Life Update

Es ist ruhig hier auf The Italian Bazaar – immer noch, oder schon wieder? Etwas, das mir leider gar nicht gefällt, ich aber auch momentan nicht zuändern weiß.

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Vielleicht versuche ich einfach dieses Jahr auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Ich bin dabei mein Leben zu optimieren, aus mir eine bessere Version zu formen. Was nach Instagram-Hype klingt, ist mir ein großer, persönlicher Wunsch. Ich möchte ausgeglichener werden, auf mich hören, mir Auszeiten nehmen und mehr auf die Balance zwischen Körper und Geist Acht geben. Und ich kann mit etwas Stolz in der Stimme sagen: Derzeit gelingt mir das ganz gut. Seit nun schon immerhin drei Monaten mache ich nahezu jeden Tag Sport. Das bedeutet 2 bis 3-mal wöchentlich joggen plus jeden Tag kleinere Workouts für verschiedene Körperpartien. Derzeit bin ich so motiviert, dass mir das ganze riesigen Spaß macht und ich mich wirklich immer wohler in meiner Haut fühle. Ich wünsche mir wirklich derzeit nichts sehnlicher, als dass meine Motivation anhält und ich immer weiter mache und mich verbessere.

Neben Sport versuche ich viel Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen – mehr als sonst, denn ich merke, wie gut mir das tut. Und dann ist da natürlich noch die Uni mit Prüfungsphasen, vielen, vielen Hausarbeiten und anderen Verpflichtungen. Man merkt, dass sich das Bachelorstudium langsam dem Ende neigt – etwas, was mich erfreut und auch ängstigt. Und mitten drin ist da noch mein Blog, den ich heiß und innig liebe, ihn aber viel zu sehr vernachlässige. Und irgendwie schaffe ich es dieses Jahr nicht, dieses Leiden zu verbessern. Aber genug damit: Ich habe darüber schon oft genug hier gejammert, habe Besserung geschworen, ohne Worten Taten folgen zu lassen. 2018 ist wieder so ein Jahr, in dem sich so vieles verändert. Vielleicht wird hier auf meiner Seite ja alles besser, wenn sich dieser Sturm wieder etwas legt.

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Die Zukunft ist ein Gedanke, der derzeit einen großen Platz in meinem Kopf einnimmt. Wie wird es weitergehen, was will ich? Wo will ich hin? Was will ich mit meinem Leben anfangen. Ich habe zahlreiche Traumvorstellungen in meinem Kopf. Die machen wir auf der einen Seite Mut und motivieren mich, noch härter an mir zu arbeiten. Auf der anderen Seite ist da aber auch die beständige Angst, dass diese Träume platzen und sich alles anders, ernüchternder gestaltet, als erwartet. Ich fühle mich auf einmal wieder, wie die 18-jährige Abiturientin, die sich nirgendwo zugehörig fühlt. Keine Schülerin – keine Studentin, kein Kind mehr, aber auch noch keine Erwachsene. Stehe ich wieder an der Schwelle zu einem anderen Leben?

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Um mich abzulenken, denke ich in letzter Zeit lieber wieder vermehrt an unser nächstes Reiseziel. Doch auch das überfordert mich etwas. Es gibt so viele für uns unentdeckte Orte, aber hin und wieder zieht es mich wieder an Ziele, die wir schon kennen. So zum Beispiel nach Paris. Am liebsten würde ich mich in den nächsten Flieger setzten und mich wieder auf der Champs Elysees einquartieren. Das ganze Thema „Urlaub“ kann einen wirklich unter Druck setzen – vor allem wenn alle anderen mit der Nase rümpfen, wenn man darüber nachdenkt, seinen Urlaub in Deutschland zu verbringen – für mich wäre das wirklich eine Option. Denn mal ehrlich: Ich habe so viel von der Welt gesehen, aber mein eigenes Land kenne ich kaum. Ich hätte nichts dagegen, einige Zeit in schönen deutschen Städten zu verbringen.

Gedanken über Gedanken in meinem Kopf, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Ich hoffe, dass sich der Sturm in meinem Kopf bald legen wird, oder dass ich diese Unruhe kreativ ihn meinem Blog verarbeiten kann. Wir werden sehen. Bis dahin: Meine obligatorische Life-Update-List: Was habe ich gelesen? Gegessen? Gedacht? Gefühlt?

Seht selbst:

Gelesen

Tatsächlich gar nicht so viel. Anfang des Jahres hatte ich einen wahren Lese-Flow: Nur gute Bücher, wohin das Auge auch blickt. Das glückliche Händchen ist mir seit einiger Zeit anscheinend nicht mehr gegeben. Die einzigen erwähnenswerten Bücher: „Das Adlon“, geschrieben von Hausherrin Hedda Adlon höchstpersönlich und „Madame Picasso“.

Netflix:

Nach „Riverdale“ und „The Crown“ fiel es mir wirklich schwer wieder einer Serie zu verfallen. Und so wirklich hat es bisher auch keine geschafft. „Alias Grace“ fand ich super, aber leider viel zu kurz. Nach einigen Flauten, wie „The Rain“ (ich bin wahrscheinlich der einzige Nicht-Fan dieser Serie) probiere ich mich momentan an „American Crime Story“ und bin bisher ganz angetan. Außerdem greife ich immer wieder auf „Friends“ zurück. Einfach, weil man damit nie etwas falsch machen kann und „Friends“ glücklich macht.

Und die absolut beste Nachricht vom Serien-Universum: Die Nanny kommt zurück!!!!!! Ich liebe diese Sitcom und habe alle Staffeln wahrscheinlich schon mehr als fünfmal durchgeschaut. Fran ist meine persönliche Kindheits- und Jugendheldin.

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Gekauft

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Schuldig! Auch ich mache Kylie Jenner noch reicher. Nach ihrem Forbes-Cover wurde ich wirklich neugierig wer hinter dem Kardashian-Küken steckt. Mich interessierte, wie die Kosmetika, die sie noch reicher als reich machten, wirklich so sind. Problem: In Deutschland sind die Produkte wirklich schwer zu bekommen, vor allem weil so viele Fakes im Umlauf sind. Trotzdem habe ich es geschafft und bin nun stolze Besitzerin der Kylie Birthday-Edition. Heißt: Ich habe sechs Mini-Lip Kits der beliebtesten Farben. Getestet habe ich sie natürlich auch schon und ich kann nur sagen: Ich verstehe den Hype. Die Farben sind traumhaft schön, halten bombenfest den ganzen Tag auf den Lippen und fühlen sich dabei wirklich angenehm an. Außerdem ist mir Kylie – trotz des vielen Hates um ihre Person – wirklich sympathisch. Lange unterschätzt schlägt sie jetzt mit ihrem Erfolg zurück. Gratulation dafür.

Das gute Leben

Kennt Ihr das? Ihr seid immer gewillt ein gutes Leben zu führen, euch zu verbessern, Optimierung hier, Optimierung da. Ich will an mir arbeiten, neues ausprobieren, was meinen Alltag vielleicht noch ein kleines bisschen besser macht. Offene Augen und Ohren überall, her mit den Ratschlägen. Doch am Ende des Tages frage ich mich: Was ist denn überhaupt dieses „gute Leben“?

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Ich denke über mein Leben nach und komme zu den Schluss, dass ich wirklich ein gutes Leben führe. Mir macht mein Studium und meine Arbeit großen Spaß, ich verdiene mein eigenes Geld, bereise schöne Orte, haben einen tollen Freund, eine mich liebende Familie und Freunde, tolle Hobbys. Kurzum: Mein Leben ist doch „gut“, oder?

Doch warum sieht das Leben der Anderen oft noch besser aus? Was machen sie anders?

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Das Gras im Nachbargarten ist immer grüner. Ich weiß schon. Aber trotzdem: Ein Kommilitone arbeitet noch viel härter als ich, verpasst keine einzige Vorlesung und schreibt dieses Semester noch mehr Klausuren. Nebenbei geht er jeden Tag ins Fitnessstudio und bereitet sich schon fleißig auf den Master vor. Außerdem ernährt er sich vegan und rümpft über meinen Coffee-to-Go nur die Nase.

Und ich? Ich bin einfach froh, wenn ich nach einen Arbeitstag nachhause komme und ein Buch lesen oder mit meinem Freund Netflix schauen kann. Doch andere gehen nach einen langen Tag noch feiern, um am nächsten Morgen um 6 Uhr joggen zu gehen.

Ist es das? Das „gute Leben“?

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Ich zum Beispiel, mag mein Leben. Aber ich sehe dennoch viele Kleinigkeiten, die mich über die Maßen ärgern und die ich gern ändern würde.

Da wäre zum Beispiel mein Blog: Ich liebe ihn heiß und innig, doch die Zeit kommt dafür schon lange viel zu kurz. Ich arbeite daran, produziere Fotos und überlege mir Texte. Doch am Ende lade ich wieder keinen Eintrag hoch, weil er mir nicht gut genug ist. Viele andere würden sagen: Ist doch kein Problem – die letzten Monate waren eben besonders stressig, ruhigere und produktivere Zeiten werden kommen. Doch ich will am liebsten IMMER produktiv sein. Doch irgendwie schaffe ich immer nur „entweder oder“. Ich hab meinen Alltag sehr optimiert. Und darauf kann ich doch eigentlich stolz sein. Ich mache fast täglich Sport, ich ernähre mich recht gesund, gönne mir jeden Abend etwas Me-Time und Wellness. Kurz: Ich versuche die Balance zwischen Stress und Entspannung sehr ausgewogen zu halten. Das gelingt natürlich in manchen Wochen (gerade am Ende des Semesters) auch mal weniger gut. Doch trotz meiner Bemühungen fehlt es mir hin und wieder einfach an Energie. Anderen mangelt es scheinbar nie daran und ich frage mich: Was ist Euer Geheimnis?

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Man spricht ja häufig von den sechs Säulen des Lebens. Ernährung, körperliche Fitness, Soziale Beziehungen, guter Schlaf, Bildung und finanzielle Unabhängigkeit. Das eine beeinflusst das andere. Leidet der Schlaf, so leidet höchst wahrscheinlich auch meine Ernährung.

Ich muss zugeben: Auf der einen Seite denke ich: Logisch! Das ist so. Auf der anderen Seite klingt mir das alles zu abstrakt. So leicht kann es ja wirklich nicht sein, oder?

Ich muss aber schon zugeben, dass ich mich, seitdem ich regelmäßig Sport mache, definitiv wohler und vor allem positiver fühle. Ich habe nie „nichts“ gemacht. Heißt: Ich hab immer etwas für meine Fitness getan. Halt nur manchmal weniger, mal mehr intensiv. Seit 45 Tagen sportel ich nun täglich 30 Minuten. Und was habe ich bemerkt? Ich bin tatsächlich ausgeglichener, zufriedener und energievoller. Vielleicht kann es ja wirklich so einfach sein und die eine Säule hat Auswirkungen auf die andere. Ernährt man sich besser, schläft man auch ruhiger. Demnach ist man netter zu seinen Mitmenschen und baut leichter Freundschaften auf. Und so weiter, und so weiter.

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Bleibt nur die Frage: Warum beschäftigen wir uns mit solchen Dingen?

Ich finde, die Suche nach Zufriedenheit und nach dem Weg, genau das zu erreichen, sollte selbstverständlich sein. Selbstoptimierung klingt in den heutigen Zeiten immer etwas negativ. Doch ich finde nichts verwerflich daran, sich selbst immer verbessern zu wollen. Nur sollte dies nicht für die Anderen geschehen, sondern nur für einen selbst. Und das ist wahrscheinlich die Schwierigkeit. Mache ich etwas für mich, oder um vor anderen gut dazustehen? Ich denke, dass beide Beweggründe oft gar nicht so leicht auseinanderzuhalten sind.

Aber vielleicht ist dieser Unterschied auch gar nicht so wichtig. Vielleicht ist es ja egal, was uns dazu bewegt, uns zu verbessern und bewusster zu leben. Hauptsache wir sind glücklich und zufrieden. Denn was kann schon so schlimm daran sein, wenn man darauf achtet, dass alles bei einem im grünen Bereich ist? Michael Buchinger fast es für mich gut zusammen: Eigentlich sind wir Sims-Figuren: Da achtet man auch nur darauf, dass alles „grün“, also in Balance ist. Und erreicht man das, so geht es dem Sims gut.

Und uns eben auch.

 

Jedes einzelne Mädchen

So ist das nun mal bei Mädchen: Die Leute beurteilen Dich nach Deinem Aussehen. Und den Dingen, die sie über Dich hören. Sie kleben Dir ein Etikett auf.
Mir kommt es so vor, als hätten Jungs die Möglichkeit sich selbst zu definieren. Sie können sich ihre Identität aussuchen. Und sie können sich dahinter verstecken.
Ich glaube manche wissen wie es ist, Angst zu haben. Das Gefühl zu haben, dass die Welt einem ein bestimmtes Etikett angehängt hat, mit dem man bis zu seinem Lebensende leben muss.
Aber die meisten Jungs wissen nicht, wie das ist.
Jedes einzelne Mädchen weiß es.

– Jessica Davis aus „Tote Mädchen lügen nicht“ –

Ich war 13 und wollte unbedingt ein „Image“ haben. Ich wollte nicht unsichtbar sein, ich wollte jemand sein. Doch wie will ich sein? Wer will ich sein? Hab ich eine Chance selbst zu bestimmen, wie man mich wahrnimmt? Oder übernehmen das die Anderen? Kann meine Kleidung, meine Art zu sprechen, meine Positionierung vielleicht helfen, eine Identität aufzubauen, die ich mir wünsche? Oder bin ich einfach nur machtlos?

Ich hatte nie Probleme bei Jungen. Oder mit Jungen. Sie waren nett zu mir und verbreiteten – soweit ich weiß – keine Lügen über mich. Aber ich wusste dass einige von ihnen Spitznamen für uns hatten. Ich war dabei, als sie Listen erstellten und mir im Anschluss zeigten, auf welchen Platz ich mich befand. Wie hübsch ich ihrer Meinung nach war. Und ich bekam mit, wie sie mit manch anderen Mädchen umgingen. Ein falsches Foto an den Jungen geschickt, den sie mochte. Zack – Etikett. Leicht zu haben. Sie hat es nötig. Bereit und willig. Mädchen 2 wurde mit jemand anderem verwechselt. Eigentlich war nicht sie es, die mit ihm auf einer Party schlief. Sie sah jemandem nur etwas ähnlich. Zack – Etikett. Schlampe. Flittchen. Mädchen Nummer 3 war eigentlich nur etwas schüchtern, suchte oft zu lange nach den richtigen Worten. Doch die meisten verschwendeten keinen zweiten Blick und bemerkten nicht, wer eigentlich hinter der ruhigen Fassade steckt. Zack – Etikett. Arrogant. Unnahbar. Denkt wohl sie sei etwas besseres als wir? Die Vierte im Bunde verliebte sich ständig, war eine große Romantikerin, aber zu schüchtern, um ihre Gefühle zu gestehen. Auf Partys blieb sie zurückhaltend, träumte davon erobert zu werden. Doch das interessierte keinen. Zack – mal wieder ein Etikett. Bieder, langweilig, verklemmt.

Ich denke nicht, dass alle Männer so oberflächlich sind. Im Gegenteil: Ich weiß es. Aber ich weiß eben auch, wie schlimm Schule sein kann. Wie groß der Druck ist mitzuhalten, bei den „Coolen“ sein zu können und alle Probleme von sich fern zuhalten. Einfach mitmachen – denken sich die meisten. Und verhalten sich im Nachhinein betrachtet böse. Sehr böse.

Ich hab die zweite Staffel „Tote Mädchen lügen nicht“ innerhalb weniger Tage angeschaut. Und Jessicas Worte aus Folge 3 sind mir dabei besonders im Kopf hängen geblieben. Anders formuliert: Mich trafen ihre Worte mit so einer Wucht, weil sie so wahr sind. Sie hat geschafft etwas auszusprechen, dass ich die ganzen Jahre nicht geschafft habe, in Worte zu fassen.

Die Schule kann oberflächlich sein und ich bin froh, dass sich dieses Kapitel für mich vor drei Jahren geschlossen hat. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass viele Schüler – besonders Schülerinnen – gar keine Chance haben, sich ihre eigene Identität zu formen. Denn dazu müssten die Anderen ja hinsehen, sich Mühe geben einen kennenzulernen. Und das passiert nur selten.

Stattdessen wird kurz hingesehen und sofort nach Äußerlichkeiten bewertet. Hübsch oder nicht hübsch? Ich bin mir sicher, dass es Jungs in dieser Hinsicht nicht so schwer haben. Und da fängt für mich der Sexismus an: Vielleicht mögen sie es nur denken, nicht einmal aussprechen. Doch Mädchen werden nach ihren Aussehen bewertet. Oder war bei Euch in der Schule das beliebteste Mädchen nicht hübsch?

Ich weiß noch, als alle gespannt auf die Abizeitungen und die darin stehenden Rankings warteten. Wer ist die Hübscheste? Wer hat den besten Style? Der oder die Streberin? Die mit den schönsten Lippen oder wer braucht vielleicht ein Umstyling? Ein Mädchen sagte damals zu mir: „Hauptsache du stehst auf der Liste. Denn wenn Du gar nicht drauf stehst, bis du langweilig.“

Falsch. Vielleicht hast Du es dann geschafft, den ganzen Mist zu entgehen. Und dein eigenes Ding zu machen.

Ich war nie die Streberin, nie die, die leicht zu haben ist, nie die Sportlerin oder das Partygirl. Ich weiß nicht wer ich für die Anderen damals war. Und vielleicht ist das gut so. Vielleicht ist das ein Zeichen. Vielleicht war ich nicht so tief in diesem Sog drin, wie Andere.

Aber trotzdem hatte ich Angst vor diesem „Etikett“, das ich nicht kannte. Davor, dass die Welt mich jetzt immer so wahrnehmen wird und ich nie die Chance bekomme, etwas daran zu ändern. Heute weiß ich, dass das Blödsinn ist. Dass man sich – manchmal sogar ziemlich leicht – von diesen Lasten lösen kann. Im Leben nach der Schule, sind die meisten Menschen viel offener, hören zu, schauen hin. Vielleicht weil sie alle die selbe Angst teilen? Keinen Einfluss darauf zu haben, wer man ist? Wem die Anderen in einem sehen? Wollen wir nicht alle neu anfangen?

Vielleicht macht diese Angst die Zeit nach der Schule so viel besser. Denn die, die urteilen und anderen einpflanzen, wie man seine Mitschüler zu sehen hat, waren schon damals nicht in der Überzahl. Und nun sind sie machtlos. Weil sie ihre Herde verloren haben. Von Schulhof-Chef zum Alltags-Menschen, der traurig und resigniert am Computer sitzt, um zu verfolgen, was seine früheren Schäfchen jetzt so machen. Um dann entsetzt festzustellen, dass sich die ehemaligen Untertanen emanzipiert haben und jetzt vielleicht sogar ein viel besseres Leben als er oder sie selbst führen.

So kann das sein.

So kann es kommen.

Denn der Wind dreht sich immer.

Und das Schicksal zieht mit.

Die Schule ist nicht das wahre Leben.

Und das ist gut so.

Der letzte Pessimist

Ich sitze wirklich schon lange an diesem Eintrag. Weil mir das Thema am Herzen liegt, weil ich – wie ich finde – einen großen Fortschritt gemacht habe. Doch wie packe ich alles in Sätze? Wie kann ich meine klitzekleinen Erfolge weitergeben? Wie kann ich Euch zeigen, was mir zurzeit besonders wichtig ist?

Vielleicht ist es ja ganz einfach. Wie beschreibe ich mein Problem mit nur einem Satz?

„Sei mal nicht so negativ.“

Habt Ihr bestimmt auch schon mal gehört, oder? Ich kann wirklich ein ganz schön großer Pessimist sein. Das Glas ist viel zu oft halbleer. Statt heute besonders zufrieden mit meinem Outfit zu sein, sehe ich, dass der Eyeliner hätte perfekter sitzen können. Zu wenig Zeit, zu viel zu tun! Und dann das Wetter…Sonne? Wo bleibst du?

Was das Ganze noch schlimmer macht: Die ganze Welt um mich herum hat sich in Optimisten verwandelt. Meine Kommilitonen, die Fernsehmoderatorin, Instagram sowieso und auch die Blogosphäre: Alle sehen die Welt rosarot, statt dunkelgrau. Ich bin der wahrscheinlich letzte Pessimist der Welt. Doch das möchte ich ändern.

Ich habe von einen Tag auf den anderen entschieden, dass ich dem Pessimisten in mir den Garaus machen will. Was ich bald merkte: Das geht nicht von heute auf morgen. Aber vielleicht von Monat zu Monat. Immer ein Stückchen mehr.

Macht Ihr mit?

Wollen wir zusammen ein klein wenig positiver werden?

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Zuallererst möchte ich sagen, dass meine Tipps natürlich nicht neu oder revolutionär sind. Es sind nur eben genau die Punkte, die mir geholfen haben hierher zu kommen. So simpel sie auch sind – manchmal kann es echt scher sein, sie längerfristig zu befolgen.

Der Morgen macht den Tag

Ich liebe die frühen Morgenstunden. Deshalb bevorzuge ich es schon immer früh aufzustehen. Wenn alles leise ist und viele noch schlafen: Das ist meine Zeit, die ich optimal nutzen möchte. Um das zu schaffen und bestmöglich in den Tag zu starten, habe ich für mich eine kleine Routine gefunden. Erst eine ausgiebige Dusche am Morgen, danach creme ich mich ein, verwöhne mich. Zum Frühstück gibt es (sogar noch vor dem Kaffee) ein Glas Karottensaft – das gibt mir einen Vitaminboost und sorgt für schöne Haut. Seit ein paar Wochen mache ich außerdem morgens immer noch ein kleines halbstündiges Bauch-Beine-Po-Workout. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich besonders die kleine Sporteinheit beibehalten werde. Ich merke, wie gut ich mich danach fühle. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.

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Musik an

Ich hab mein ganzes Leben lang Musik gemacht. Musikalische Früherziehung, Gesangsunterricht, Chor, Ensemble, Querflötenstunden. Das volle Programm. Doch in meiner Freizeit hab ich fast nie Musik gehört. Ich war nie diejenige, die man mit Kopfhörern auf der Straße sah. Doch das hat sich geändert. Egal ob im Auto, unter der Dusche, in der Mittagspause oder am Abend beim Eincremen: Ich höre Musik. Das aber nicht wahllos. Ich höre nur Songs, die mir gut tun. Die mich motivieren. Ganz oben auf meiner Playlist stehen die Lieder aus „The Greatest Showman“. Die Filmmusik hat mich schon mehrmals zu Tränen gerührt. Aber nicht, weil sie so traurig, sondern weil so motivierend ist. Ich fühle mich durch jede einzelne Zeile angesprochen, fast so, als hätte mir jemand die Texte auf den Leib geschrieben.

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Dankbarkeitstagebuch

Zugegeben: Die Idee ist nicht neu und schon gar nicht von mir. Zwar schreibe ich schon immer intensiv Tagebuch, aber mir kam noch nie – oder nur sehr selten – in den Sinn, die Dinge aufzuschreiben, für die ich dankbar bin. Diese Idee habe ich mir von anderen Bloggern abgeschaut.

Ich nahm mir vor, jeden Tag mindestens fünf Dinge zu finden, für die ich dankbar bin. Und alle anderen Sachen, will ich zumindest am Abend, wenn ich alles Revue passieren lasse, ausblenden.

Am Anfang war das mit mir und dem Dankbarkeitstagebuch so eine Sache: Ich saß vor blendend weißen Blättern und mir viel oft (nicht immer) einfach nicht sehr viel Gutes ein. Obwohl mein Leben, voller vieler schöner Dinge ist – aber die übersieht man zu oft. Irgendwann fing ich an kleiner zu denken: Der Kaffee heute Mittag war wirklich aromatisch. Das Autofahren mit offenen Fenstern hat Spaß gemacht und meine Schuhe passen toll zum Outfit. Das Parfum meiner Kollegin riecht immer so gut und das Seminar heute war spannend. Mittlerweile schreibe ich nicht nur fünf Punkte nieder, sondern oft mehr als zehn. Selbst an einen eher mittelmäßigen Tag gehe ich dann mit einen Lächeln zu Bett, weil ich sehe, dass es überall Lichtblicke und Alltagsfreuden gibt.

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Wellness

Ich pflege mich schon immer sehr – Masken, Peelings, Cremes und Co gehören seit Jahren zu meiner Badroutine. Doch oft habe ich es als lästig empfunden, mich einzucremen und an die vielen Produkte zu denken. Mittlerweile nehme ich mir diese Zeit ganz bewusst und dehne sie sogar so lange wie möglich aus. Ich probiere immer wieder neue Masken und fühle mich nach einer ausgiebigen Badsession wie neugeboren. Ich tue mir selbst, meinem Äußeren und meiner Seele etwas Gutes. Ich konzentriere mich nur auf mich, diese Zeit gilt nur mir.

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Lies Dich glücklich

Ich liebe traurige, dramatische, herzzereißende Geschichten. „Die Liebenden von Leningrad“, „Honigtot“, „Die Bücherdiebin“ oder „Die Teerose“ – alles Geschichten, die mir sehr am Herzen liegen. Mittlerweile glaube ich jedoch, dass ich für derartige Bücher eine „zu intensive“ Leserin bin. Ich lese nicht einfach nur ein Buch – ich tauche in die Welt ab. Es fühlt sich fast so an, als wäre ich Teil der Geschichte, als würde ich alles selbst erleben. Nachts kann ich dann nicht schlafen, weil ich immer noch zu sehr von der Geschichte gefangen bin. Auch Tage oder Wochen danach kann ich mich noch nicht aus der Welt befreien. In letzter Zeit griff ich oft zu „positiveren“ Büchern. „Der letzte macht den Mut zu“, „Curvy“ oder „Good Night Stories for Rebel Girls“ – das sind kleine Kurzbiografien, über starke Frauen. Ich möchte natürlich nicht auf dramatische Geschichten verzichten, aber diese Art von Lektüre tut mir zurzeit richtig gut. #PositiveVibesOnly

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Pausen

Wisst ihr wo ich mich am wohlsten fühle? Auf den warmen Steinstufen meiner Terrasse. Mit einem Espresso in der Hand. Das Gesicht der Sonne zugewendet.

Wenn Ihr mich jetzt so sehen könntet, wie ich diese Zeilen schreibe, würdet Ihr sehen, dass ich genau hier, auf meinen Stufen sitze. Eine Tasse Kaffee neben mir, die goldene Sonnenbrille abgelegt, die Sonne auf meinen Beinen.

Ich liebe kleine Pausen. Und mögen es nur fünf Minuten sein. Auch wenn der Tag vollgestopft ist, auch wenn ich eigentlich schon viel zu spät dran bin und die Arbeit ruft. Diese fünf Minuten Ruhe habe ich noch. Danach merke ich förmlich, wie wieder positive Energie durch meine Adern fließt. Wie ich ruhiger atme und der Knoten im Kopf gelockert wurde.

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Und Ihr so? Was macht Ihr, um besonders positiv in den Tag zu starten? Seid Ihr eher Team Pessi- oder Optimist?

 

Bluse – Shein

Jeans – Levi’s

Tasche – C&A

Ohrringe – Primark

Die letzten 8 Jahre

Es gibt Tage, an denen sprudeln die Worte nur so aus mir heraus. Aber in den letzten Wochen, will einfach kein vernünftiger Satz aus meinen Fingern fließen. Ich plane Outfits, mache Fotos, aber die ganzen schönen Aufnahmen versauern auf meinem Laptop, weil einfach kein Blogeintrag zustande kommt. Dabei ist mir das hier doch so wichtig. Doch mein Kopf ist wie ein unsortierter Haufen Kleidung: Was ziehe ich an? Was kann weg? Was lege ich für besondere Anlässe zurück? Meine Gedanken drehen sich, ich habe viele Ideen, aber ich kann sie nicht in Worte fassen. Vielleicht weil es zu viele sind? Also setzte ich mich hin, versuche meine Gedanken durchzusuchen, neu zu organisieren und auszumisten. Danach begann ich von neuem zu überlegen: Was macht mich und meine Gedanken aus? Was inspiriert mich? Wo will ich hin?

Was mir dabei half? Meine alten Tagebücher. Ich tauchte ab, in acht Jahre Isabel. Was dabei herauskam? Ein breites Lächeln, kleine Tränen und sehr viel Einsicht.

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26.08.2010

„Warum haben so viele Menschen Angst, ihren wahren Charakter zu zeigen? Ich bin doch immer ich, oder? Wie viele Persönlichkeiten habe ich?“

Ich weiß noch, dass ich mich zu dieser Zeit ziemlich verloren fühlte. Ich passte nirgendwo rein, hatte andere Interessen als meine Mitschüler und fühlte mich uncool. Ich war mir sicher, dass meine Situation viel einfacher sein würde, wenn jeder mehr er selbst sein würde. Damals machten die meisten nur das, was die große Gruppe auch wollte. Viele verstellten sich. Ich dachte, dass, wenn jeder mehr zu sich selbst stehen würde, die Welt viel besser sein könnte.

22.1.2011 

„Außenseiter haben auch was drauf“

Schon mal als Außenseiter gefühlt? Weil man nicht so hineinpasst, andere Meinungen hat, anders aussieht und andere Träume verfolgt? Das Gefühl, nicht so zu sein, wie die Anderen, verfolgte mich in meiner Jugend stetig. Oft sah ich nur eine einheitliche Masse und ich stand außen vor. In dieser Zeit begann ich Biografien zu lesen. Über Romy Schneider, Diana, Sophia Loren, Coco Chanel, Ludwig II. und viele andere. Plötzlich öffnete sich für mich eine neue Welt. Diese Menschen hatten alle etwas gemeinsam: Das Gefühl, nicht hineinzupassen. Und trotzdem, oder gerade weil sie anders waren, schafften sie etwas Großes. Also könnte ich das doch auch schaffen?

26.4.2011

„Ich würd so gern Prinzessin werden…aber wie treffe ich nur einen Prinzen?“

Romantisch ist mein zweiter Vorname. Hochzeiten, Märchen, Kleider, Prinzessin werden. Damals war ich fasziniert von Kate und Williams Hochzeit. Und auch heute bin ich immer noch für den Adel entflammt. Peinlich? Nein, das ist mir mein reges Interesse für den Adel heute nicht mehr. Bald ist es ja auch wieder soweit: Die nächste royale Hochzeit findet statt. Und ich gebe ganz offen und ohne Scham zu: Ich freue mich drauf!

11.10.2011

„Der Pfad zum Glücklichsein beginnt mit einem Traum.“ 

Ich hatte viele Träume. Eigentlich träumte ich damals nur. Heute – Gott sei Dank – auch noch. Als Teenager wollte ich die große weite Welt sehen, Journalistin werden, schreiben, schreiben, schreiben und einmal eine starke Frau werden. Und wenn ich die Zeilen meines damaligen Ichs so lese, dann erfüllt es mich mit Stolz: Denn ich arbeite immer noch ehrgeizig an genau diesen Zielen. Ich erkunde die Welt, ich studiere und arbeite hart, verdiene mein eigenes Geld und nehme mein Leben in die Hand.

2012

„Sie ist wie ich – sie hat am meisten Angst vor dem, was sie am besten kann“

Ich über Romy Schneider, die die Schauspielerei als Gift sah. Ich hatte Angst vor dem Schreiben, weil ich dachte, dass ich nie gut genug sein werde. Ihr ging es irgendwie genauso…und auch heute habe ich oft die Auffassung, dass ich dem Füller lieber fern bleiben soll, wenn ich nur mittelmäßige Texte schreibe. Dumm, oder? Warum nicht einfach machen, was man liebt? Einfach nur für sich? Einmal den Ehrgeiz und den Perfektionismus bei Seite legen.

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7.1.2014
“ I am not a Girl, not yet a women“
Dazwischen. Kein Kind mehr, aber auch keine Frau. Bald keine Schülerin, aber auch noch keine Studentin. In der 11. und 12. Klasse tobte in mir ein Sturm. Ich fühlte mich noch geborgen, aber gleichzeitig machte ich mir auch Sorgen darüber, wie sich mein Leben verändern wird, wenn ich mein Abschlusszeugnis in den Händen halten werde.
18.2.2015
„Das Leben ist eine Bühne, aber das Stück ist schlecht besetzt (Oscar Wilde)“
Die letzten beiden Jahre meiner Schulzeit waren turbulent, aufregend, aber auch schmerzhaft. Ich verabschiedete mich nicht nur von meinem alten Leben, von Lehrern und der Schule, sondern auch von einigen giftigen Freundschaften. Ich wollte mich nicht mehr mit Zweckbeziehungen zufrieden geben. Menschen, die mich anlächelten und mir ewige Freundschaft schworen, sich aber im nächsten Moment hinter meinen Rücken über mich ausließen. Nein, das konnte ich nicht mehr akzeptieren. Damals war mein Leben voll von Menschen, die mir nicht gut taten. Und ich habe diese radikal „aussortiert“. Damals war es hart. Heute, rückblickend, war es die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens.

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13. Juli 2015
„Wie Hadley mit Ernest“
…so fühlte ich mich als ich das erste mal über die Champs Elysées schlenderte. Zum Abitur schenkten mir meine Eltern eine Kreuzfahrtreise. Southampton, Brücke, Amsterdam und: Paris – die Stadt, von der ich am meisten träumte. Und ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie ich in einen rosa Sommerkleidchen über die Champs Eysées flanierte. Ich fühlte mich so schön, wie noch nie und vor allem: So frei, wie noch nie. Ich kostete vom süßen Leben. Zwei Jahre später, kehrte ich wieder zurück. Gewiss nicht das letzte Mal.
4.12.2016
„Ich schreibe, Ich musste jetzt einfach wieder den Füllhalter in die Hand nehmen. Es muss wieder zur Gewohnheit werden. Tinte in meinem Blut.“
Früher schrieb ich jeden Tag. Seite um Seite. 2016 verlor ich diese Leidenschaft ein wenig. In meinem Leben hatte sich einiges verändert. Natürlich….das Erwachsen-Werden…ich musste mich selbst erst einmal wieder neu kennenlernen. Doch ich habe nie ganz die Liebe zum Wort verloren. Und ich spüre, wie das Schreiben wieder selbstverständlich wird. Das tut gut. Das macht mich glücklich. Vielleicht waren der Füller und ich wie ein Pärchen, dass sich schon von klein auf kennt und mal kurz getrennte Wege gehen musste – um wieder gestärkt und glücklicher in die neue Beziehung zu starten. Wir brauchten eine Pause, doch jetzt lieben wir uns wieder mehr denn je.

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Mich inspiriert so vieles: Bücher, Menschen, Filme, Musik, Farben, Gerüche. Ich muss nur alle meine Sinne öffnen. Aufmerksamer werden. Und mehr auf mich hören. Mich selbst finden und immer wieder neu kennenlernen. Das schaffe ich nur, wenn ich auch einmal zurück schaue. „Schau nie zurück, sondern nur nach vorn“ ist doch Blödsinn, oder? Wir Menschen bestehen doch nicht nur aus Zukunft? Wir wurden von der Vergangenheit geformt, wieso also, sollten wir sie versuchen zu vergessen? Ich bin mir sicher, dass uns ein Blick zurück reifen lassen kann. Und uns die Augen öffnet. Wie mir gerade. Die Inspiration war weg, also ging ich zurück. Zurück in die letzten acht Jahre meines Lebens. Und genau das war es: Das inspirierte mich. Ich fand neue Inspiration in mir selbst.

The Vienna Diaries | Part Two

Prater, Narrenturm, Naschmarkt und der St.-Marx-Friedhof. Eine seltsame Kombi, das muss ich selbst schon zugeben. Aber ich habe gelernt, dass Wien mehr zu bieten hat, als Sisi, Mozart und das Sacher. Wien ist facettenreich und durch und durch faszinierend.

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Wer den Prater nicht kennt, der kennt auch Wien nicht. So oder so ähnlich steht es in meinem Reiseführer. Und – Schande über mich – auf unserer ersten Reise nach Wien, hatte ich einfach keine große Lust, den Prater zu besichtigen. Ein großer Fehler!

Als wir in unserem Appartement aufwachten und bereits helle Sonnenstrahlen durch die Fenster auf unser Bett fielen, wussten wir, dass heute der perfekte Tag für einen Abstecher auf den Prater ist. Um 10 Uhr etwa erwacht der Prater jeden Tag im Jahr zum Leben. Wir waren schon um 9 da, was gar nicht so schlimm war. Wir schlenderten über den leeren, verlassenen Vergnügungspark. Gerade das hatte eine ganz besondere Magie. Pünktlich um 10 stiegen wir dann in das weltbekannte Wiener Riesenrad. Und auch hier zitiere ich meinen Reiseführer: Wer nicht einmal in seinem Leben eine Runde mit dem Riesenrad gedreht hat und nie den herrlichen Blick über die Dächer Wiens genossen hat, der war nie wirklich in Wien!

Ich muss schon zugeben, dass die 10 Euro für eine Runde wirklich etwas happig sind. Doch die Aussicht lohnt sich! Wir hatten das perfekte Wetter und der Ausblick auf die Dächer Wiens war gigantisch. Ich wurde an den Ausblick vom Hügel Montmatre erinnert. Wien gleicht in vielerlei Hinsicht Paris.

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Zur Mittagszeit machten wir uns auf zum Nachmarkt. Im Fernsehen sah ich einen Beitrag vom extrem bekannten und beliebten Restaurant „Neni“. Und dieser kulinarischer Abstecher wurde für mich zu einem ganz großen Highlight unserer Wienreise! Das Ambiente ist unglaublich gemütlich, nicht zu durchgestylt, sondern sehr lässig. Die Kellner sind jung, hip, aufmerksam und das Essen war einfach nur großartig! Wir entschieden uns für das Hähnchen in Mandelkruste, Pommes und Chuttney. Mmmmmh! So lecker und die Preise sind auch vollkommen ok.

Um uns herum schienen sich zahlreiche Wiener zur Mittagspause zu treffen. Außer uns erblickten wir keine Touris, was uns sehr gefiel. Die Besitzer des „Neni“ haben mittlerweile Restaurants in Berlin, München und Hamburg.

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Am späten Nachmittag machten wir uns wieder auf zum Prater. Dort fuhr Tom mit dem höchsten Kettenkarussell der Welt (95 Meter). Ich wollte erst nachziehen, doch die Höhe machte mir zu viel Angst. Ich erfüllte mir jedoch einen Kindheitstraum und fuhr Geisterbahn! Das hab ich tatsächlich noch nie gemacht! Und unsere Geisterbahn stammte sogar aus den 1950er Jahren, was man auch die ganze Zeit merkte. Sehr süß!

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Die nächsten Tage wurden nicht minder interessant für uns. Es wurde etwas kultureller und skurriler! Ich gebe euch ein paar Hinweise: Wir besuchten das Innere des „Gugelhupfes“, sahen Teufel und Fabelwese, ich hielt Chanel und Prada in den Händen und die Teile kosteten keine 100, sondern eher 30 bis 60 Euro, wir fanden einen Platz, an dem ewiger Friede trotz der anliegenden Autobahn herrschte und ich schlug mir den Bauch voll, bis ich fast platzte!

Na, habt Ihr schon Ideen? Wenn nicht, ist es kein Problem. Ihr erfahrt es im nächsten Post.

Bis dahin,

Eure Isabel 

The Vienna Diaries | Part One

Ach ja: Schön war’s. Wien begeistert mich immer wieder. Kaffeehäuser statt Starbucks, Melange statt Cold Brew, Gucci Loafer statt Balenciaga Sneaker Triple’s und Kutschen statt Uber. Die Zeit steht still. Vielleicht sind Tom und ich ja auch in eine Zeitmaschine,  statt in unser Auto gestiegen? Bitte einmal zurück in die Gründerzeit! Und um die Ecke wartet der Biedermeier auf uns. Hier rennt (gefühlt) keiner aktuellen, schnelllebigen Trends hinterher. Man ist entspannt, fast schon entschleunigt, lieber klassisch-elegant, als hip und up to date. Vielleicht haben das die Wiener einfach nicht nötig.

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Letztes Jahr im März habe ich mich verliebt. Und ein Jahr später gleich nochmal. Unser erster Abstecher nach Wien führte uns hauptsächlich zu den typischen Sehenswürdigkeiten ( hier gelangt ihr zum Eintrag ).  In der letzten Woche lernten wir die österreichische Hauptstadt aber tatsächlich noch einmal ganz neu kennen. So stöberten wir uns durch angesagte Second-Hand-Shops auf dem Spittelberg, wohnten in einem süßen Appartement auf dem Rochusmarkt und schlemmten uns durch verschiedene Lokale. Und Stück für Stück schob sich Wien mehr in mein Herz. In den letzten zwei Jahren sind wir ganz schön rumgekommen. Von Rom über Hamburg, Lübeck, Barcelona, Paris, Kitzbühel und noch viele andere schöne Städte. Doch ich muss sagen, dass Wien in meiner Top-Liste immer einen der besten Plätze einnehmen wird. Als Metropole lässt es sich hier wirklich sehr entspannt leben. Klar, man genießt das Großstadtflair, doch auf der anderen Seite fühlt sich Wien so klein und privat an. Man kann nahezu alles erlaufen, die Orientierung ist schon nach ein paar Tagen da. Und was mir natürlich besonders gefällt: Das Flair. Die Klasse. Der Prunk. An wirklich jeder Ecke ragen wunderschöne, alte Stadthäuser in die Höhe. Die Kellner tragen Anzüge, die Damen sehen zu jeder Tageszeit top aus. Selbst in unserem Reiseführer wurde dazu geraten, sich „schick zu kleiden“. Denn die Wiener würden viel Wert darauf legen, jederzeit gut auszusehen.

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In den nächsten Blogeinträgen möchte ich zusammen mit Euch noch einmal zurückkehren. Zurück zu unseren letzten Tage in Wien. Ich möchte Euch mitnehmen auf unsere Tour durch die Kaiserstadt, zu unseren liebsten Food-Locations, Herzensorten und Geheimtipps.

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Doch alles der Reihe nach. Zuallererst steht natürlich die Suche nach der perfekten Unterkunft auf dem Plan. Nachdem wir in Paris schon so ein unglaublich großes Glück mit unserem Appartement hatten, begaben wir uns wieder auf Wimdu und Airbnb auf die Suche und wurden sofort fündig. Für unsere Woche in Wien bezogen wir eine Ein-Zimmer-Wohnung am Rochusmarkt (3. Bezirk). Die Wahl erwies sich als wahrer Glücksgriff. Vor unserem Appartement reihten sich Bäcker, Cafés und Restaurants aneinander. Der Rochusmarkt selbst ist wie eine kleine, entspannte Version des Naschmarktes und bietet viele leckere Essensstände. Die Wohnung selbst befand sich im achten Stock und bot uns eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt. Die Zimmer waren mehr als liebe- und geschmackvoll eingerichtet. Im (sehr günstigen) Preis enthalten waren neben vielen kleinen Snacks und Getränken (Popcorn, Waffeln, Kaffee, Tee, etc) auch Netflix. Uns fehlte es also an nichts! Unsere Vermieter standen uns immer mit Rat und Tat zur Seite und hatten so einige Tipps für uns parat.

Seid ihr auch auf der Suche nach einer schicken Unterkunft? Dann gelangt ihr Hier  zu unserem Appartement.

Unser Ausblick auf den Rochusmarkt

Nachdem wir unsere Unterkunft gefunden und gebucht hatten,  durchforsteten wir sämtliche Blogeinträge, Reiseführer und Vlogs über Wien. Unsere To-Do-Liste wurde reichlich gefüllt und wir konnten es kaum erwarten, uns endlich aufzumachen, um die Stadt noch einmal zu erkunden. Was wir genau machten und was letztendlich unsere Favoriten waren, erfahrt ihr in den nächsten Einträgen.

Bis dahin,

Alles Liebe,

Eure Isabel 

Fotos: Tom Herold ( click here )