sondern eher, wegen den vielen kleinen, unaufgeregten Plätzchen. Den Geheimtipps. Was uns, jenseits von Marienplatz und Englischen Garten am besten gefiel? Lest selbst.

Vintage Shopping

Vielleicht bin ich ein kleiner Shopaholic. Doch trotz meiner Liebe zu schönen Sachen, schlummert in mir ein kleiner Sparfuchs. Über Schnäppchen freue ich mich wochenlang wie ein Kind. Das sind Glücksgefühle, die einfach nicht so schnell abklingen. In München schlug mein Schnäppchen-Herz sehr viel höher, denn noch nie in meinen Leben habe ich so viele schöne Secondhand-Läden auf einmal gesehen.

Flohmarkt im Olympiapark

Schatzsuche! So fühle ich mich, wenn ich über einen Flohmarkt schlendere. Ich liebe alte Dinge – sei es Porzellan, filigrane Figuren, Bücher, Schmuck oder Mode. Schon als Kind spazierte ich mit meinen Eltern regelmäßig über Flohmärkte und erfreute mich lang an meinen kleinen Schätzen – auch wenn sie für Andere oft nur ollen Krempel darstellten. Den schönsten Flohmarkt in meinem Leben besuchte ich während unseres Städtetrips nach München. Ich recherchierte vor unserem Urlaub ein wenig und fand heraus, dass zufällig gleich an unseren zweiten Tag ein großer Nachtflohmarkt im Olympiapark stattfand. Dort angekommen kam ich aus den Staunen – und Kaufen nicht mehr raus. Am Ende ergatterte ich einen wunderschönen dunkelgrünen Wintermantel und eine ebenfalls dunkelgrüne Seidenbluse (beides von Rich&Royal). Ich hatte wahrscheinlich wirklich großes Glück: Der Mantel, sowie die Bluse waren nigelnagelneu und sogar noch mit Preisschild. Was ich für beide zusammen hinblättern musste: Schlappe 50 Euro. Im Laden hätte ich allein für den Mantel schon 250 Euro zahlen müssen. Als alter Flohmarkt-Gänger, weiß ich aber natürlich auch, dass man super pünktlich da sein muss, um die besten Schnäppchen abzusahnen. 17 Uhr eröffnete der Markt offiziell. Wann Tom und ich da waren? 16:30. Und noch bevor alle anderen überhaupt erstmal einschneiten, hatten wir unsere Einkäufe schon in Sack und Tüten.

Ein ganz besonderer Moment: Mein Herz schlug höher, als plötzlich Nina und Patrick von „Fashiioncarpet“ neben mir standen. Ich lese ihren Blog seit ich 13 bin und bin nach wie vor ein riesiger Fan.

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Kleiderpracht

Wow, wow und nochmals wow: Schon das kleine Schaufenster sorgt bei Modeliebhabern für Schnappatmung. Traumhafter Schmuck, große Namen von Prada bis Dior und das alles für zahlbare Preise. Ich hätte Stunden in der Boutique „Kleiderpracht“ verbringen können. Der kleine Laden ist wunderschön eingerichtet. Nahezu in jeder Ecke warteten unzählige Schätze auf mich. Auf was ich es besonders abgesehen hatte? Schmuck. Ich erhoffte mir hochwertigen Schmuckstücke von bekannten Labels, am besten für einen kleinen Preis. Am Ende hatte ich die Wahl zwischen extravaganten Ohrringen, Armreifen und Ketten. Nach gründlichem Abwägen wanderte ein Armband von „Gabriele Frantzen“ in meiner Tasche.

Mein Tipp: Folgt „Kleiderpracht“ hier auf Instagram. Die Besitzerin Annette von Puttkamer ist eine wahre Stilinspiration und zeigt auf ihrem Profil neben Schmuckstücken aus den Laden hin und wieder auch ihre eigenen Looks.

Kleiderpracht: Kurfürstenstraße 49

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iki M.

Vintage trifft auf fair produzierte Mode. Die kleine – aber wohl bemerkt feine Boutique „iki M.“ ist sehr übersichtlich und minimalistisch eingerichtet. Hier hängen nur ausgewählte, besondere Teile. Die Philosophie der Ladenbetreiber: Organic Fashion im Mix mit Vintage-Teilen.

Alles wirkt sehr edel und – zugegeben: auch teuer. Doch der erste Blick trübt. Checkt man die Preisschilder, so wird schnell klar, dass die Preise mehr als fair sind. Ich gönnte mir diesen Tommy-Hilfiger-Blazer (dreimal dürft ihr raten: wieder einmal nagelneu mir original Preisschild) für 30 Euro. Mein wahrscheinlich größtes Schnäppchen in diesem Urlaub. Würde ich den Blazer direkt bei Tommy kaufen, so müsste ich mindestens 200 bis unglaubliche 300 Euro hinblättern.

iki M., Adalbertstraße 45

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Geheimtipps

Mooshammer-Mausoleum

Wie schon im letzten Post erwähnt: Ich habe einen etwas makaberen Tick: Ich muss auf jeder Reise die heimischen Friedhöfe besuchen. Ich weiß selbst nicht wieso, aber ich finde, die jeweiligen Friedhöfe sagen viel über die Bewohner einer Stadt aus. Was ich feststellte: Die Münchner wollen dekadent von dieser Erde gehen. Der Ostfriedhof ist ähnlich, wie der Wiener Zentralfriedhof eher eine Parkanlage. Wieder einmal kamen uns überall Spaziergänger und verliebte Paare entgegen. Unser Besuch hatte aber vor allem einen Grund: Ich wollte gerne das Mooshammer-Mausoleum sehen. Als Rudolph Moshammer starb, war ich gerade mal sieben Jahre alt. Trotzdem kann ich mich an ungewöhnlich viele Details erinnern. Die Skandale um sein Privatleben, der große Trauerzug durch ganz München, sein Hündchen Daisy und vieles mehr. In verschiedenen Reiseführern las ich zudem, dass das Mausoleum des Modezaren wirklich einen Besuch wert sei. Und ich muss sagen: Das stimmt. Wüssten wir nicht, wer hier seine letzte Ruhe fand, so hätten wir wirklich auf einen großen Politiker oder ein Mitglied der Wittelsbacher-Familie getippt – so groß und prächtig ist das Grabmal.

Essen und Trinken

Über den Dächern Münchens

Nichts für Leute mit Höhenangst. Ohne eine gründliche Recherche, hätten wir diesen zauberhaften Ort wahrscheinlich nie gesehen. Wir sind sieben Tage lang gefühlt jeden Tag an der Technischen Universität vorbeigegangen – lange ohne zu wissen, dass sich oben auf der Dachterrasse des Gebäudes ein hippes Café befindet. Keine Ausschilderung, keine kleinen Hinweisschilder – nichts deutet auf das Lokal hin. Und tatsächlich waren wir selbst immer noch skeptisch, als wir uns bereits im Aufzug befanden. Doch oben angekommen breitete sich vor uns eine unglaublich tolle Location aus: Rooftop-Bar meets Biergarten. Nirgends sonst hatten wir so eine tolle Aussicht auf Münchens Skyline. Ein würdiger Abschluss unserer Reise!

Café an der Uni: Ludwigstraße 24

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Cocktails schlürfen im Herzen der Stadt

Wie kann man den Tag schöner ausklingen lassen, als mit Cocktails und der Lieblingsperson? Tom und ich schlenderten fast jeden Abend durch Münchens Innenstadt – im Dunkeln zeigt sich für uns oft erst der besondere Charme einer Stadt. Durch Zufall blieben wir im „Platzl“ quasi gleich neben dem „Hofbräuhaus“ hängen. Hier kann man in entspannter Atmosphäre leckere und sehr exquisite Cocktails genießen. Ich probierte – ganz klassisch – einen Munich Mule.

Uns selbst wurde von Einheimischen ans Herz gelegt, einen großen Bogen ums Hofbräuhaus zu machen. Das Essen ist Massenabfertigung zu extrem teuren Preisen. Echte Münchner würden selten, bis nie einen Fuß in das bekannte Lokal setzten. Mittlerweile ist das Hofbräuhaus wirklich nur noch eine Bleibe für Touris.

Platzl, Sparkassenstraße 10

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Burger

Hier muss ich nicht viel sagen: Coole Typen, eine riesige Auswahl an Burgern (mit Fleisch, Fisch oder auch vegetarisch) und leckeren Side Dishes, dazu eine große Prise Münchner Gemütlichkeit und ein großartiges Ambiente. Hier fühlten Tom und ich uns – so als Burger-Liebhaber – wirklich wohl. Fernab von Touris genossen wir hier mehrere Male das leckere Essen. Mein Favorit: Der „Clubber“ (Hähnchen-Burger mit Ei und Bacon) zusammen mit Trüffelpommes. Mmmmmh

Hamburgerei, Brienner Straße 49

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Zurück ins Wirtschaftswunder

Achtung! Jetzt kommt mein ganz persönliches, großes Highlight: Wenn ich ein Café wäre…würde „ich“ wahrscheinlich so aussehen:

Nostalgisch, alles in Pastelltönen getüncht, goldene, dramatische Verzierungen, ausgewählter, selbstgebackener Kuchen und: wirklich guter Kaffee! Im „Jasmin“ hat sich seit den 50er Jahren nicht viel verändert. Das Mobiliar von 1955 ist noch weitgehend original. Im Café selbst sitzen schicke Münchner Omis neben hippen Studenten, überall liegen verschiedene Zeitungen aus und das Personal ist einfach zuckersüß. Ein Platz zum Verweilen! Ich hätte Stunden einfach nur dasitzen, an meinen Kaffee schlürfen und Menschen beobachten können. Ein weiterer großer Pluspunkt: Die reichliche und sehr leckere Auswahl an Kuchen. Ich selbst bestellte eine Schoko-Tarte, die mir so gut schmeckte, dass ich mich wieder daheim an einer ähnlichen Tarte versuchte. Was mich ebenfalls vom Hocker riss: Der Kaffee! Ich bin leidenschaftlicher Kaffeetrinker – das aber meist nur Zuhause. Der Grund dafür: Ich bin sehr wählerisch und kann qualitativ schlechten Kaffee schon auf hundert Meter riechen. Betritt man jedoch das Café Jasmin, so fällt sofort der umwerfende Duft nach guten, gerösteten Bohnen auf.

Café Jasmin, Augustenstraße 113

Stadtliebe – München Part I

Kann es vielleicht Liebe sein?

Semesterferien. Freie Zeit. Urlaub. Doch wohin? Natürlich denkt man immer höher und weiter. Wien und Paris im Vorjahr: Das muss zu überbieten sein. Doch am Ende wurde es München. Wie und warum? Lest selbst.

Mein erster Urlaub ohne Eltern führte mich als 17-Jährige mit zwei Freundinnen in die bayrische Hauptstadt. Noch heute denke ich gern an die damaligen sieben Tage zurück. Ich schloss München sofort ins Herz. Aufregendes Großstadtleben meets dörfliche Gemütlichkeit. Wo hat man das sonst? Und nach vier Jahren wuchs in mir der Wunsch, die Traumstadt meiner Jugend noch einmal zu besuchen.

Eigentlich zog es uns dieses Jahr nach Großbritannien. Amsterdam war auch eine Möglichkeit. Doch als wir last Minute keine Unterkunft fanden, die unseren Anforderungen entsprach, buchten wir ziemlich spontan eine Woche München. Ich glaubte, bei meinem Freund noch ein paar Zweifel zu spüren. Doch ich war davon überzeugt ihm zu zeigen, wie schön München wirklich ist. Aber ich muss gestehen: Auch von meiner Seite aus gab es Bedenken. Was mir als Teenie gefiel, muss mich heute nicht zwangsläufig vom Hocker hauen. Mittlerweile habe ich viel mehr von der Welt gesehen, meine Wünsche an eine Stadt haben sich geändert.

Und nun? Ich bin verliebt. Ich bin regelrecht vernarrt. Und möchte zurück. Ich will hier länger als nur eine Woche bleiben, möchte noch mehr Ecken erkunden und die Münchner Gemütlichkeit inhalieren. Es ist eine neue Stadtliebe.

Meine München-Highlights habe ich hier für Euch in zwei Posts zusammengefasst. Achtung: Es wird lang!

Die Klassiker

Olympiapark, Viktualienmarkt, Maximilianstraße oder die Wittelsbacher-Gruft. Am ersten Tag gaben auch wir uns wie typische Touristen und besuchten die klassischen Sehenswürdigkeiten. Auch außerhalb von München gingen uns die Klassiker nicht durch die Lappen. Denn so schön München auch ist: Die Gegend um die Großstadt herum hat mindestens genauso viel zu bieten.

Chiemsee

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Ich bin bekennender Fan vom Märchenkönig Ludwig. Als Kind habe ich fast schon für den Wittelsbacher geschwärmt und auch heute – 10 Jahre später – habe ich nach wie vor eine Schwäche für ihn. Deshalb zog es mich unbedingt zum Chiemsee. Denn dort, auf der Herreninsel, kann man Ludwigs letztes Projekt bewundern. Er wollte auf der größten der drei Chiemseeinseln seinem Idol – den Sonnenkönig Ludwig XIV – ein Denkmal setzten. Sein bescheidenes Ziel: Versaille nachbauen. Tom und ich besuchten letztes Jahr während unseres Paris-Aufenthaltes Versaille und tatsächlich hatten wir hier in Bayern das ein oder andere Dé­jà-vu. Etwa 20 Zimmer wurden fertiggestellt, die anderen Räume sind immer noch Rohbauten. Ich fand es faszinierend durch das Schloss zu spazieren – denn nur dafür wurde es gebaut. Ludwig hatte wohl nie vor hier tatsächlich zu wohnen. Nachts ließ er sich die über 1000 Kerzen im Spiegelsaal anzünden, um sein Werk zu bestaunen.

Die Herreninsel stielt ihrer kleinen Schwester, der Fraueninsel in Bekanntheit wohl oft die Show. Zu Unrecht, wie ich finde. Natürlich ist Herrenchiemsee beeindruckend und raubt einem schlicht den Atem, dagegen besticht Frauenchiemsee jedoch durch eine große, gemütliche, bescheidenere Schönheit. Die Insel wurde vor allem durch das dortige Kloster geprägt. Jährliche pilgern wohl Tausende zur Fraueninsel, um dort der Heiligen Irmgard zu gedenken.

Überall auf der Insel warten kleine, gemütliche Restaurants auf Besucher. Auch wir suchten uns ein schönes Plätzchen und schlemmten typisch bayrisch. So aß ich zum Beispiel den bisher besten Kaiserschmarrn meines Lebens. Was uns auffiel: Wir trafen auf einige Städter, die sich eine Auszeit auf der Fraueninsel gönnten.

Um zu den Inseln zu gelangen, müsst ihr ein Bootticket (9 Euro) lösen. Eine Führung durch das Schloss Herrenchiemsee kostet 10 Euro für Studenten. Das hört sich happig an, dafür dürft ihr aber noch das Kloster auf der Insel besichtigen.

Nachdem wir uns die Inseln angeschaut haben, ließen wir uns an einen der vielen Badestrände nieder und genossen den Rest des Tages.

Starnberger See

Luxus, Dekadenz, Promivillen und noch mehr Luxus. Das kam uns in den Sinn, als wir an den Starnberger See dachten. Doch ein Ausflug dorthin zeigte: Das allein wird der Gegend und den Orten um den See herum einfach nicht gerecht. Es stimmt schon: Zuerst fallen natürlich die wunderschönen Anwesen und die tollen Autos ins Auge. Wir hielten uns vor allem um Feldafing und Possenhofen auf. Possenhofen deshalb, weil ich meinem jüngeren Ich noch einen Besuch zu Sissis Kindheitsschloss schuldig war. Mittlerweile befinden sich im Anwesen Luxuswohnungen. Doch das war nicht unserer eigentliches Highlight. Besonders möchte ich Jedem einen Abstecher zur Roseninsel ans Herz legen. Die Überfahrt kostet nur 2 Euro. Die Insel ist wirklich sehr, sehr klein. Einem Pärchen, das mit uns übersetzte, entfuhr ein „Was, das war’s schon?!“ Gibt man der Insel jedoch eine Chance und besichtigt auch die kleine Villa, in der König Ludwig einst glückliche Kindheitstage verbrachte, so wird man begeistert sein. Man muss sich einfach nur darauf einlassen. Dann wird man auch den Zauber erkennen, den Sissi und ihr Cousin Ludwig verspürten. Beide trafen sich hier regelmäßig zu schwärmerischen Spaziergängen. Verpassten sie sich, so hinterließen sie den jeweils anderen kleine Gedichte, in denen sie sich gegenseitig „Adler“ und „Möwe“ nannten.

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Natürlich kann man im Starnberger See auch wundervoll baden. Nachdem wir uns ausgiebig gesonnt haben, liefen wir abends noch zur Votivkapelle, die anlässlich Ludwigs Tod erbaut wurde. Der Weg dortig führt vorbei an Schloss Berg und durch einen romantischen Wald. Und dann, ganz plötzlich, ragt ein riesiges Gebäude den Himmel empor. Die Votivkapelle ist ein mächtiger, ehrfürchtiger Bau, in dem sich die heutigen Wittelsbacher jährlich zu Ludwigs Todestag treffen. Jedoch fragte ich mich, ob das Gebäude Ludwig wohl gefallen hätte. Ich empfand es als etwas kühl und wenig romantisch. Jedoch wird einem doch ganz anders ums Herz, wenn man von der Terrasse vor der Kapelle auf das große, hölzerne Kreuz im See schaut. Genau dorthin, wo einst die Leiche des Märchenkönigs geborgen wurde.

Schloss Nymphenburg

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Traumhaft ist das erste Wort, das mir in den Sinn kommt, wenn ich an Schloss Nymphenburg denke. Ein Schloss, wie aus einem Märchen. Ich denke, ich brauche hier gar nicht viel zu erzählen. Schaut es Euch selbst einmal an! Besonders hat mir die Schönheitengalerien imponiert. Es ist faszinierend, sich die schönsten Frauen der damaligen zeit anzuschauen. Ich habe nur einen Kritikpunkt: Der Audioguide lässt etwas zu wünschen übrig. Wir verzichten nie auf einen Guide, doch leider erzählte der uns nicht mehr, als ohnehin schon auf den einzelnen Tafeln im Schloss stand. Ich hätte gern noch ein paar mehr Infos erfahren.

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Unsere Lieblinge

Maxvorstadt

Man sagt, die Maxvorstädter bleiben gern in ihrer Maxvorstadt. Wir können das absolut nachvollziehen! Das Viertel ist ein kleiner, abwechslungsreicher Kosmos, der an jeder Ecke etwas zu bieten hat. Meine persönlichen Highlights auf unserer Reise fanden wir alle hier. So zum Beispiel das Café Jasmin, in dem seit den 50er Jahren nichts mehr verändert wurde (dazu mehr im nächsten Blogpost).

Oder – für alle Melancholiker unter uns – der alte Nordfriedhof. Ihr habt es vielleicht schon erkannt, wenn ihr mich schon ein bisschen länger begleitet. Es ist ein Spleen von mir, dass ich egal wo wir sind, immer den Friedhöfen einen Besuch abstatten muss. Seit 1868 finden hier die Toten der Stadt ihre letzte Ruhe. Damals protestierten viele Maxvorstädter gegen das Vorhaben, vor ihre schicken Wohnungen einen Friedhof zu erbauen. Die Anwohner fürchteten um einen Wertverlust ihrer Wohngegend. Heute finden hier schon lange keine Begräbnisse mehr statt, während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gelände zu stark verwüstet. Ganze 62.000 Menschen fanden hier ihre letzte Ruhe, heute sind davon aber nur noch wenige Gräber erhalten. Auf dem Friedhof selbst herrscht  komischer Weise keine traurige Stimmung. Im Gegenteil: Alles wirkt friedlich, man möchte sich fast hinsetzen und ein wenig entspannen. Und das tun viele Münchner sogar. Ich muss schon sagen: Wir waren Anfangs etwas überrascht, als Jogger an uns vorbeirannten, Familien ihre Picknickdecke ausbreiteten, Frauen sich in Bikinis sonnten, oder Pärchen Hand in Hand durch den Park schlenderten. Der alte Nordfriedhof ist eben ein ganz besonderer Ort, den viele Autoren in ihren Büchern ein Denkmal setzten.

Ein absolutes Muss in der Maxvorstadt: Die Türkenstraße. Hier ist vielleicht nicht alles so piekfein, wie sonst in der Stadt, aber die zahlreiche Lokale und kleinen Läden versprühen einen ganz besonderen Charme, der sofort ein behagliches Gefühl hervorzaubert. Ein Café, das wir sehr empfehlen können:  Das Lokal „LOVEFOOD“ (click here) auf der Türkenstraße 69. Hier gibt es superleckere Bowles und viele mehr. Mich überzeugten vor allem die liebevoll selbstgemachten Smoothies und das zuckersüße Ambiente.

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Was uns kulinarisch noch so vom Hocker riss, erzähle ich Euch ein anderes Mal 🙂 Eins verrate ich aber noch: München – und hier mal wieder allem voran die Maxvorstadt – hat einiges in Sachen Secondhand-Shopping zu bieten. Ich habe wahre Schnäppchen gefunden und freue mich nach wie vor diebisch darüber! Wo wir diese diversen Schätze fanden, berichte ich Euch demnächst. Nur so viel: In meinem Besitz befindet sich nun ein Tommy Hilfiger Blazer, der ursprünglich 299 Euro gekostet hat. Was ich dafür hinlegte? Schlappe 30 Euro. Das Beste: Das Schmuckstück war ungetragen, sogar die Preisschilder baumelten noch daran.

Sport im Englischen Garten

Unser Urlaub war auch sportlich gesehen ein voller Erfolg. Dadurch, dass wir ein Fitnessstudio im Hotel hatten, motivierten wir uns abends oft noch zu einen kleinen Workout. Außerdem erkundeten wir die Stadt so gut wie nur zu Fuß. Unser Rekord: 35.000 Schritte an nur einen Tag. Mein persönliches, sportliches Highlight war jedoch das Joggen im englischen Garten. Ich weiß nicht, ob es an der herrlichen Umgebung lag, oder an den vielen anderen Sportlern, die mich motivierten, aber so schaffte ich jedes mal über 9 Kilometer. Das ist für mich ein persönlicher Rekord, da ich sonst in der Regel immer um die 6-7 Kilometer renne.

Fotos: Tom Herold (click here)

 

Sein oder Nichtsein – Kaufen oder nicht kaufen

Zwischen Schulhof und Abipartys, Vorlesungssälen und Mensa: Seid ihr da immer ihr selbst? Jederzeit ganz bei euch? Oder spielt ihr eine Rolle? Nur ab und zu?
Ich weißt nicht, ob ich immer ich selbst bin. Früher ganz sicher nicht. Da zählten andere Dinge, da wollte man dazugehören. Und heute? Nur weil aus Pausenhof Mensa wurde, falle ich nicht weniger oft aus der Rolle.
Der Blick von rechts nach links. Das Glück der Anderen und das, was ich habe. Könnte ich mir nicht ein klein wenig Glanz von meiner Nachbarin stibitzen? Vielleicht indem ich genau ihre Hose, ihre Tasche kaufe? Das Glück der Anderen. Der immer grünere Rasen.

Was das mit meinem Kleiderschrank zu tun hat? Seht selbst.

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Ihr kennt das doch sicher auch: Das eigene Teenager-Ich, das bewundernd die verschiedenen Gesichter in der Schule beobachtet. Da wäre die dunkelhaarige Schulschönheit einen Jahrgang über mir. Oder die Athletin aus der 12. Die kleine Süße, mit dem verschmitzten Lachen oder das Mädchen mit den goldenen Korkenzieherlocken. Und dazwischen ich. Wie ich mich ein kleines bisschen blass fühle. Was dagegen hilft? Vielleicht eine Shoppingtour. Dann trage ich zwar die gleichen Sachen, wie meine „Vorbilder“, aber macht mich das auch glücklich? Der Blick in den Spiegel jedenfalls stellte mich nicht zufrieden. Sowieso fühlte ich mich in meinen neuen Look unbehaglich, zupfte an mir herum. Was an anderen toll aussieht, wirkt an mir fehl am Platz. Denn ich stecke in der Haut eines Anderen. Kann doch nur schief gehen, oder?

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Und auch heute, einige Jahre später, verliebe ich mich in Looks anderer Frauen und versuche ab und zu, mir etwas von ihnen abzugucken. Das ist völlig legitim und dient mir oft als Inspiration für noch bessere Looks. Aber manchmal ist es wirklich schwierig zu unterscheiden, ob ich mich schlicht inspirieren lasse, oder ob ich mir etwas fremdes zu Eigen machen will.

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Ich sehe den cleanen Look einer Bloggerin und verliebe mich auf der Stelle. Passt doch perfekt zu ihrem geordneten, erfolgreichen Leben. Könnte auch ich so sein, wenn ich nur ihre Kleidung trage? Doch bin das dann wirklich noch ich? Die, die immer gern zu auffälligem, dekadenten Schmuck und großen Taschen gegriffen hat? Oder mache ich mir vielleicht schlicht und ergreifend zu viele Gedanken? Ich bin 21 und es wäre anmaßend zu behaupten, dass ich meinen Stil voll und ganz gefunden habe. Noch nicht jetzt. Da kommt mir die Frage in den Sinn, ob man überhaupt jemals seinen ganz eigenen Stil findet. Oder, ob wir uns mit diesem Vorhaben vielleicht viel zu sehr unter Druck setzen. Was spricht dagegen zwischen verschiedenen Looks zu switchen? Mal sportlich, mal klassisch, mal trendy. Mode sollte kein Diktat sein, wir dürfen nicht alles „tot-denken“. Natürlich ziehen sich einige Faktoren wie ein roter Faden durch unsere Kleiderschränke. Und vielleicht reicht das schon als Alleinstellungsmerkmal. Bitter wird es erst, wenn wir versuchen uns durch Kleidung ein anderes Leben vorzugaukeln.

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Was sagt ihr: Ist die Stil-Suche ein nie endender Weg, oder seid ihr modisch bereits voll und ganz bei Euch? Habt ihr selbst schon einmal Sachen nachgekauft, nur weil ihr damit dazugehören wolltet?

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Kleid – Na-kd

Ringe – Vintage

Ohrringe – Primark

Life Update

Es ist ruhig hier auf The Italian Bazaar – immer noch, oder schon wieder? Etwas, das mir leider gar nicht gefällt, ich aber auch momentan nicht zuändern weiß.

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Vielleicht versuche ich einfach dieses Jahr auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Ich bin dabei mein Leben zu optimieren, aus mir eine bessere Version zu formen. Was nach Instagram-Hype klingt, ist mir ein großer, persönlicher Wunsch. Ich möchte ausgeglichener werden, auf mich hören, mir Auszeiten nehmen und mehr auf die Balance zwischen Körper und Geist Acht geben. Und ich kann mit etwas Stolz in der Stimme sagen: Derzeit gelingt mir das ganz gut. Seit nun schon immerhin drei Monaten mache ich nahezu jeden Tag Sport. Das bedeutet 2 bis 3-mal wöchentlich joggen plus jeden Tag kleinere Workouts für verschiedene Körperpartien. Derzeit bin ich so motiviert, dass mir das ganze riesigen Spaß macht und ich mich wirklich immer wohler in meiner Haut fühle. Ich wünsche mir wirklich derzeit nichts sehnlicher, als dass meine Motivation anhält und ich immer weiter mache und mich verbessere.

Neben Sport versuche ich viel Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen – mehr als sonst, denn ich merke, wie gut mir das tut. Und dann ist da natürlich noch die Uni mit Prüfungsphasen, vielen, vielen Hausarbeiten und anderen Verpflichtungen. Man merkt, dass sich das Bachelorstudium langsam dem Ende neigt – etwas, was mich erfreut und auch ängstigt. Und mitten drin ist da noch mein Blog, den ich heiß und innig liebe, ihn aber viel zu sehr vernachlässige. Und irgendwie schaffe ich es dieses Jahr nicht, dieses Leiden zu verbessern. Aber genug damit: Ich habe darüber schon oft genug hier gejammert, habe Besserung geschworen, ohne Worten Taten folgen zu lassen. 2018 ist wieder so ein Jahr, in dem sich so vieles verändert. Vielleicht wird hier auf meiner Seite ja alles besser, wenn sich dieser Sturm wieder etwas legt.

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Die Zukunft ist ein Gedanke, der derzeit einen großen Platz in meinem Kopf einnimmt. Wie wird es weitergehen, was will ich? Wo will ich hin? Was will ich mit meinem Leben anfangen. Ich habe zahlreiche Traumvorstellungen in meinem Kopf. Die machen wir auf der einen Seite Mut und motivieren mich, noch härter an mir zu arbeiten. Auf der anderen Seite ist da aber auch die beständige Angst, dass diese Träume platzen und sich alles anders, ernüchternder gestaltet, als erwartet. Ich fühle mich auf einmal wieder, wie die 18-jährige Abiturientin, die sich nirgendwo zugehörig fühlt. Keine Schülerin – keine Studentin, kein Kind mehr, aber auch noch keine Erwachsene. Stehe ich wieder an der Schwelle zu einem anderen Leben?

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Um mich abzulenken, denke ich in letzter Zeit lieber wieder vermehrt an unser nächstes Reiseziel. Doch auch das überfordert mich etwas. Es gibt so viele für uns unentdeckte Orte, aber hin und wieder zieht es mich wieder an Ziele, die wir schon kennen. So zum Beispiel nach Paris. Am liebsten würde ich mich in den nächsten Flieger setzten und mich wieder auf der Champs Elysees einquartieren. Das ganze Thema „Urlaub“ kann einen wirklich unter Druck setzen – vor allem wenn alle anderen mit der Nase rümpfen, wenn man darüber nachdenkt, seinen Urlaub in Deutschland zu verbringen – für mich wäre das wirklich eine Option. Denn mal ehrlich: Ich habe so viel von der Welt gesehen, aber mein eigenes Land kenne ich kaum. Ich hätte nichts dagegen, einige Zeit in schönen deutschen Städten zu verbringen.

Gedanken über Gedanken in meinem Kopf, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Ich hoffe, dass sich der Sturm in meinem Kopf bald legen wird, oder dass ich diese Unruhe kreativ ihn meinem Blog verarbeiten kann. Wir werden sehen. Bis dahin: Meine obligatorische Life-Update-List: Was habe ich gelesen? Gegessen? Gedacht? Gefühlt?

Seht selbst:

Gelesen

Tatsächlich gar nicht so viel. Anfang des Jahres hatte ich einen wahren Lese-Flow: Nur gute Bücher, wohin das Auge auch blickt. Das glückliche Händchen ist mir seit einiger Zeit anscheinend nicht mehr gegeben. Die einzigen erwähnenswerten Bücher: „Das Adlon“, geschrieben von Hausherrin Hedda Adlon höchstpersönlich und „Madame Picasso“.

Netflix:

Nach „Riverdale“ und „The Crown“ fiel es mir wirklich schwer wieder einer Serie zu verfallen. Und so wirklich hat es bisher auch keine geschafft. „Alias Grace“ fand ich super, aber leider viel zu kurz. Nach einigen Flauten, wie „The Rain“ (ich bin wahrscheinlich der einzige Nicht-Fan dieser Serie) probiere ich mich momentan an „American Crime Story“ und bin bisher ganz angetan. Außerdem greife ich immer wieder auf „Friends“ zurück. Einfach, weil man damit nie etwas falsch machen kann und „Friends“ glücklich macht.

Und die absolut beste Nachricht vom Serien-Universum: Die Nanny kommt zurück!!!!!! Ich liebe diese Sitcom und habe alle Staffeln wahrscheinlich schon mehr als fünfmal durchgeschaut. Fran ist meine persönliche Kindheits- und Jugendheldin.

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Gekauft

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Schuldig! Auch ich mache Kylie Jenner noch reicher. Nach ihrem Forbes-Cover wurde ich wirklich neugierig wer hinter dem Kardashian-Küken steckt. Mich interessierte, wie die Kosmetika, die sie noch reicher als reich machten, wirklich so sind. Problem: In Deutschland sind die Produkte wirklich schwer zu bekommen, vor allem weil so viele Fakes im Umlauf sind. Trotzdem habe ich es geschafft und bin nun stolze Besitzerin der Kylie Birthday-Edition. Heißt: Ich habe sechs Mini-Lip Kits der beliebtesten Farben. Getestet habe ich sie natürlich auch schon und ich kann nur sagen: Ich verstehe den Hype. Die Farben sind traumhaft schön, halten bombenfest den ganzen Tag auf den Lippen und fühlen sich dabei wirklich angenehm an. Außerdem ist mir Kylie – trotz des vielen Hates um ihre Person – wirklich sympathisch. Lange unterschätzt schlägt sie jetzt mit ihrem Erfolg zurück. Gratulation dafür.

Das gute Leben

Kennt Ihr das? Ihr seid immer gewillt ein gutes Leben zu führen, euch zu verbessern, Optimierung hier, Optimierung da. Ich will an mir arbeiten, neues ausprobieren, was meinen Alltag vielleicht noch ein kleines bisschen besser macht. Offene Augen und Ohren überall, her mit den Ratschlägen. Doch am Ende des Tages frage ich mich: Was ist denn überhaupt dieses „gute Leben“?

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Ich denke über mein Leben nach und komme zu den Schluss, dass ich wirklich ein gutes Leben führe. Mir macht mein Studium und meine Arbeit großen Spaß, ich verdiene mein eigenes Geld, bereise schöne Orte, haben einen tollen Freund, eine mich liebende Familie und Freunde, tolle Hobbys. Kurzum: Mein Leben ist doch „gut“, oder?

Doch warum sieht das Leben der Anderen oft noch besser aus? Was machen sie anders?

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Das Gras im Nachbargarten ist immer grüner. Ich weiß schon. Aber trotzdem: Ein Kommilitone arbeitet noch viel härter als ich, verpasst keine einzige Vorlesung und schreibt dieses Semester noch mehr Klausuren. Nebenbei geht er jeden Tag ins Fitnessstudio und bereitet sich schon fleißig auf den Master vor. Außerdem ernährt er sich vegan und rümpft über meinen Coffee-to-Go nur die Nase.

Und ich? Ich bin einfach froh, wenn ich nach einen Arbeitstag nachhause komme und ein Buch lesen oder mit meinem Freund Netflix schauen kann. Doch andere gehen nach einen langen Tag noch feiern, um am nächsten Morgen um 6 Uhr joggen zu gehen.

Ist es das? Das „gute Leben“?

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Ich zum Beispiel, mag mein Leben. Aber ich sehe dennoch viele Kleinigkeiten, die mich über die Maßen ärgern und die ich gern ändern würde.

Da wäre zum Beispiel mein Blog: Ich liebe ihn heiß und innig, doch die Zeit kommt dafür schon lange viel zu kurz. Ich arbeite daran, produziere Fotos und überlege mir Texte. Doch am Ende lade ich wieder keinen Eintrag hoch, weil er mir nicht gut genug ist. Viele andere würden sagen: Ist doch kein Problem – die letzten Monate waren eben besonders stressig, ruhigere und produktivere Zeiten werden kommen. Doch ich will am liebsten IMMER produktiv sein. Doch irgendwie schaffe ich immer nur „entweder oder“. Ich hab meinen Alltag sehr optimiert. Und darauf kann ich doch eigentlich stolz sein. Ich mache fast täglich Sport, ich ernähre mich recht gesund, gönne mir jeden Abend etwas Me-Time und Wellness. Kurz: Ich versuche die Balance zwischen Stress und Entspannung sehr ausgewogen zu halten. Das gelingt natürlich in manchen Wochen (gerade am Ende des Semesters) auch mal weniger gut. Doch trotz meiner Bemühungen fehlt es mir hin und wieder einfach an Energie. Anderen mangelt es scheinbar nie daran und ich frage mich: Was ist Euer Geheimnis?

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Man spricht ja häufig von den sechs Säulen des Lebens. Ernährung, körperliche Fitness, Soziale Beziehungen, guter Schlaf, Bildung und finanzielle Unabhängigkeit. Das eine beeinflusst das andere. Leidet der Schlaf, so leidet höchst wahrscheinlich auch meine Ernährung.

Ich muss zugeben: Auf der einen Seite denke ich: Logisch! Das ist so. Auf der anderen Seite klingt mir das alles zu abstrakt. So leicht kann es ja wirklich nicht sein, oder?

Ich muss aber schon zugeben, dass ich mich, seitdem ich regelmäßig Sport mache, definitiv wohler und vor allem positiver fühle. Ich habe nie „nichts“ gemacht. Heißt: Ich hab immer etwas für meine Fitness getan. Halt nur manchmal weniger, mal mehr intensiv. Seit 45 Tagen sportel ich nun täglich 30 Minuten. Und was habe ich bemerkt? Ich bin tatsächlich ausgeglichener, zufriedener und energievoller. Vielleicht kann es ja wirklich so einfach sein und die eine Säule hat Auswirkungen auf die andere. Ernährt man sich besser, schläft man auch ruhiger. Demnach ist man netter zu seinen Mitmenschen und baut leichter Freundschaften auf. Und so weiter, und so weiter.

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Bleibt nur die Frage: Warum beschäftigen wir uns mit solchen Dingen?

Ich finde, die Suche nach Zufriedenheit und nach dem Weg, genau das zu erreichen, sollte selbstverständlich sein. Selbstoptimierung klingt in den heutigen Zeiten immer etwas negativ. Doch ich finde nichts verwerflich daran, sich selbst immer verbessern zu wollen. Nur sollte dies nicht für die Anderen geschehen, sondern nur für einen selbst. Und das ist wahrscheinlich die Schwierigkeit. Mache ich etwas für mich, oder um vor anderen gut dazustehen? Ich denke, dass beide Beweggründe oft gar nicht so leicht auseinanderzuhalten sind.

Aber vielleicht ist dieser Unterschied auch gar nicht so wichtig. Vielleicht ist es ja egal, was uns dazu bewegt, uns zu verbessern und bewusster zu leben. Hauptsache wir sind glücklich und zufrieden. Denn was kann schon so schlimm daran sein, wenn man darauf achtet, dass alles bei einem im grünen Bereich ist? Michael Buchinger fast es für mich gut zusammen: Eigentlich sind wir Sims-Figuren: Da achtet man auch nur darauf, dass alles „grün“, also in Balance ist. Und erreicht man das, so geht es dem Sims gut.

Und uns eben auch.

 

Jedes einzelne Mädchen

So ist das nun mal bei Mädchen: Die Leute beurteilen Dich nach Deinem Aussehen. Und den Dingen, die sie über Dich hören. Sie kleben Dir ein Etikett auf.
Mir kommt es so vor, als hätten Jungs die Möglichkeit sich selbst zu definieren. Sie können sich ihre Identität aussuchen. Und sie können sich dahinter verstecken.
Ich glaube manche wissen wie es ist, Angst zu haben. Das Gefühl zu haben, dass die Welt einem ein bestimmtes Etikett angehängt hat, mit dem man bis zu seinem Lebensende leben muss.
Aber die meisten Jungs wissen nicht, wie das ist.
Jedes einzelne Mädchen weiß es.

– Jessica Davis aus „Tote Mädchen lügen nicht“ –

Ich war 13 und wollte unbedingt ein „Image“ haben. Ich wollte nicht unsichtbar sein, ich wollte jemand sein. Doch wie will ich sein? Wer will ich sein? Hab ich eine Chance selbst zu bestimmen, wie man mich wahrnimmt? Oder übernehmen das die Anderen? Kann meine Kleidung, meine Art zu sprechen, meine Positionierung vielleicht helfen, eine Identität aufzubauen, die ich mir wünsche? Oder bin ich einfach nur machtlos?

Ich hatte nie Probleme bei Jungen. Oder mit Jungen. Sie waren nett zu mir und verbreiteten – soweit ich weiß – keine Lügen über mich. Aber ich wusste dass einige von ihnen Spitznamen für uns hatten. Ich war dabei, als sie Listen erstellten und mir im Anschluss zeigten, auf welchen Platz ich mich befand. Wie hübsch ich ihrer Meinung nach war. Und ich bekam mit, wie sie mit manch anderen Mädchen umgingen. Ein falsches Foto an den Jungen geschickt, den sie mochte. Zack – Etikett. Leicht zu haben. Sie hat es nötig. Bereit und willig. Mädchen 2 wurde mit jemand anderem verwechselt. Eigentlich war nicht sie es, die mit ihm auf einer Party schlief. Sie sah jemandem nur etwas ähnlich. Zack – Etikett. Schlampe. Flittchen. Mädchen Nummer 3 war eigentlich nur etwas schüchtern, suchte oft zu lange nach den richtigen Worten. Doch die meisten verschwendeten keinen zweiten Blick und bemerkten nicht, wer eigentlich hinter der ruhigen Fassade steckt. Zack – Etikett. Arrogant. Unnahbar. Denkt wohl sie sei etwas besseres als wir? Die Vierte im Bunde verliebte sich ständig, war eine große Romantikerin, aber zu schüchtern, um ihre Gefühle zu gestehen. Auf Partys blieb sie zurückhaltend, träumte davon erobert zu werden. Doch das interessierte keinen. Zack – mal wieder ein Etikett. Bieder, langweilig, verklemmt.

Ich denke nicht, dass alle Männer so oberflächlich sind. Im Gegenteil: Ich weiß es. Aber ich weiß eben auch, wie schlimm Schule sein kann. Wie groß der Druck ist mitzuhalten, bei den „Coolen“ sein zu können und alle Probleme von sich fern zuhalten. Einfach mitmachen – denken sich die meisten. Und verhalten sich im Nachhinein betrachtet böse. Sehr böse.

Ich hab die zweite Staffel „Tote Mädchen lügen nicht“ innerhalb weniger Tage angeschaut. Und Jessicas Worte aus Folge 3 sind mir dabei besonders im Kopf hängen geblieben. Anders formuliert: Mich trafen ihre Worte mit so einer Wucht, weil sie so wahr sind. Sie hat geschafft etwas auszusprechen, dass ich die ganzen Jahre nicht geschafft habe, in Worte zu fassen.

Die Schule kann oberflächlich sein und ich bin froh, dass sich dieses Kapitel für mich vor drei Jahren geschlossen hat. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass viele Schüler – besonders Schülerinnen – gar keine Chance haben, sich ihre eigene Identität zu formen. Denn dazu müssten die Anderen ja hinsehen, sich Mühe geben einen kennenzulernen. Und das passiert nur selten.

Stattdessen wird kurz hingesehen und sofort nach Äußerlichkeiten bewertet. Hübsch oder nicht hübsch? Ich bin mir sicher, dass es Jungs in dieser Hinsicht nicht so schwer haben. Und da fängt für mich der Sexismus an: Vielleicht mögen sie es nur denken, nicht einmal aussprechen. Doch Mädchen werden nach ihren Aussehen bewertet. Oder war bei Euch in der Schule das beliebteste Mädchen nicht hübsch?

Ich weiß noch, als alle gespannt auf die Abizeitungen und die darin stehenden Rankings warteten. Wer ist die Hübscheste? Wer hat den besten Style? Der oder die Streberin? Die mit den schönsten Lippen oder wer braucht vielleicht ein Umstyling? Ein Mädchen sagte damals zu mir: „Hauptsache du stehst auf der Liste. Denn wenn Du gar nicht drauf stehst, bis du langweilig.“

Falsch. Vielleicht hast Du es dann geschafft, den ganzen Mist zu entgehen. Und dein eigenes Ding zu machen.

Ich war nie die Streberin, nie die, die leicht zu haben ist, nie die Sportlerin oder das Partygirl. Ich weiß nicht wer ich für die Anderen damals war. Und vielleicht ist das gut so. Vielleicht ist das ein Zeichen. Vielleicht war ich nicht so tief in diesem Sog drin, wie Andere.

Aber trotzdem hatte ich Angst vor diesem „Etikett“, das ich nicht kannte. Davor, dass die Welt mich jetzt immer so wahrnehmen wird und ich nie die Chance bekomme, etwas daran zu ändern. Heute weiß ich, dass das Blödsinn ist. Dass man sich – manchmal sogar ziemlich leicht – von diesen Lasten lösen kann. Im Leben nach der Schule, sind die meisten Menschen viel offener, hören zu, schauen hin. Vielleicht weil sie alle die selbe Angst teilen? Keinen Einfluss darauf zu haben, wer man ist? Wem die Anderen in einem sehen? Wollen wir nicht alle neu anfangen?

Vielleicht macht diese Angst die Zeit nach der Schule so viel besser. Denn die, die urteilen und anderen einpflanzen, wie man seine Mitschüler zu sehen hat, waren schon damals nicht in der Überzahl. Und nun sind sie machtlos. Weil sie ihre Herde verloren haben. Von Schulhof-Chef zum Alltags-Menschen, der traurig und resigniert am Computer sitzt, um zu verfolgen, was seine früheren Schäfchen jetzt so machen. Um dann entsetzt festzustellen, dass sich die ehemaligen Untertanen emanzipiert haben und jetzt vielleicht sogar ein viel besseres Leben als er oder sie selbst führen.

So kann das sein.

So kann es kommen.

Denn der Wind dreht sich immer.

Und das Schicksal zieht mit.

Die Schule ist nicht das wahre Leben.

Und das ist gut so.

Der letzte Pessimist

Ich sitze wirklich schon lange an diesem Eintrag. Weil mir das Thema am Herzen liegt, weil ich – wie ich finde – einen großen Fortschritt gemacht habe. Doch wie packe ich alles in Sätze? Wie kann ich meine klitzekleinen Erfolge weitergeben? Wie kann ich Euch zeigen, was mir zurzeit besonders wichtig ist?

Vielleicht ist es ja ganz einfach. Wie beschreibe ich mein Problem mit nur einem Satz?

„Sei mal nicht so negativ.“

Habt Ihr bestimmt auch schon mal gehört, oder? Ich kann wirklich ein ganz schön großer Pessimist sein. Das Glas ist viel zu oft halbleer. Statt heute besonders zufrieden mit meinem Outfit zu sein, sehe ich, dass der Eyeliner hätte perfekter sitzen können. Zu wenig Zeit, zu viel zu tun! Und dann das Wetter…Sonne? Wo bleibst du?

Was das Ganze noch schlimmer macht: Die ganze Welt um mich herum hat sich in Optimisten verwandelt. Meine Kommilitonen, die Fernsehmoderatorin, Instagram sowieso und auch die Blogosphäre: Alle sehen die Welt rosarot, statt dunkelgrau. Ich bin der wahrscheinlich letzte Pessimist der Welt. Doch das möchte ich ändern.

Ich habe von einen Tag auf den anderen entschieden, dass ich dem Pessimisten in mir den Garaus machen will. Was ich bald merkte: Das geht nicht von heute auf morgen. Aber vielleicht von Monat zu Monat. Immer ein Stückchen mehr.

Macht Ihr mit?

Wollen wir zusammen ein klein wenig positiver werden?

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Zuallererst möchte ich sagen, dass meine Tipps natürlich nicht neu oder revolutionär sind. Es sind nur eben genau die Punkte, die mir geholfen haben hierher zu kommen. So simpel sie auch sind – manchmal kann es echt scher sein, sie längerfristig zu befolgen.

Der Morgen macht den Tag

Ich liebe die frühen Morgenstunden. Deshalb bevorzuge ich es schon immer früh aufzustehen. Wenn alles leise ist und viele noch schlafen: Das ist meine Zeit, die ich optimal nutzen möchte. Um das zu schaffen und bestmöglich in den Tag zu starten, habe ich für mich eine kleine Routine gefunden. Erst eine ausgiebige Dusche am Morgen, danach creme ich mich ein, verwöhne mich. Zum Frühstück gibt es (sogar noch vor dem Kaffee) ein Glas Karottensaft – das gibt mir einen Vitaminboost und sorgt für schöne Haut. Seit ein paar Wochen mache ich außerdem morgens immer noch ein kleines halbstündiges Bauch-Beine-Po-Workout. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich besonders die kleine Sporteinheit beibehalten werde. Ich merke, wie gut ich mich danach fühle. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.

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Musik an

Ich hab mein ganzes Leben lang Musik gemacht. Musikalische Früherziehung, Gesangsunterricht, Chor, Ensemble, Querflötenstunden. Das volle Programm. Doch in meiner Freizeit hab ich fast nie Musik gehört. Ich war nie diejenige, die man mit Kopfhörern auf der Straße sah. Doch das hat sich geändert. Egal ob im Auto, unter der Dusche, in der Mittagspause oder am Abend beim Eincremen: Ich höre Musik. Das aber nicht wahllos. Ich höre nur Songs, die mir gut tun. Die mich motivieren. Ganz oben auf meiner Playlist stehen die Lieder aus „The Greatest Showman“. Die Filmmusik hat mich schon mehrmals zu Tränen gerührt. Aber nicht, weil sie so traurig, sondern weil so motivierend ist. Ich fühle mich durch jede einzelne Zeile angesprochen, fast so, als hätte mir jemand die Texte auf den Leib geschrieben.

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Dankbarkeitstagebuch

Zugegeben: Die Idee ist nicht neu und schon gar nicht von mir. Zwar schreibe ich schon immer intensiv Tagebuch, aber mir kam noch nie – oder nur sehr selten – in den Sinn, die Dinge aufzuschreiben, für die ich dankbar bin. Diese Idee habe ich mir von anderen Bloggern abgeschaut.

Ich nahm mir vor, jeden Tag mindestens fünf Dinge zu finden, für die ich dankbar bin. Und alle anderen Sachen, will ich zumindest am Abend, wenn ich alles Revue passieren lasse, ausblenden.

Am Anfang war das mit mir und dem Dankbarkeitstagebuch so eine Sache: Ich saß vor blendend weißen Blättern und mir viel oft (nicht immer) einfach nicht sehr viel Gutes ein. Obwohl mein Leben, voller vieler schöner Dinge ist – aber die übersieht man zu oft. Irgendwann fing ich an kleiner zu denken: Der Kaffee heute Mittag war wirklich aromatisch. Das Autofahren mit offenen Fenstern hat Spaß gemacht und meine Schuhe passen toll zum Outfit. Das Parfum meiner Kollegin riecht immer so gut und das Seminar heute war spannend. Mittlerweile schreibe ich nicht nur fünf Punkte nieder, sondern oft mehr als zehn. Selbst an einen eher mittelmäßigen Tag gehe ich dann mit einen Lächeln zu Bett, weil ich sehe, dass es überall Lichtblicke und Alltagsfreuden gibt.

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Wellness

Ich pflege mich schon immer sehr – Masken, Peelings, Cremes und Co gehören seit Jahren zu meiner Badroutine. Doch oft habe ich es als lästig empfunden, mich einzucremen und an die vielen Produkte zu denken. Mittlerweile nehme ich mir diese Zeit ganz bewusst und dehne sie sogar so lange wie möglich aus. Ich probiere immer wieder neue Masken und fühle mich nach einer ausgiebigen Badsession wie neugeboren. Ich tue mir selbst, meinem Äußeren und meiner Seele etwas Gutes. Ich konzentriere mich nur auf mich, diese Zeit gilt nur mir.

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Lies Dich glücklich

Ich liebe traurige, dramatische, herzzereißende Geschichten. „Die Liebenden von Leningrad“, „Honigtot“, „Die Bücherdiebin“ oder „Die Teerose“ – alles Geschichten, die mir sehr am Herzen liegen. Mittlerweile glaube ich jedoch, dass ich für derartige Bücher eine „zu intensive“ Leserin bin. Ich lese nicht einfach nur ein Buch – ich tauche in die Welt ab. Es fühlt sich fast so an, als wäre ich Teil der Geschichte, als würde ich alles selbst erleben. Nachts kann ich dann nicht schlafen, weil ich immer noch zu sehr von der Geschichte gefangen bin. Auch Tage oder Wochen danach kann ich mich noch nicht aus der Welt befreien. In letzter Zeit griff ich oft zu „positiveren“ Büchern. „Der letzte macht den Mut zu“, „Curvy“ oder „Good Night Stories for Rebel Girls“ – das sind kleine Kurzbiografien, über starke Frauen. Ich möchte natürlich nicht auf dramatische Geschichten verzichten, aber diese Art von Lektüre tut mir zurzeit richtig gut. #PositiveVibesOnly

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Pausen

Wisst ihr wo ich mich am wohlsten fühle? Auf den warmen Steinstufen meiner Terrasse. Mit einem Espresso in der Hand. Das Gesicht der Sonne zugewendet.

Wenn Ihr mich jetzt so sehen könntet, wie ich diese Zeilen schreibe, würdet Ihr sehen, dass ich genau hier, auf meinen Stufen sitze. Eine Tasse Kaffee neben mir, die goldene Sonnenbrille abgelegt, die Sonne auf meinen Beinen.

Ich liebe kleine Pausen. Und mögen es nur fünf Minuten sein. Auch wenn der Tag vollgestopft ist, auch wenn ich eigentlich schon viel zu spät dran bin und die Arbeit ruft. Diese fünf Minuten Ruhe habe ich noch. Danach merke ich förmlich, wie wieder positive Energie durch meine Adern fließt. Wie ich ruhiger atme und der Knoten im Kopf gelockert wurde.

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Und Ihr so? Was macht Ihr, um besonders positiv in den Tag zu starten? Seid Ihr eher Team Pessi- oder Optimist?

 

Bluse – Shein

Jeans – Levi’s

Tasche – C&A

Ohrringe – Primark