Wellnessurlaub im Zillertal

Ich möchte Ruhe. Entspannung. Tief ein- und wieder ausatmen. Und wenn ich mal die Zeit dafür habe? Dann gelingt es mir nicht. Zum Verrücktwerden, oder? Ich habe im schönen Zillertal vielleicht nicht so viel geruht wie ich wollte, doch das machte die Tage nicht weniger wertvoll. Denn die Berge und ich? Das passt zusammen – wie Arsch auf Eimer, wie man so schön sagt. Das sieht man mir nicht an? Das überrascht? Ja wieso eigentlich? Beim Wandern habe ich ja keine Blüschen und Kleider an.

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Unser Hotel

Wellness meets Sport: Das „Hotel Held“ (click here) in Fügen ist für mich wie ein kleiner, wahr gewordener Traum. Nach sechsstündiger Autofahrt und einen kleinen Nickerchen, öffnete ich meine Augen und wähnte mich im Paradies. Klingt übertrieben? Vielleicht, aber für mich hat es sich in diesem Moment wirklich so angefühlt. Vielleicht lag es an der stressigen Zeit, die hinter mir liegt. An den vielen Hausarbeiten und Projekten, die ich mir gleichzeitig aufhalste. Doch plötzlich entspannten sich meine Schultern, mein Wirbelsturm im Kopf legte sich und in mir kam ein Gefühl tiefster Zufriedenheit auf. So muss es sich anfühlen, wenn man seine innere Balance wiedergefunden hat. Was für mich Berge sind, ist für andere vielleicht das Meeresrauschen. Wenn ich hoch zu den weiß getünschten Gipfeln schaue, kommen mir meine „Probleme“ auf einmal ganz, ganz klein und lächerlich vor. Was diese Berge schon für Stürme überlebt und Katastrophen gesehene haben. Nichts konnte sie erschüttern. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was es mir für eine Kraft geben würde, wenn ich diesen Anblick jeden Tag genießen könnte.

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Im Hotel angekommen zog ich mir zuallererst meinen Badeanzug über und verabschiedete mich in den Wellnessbereich. In einen der drei Ruheräume (Heubetten-, Panorama-Zirben-, und Salzruheraum) machte ich es mir dick eingemummelt, mit Blick auf die Berge, einem guten Buch und köstlichen Tee gemütlich. Danach schwamm ich meine Runden (Bewegung muss jeden Tag sein) und ließ meinen ersten Wellnesstag in zwei der sieben Wohlfühlsaunen ausklingen. Mein Favorit war hierbei definitiv die Hüttensauna. In einen kleinen Holzhäuschen – was optisch an eine Almhütte hoch in den Bergen erinnerte – konnte man wirklich die Zeit vergessen. Wer mutig genug ist, kann anschließend in einen großen Holzbottich mit eiskaltem Wasser springen.

Ich spürte während unseres Urlaubs, wie wichtig Wellness und Me-Time doch ist. Nicht nur meinem Äußeren tat das ausgiebige, tägliche Wohlfühlprogramm gut, auch meine Seele fühlte sich gestreichelt. Mir ging es von Tag zu Tag besser.

Abends freute ich mich immer auf das 4-bis 5-Gänge-Menü. Jeden Tag konnten wir zwischen mehreren Gerichten wählen. Die Portionen waren klein, aber exquisit – ich habe lange nicht so gut gegessen.

Was tun im Zillertal?

Wandern – das ist meine erste Antwort. Wir liefen täglich bis zu 25.000 Schritte – zu Fuß erkundet sich die Welt einfach am besten. Als großer Fan der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ pilgerten wir zu den bekanntesten Drehorten in Going und Ellmau. So konnten wir den „Gruberhof“ und die Arztpraxis von innen besichtigen. Das Schöne daran war, dass wir viele Leute kennenlernten, die unsere Leidenschaft zu den Bergen teilten. Man kam mit so vielen herzlichen, interessanten Menschen ins Gespräch – es war, als gäbe es in den Bergen keine negativen Energien, keine schlechte Laune, keine Weltkatastrophen. Für ein paar Tage waren wir fern von allem Übel, das sich derzeit auf unserer Erde abspielt.

Am Mittwoch machten wir uns ganz früh am Morgen auf, um zum Harter Wasserfall zu wandern. Zwar musste man von unserem Hotel aus nur etwa eine Stunde Wanderweg einrechnen, aber der hatte es in sich! Der Weg ging 90% der Zeit steil bergauf – perfektes Po- und Beintraining also. Der Anblick, wenn man denn dann (endlich) am Ziel angekommen war, machte aber alle Anstrengung wieder gut.

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Unser Urlaubsort Fügen selbst lässt sich am besten mit „klein, aber fein“ beschreiben. Wir spazierten oft in das Städtchen und bewunderten die schönen Häuser, mit ihren prächtigen Balkonen und schönen Gärten. Im Zentrum selbst finden sich viele entzückende Cafés und liebevoll eingerichtete Boutiquen. Wie so oft im Urlaub, ließ ich mich modisch vom Stil der Einheimischen inspirieren. Die Zillertaler Damen sind traditionsbewusst, praktisch, aber dennoch sehr modisch. Ich habe viele moderne Interpretationen von Trachten gesehen, die auch im alltäglichen Leben stolz getragen wurden. Auch sah ich viele Boots mit verspielten Details, wie Perlen und Strass und zahlreiche dicke, überlange Mäntel und Parkas. Ich selbst fand für mich eine kürzere Fake-Fur-Jacke. Meine Schwester konnte ich damit zwar nicht überzeugen, mich selbst erinnerte sie jedoch schmunzelnd an die Damen in Kitzbühel.

Auch während unserer kleinen Shoppingtour kamen wir oft mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch. Bei uns zuhause würde das nie passieren. Hier scheinen die Leute wirklich viel offener, freundlicher und ehrlich interessiert an ihren Mitmenschen zu sein. Das machte unseren Urlaub gleich noch einmal schöner, weil wir uns Tag für Tag von der Herzlichkeit der Leute anstecken ließen.

Um unseren Urlaub nicht so plötzlich enden zu lassen, legten wir auf unseren Heimweg noch einen Stopp am Tegernsee ein. Mit einen Latte Macchiato in der Hand erkundeten wir die Gegend und wieder einmal war ich einfach nur total baff, wie wunderschön ein Ort sein kann.

Fazit

Hier kann man durchatmen. Zu sich selbst finden. Die Batterien wieder aufladen. Diese Urlaubswoche fühlte sich wie eine ausgiebige Yoga-Session an. Ich begab mich (unbewusst) auf die Suche nach meiner inneren Balance und fand sie. Ich weiß nun, dass ich mich im Alltag nicht oft genug selbst auf den Zettel habe. Es wurde einfach Zeit, dass ich mich selbst mehr wahrnehme, mir Gutes tue, meine eigene Seele streichle. Das gelang mir hier im Zillertal überraschend gut – ich hatte viel Zeit, um die Gedanken kreisen zu lassen und war gezwungen, mir selbst auch mal genug zu sein. Und das tat gut – verdammt gut! Und ich weiß nun auch, dass es für mich nicht reicht, nur einmal im Jahr in den Bergen zu sein. In Gedanken plane ich schon den nächsten Kurzurlaub. Vielleicht über Silvester?

 

Stadtliebe – München Part II

Ich habe es schon einmal gefragt: Kann es vielleicht Liebe sein? Und ich muss ehrlich sagen: Während ich diese Zeilen schreibe, bekomme ich wirklich Schmetterlinge im Bauch. Ich mag München. Sehr. Und das nicht unbedingt wegen der Maximilianstraße oder des Odeonplatzes. Sondern eher, wegen den vielen kleinen, unaufgeregten Plätzchen. Den Geheimtipps. Was uns, jenseits von Marienplatz und Englischen Garten am besten gefiel? Lest selbst.

Vintage Shopping

Vielleicht bin ich ein kleiner Shopaholic. Doch trotz meiner Liebe zu schönen Sachen, schlummert in mir ein kleiner Sparfuchs. Über Schnäppchen freue ich mich wochenlang wie ein Kind. Das sind Glücksgefühle, die einfach nicht so schnell abklingen. In München schlug mein Schnäppchen-Herz sehr viel höher, denn noch nie in meinen Leben habe ich so viele schöne Secondhand-Läden auf einmal gesehen.

Flohmarkt im Olympiapark

Schatzsuche! So fühle ich mich, wenn ich über einen Flohmarkt schlendere. Ich liebe alte Dinge – sei es Porzellan, filigrane Figuren, Bücher, Schmuck oder Mode. Schon als Kind spazierte ich mit meinen Eltern regelmäßig über Flohmärkte und erfreute mich lang an meinen kleinen Schätzen – auch wenn sie für Andere oft nur ollen Krempel darstellten. Den schönsten Flohmarkt in meinem Leben besuchte ich während unseres Städtetrips nach München. Ich recherchierte vor unserem Urlaub ein wenig und fand heraus, dass zufällig gleich an unseren zweiten Tag ein großer Nachtflohmarkt im Olympiapark stattfand. Dort angekommen kam ich aus den Staunen – und Kaufen nicht mehr raus. Am Ende ergatterte ich einen wunderschönen dunkelgrünen Wintermantel und eine ebenfalls dunkelgrüne Seidenbluse (beides von Rich&Royal). Ich hatte wahrscheinlich wirklich großes Glück: Der Mantel, sowie die Bluse waren nigelnagelneu und sogar noch mit Preisschild. Was ich für beide zusammen hinblättern musste: Schlappe 50 Euro. Im Laden hätte ich allein für den Mantel schon 250 Euro zahlen müssen. Als alter Flohmarkt-Gänger, weiß ich aber natürlich auch, dass man super pünktlich da sein muss, um die besten Schnäppchen abzusahnen. 17 Uhr eröffnete der Markt offiziell. Wann Tom und ich da waren? 16:30. Und noch bevor alle anderen überhaupt erstmal einschneiten, hatten wir unsere Einkäufe schon in Sack und Tüten.

Ein ganz besonderer Moment: Mein Herz schlug höher, als plötzlich Nina und Patrick von „Fashiioncarpet“ neben mir standen. Ich lese ihren Blog seit ich 13 bin und bin nach wie vor ein riesiger Fan.

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Kleiderpracht

Wow, wow und nochmals wow: Schon das kleine Schaufenster sorgt bei Modeliebhabern für Schnappatmung. Traumhafter Schmuck, große Namen von Prada bis Dior und das alles für zahlbare Preise. Ich hätte Stunden in der Boutique „Kleiderpracht“ verbringen können. Der kleine Laden ist wunderschön eingerichtet. Nahezu in jeder Ecke warteten unzählige Schätze auf mich. Auf was ich es besonders abgesehen hatte? Schmuck. Ich erhoffte mir hochwertigen Schmuckstücke von bekannten Labels, am besten für einen kleinen Preis. Am Ende hatte ich die Wahl zwischen extravaganten Ohrringen, Armreifen und Ketten. Nach gründlichem Abwägen wanderte ein Armband von „Gabriele Frantzen“ in meiner Tasche.

Mein Tipp: Folgt „Kleiderpracht“ hier auf Instagram. Die Besitzerin Annette von Puttkamer ist eine wahre Stilinspiration und zeigt auf ihrem Profil neben Schmuckstücken aus den Laden hin und wieder auch ihre eigenen Looks.

Kleiderpracht: Kurfürstenstraße 49

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iki M.

Vintage trifft auf fair produzierte Mode. Die kleine – aber wohl bemerkt feine Boutique „iki M.“ ist sehr übersichtlich und minimalistisch eingerichtet. Hier hängen nur ausgewählte, besondere Teile. Die Philosophie der Ladenbetreiber: Organic Fashion im Mix mit Vintage-Teilen.

Alles wirkt sehr edel und – zugegeben: auch teuer. Doch der erste Blick trübt. Checkt man die Preisschilder, so wird schnell klar, dass die Preise mehr als fair sind. Ich gönnte mir diesen Tommy-Hilfiger-Blazer (dreimal dürft ihr raten: wieder einmal nagelneu mir original Preisschild) für 30 Euro. Mein wahrscheinlich größtes Schnäppchen in diesem Urlaub. Würde ich den Blazer direkt bei Tommy kaufen, so müsste ich mindestens 200 bis unglaubliche 300 Euro hinblättern.

iki M., Adalbertstraße 45

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Geheimtipps

Mooshammer-Mausoleum

Wie schon im letzten Post erwähnt: Ich habe einen etwas makaberen Tick: Ich muss auf jeder Reise die heimischen Friedhöfe besuchen. Ich weiß selbst nicht wieso, aber ich finde, die jeweiligen Friedhöfe sagen viel über die Bewohner einer Stadt aus. Was ich feststellte: Die Münchner wollen dekadent von dieser Erde gehen. Der Ostfriedhof ist ähnlich, wie der Wiener Zentralfriedhof eher eine Parkanlage. Wieder einmal kamen uns überall Spaziergänger und verliebte Paare entgegen. Unser Besuch hatte aber vor allem einen Grund: Ich wollte gerne das Mooshammer-Mausoleum sehen. Als Rudolph Moshammer starb, war ich gerade mal sieben Jahre alt. Trotzdem kann ich mich an ungewöhnlich viele Details erinnern. Die Skandale um sein Privatleben, der große Trauerzug durch ganz München, sein Hündchen Daisy und vieles mehr. In verschiedenen Reiseführern las ich zudem, dass das Mausoleum des Modezaren wirklich einen Besuch wert sei. Und ich muss sagen: Das stimmt. Wüssten wir nicht, wer hier seine letzte Ruhe fand, so hätten wir wirklich auf einen großen Politiker oder ein Mitglied der Wittelsbacher-Familie getippt – so groß und prächtig ist das Grabmal.

Essen und Trinken

Über den Dächern Münchens

Nichts für Leute mit Höhenangst. Ohne eine gründliche Recherche, hätten wir diesen zauberhaften Ort wahrscheinlich nie gesehen. Wir sind sieben Tage lang gefühlt jeden Tag an der Technischen Universität vorbeigegangen – lange ohne zu wissen, dass sich oben auf der Dachterrasse des Gebäudes ein hippes Café befindet. Keine Ausschilderung, keine kleinen Hinweisschilder – nichts deutet auf das Lokal hin. Und tatsächlich waren wir selbst immer noch skeptisch, als wir uns bereits im Aufzug befanden. Doch oben angekommen breitete sich vor uns eine unglaublich tolle Location aus: Rooftop-Bar meets Biergarten. Nirgends sonst hatten wir so eine tolle Aussicht auf Münchens Skyline. Ein würdiger Abschluss unserer Reise!

Café an der Uni: Ludwigstraße 24

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Cocktails schlürfen im Herzen der Stadt

Wie kann man den Tag schöner ausklingen lassen, als mit Cocktails und der Lieblingsperson? Tom und ich schlenderten fast jeden Abend durch Münchens Innenstadt – im Dunkeln zeigt sich für uns oft erst der besondere Charme einer Stadt. Durch Zufall blieben wir im „Platzl“ quasi gleich neben dem „Hofbräuhaus“ hängen. Hier kann man in entspannter Atmosphäre leckere und sehr exquisite Cocktails genießen. Ich probierte – ganz klassisch – einen Munich Mule.

Uns selbst wurde von Einheimischen ans Herz gelegt, einen großen Bogen ums Hofbräuhaus zu machen. Das Essen ist Massenabfertigung zu extrem teuren Preisen. Echte Münchner würden selten, bis nie einen Fuß in das bekannte Lokal setzten. Mittlerweile ist das Hofbräuhaus wirklich nur noch eine Bleibe für Touris.

Platzl, Sparkassenstraße 10

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Burger

Hier muss ich nicht viel sagen: Coole Typen, eine riesige Auswahl an Burgern (mit Fleisch, Fisch oder auch vegetarisch) und leckeren Side Dishes, dazu eine große Prise Münchner Gemütlichkeit und ein großartiges Ambiente. Hier fühlten Tom und ich uns – so als Burger-Liebhaber – wirklich wohl. Fernab von Touris genossen wir hier mehrere Male das leckere Essen. Mein Favorit: Der „Clubber“ (Hähnchen-Burger mit Ei und Bacon) zusammen mit Trüffelpommes. Mmmmmh

Hamburgerei, Brienner Straße 49

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Zurück ins Wirtschaftswunder

Achtung! Jetzt kommt mein ganz persönliches, großes Highlight: Wenn ich ein Café wäre…würde „ich“ wahrscheinlich so aussehen:

Nostalgisch, alles in Pastelltönen getüncht, goldene, dramatische Verzierungen, ausgewählter, selbstgebackener Kuchen und: wirklich guter Kaffee! Im „Jasmin“ hat sich seit den 50er Jahren nicht viel verändert. Das Mobiliar von 1955 ist noch weitgehend original. Im Café selbst sitzen schicke Münchner Omis neben hippen Studenten, überall liegen verschiedene Zeitungen aus und das Personal ist einfach zuckersüß. Ein Platz zum Verweilen! Ich hätte Stunden einfach nur dasitzen, an meinen Kaffee schlürfen und Menschen beobachten können. Ein weiterer großer Pluspunkt: Die reichliche und sehr leckere Auswahl an Kuchen. Ich selbst bestellte eine Schoko-Tarte, die mir so gut schmeckte, dass ich mich wieder daheim an einer ähnlichen Tarte versuchte. Was mich ebenfalls vom Hocker riss: Der Kaffee! Ich bin leidenschaftlicher Kaffeetrinker – das aber meist nur Zuhause. Der Grund dafür: Ich bin sehr wählerisch und kann qualitativ schlechten Kaffee schon auf hundert Meter riechen. Betritt man jedoch das Café Jasmin, so fällt sofort der umwerfende Duft nach guten, gerösteten Bohnen auf.

Café Jasmin, Augustenstraße 113

Stadtliebe – München Part I

Kann es vielleicht Liebe sein?

Semesterferien. Freie Zeit. Urlaub. Doch wohin? Natürlich denkt man immer höher und weiter. Wien und Paris im Vorjahr: Das muss zu überbieten sein. Doch am Ende wurde es München. Wie und warum? Lest selbst.

Mein erster Urlaub ohne Eltern führte mich als 17-Jährige mit zwei Freundinnen in die bayrische Hauptstadt. Noch heute denke ich gern an die damaligen sieben Tage zurück. Ich schloss München sofort ins Herz. Aufregendes Großstadtleben meets dörfliche Gemütlichkeit. Wo hat man das sonst? Und nach vier Jahren wuchs in mir der Wunsch, die Traumstadt meiner Jugend noch einmal zu besuchen.

Eigentlich zog es uns dieses Jahr nach Großbritannien. Amsterdam war auch eine Möglichkeit. Doch als wir last Minute keine Unterkunft fanden, die unseren Anforderungen entsprach, buchten wir ziemlich spontan eine Woche München. Ich glaubte, bei meinem Freund noch ein paar Zweifel zu spüren. Doch ich war davon überzeugt ihm zu zeigen, wie schön München wirklich ist. Aber ich muss gestehen: Auch von meiner Seite aus gab es Bedenken. Was mir als Teenie gefiel, muss mich heute nicht zwangsläufig vom Hocker hauen. Mittlerweile habe ich viel mehr von der Welt gesehen, meine Wünsche an eine Stadt haben sich geändert.

Und nun? Ich bin verliebt. Ich bin regelrecht vernarrt. Und möchte zurück. Ich will hier länger als nur eine Woche bleiben, möchte noch mehr Ecken erkunden und die Münchner Gemütlichkeit inhalieren. Es ist eine neue Stadtliebe.

Meine München-Highlights habe ich hier für Euch in zwei Posts zusammengefasst. Achtung: Es wird lang!

Die Klassiker

Olympiapark, Viktualienmarkt, Maximilianstraße oder die Wittelsbacher-Gruft. Am ersten Tag gaben auch wir uns wie typische Touristen und besuchten die klassischen Sehenswürdigkeiten. Auch außerhalb von München gingen uns die Klassiker nicht durch die Lappen. Denn so schön München auch ist: Die Gegend um die Großstadt herum hat mindestens genauso viel zu bieten.

Chiemsee

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Ich bin bekennender Fan vom Märchenkönig Ludwig. Als Kind habe ich fast schon für den Wittelsbacher geschwärmt und auch heute – 10 Jahre später – habe ich nach wie vor eine Schwäche für ihn. Deshalb zog es mich unbedingt zum Chiemsee. Denn dort, auf der Herreninsel, kann man Ludwigs letztes Projekt bewundern. Er wollte auf der größten der drei Chiemseeinseln seinem Idol – den Sonnenkönig Ludwig XIV – ein Denkmal setzten. Sein bescheidenes Ziel: Versaille nachbauen. Tom und ich besuchten letztes Jahr während unseres Paris-Aufenthaltes Versaille und tatsächlich hatten wir hier in Bayern das ein oder andere Dé­jà-vu. Etwa 20 Zimmer wurden fertiggestellt, die anderen Räume sind immer noch Rohbauten. Ich fand es faszinierend durch das Schloss zu spazieren – denn nur dafür wurde es gebaut. Ludwig hatte wohl nie vor hier tatsächlich zu wohnen. Nachts ließ er sich die über 1000 Kerzen im Spiegelsaal anzünden, um sein Werk zu bestaunen.

Die Herreninsel stielt ihrer kleinen Schwester, der Fraueninsel in Bekanntheit wohl oft die Show. Zu Unrecht, wie ich finde. Natürlich ist Herrenchiemsee beeindruckend und raubt einem schlicht den Atem, dagegen besticht Frauenchiemsee jedoch durch eine große, gemütliche, bescheidenere Schönheit. Die Insel wurde vor allem durch das dortige Kloster geprägt. Jährliche pilgern wohl Tausende zur Fraueninsel, um dort der Heiligen Irmgard zu gedenken.

Überall auf der Insel warten kleine, gemütliche Restaurants auf Besucher. Auch wir suchten uns ein schönes Plätzchen und schlemmten typisch bayrisch. So aß ich zum Beispiel den bisher besten Kaiserschmarrn meines Lebens. Was uns auffiel: Wir trafen auf einige Städter, die sich eine Auszeit auf der Fraueninsel gönnten.

Um zu den Inseln zu gelangen, müsst ihr ein Bootticket (9 Euro) lösen. Eine Führung durch das Schloss Herrenchiemsee kostet 10 Euro für Studenten. Das hört sich happig an, dafür dürft ihr aber noch das Kloster auf der Insel besichtigen.

Nachdem wir uns die Inseln angeschaut haben, ließen wir uns an einen der vielen Badestrände nieder und genossen den Rest des Tages.

Starnberger See

Luxus, Dekadenz, Promivillen und noch mehr Luxus. Das kam uns in den Sinn, als wir an den Starnberger See dachten. Doch ein Ausflug dorthin zeigte: Das allein wird der Gegend und den Orten um den See herum einfach nicht gerecht. Es stimmt schon: Zuerst fallen natürlich die wunderschönen Anwesen und die tollen Autos ins Auge. Wir hielten uns vor allem um Feldafing und Possenhofen auf. Possenhofen deshalb, weil ich meinem jüngeren Ich noch einen Besuch zu Sissis Kindheitsschloss schuldig war. Mittlerweile befinden sich im Anwesen Luxuswohnungen. Doch das war nicht unserer eigentliches Highlight. Besonders möchte ich Jedem einen Abstecher zur Roseninsel ans Herz legen. Die Überfahrt kostet nur 2 Euro. Die Insel ist wirklich sehr, sehr klein. Einem Pärchen, das mit uns übersetzte, entfuhr ein „Was, das war’s schon?!“ Gibt man der Insel jedoch eine Chance und besichtigt auch die kleine Villa, in der König Ludwig einst glückliche Kindheitstage verbrachte, so wird man begeistert sein. Man muss sich einfach nur darauf einlassen. Dann wird man auch den Zauber erkennen, den Sissi und ihr Cousin Ludwig verspürten. Beide trafen sich hier regelmäßig zu schwärmerischen Spaziergängen. Verpassten sie sich, so hinterließen sie den jeweils anderen kleine Gedichte, in denen sie sich gegenseitig „Adler“ und „Möwe“ nannten.

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Natürlich kann man im Starnberger See auch wundervoll baden. Nachdem wir uns ausgiebig gesonnt haben, liefen wir abends noch zur Votivkapelle, die anlässlich Ludwigs Tod erbaut wurde. Der Weg dortig führt vorbei an Schloss Berg und durch einen romantischen Wald. Und dann, ganz plötzlich, ragt ein riesiges Gebäude den Himmel empor. Die Votivkapelle ist ein mächtiger, ehrfürchtiger Bau, in dem sich die heutigen Wittelsbacher jährlich zu Ludwigs Todestag treffen. Jedoch fragte ich mich, ob das Gebäude Ludwig wohl gefallen hätte. Ich empfand es als etwas kühl und wenig romantisch. Jedoch wird einem doch ganz anders ums Herz, wenn man von der Terrasse vor der Kapelle auf das große, hölzerne Kreuz im See schaut. Genau dorthin, wo einst die Leiche des Märchenkönigs geborgen wurde.

Schloss Nymphenburg

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Traumhaft ist das erste Wort, das mir in den Sinn kommt, wenn ich an Schloss Nymphenburg denke. Ein Schloss, wie aus einem Märchen. Ich denke, ich brauche hier gar nicht viel zu erzählen. Schaut es Euch selbst einmal an! Besonders hat mir die Schönheitengalerien imponiert. Es ist faszinierend, sich die schönsten Frauen der damaligen zeit anzuschauen. Ich habe nur einen Kritikpunkt: Der Audioguide lässt etwas zu wünschen übrig. Wir verzichten nie auf einen Guide, doch leider erzählte der uns nicht mehr, als ohnehin schon auf den einzelnen Tafeln im Schloss stand. Ich hätte gern noch ein paar mehr Infos erfahren.

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Unsere Lieblinge

Maxvorstadt

Man sagt, die Maxvorstädter bleiben gern in ihrer Maxvorstadt. Wir können das absolut nachvollziehen! Das Viertel ist ein kleiner, abwechslungsreicher Kosmos, der an jeder Ecke etwas zu bieten hat. Meine persönlichen Highlights auf unserer Reise fanden wir alle hier. So zum Beispiel das Café Jasmin, in dem seit den 50er Jahren nichts mehr verändert wurde (dazu mehr im nächsten Blogpost).

Oder – für alle Melancholiker unter uns – der alte Nordfriedhof. Ihr habt es vielleicht schon erkannt, wenn ihr mich schon ein bisschen länger begleitet. Es ist ein Spleen von mir, dass ich egal wo wir sind, immer den Friedhöfen einen Besuch abstatten muss. Seit 1868 finden hier die Toten der Stadt ihre letzte Ruhe. Damals protestierten viele Maxvorstädter gegen das Vorhaben, vor ihre schicken Wohnungen einen Friedhof zu erbauen. Die Anwohner fürchteten um einen Wertverlust ihrer Wohngegend. Heute finden hier schon lange keine Begräbnisse mehr statt, während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gelände zu stark verwüstet. Ganze 62.000 Menschen fanden hier ihre letzte Ruhe, heute sind davon aber nur noch wenige Gräber erhalten. Auf dem Friedhof selbst herrscht  komischer Weise keine traurige Stimmung. Im Gegenteil: Alles wirkt friedlich, man möchte sich fast hinsetzen und ein wenig entspannen. Und das tun viele Münchner sogar. Ich muss schon sagen: Wir waren Anfangs etwas überrascht, als Jogger an uns vorbeirannten, Familien ihre Picknickdecke ausbreiteten, Frauen sich in Bikinis sonnten, oder Pärchen Hand in Hand durch den Park schlenderten. Der alte Nordfriedhof ist eben ein ganz besonderer Ort, den viele Autoren in ihren Büchern ein Denkmal setzten.

Ein absolutes Muss in der Maxvorstadt: Die Türkenstraße. Hier ist vielleicht nicht alles so piekfein, wie sonst in der Stadt, aber die zahlreiche Lokale und kleinen Läden versprühen einen ganz besonderen Charme, der sofort ein behagliches Gefühl hervorzaubert. Ein Café, das wir sehr empfehlen können:  Das Lokal „LOVEFOOD“ (click here) auf der Türkenstraße 69. Hier gibt es superleckere Bowles und viele mehr. Mich überzeugten vor allem die liebevoll selbstgemachten Smoothies und das zuckersüße Ambiente.

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Was uns kulinarisch noch so vom Hocker riss, erzähle ich Euch ein anderes Mal 🙂 Eins verrate ich aber noch: München – und hier mal wieder allem voran die Maxvorstadt – hat einiges in Sachen Secondhand-Shopping zu bieten. Ich habe wahre Schnäppchen gefunden und freue mich nach wie vor diebisch darüber! Wo wir diese diversen Schätze fanden, berichte ich Euch demnächst. Nur so viel: In meinem Besitz befindet sich nun ein Tommy Hilfiger Blazer, der ursprünglich 299 Euro gekostet hat. Was ich dafür hinlegte? Schlappe 30 Euro. Das Beste: Das Schmuckstück war ungetragen, sogar die Preisschilder baumelten noch daran.

Sport im Englischen Garten

Unser Urlaub war auch sportlich gesehen ein voller Erfolg. Dadurch, dass wir ein Fitnessstudio im Hotel hatten, motivierten wir uns abends oft noch zu einen kleinen Workout. Außerdem erkundeten wir die Stadt so gut wie nur zu Fuß. Unser Rekord: 35.000 Schritte an nur einen Tag. Mein persönliches, sportliches Highlight war jedoch das Joggen im englischen Garten. Ich weiß nicht, ob es an der herrlichen Umgebung lag, oder an den vielen anderen Sportlern, die mich motivierten, aber so schaffte ich jedes mal über 9 Kilometer. Das ist für mich ein persönlicher Rekord, da ich sonst in der Regel immer um die 6-7 Kilometer renne.

Fotos: Tom Herold (click here)

 

The Vienna Diaries | Part Two

Prater, Narrenturm, Naschmarkt und der St.-Marx-Friedhof. Eine seltsame Kombi, das muss ich selbst schon zugeben. Aber ich habe gelernt, dass Wien mehr zu bieten hat, als Sisi, Mozart und das Sacher. Wien ist facettenreich und durch und durch faszinierend.

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Wer den Prater nicht kennt, der kennt auch Wien nicht. So oder so ähnlich steht es in meinem Reiseführer. Und – Schande über mich – auf unserer ersten Reise nach Wien, hatte ich einfach keine große Lust, den Prater zu besichtigen. Ein großer Fehler!

Als wir in unserem Appartement aufwachten und bereits helle Sonnenstrahlen durch die Fenster auf unser Bett fielen, wussten wir, dass heute der perfekte Tag für einen Abstecher auf den Prater ist. Um 10 Uhr etwa erwacht der Prater jeden Tag im Jahr zum Leben. Wir waren schon um 9 da, was gar nicht so schlimm war. Wir schlenderten über den leeren, verlassenen Vergnügungspark. Gerade das hatte eine ganz besondere Magie. Pünktlich um 10 stiegen wir dann in das weltbekannte Wiener Riesenrad. Und auch hier zitiere ich meinen Reiseführer: Wer nicht einmal in seinem Leben eine Runde mit dem Riesenrad gedreht hat und nie den herrlichen Blick über die Dächer Wiens genossen hat, der war nie wirklich in Wien!

Ich muss schon zugeben, dass die 10 Euro für eine Runde wirklich etwas happig sind. Doch die Aussicht lohnt sich! Wir hatten das perfekte Wetter und der Ausblick auf die Dächer Wiens war gigantisch. Ich wurde an den Ausblick vom Hügel Montmatre erinnert. Wien gleicht in vielerlei Hinsicht Paris.

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Zur Mittagszeit machten wir uns auf zum Nachmarkt. Im Fernsehen sah ich einen Beitrag vom extrem bekannten und beliebten Restaurant „Neni“. Und dieser kulinarischer Abstecher wurde für mich zu einem ganz großen Highlight unserer Wienreise! Das Ambiente ist unglaublich gemütlich, nicht zu durchgestylt, sondern sehr lässig. Die Kellner sind jung, hip, aufmerksam und das Essen war einfach nur großartig! Wir entschieden uns für das Hähnchen in Mandelkruste, Pommes und Chuttney. Mmmmmh! So lecker und die Preise sind auch vollkommen ok.

Um uns herum schienen sich zahlreiche Wiener zur Mittagspause zu treffen. Außer uns erblickten wir keine Touris, was uns sehr gefiel. Die Besitzer des „Neni“ haben mittlerweile Restaurants in Berlin, München und Hamburg.

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Am späten Nachmittag machten wir uns wieder auf zum Prater. Dort fuhr Tom mit dem höchsten Kettenkarussell der Welt (95 Meter). Ich wollte erst nachziehen, doch die Höhe machte mir zu viel Angst. Ich erfüllte mir jedoch einen Kindheitstraum und fuhr Geisterbahn! Das hab ich tatsächlich noch nie gemacht! Und unsere Geisterbahn stammte sogar aus den 1950er Jahren, was man auch die ganze Zeit merkte. Sehr süß!

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Die nächsten Tage wurden nicht minder interessant für uns. Es wurde etwas kultureller und skurriler! Ich gebe euch ein paar Hinweise: Wir besuchten das Innere des „Gugelhupfes“, sahen Teufel und Fabelwese, ich hielt Chanel und Prada in den Händen und die Teile kosteten keine 100, sondern eher 30 bis 60 Euro, wir fanden einen Platz, an dem ewiger Friede trotz der anliegenden Autobahn herrschte und ich schlug mir den Bauch voll, bis ich fast platzte!

Na, habt Ihr schon Ideen? Wenn nicht, ist es kein Problem. Ihr erfahrt es im nächsten Post.

Bis dahin,

Eure Isabel 

The Vienna Diaries | Part One

Ach ja: Schön war’s. Wien begeistert mich immer wieder. Kaffeehäuser statt Starbucks, Melange statt Cold Brew, Gucci Loafer statt Balenciaga Sneaker Triple’s und Kutschen statt Uber. Die Zeit steht still. Vielleicht sind Tom und ich ja auch in eine Zeitmaschine,  statt in unser Auto gestiegen? Bitte einmal zurück in die Gründerzeit! Und um die Ecke wartet der Biedermeier auf uns. Hier rennt (gefühlt) keiner aktuellen, schnelllebigen Trends hinterher. Man ist entspannt, fast schon entschleunigt, lieber klassisch-elegant, als hip und up to date. Vielleicht haben das die Wiener einfach nicht nötig.

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Letztes Jahr im März habe ich mich verliebt. Und ein Jahr später gleich nochmal. Unser erster Abstecher nach Wien führte uns hauptsächlich zu den typischen Sehenswürdigkeiten ( hier gelangt ihr zum Eintrag ).  In der letzten Woche lernten wir die österreichische Hauptstadt aber tatsächlich noch einmal ganz neu kennen. So stöberten wir uns durch angesagte Second-Hand-Shops auf dem Spittelberg, wohnten in einem süßen Appartement auf dem Rochusmarkt und schlemmten uns durch verschiedene Lokale. Und Stück für Stück schob sich Wien mehr in mein Herz. In den letzten zwei Jahren sind wir ganz schön rumgekommen. Von Rom über Hamburg, Lübeck, Barcelona, Paris, Kitzbühel und noch viele andere schöne Städte. Doch ich muss sagen, dass Wien in meiner Top-Liste immer einen der besten Plätze einnehmen wird. Als Metropole lässt es sich hier wirklich sehr entspannt leben. Klar, man genießt das Großstadtflair, doch auf der anderen Seite fühlt sich Wien so klein und privat an. Man kann nahezu alles erlaufen, die Orientierung ist schon nach ein paar Tagen da. Und was mir natürlich besonders gefällt: Das Flair. Die Klasse. Der Prunk. An wirklich jeder Ecke ragen wunderschöne, alte Stadthäuser in die Höhe. Die Kellner tragen Anzüge, die Damen sehen zu jeder Tageszeit top aus. Selbst in unserem Reiseführer wurde dazu geraten, sich „schick zu kleiden“. Denn die Wiener würden viel Wert darauf legen, jederzeit gut auszusehen.

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In den nächsten Blogeinträgen möchte ich zusammen mit Euch noch einmal zurückkehren. Zurück zu unseren letzten Tage in Wien. Ich möchte Euch mitnehmen auf unsere Tour durch die Kaiserstadt, zu unseren liebsten Food-Locations, Herzensorten und Geheimtipps.

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Doch alles der Reihe nach. Zuallererst steht natürlich die Suche nach der perfekten Unterkunft auf dem Plan. Nachdem wir in Paris schon so ein unglaublich großes Glück mit unserem Appartement hatten, begaben wir uns wieder auf Wimdu und Airbnb auf die Suche und wurden sofort fündig. Für unsere Woche in Wien bezogen wir eine Ein-Zimmer-Wohnung am Rochusmarkt (3. Bezirk). Die Wahl erwies sich als wahrer Glücksgriff. Vor unserem Appartement reihten sich Bäcker, Cafés und Restaurants aneinander. Der Rochusmarkt selbst ist wie eine kleine, entspannte Version des Naschmarktes und bietet viele leckere Essensstände. Die Wohnung selbst befand sich im achten Stock und bot uns eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt. Die Zimmer waren mehr als liebe- und geschmackvoll eingerichtet. Im (sehr günstigen) Preis enthalten waren neben vielen kleinen Snacks und Getränken (Popcorn, Waffeln, Kaffee, Tee, etc) auch Netflix. Uns fehlte es also an nichts! Unsere Vermieter standen uns immer mit Rat und Tat zur Seite und hatten so einige Tipps für uns parat.

Seid ihr auch auf der Suche nach einer schicken Unterkunft? Dann gelangt ihr Hier  zu unserem Appartement.

Unser Ausblick auf den Rochusmarkt

Nachdem wir unsere Unterkunft gefunden und gebucht hatten,  durchforsteten wir sämtliche Blogeinträge, Reiseführer und Vlogs über Wien. Unsere To-Do-Liste wurde reichlich gefüllt und wir konnten es kaum erwarten, uns endlich aufzumachen, um die Stadt noch einmal zu erkunden. Was wir genau machten und was letztendlich unsere Favoriten waren, erfahrt ihr in den nächsten Einträgen.

Bis dahin,

Alles Liebe,

Eure Isabel 

Fotos: Tom Herold ( click here )

Life Update

Endlich frei! Könnte man zumindest meinen….Die Klausurenphase ist überstanden und ich genieße meine Semesterferien. Zumindest versuche ich das. Denn so einfach ist das gar nicht, wenn man nebenbei noch arbeiten geht, eine Hausarbeit schreiben muss und die nächste Prüfung schon im April auf einem wartet. Ich hatte mich wirklich auf Erholung gefreut, doch so richtig kommt die nicht zustande. Ausruhen muss halt gelernt sein.

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Dabei war das Wintersemester eigentlich schon ziemlich ruhig. Der Stundenplan war überschaubar und auch die Prüfungen sollten keine große Herausforderung darstellen. Doch irgendwie schaffe ich es nicht, die Situation zu nutzen und mal druchzuatmen. Stattdessen mache ich mir überall Stress. Selbst jetzt plagt mich ein schlechtes Gewissen, weil ich zwei Wochen nahezu nichts für die Uni gemacht habe. Dabei ist doch frei!

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Vielleicht brauche ich auch einfach nur etwas Abstand. Ein paar Kilometer zwischen mir und dem Alltag. Für uns geht es am Montag wieder nach Wien. Wir haben lang hin und her überlegt, wo es dieses Mal hingehen soll. Und – man kann es sich fast denken – auch das versetzte mich in Stress. Denn Reisen ist mittlerweile zum Volkssport geworden. Wer fliegt wo hin? Wer hat das ausgefallenste Ziel? Wer unternimmt die coolsten Ausflüge? Erst kürzlich schnappte ich ein Gespräch auf, bei dem sich drei Freundinnen echauffierten, dass ihre vierte Freundin diese Semesterferien zuhause verbringt. Wie kann sie nur! Munter wurde drauf los geprahlt, wie toll doch der eigene bevorstehende Urlaub werden wird. Ich saß da und fragte mich, wann das so geworden ist? Natürlich: wenn man es geschickt anstellt, kann reisen wirklich preiswert sein. Aber ich bin es gewohnt, dass man sich seinen Urlaub anspart. Und manchmal machen einem Reparaturen am Auto, ein Tierarztbesuch oder anderes einen Strich durch die Rechnung. Reisen ist meiner Meinung nach ein Luxus. Manchmal kann man sich eine Auszeit leisten, manchmal nicht.

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Diese ständigen Fragen nach meinem nächsten Reiseziel setzten mich so unter Druck, dass ich zwischenzeitlich gar keine Lust auf Urlaub mehr hatte. Und das ist doch schade, oder? Am Ende pfiffen wir auf das Gerede von manch Anderen und buchten unseren Urlaub dort, wo wir uns unglaublich wohl fühlten. Nämlich in Wien.

Wien ist für mich eine gemütliche Metropole. Ich wollte einerseits einen wirklich entspannten Urlaub. Deshalb stand auch Oberstdorf lange auf unserer Liste. Auf der anderen Seite, wollten wir aber auch was erleben und etwas Kultur genießen. Wien ist aufregend und entspannt zugleich. Gebucht haben wir dieses mal über Airbnb. Wir beziehen für eine Woche eine Wohnung am Rochusmarkt. Ich bin sehr gespannt und freue mich schon, meine Eindrücke mit euch teilen zu können.

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Ansonsten spielte diesen Monat das Thema Hautpflege eine große Rolle. Ich verzichte jetzt seit zwei Jahren auf Make-Up. Ab und zu griff ich zu Rouge oder Bronzer, falls ich mich zu blass fühlte. Meine Haut hat sich natürlich über diesen Zeitraum enorm verbessert, doch in Stresssituationen habe ich immer wieder mit kleineren Unreinheiten zu kämpfen. Deshalb probierte ich mich die letzten Wochen mal durch verschiedene Produkte durch und habe besonders die Backpulver-Pflegeserie von Bioré für gut befunden.

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Ich hab das Gefühl, das meine Haut glatter ist und nicht mehr so schnell fettet. Außerdem gingen Mitesser, gerade um die Nasenflügel herum, deutlich weg. Zudem versuche ich jeden Tag eine Tasse Brennesseltee zu trinken. Der Tee wirkt als Muntermacher und ist somit für mich (neben Kaffee) der perfekte Start in den Tag. Außerdem hilft Brennessel auch gegen Akne und kurbelt den Stoffwechsel an.

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Was in den letzten Wochen definitiv zu kurz kam: Lesen. Ich habe letzten Monat nur zwei Bücher gelesen. Das lag hauptsächlich an der Klausurenphase. Ich saß meistens von früh Morgens bis spät Abends am Schreibtisch und habe gelernt. Danach hatte ich wenig Lust aufs Lesen. Nach den Prüfungen griff ich zu „Ein Lied in der Ferne“. Wieder klingt der Titel unglaublich kitschig und ich würde mir tatsächlich nie eines der Bücher kaufen, wenn ich nicht wüsste, wie gut Lesley Pearse schreibt. Ich kann euch wirklich nur empfehlen ihre Bücher mal auszuprobieren. Sie sind so dramatisch, tiefgründig, gut recherchiert und packend. Selten schafft es ein Buch, mich zu Tränen zu rühren.

Danach las ich an einem Tag „Das Café am Rande der Welt.“ Ich verstehe jetzt absolut den Hype um diese Geschichte. Die Botschaften sind eigentlich so simple und offensichtlich, doch trotzdem kommt man im Alltag von selbst nicht drauf. Ich finde das Ende zwar etwas blauäugig, denn ich bin immer noch der Meinung, dass sich manche Weisheiten eben nicht ganz so einfach wie dargestellt umsetzten lassen, aber zumindest sollte man sich immer wieder ein paar Sätze ins Gedächtnis rufen. Ich glaube fest daran, dass das unser Leben stark verändern könnte.

Momentan lese ich „Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe“. Ich bin wirklich schon ewig auf der Suche nach einem guten Buch über Coco Chanel. Ich habe gefühlt die meisten Bücher über sie schon gelesen, aber nur wenige fand ich wirklich gut. Die meisten blieben mir zu oberflächlich oder waren zäh und ohne Leidenschaft geschrieben. Wenn jemand aber ein gutes Buch über das Haus Chanel kennt, dann schreibt mir bitte! Ich bin weiterhin auf der Suche.

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Hose – H&M

Pullover – Shein

Mantel – TK Maxx

Schuhe – Deichmann

Fotos: Tom Herold ( click here )

Paris Part 6 – Highlights

Ich sitze gerade auf dem Sofa, neben mir eine dampfende, heiße Tasse Tee, ein Buch, die Tageszeitung noch aufgeschlagen. Ich blicke aus dem Fenster und sehe einen grauen Himmel, Regentropfen an der Fensterscheibe, bunte Blätter auf den Straßen. Wann ist das passiert? Wann hat uns der Sommer verlassen? War es nicht gerade noch so warm in Paris? Sind wir nicht vor noch einer Woche kurzärmelig, mit Sonnenbrille durch die Straßen geschlendert?

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Tatsächlich. Eine Woche ist es nun schon wieder her. Es fühlt sich nicht so an. Gerade noch im Appartement aufgewacht, der Blick hinaus auf die Dächer Paris‘ und nun wieder in der Heimat. Fast ist es so, als wäre ich aus einen schönen Traum erwacht. Hier gefällt es mir auch, ohne Zweifel, aber Paris ist wie eine Idealwelt. Eine Wundertüte – an jeder Ecke trifft man auf neue Schönheit. Es war, als spazierten wir jeden Tag durch die Kulissen des Filmes „Midnight in Paris“. Überall Künstler, Romantik, Nostalgie.

Ich habe Euch rückblickend unsere Higlights zusammengefasst. Das war alles andere als einfach: Das Café de Flore, Montmatre, der Jardin des Tuileries, Coco Chanels Lieblingscafé Angelina. Es gab jeden Tag neue Herzensplätze. Dennoch waren da auch Dinge, die uns kurz den Atem raubten, über die wir lange nachdachten, die uns prägten. Hier sind sie:

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Shakespeare and Company

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Ich träume schon ewig von Shakespeare and Company. Vor zwei Jahren war ich der Buchhandlung schon ganz nah. Ich bewunderte Notre Dame, dabei befand sich gegenüber etwas noch viel schöneres. Ich wusste es nur nicht.

Doch dieses Jahr spazierten wir ganz bewusst durch das 5. Pariser Arrondissement. Und als Tom mir sagte, dass wir da sind, konnte ich es fast nicht glauben.

Hier herrschte solch eine knisternde Energie! Trotz, dass die Menschen alle schweigend in ihren Bücher versunken waren, konnte man ihre Fantasie, ihre Kreativität und Leidenschaft spüren.

Innen sah man die Wände vor lauter Büchern nicht mehr. Ich kam aus dem Staunen kaum heraus. Eine Etage über uns spielte jemand Klavier, in einer Ecke lag die Hauskatze, ausgelegene Betten deuteten an, wo früher Hemingway, Fitzgerald und Ginsberg gelegen hatten.

Wir kamen noch ein weiteres Mal ins Shakespeare and Company. Dieses Mal hinterließen wir dem Geschäft eine kleine Nachricht und ich kaufte mir ein Andenken. Tom kletterte die hohen Bücherwende hinauf, um mir das Objekt meiner Begierde zu holen. Anne of Green Gables. Meine ewige Lieblingsgeschichte. Denn gute Bücher enden nicht auf der letzten Seite. Sie begleiten dich ein ganzes Leben.

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Versailles

Achtung: Der Weg nach Versailles ist etwas umständlich. Und weit. Aber es lohnt sich. Vor allem, wenn man unter 26 ist – denn dann ist der Eintritt frei! Aber besucht das Schloss am besten früh am Morgen oder ab 15 Uhr, dann sind nicht so viele Massen vor Ort.

Und glaubt mir, es sind Massen. Trotz einer langen Schlange vorm Eingang, ging es jedoch relativ schnell vorwärts, aber im Schloss heißt es dann wieder anstehen. Nämlich um in die nächsten Zimmer zu gelangen.

Doch es lohnt sich. Ich habe in letzter Zeit sehr viel über die französische Revolution gelesen und es war sehr emotional, als wir durch die Gemächer Marie Antoinettes liefen. Ich konnte mir genau vorstellen, wie die Fischweiber von Paris Versailles gestürmt haben, wie verzweifelt die Königin gewesen sein muss, welche Sorgen sie um ihre Kinder hatte.

Dennoch hätte ich mir Versailles tatsächlich noch prunkvoller, noch größer vorgestellt. Ich besuchte vor ein paar Jahren Schloss Herrenchiemsee. Der nachgebildete Spiegelsaal dort war schimmernder und riesiger als hier in Versailles. Durch das Schloss ist man schnell durchgelaufen. Aber da ist noch etwas. Der riesige Park. Und der macht dem Sonnenkönig wirklich alle Ehre. Damals wurde der gesamte Hofstaat kutschiert, um in einen Teil des Gartens zu gelangen. Und auch heute noch kann man Stunden lustwandeln. Doch bringt euch gutes Schuhwerk und Blasenpflaster mit.

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Hotel Costes

An unserem letzten Tag gönnten wir uns etwas ganz besonderes. Unsere Vermieterin Marie empfahl uns einen Kaffee im Hotel Costes. Der Eingang befindet sich etwas versteckt auf der Rue de Rivoli. Als wir die Räumlichkeiten betraten, blieb mir erst einmal der Mund offen stehen. Die Kellnerinnen sahen aus wie Topmodels. Sie trugen keine Uniform, sondern die neueste Mode. Kostspielige Taschen, beeindruckende Kleider, hohe Schuhe. An den Wänden hingen wunderschöne Gemälde, es gab gemütliche Sitzecken mit verzierten Sesseln und einen traumhaften Innenhof. Die Gäste begrüßten sich mit Küsschen, trugen Chanel, Hermés, Yves Saint Laurent. Und wir mittendrin.

Ich gebe zu: Ich fühlte mich etwas unwohl. Ich trug Zara statt Dior, war kaum geschminkt. In jeder Ecke vermutete ich einen Politiker oder zumindest einen Schauspieler.

Trotz meiner Unsicherheit, war der Besuch im Hotel Costes ein einmaliges Ereignis, von dem ich lange zehren werde. Und trotz der Exklusivität sind die Preise absolut in Ordnung. Ich trank eine typische Pariser heiße Schokolade, Tom einen Kaffee. Zu unseren Getränken wurde uns Gebäck serviert.

Also: Traut Euch! Hier beißt niemand! Besucht das Hotel Costes bei Eurem nächsten Paris-Aufenthalt.

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Katakomben

Stopp! Hier ist das Reich des Todes!

130 Stufen hinunter in die Welt der Toten. 30 Meter unter der Erdoberfläche. Es ist kalt, ich bin froh meinen Mantel mitgebracht zu haben. Noch reden alle Menschen, plaudern, stupsen sich an, sind unaufmerksam. Uns wird etwas über Steinbrüche erzählt, nicht besonders interessant. Die Gänge sind eng, die Luft steht, doch noch gibt es nichts weiter zu sehen. Ich werde dennoch ängstlich und stelle mir vor, was passiert, wenn ich die Gruppe verliere. Wenn ich in diesem kilometergroßen Labyrinth allein sein würde. Eine schwarze Linie an der Decke würde uns im Notfall den Weg zeigen. Doch was ist, wenn die Lichter ausgehen?

Plötzlich wird es still. Die Besucher reden nicht mehr. Alle schauen betreten auf ein Schild. Stopp! Sie verlassen jetzt die Welt der Lebenden. Hier ist das Reich des Todes! 

Und da sind sie: Schädel, Hüftknochen, Rippen. Alles fein säuberlich aufeinander geschichtet. Mal wurden die Köpfe als Herz drapiert, mal als Kreuz oder gar als Blumen.

Zu Beginn ist mir mulmig zumute. Ich presse die Arme an meinen Oberkörper, versuche kaum zu atmen. Da sind Löcher in Schädeln. Einschusslöcher? Kinderknochen, weit aufgerissene Münder. Sind das die Überbleibsel von Madame Pompadour? Von Robespierre? Ich fühle mich bedrückt und kann irgendwann nicht mehr hinschauen. Kilometer geht es so weiter. Knochen Knochen Knochen. Das ist es was übrig geblieben ist. Von sechs Millionen Menschen. 6 Millionen.

Ihr müsst auch hier Zeit mitbringen. Die Warteschlange ist lang. Wir mussten eine Stunde anstehen, aber das, was auf einem wartet, ist es wert.

Nehmt unbedingt den Audioguide! Man hört Flüstern, den Todesmarsch, Schreien. Man kann sich die Qualen der französischen Revolution genau vorstellen. Großartig, aber auch merkwürdig.

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Montmatre

Nach den Katakomben brauchte ich etwas buntes, lebensfrohes. Ich war noch eine lange Zeit bedrückt, dachte viel über die armen Seelen da unten nach. Wenn euch das Thema interessiert, dann lest unbedingt „Das Blut der Lilien“. Ein toller Roman!

Montmatre stand eigentlich gar nicht auf unserer Liste. Man erzählte uns von Taschendieben, unzähligen Touristen und Betrügern. Dennoch erklommen wir den Berg zu Sacré-Cœur. Und ich kann euch nur eins sagen: Es ist überwältigend.

Die Sonne ging schon unter, die vielen Lichter gingen an. Und wir standen einfach nur da und blickten über die Dächer Paris‘. Ein Anblick, den ich nie vergessen werde.

Und auch Montmatre war ganz anders, als man es uns erzählte. Die Touristen hielten sich in Maßen, stattdessen trafen wir auf viele Straßenkünstler, Sänger und unzählige, zuckersüße Restaurants. Fast vergisst man, dass man noch in Paris ist. Die Häuser erinnerten uns eher an das viktorianische England.

Hier konnten wir zur Ruhe kommen, die Seele baumeln lassen. Von weiter her drang Ed Sheerans „Galway Girl“ zu uns, neben uns zeichnete ein älterer Herr an seinem Stillleben.

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Bluse – Olymp & Hades

Hose – Calzedonia

Kette – Tiffany & Co

Schuhe – Nike

Fotos: Tom Herold ( click here )