Auf einen Kaffee: Wie gehst du mit Fehlern durch’s Leben?

Welchen Fehler hast du zuletzt begangen?

Hast du in letzter Zeit überhaupt Fehler gemacht?

Wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Was sagst du: Gibt’s das fehlerfreie Leben?

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Gedanken bei einer Tasse Kaffee. Ein traumhafter Herbsttag, ich kann im dicken Pulli auch ohne Jacke unterwegs sein. Unter mir das bunte Laub, geschäftiges Treiben in der Stadt. Und wir? Wir besprechen bei Espresso und Kuchen die ernsten Themen des Lebens.

Denn tatsächlich ploppen die oben genannten Fragen seit Tagen immer wieder in meinem Kopf auf. Fehlerfrei…was bedeutet das? Bin ich ein Mensch, der viele Fehler macht? Ist ein fehlerfreies Leben überhaupt erstrebenswert?

Ich könnte jetzt sagen, dass ich weniger shoppen sollte. Vor allem weniger Mode. Allerdings kaufte ich in letzter Zeit vor allem nachhaltig und/oder secondhand. Auch meinen Buch-Konsum könnte ich zurückschrauben. Mein SuB wird immer größer, allerdings lese ich auch immer mehr – was ja wiederum gut ist. Ich könnte wieder mehr Sport treiben – aber kann man das wirklich schon als Fehler bezeichnen? Oder spreche ich hier lediglich von Kleinigkeiten?

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„Fehler“ ist ein wirklich großer Begriff…ein so negativ behaftetes Wort.  Zu unrecht vielleicht? Sind Fehler denn wirklich so schlimm? Zum Beispiel war ich als Teenager sehr ruhig, habe viele böse Kommentare und unfaire Züge von Anderen einfach so hingenommen, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Ich hätte meine Stimme erheben können, auch als ich merkte, dass Andere noch viel schlimmer tyrannisiert wurden. Etwas später habe ich manchen Personen im Streit hingegen Dinge an den Kopf geworfen, die ich jetzt gern zurücknehmen würde. Ich habe Freunde gehen lassen, obwohl ich um sie hätte kämpfen sollen. Andere Personen blieben hingegen viel zu lange in meinem Leben, obwohl diese Beziehungen mehr als toxisch waren.

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Ja – ich habe Fehler gemacht. Jedoch ist aus jedem einzelnen eine Erkenntnis erwachsen. „Weisheit“, nennt man das vielleicht. Nicht umsonst sagt man ja, dass man an Fehlern und Herausforderungen wächst.

Also: Sind Fehler wirklich so schlimm, oder vielmehr nützlich? Vielleicht sogar unverzichtbar?

Ich glaube, mein Problem sind nicht die Fehler, die ich begangen habe, sondern wie ich mit ihnen umgegangen bin. Ich hätte mich eine Zeit lang über mich ärgern und über die Situation grübeln können. Jedoch fällt es mir schwer, Schubladen wieder zu verschließen und darüber hinwegzukommen. Shit happens! – Nicht bei mir. Ich zermartere mir das Hirn, entwickle sogar einen gewissen Selbsthass. Wie konnte es soweit kommen? Ich bin Schuld, das kann ich nicht wieder richten.

Doch das ist falsch – DAS ist der eigentliche Fehler.

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Ich möchte euch fragen: Wie geht ihr mit Fehlern um? Verzeiht ihr euch schnell wieder? Oder findet ihr, dass es überhaupt nichts zu verzeihen gibt? Etwas, dass mir in letzter Zeit hilft, ist der Gedanke, dass alles aus einen bestimmten Grund passiert. Everything happens for a reason. Ja, das ist meine Philosophie! Schaue ich auf mein Leben zurück, so hat jedes Hindernis im Endeffekt wirklich Sinn ergeben und etwas Gutes ausgelöst. Und mit diesen Gedanken im Hinterkopf lassen sich angebliche Fehler leichter verzeihen.

Was denkt ihr? Schicksal, Menschlichkeit, nötiger Denkzettel oder Schwäche? Was bedeuten Fehler für euch? Vielleicht können wir uns ja bei einen imaginären Kaffee zusammensetzen und Klartext reden. Coffeetalk – ganz ehrlich, jede Meinung zählt. Vielleicht wäre das ja vielleicht sogar der Auftakt für eine neue Reihe hier auf dem Blog?

Instagram und die Frage: Schein oder Sein?

Mehr Realität auf Instagram. Das ist es doch, was alle wollen. Natürlich ist es auch etwas, das ich mir wünsche. Trotzdem hängt mir diese Parole zum Hals raus. Nein, falsch: Tatsächlich ist es so, dass ich sie noch nie wirklich leiden oder hören konnte. Denn seien wir mal ehrlich: Wer Instagram nutzt und sich deswegen schlecht fühlt, der macht etwas falsch. Ich behaupte: Diese Menschen nutzen die App einfach nicht richtig.

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Mit diesem Artikel möchte ich eine Lanze für Instagram brechen und euch berichten, wie mir die App geholfen hat, mehr zu mir zu finden.

Zunächst einmal: Ja, es stimmt. Vieles, was auf Instagram gepostet wird, entspricht so nicht der Realität. Oft schaffen es nur die schönsten Momente des Lebens online. Unreinheiten und Augenringe verschwinden durch Facetune, so dass das „Woke-Up-Like-This“-Selfie gewisser Personen bei uns schon mal Neid oder Selbstzweifel aufkommen lässt. Doch ich sage auch: Die Welt da draußen ist derzeit ein Chaos – und es wird immer schlimmer. Trump, Flüchtlingskrise, Greta: Ich will nicht wegschauen, aber hin und wieder brauche ich eine Auszeit von schlechten Nachrichten. Denn mir schwirrt der Kopf. Nennt mich ignorant, aber ich bin ein Mensch, der sich nicht 24/7 mit diesen Themen auseinandersetzen kann. Vielleicht bin ich zu sensibel, aber hin und wieder muss ich die Tür vor dieser Welt verschließen und tief ein- und ausatmen. Das mache ich während einer heißen Wanne, während ich mir was Schönes koche, ein tolles Buch lese, liebe Menschen treffe oder eben wenn ich auf Instagram unterwegs bin.

Denn ich verrate euch was: Auf Instagram möchte ich gar keine negative, schlechte, all zu ernste Welt sehen. Ich erfreue mich dort fast ausschließlich an positiven Dingen. Für mich ist das Ganze fast wie eine Art Märchenbuch für Erwachsene.

Aber natürlich hat das auch seine Grenzen. Ich „entmiste“ regelmäßig und drastisch meine Folgen-Liste. „Ausmisten“ klingt in diesem Sinne sehr hart, da es sich hier immerhin auch irgendwie um reale Menschen hinter den Accounts handelt. Doch sobald ich bemerke, dass mir gewisse Postings nicht gut tun, oder dass hier zu sehr geschummelt wird, sage ich tschüß. Denn auch ich bin nicht immun gegen Selbstzweifel und Co, wenn ich tagein tagaus sehe, was andere für ein scheinbar perfektes Leben haben.

Ich folge Accounts, die einen gewissen Mehrwert für mich bieten: Menschen, die mich beruflich inspirieren, die einen guten Lifestyle pflegen, sich gut ernähren, die in meinen Augen irgendwas „richtig“ machen. Kurz: Leute, von denen ich mir vielleicht eine Scheibe abschneiden oder etwas abgucken kann.  Das Gute daran: Diese Personen haben es meistens gar nicht nötig ihre Welt noch schillernder zu gestalten. Pluspunkte gibt es natürlich, wenn uns Followern auch hier ab und an ein Blick hinter die Kulissen gewährt und offen darüber gesprochen wird, dass auch bei ihnen nicht immer alles glatt läuft. Und ich finde, dass immer mehr Leute Instagram genau dafür nutzen.

Denn ist euch auch aufgefallen, dass geschönte Bilder mit aufwendigen Kulissen, Requisiten und Photoshop langsam ausgedient haben? Ich finde, wir befinden uns auf einen guten Weg. Instagram wird für mich immer realer – vielleicht habe ich diesen Eindruck aber auch wirklich nur aufgrund meiner Herangehensweise.

Und natürlich gibt es dann auch die Accounts, die keinen Mehrwert bieten, sondern einfach nur gut fürs Herz sind. Zum Beispiel Profile mit Fotos meiner Herzensorte. Diese Seiten sind einfach nur hübsch. Und auch das ist ok!

Und zum Schluss eine Auflistung von Dingen, bei denen mir Instagram wirklich geholfen hat:

Selbstliebe. Ich muss gestehen: Von vollkommener oder auch nur annähernder Selbstliebe bin ich noch weit entfernt. Doch durch bestimmte Influencer und ihre Posts lernte ich, mich besser leiden zu können. Viele Tipps und Denkansätze, die sie ihren Followern auf den Weg geben, helfen mir wirklich und öffnen meinen Blick.

Freizeitgestaltung. Durch Instagram und Co schaffte ich es, meine Freizeit viel effektiver, abenteuerlicher und aufregender zu gestalten. Zum Beispiel lernte ich ganz tolle neue Orte kennen, auf die ich erst durch Fotos von anderen Usern aufmerksam wurde. Jüngstes Beispiel: Schloss Eckberg in Dresden.

Gesundheit und Ernährung. Ich sag euch: Nirgendwo tummeln sich so viele kreative Hobbyköche, wie auf Instagram. Mehrmals wöchentlich probiere ich Rezepte aus, die ich hier entdeckte. Das Resultat: Nie ernährte ich mich gesünder, als jetzt! Ähnlich verhält es sich mit Sport. Durch Instgram probierte ich viel aus, weiß nun was mir und meinem Körper gut tut.

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Baked Oats – na, schonmal gehört? Ich auch nicht, erst als eine Bloggerin davon berichtete. Seit dem ist diese Leckerei mein liebstes Meal Prep und kommt bei mir vor allem mit, wenn ich arbeite oder zur Uni gehe.

Mental Health. Wahrscheinlich DER Begriff 2019. Nie wurde öffentlicher darüber geredet, nie „outeten“ sich mehr Leute mit mentalen Problemen. Ich finde: Das tut gut und hilft – niemand ist ein Außenseiter, niemand ist allein!

Mode. Hier muss ich nicht viel sagen, oder? Instagram ist meine wohl größte Inspirationsquelle und ermutigte mich, mit Mode herumzuexperimentieren und meinen eigenen Stil zu formen.

Leo-Blusenkleid zu Leder-Leggings und Stepptasche: Ein simpler Look, den ich auf Instgram sah und mit meinen Klamotten nachstylte

Lesen. Ein gutes Buch jagt das nächste, mein SuB wird nicht kleiner. Die meisten Exemplare wanderten nach einer Instagram-Empfehlung in meinen Warenkorb und somit in mein Bücherregal.

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Ganz frisch eingezogen: „Ich Elton John“, nachdem es von mehreren Accounts empfohlen wurde.

In den Wolken

„Schatz, du hast zu viel Fantasie.“

Kennt ihr diesen Satz?

Denke ich an meine Kindheit, so kommen mir immer wieder diese Worte in den Sinn. Zum Beispiel das eine Mal kurz vor Halloween, als ich überzeugt war, in unserer Gartenanlage ein Skelett vorbeihuschen zusehen. Oder damals, als ich meinen Eltern erste selbstgeschriebene Geschichten vorgelesen habe.

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Meine Gedanken flogen immer schon gen Himmel, die Augen hab ich aber stets fest auf die Erde gerichtet, weil ich fest entschlossen war, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben und fest im Leben zu stehen.

Trotzdem frage ich mich manchmal, ob in mir der Träumer vielleicht hin und wieder zu sehr die Oberhand gewinnt.

Ich merke, dass ich langsam in ein erwachsenes Alter komme. Manche werden bei diesen Zeilen schmunzeln. Aber ich bin 22 und längst hängen die meisten Gleichaltrigen nicht mehr nur im Club oder in der Mensa herum. Freundinnen von mir verloben sich, haben bereits seit Jahren einen geregelten Berufsalltag, reden von Kindern. Und auch ich merke, dass mein Leben einen sehr viel ernsteren Ton angenommen hat. Die Entscheidungen, die ich momentan versuche zu treffen, haben mehr Gewicht. Sie entscheiden über meine Zukunft. Meine längerfristige Zukunft. Es geht nicht mehr nur darum, welchen Leistungskurs ich für die nächsten zwei Jahre wähle, oder welche AG ich mir nach der Schule aussuche. Die Entscheidungen jetzt müssen sitzen. Die Fehler, die ich mache, sind nicht mehr nur mit Bleistift gezogen, sondern mit Kuli. Da hilft kein Radiergummi mehr, auch kein Tintenkiller.

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Vielleicht übertreibe ich – das liegt wohl in meiner Natur – aber das alles macht es mir doch hin und wieder schwer. Setzt mich unter Druck. Nicht immer, aber manchmal schleichen sich diese Bedenken an mich heran und streicheln mir über den Rücken. Oft kann ich sie ganz leicht abschütteln, manchmal sind sie jedoch ganz schön lästig.

Ich zermartere mir den Kopf: Was ist richtig, was ist falsch? Vielen Wegbegleitern scheinen die Entscheidungen leichter zu fallen. Ich sehe ihre Wege klar vor mir, ihnen fällt die Wanderung kinderleicht, kein Tropfen Angstschweiß zeichnet sich auf ihrer Stirn ab. Ihr Pfad verläuft gerade, sie brauchen kein Navi. Ich aber schon.

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Ich weiß zwar wo ich hin möchte, erkenne aber die Wegweiser nicht mehr so leicht. Es gibt mindestens drei Abzweigungen und ich kann nicht unterscheiden, hinter welcher wohl der leichtere Weg liegt. „Ene, mene, muh und raus bist du“ als Entscheidungshilfe ist mittlerweile auch keine Option mehr. Ich muss mich den Herausforderungen langsam anders stellen. Noch gewissenhafter, als ich es in der Vergangenheit ohnehin schon getan habe. Und das ist schwer! Hätte ich damals nur gewusst, dass es noch eine Steigerung gibt!

Liegt es an meinen hochstrebenden Träumen? Weil der Kopf vielleicht doch zu viel Zeit in den Wolken verbringt? Ist es falsch immer nach Höherem zu streben? Manchmal rufe ich mich doch zur Vorsicht: Je höher die Leiter, desto gefährlicher der Fall. Aber ich will mich eines Tages nicht fragen: „Was wäre wenn?“

Nein. Das möchte ich nicht.

Vielleicht ist es manchmal besser zu scheitern, als es nie versucht zu haben. Das ist momentan mein Mantra. Versuch es. Dann kannst du dir wenigstens in dieser Hinsicht keine Vorwürfe machen. Fallen ist ok. Hände abklopfen, die Schürfwunde heilen lassen und weiter. Nochmal fällt man nicht über den gleichen Stein.

Also bleibt mir vielleicht nichts anderes übrig als meine Gedanken machen zu lassen. Gönne ich ihnen doch die paar Stunden in den Wolken. Meinen Blick versuche ich trotzdem auf den Boden zu richten. Vielleicht habe ich Glück und die Kombi macht‘s. Und die Steine, übersehe ich dann vielleicht auch nicht mehr so leicht.

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Ist es ok, nicht mit sich zufrieden zu sein?

„Momentan bin ich einfach nur zufrieden“.

Ein Satz aus dem Himmel.

Darf ich fragen: Seid ihr zufrieden? So richtig? Vom ganzen Herzen? Ich muss zugeben: Mir geht dieser Satz schwer über die Lippen. Besonders in letzter Zeit. Denn was bedeutet es schon, richtig zufrieden zu sein?

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Hinter mir liegen zwei Wochen Urlaub. Erholung, Seele baumeln lassen, der Tagesplan ausschließlich mit Lieblingsdingen gefüllt. Und ja: Diese Zeit war schön, ich habe sie genossen und brauchte sie auch. Aber war ich zufrieden? Ich weiß es nicht.

Obwohl…doch. Ich weiß es. Insgeheim. So richtig, vollkommen zufrieden war ich nicht.

SKANDAL. Sie spricht es aus. Unzufrieden – und das trotz neuer Markentasche, zwei Urlauben hintereinander, tollem Freund, ebenso toller Familie. Wie undankbar! Aber ja: So ist es.

Und ich frage noch einmal: Bist du momentan zufrieden? Wunschlos?

Mein Problem: Im Kopf herrscht ein ständiges, intensives Feuerwerk. Gedanklich bin ich auch in meinem Urlaub bei den Dingen, die auf Arbeit oder in der Uni anstehen. Sätze wie „Die fünfte von sechs Hausarbeiten hättest du aber auch noch vor dem Urlaub schaffen können“ , oder „Nur ein Workout heute? Ein zweites wäre sicher noch drin gewesen“ hallen mir ständig durch den Kopf. Manchmal glaube ich: Ich kann gar nicht richtig zufrieden sein. Es gibt immer Dinge, die mich beschäftigen und die ich optimieren will. Vielleicht habe ich das „Zufriedensein“ und das „Einfach-mal-die-Seele-baumeln-lassen“ schlicht und ergreifend verlernt. So wie man auch eine Fremdsprache verlernt, wenn man sie nicht mehr spricht.

Meine Mutter sagt, ich sei zu streng mit mir. Aber stimmt das? Es mag schon sein, dass meine eigenen Erwartungen an mich selbst hoch liegen. Aber zu hoch? Ist das der Grund? Und wenn ja: Wie schalte ich das ab? Gibt es einen Knopf, den ich finden und drücken muss?

Oft maßregle ich mich selbst, dass ich gelassener werden soll. Ein Beispiel: Statt mich selbst zu loben, dass ich nach einen langen Arbeitstag noch ein kleines Workout absolviert habe, ärgere ich mich, dass es nur für zehn Minuten gereicht hat. Der Gedanke „jede Minute Bewegung zählt“, hat bei mir keinen Wert. So funktioniert das bei mir nicht. Ich bin enttäuscht von mir, schimpfe mich selbst, dass ich hätte mehr schaffen können. Steht mir mein Ehrgeiz im Weg? Ist es das?

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Die Gretchenfrage ist: Wie bin ich nur so geworden? Gehetzt. Gefühlt ständig unter Zeitdruck, obwohl mir kein Abgabetermin im Nacken sitzt. Eigentlich möchte ich nichts sehnlicher, als mich entspannen, den Moment genießen. Aber das Gedankenkarussell hält nicht still. Ich warte darauf, dass es anhält und ich aussteigen kann. Aber es kreist immer weiter, immer schneller.

Kennt ihr das? Geht es euch auch manchmal so? Was unternehmt ihr dagegen? Wie lebt ihr im Moment? Wie entspannt ihr?

Und ja: Yoga habe ich schon probiert. Meditation auch. Doch bei ersterem  bin ich so darauf konzentriert, alles perfekt und elegant auszuführen, dass ich glatt „vergesse“ mich zu entspannen. Mein Körper fühlt sich danach gut an, der Kopf aber eben nicht.

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Ich hab doch nur einen Wunsch: Ich will bei mir sein. Ich will hier und jetzt das genießen, was morgen schon wieder vorbei sein kann.

Und nun, ein letztes Mal, frage ich euch: Schafft ihr es jeden Tag, oder vielleicht auch nur gelegentlich, zufrieden zu sein? Mit euch, eurem Körper, mit eurem Leben, mit einfach allem? Schafft ihr es ausgeglichen und in euch ruhend zu sein?

Ich wage zu behaupten, dass uns das allen nicht so leicht fällt, wie wir es oft so gern darstellen.

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Um diesen Beitrag nicht all zu negativ enden zu lassen, möchte ich betonen, dass ich die zurückliegenden Wochen trotz meiner Sorgen und Ängste als sehr schön empfunden habe. Ich ärgere mich nur über mich selbst und meine Marotten, unter die ich dieses chronische „Nicht-komplett-Zufriedensein“ zähle. Denn mit einen Funken mehr Gelassenheit könnte meine Welt einfach heller und freundlicher aussehen.

Dennoch möchte ich euch demnächst von meinen Reisen berichten. Von den schönen Momenten, von den kleinen Abenteuern und den bunten Eindrücken, die ich sammeln durfte.

Bis dahin möchte ich euch sagen: Ihr seid toll, klug und schön. Das Gras im Garten der Anderen ist nicht grüner. Euer Garten ist mindestens genauso toll. Und vor allem einzigartig. Auch, wenn ihr mal nicht so streng mit euch seid und das Rasenmähen vergesst.

Mehr ist mehr

Als ich anfing mich für Mode zu interessieren, konnte man noch mit einer schönen Tasche, auffälligem Schmuck oder einfach gut sitzender Kleidung punkten. Heutzutage braucht es schon mehr. Ich bin ein großer Streetstyle-Fan und durchforste seit meiner Jugend regelmäßig Pinterest und Co nach tollen Kombinationen, besonderen Details oder neuen Trendfarben. Was in letzter Zeit auffällt: Mehr ist mehr – was nicht unbedingt schlimm sein muss, auch bei meinen Stylings könnte man das oft denken. Doch ich meine keinen übermäßigen Schmuck, keine gewagten Farben oder Mustermix. Ich rede von ALLEM. Und zwar auf einmal. Alles, was derzeit IN ist, wird getragen. Zusammen. It-Bag zu auffälligen, brand-bestickten Teilen, großen Schmuck, Taillengürteln und Dad-Sneakern.

Doch wer soll das tragen?

Doch nicht das modebewusste Mädchen von nebenan.

Nach meiner Bildrecherche stelle ich mir die Frage: Ist normal weg vom Fenster? Muss es immer noch knalliger, noch außergewöhnlicher sein?

Willst du gelten, mach dich selten?

Selten-überladen?

Was ich mir wünsche: Tragbare Styles. Gut sitzende, qualitativ hochwertige Mode. Der gewisse Dreh soll nicht fehlen und von auffälligen Accessoires will und kann ich mich nicht verabschieden. Das meine ich auch gar nicht.

Ich frage mich nur, ob uns der gute Geschmack abhanden gekommen ist. Wir sind immer auf der Suche nach dem Besonderen, jeder will aus der Masse herausstechen. Und das ist durch Instagram und Co gar nicht so einfach.

Individuell, individueller, am individuellsten. Das gesunde Maß liegt irgendwo dazwischen. Doch wer spricht schon von der Mitte? Niemand mehr!

Und so schwappt dieser Anti-Normal-Trend schnell auch in andere Bereiche über. Zum Beispiel in Sachen Figur: Die großen Blogger sind nicht mehr die Mädchen von nebenan, die ihre Outfits unbedarft ins Internet stellen. Die Blogger von heute könnten direkt für die Modenschauen, bei denen sie in der Front Row sitzen, als Model arbeiten. Groß, dünn, schön. Oder man dreht den Spieß um und schlägt sein Lager in der Plus-Size-Schiene auf. Entweder oder. Nur noch so scheint es zu laufen. Oder könnt ihr mir auf Anhieb einen Influencer mit „Normalo“-Maßen 36-40 nennen?

Nein? Tja. Normalität ist eben scheinbar out. Somit wahrscheinlich auch dieses Outfit. Blue Jeans zu weißer Bluse. Dass die Tasche und mein neuer Schmuck das Ganze etwas auffrischen, geht wohl in heutigen Zeiten unter. Zu „normal“ ist der Look.

Doch so möchte ich (manchmal) sein. Und solche Styles wünsche ich mir mehr. Tragbar. Vielleicht auch normal, nichts weltbewegendes. Aber schön. Stimmig. Geschmackvoll. Tragbar für dich und mich.

Ich möchte die ausgefallenen Kombis natürlich nicht missen – versteht mich nicht falsch. Auch ich steche gern mal heraus und schaue mir die kreativen Ausbrüche der Designer und Fashionistas an. Doch nicht alles ist für den Alltag übernehmbar. Ich wünsche mir, dass wieder beides geht – dass wieder beides gezeigt und geliebt wird.

Denn mal ehrlich: Manchmal ist doch ein schwarzer Kaffee, ohne alles auch besser, als der Toffee Nut Latte von Starbucks, oder?

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Hose und Jacke – Levi’s

Oberteil – H&M

Schuhe – Puma

Leise

In letzter Zeit war ich sehr still – nicht nur auf dem Blog, sondern auch im Alltag. Zumindest kam es mir so vor. Ich neige dazu, mit meinem Umfeld über Sorgen und Ängste reden zu müssen. Ich versuche mich dabei an meine Familie und nahe Freunde zu halten, doch manchmal müssen auch vor anderen die Gedanken raus. Andere gehen in die Beichte, ich verplapper mich auf der Arbeit, in der Kaffeepause, in der Uni.

Das ist eine Angewohnheit, die nicht immer gut, doch reinigend ist. Vielleicht überfordere ich damit meine Mitmenschen, doch was bei anderen Antidepressiva sind, ist für mich mein Mitteilungsbedürfnis.

Ich mag andere damit verblüffen, aber oft öffnen sich meine Gesprächspartner dann selbst und man sieht: Die Welt ist nicht nur dunkel. Nicht nur man selbst hat Gewicht auf seinen Schultern lasten. Sondern auch die Anderen. Und das ist ok. Sehr ok sogar.

Ich weiß nicht wann oder ob ich überhaupt leiser geworden bin. Mir kommt es jedenfalls so vor. Vielleicht, weil meine Gedanken sich immer wieder in Kreisen drehen. Ich zermartere mir über die immer gleichen Dinge den Kopf. Vielleicht will ich die anderen damit nicht langweilen.

Oder ich schäme mich, weil ich meine Probleme nicht lösen kann.

Dabei ist es doch ok, wenn mal etwas nicht klappt.

Sehr ok sogar.

Im Inneren weiß ich das, aber so richtig verankern will sich diese Weisheit noch nicht.

Auf die Gefahr hin, dass andere mich für selbstüberzeugt oder gar arrogant halten mögen: In meinen Augen war ich immer die, bei der (scheinbar) alles klappt. Ich weiß um meine Baustellen und um mein Inneres. Doch nach außen hin funktionierte immer alles. Job, Uni, gute Noten, Hobbys, Sport. Ich bin die, die alles im Griff hat.

Und auf einmal war ich das nicht mehr.

In meinem Kopf. 

Ich komme mit manchen Dingen nicht zurecht, einige andere Sachen bleiben auf der Strecke. Kurz: Zurzeit fühle ich mich ausgelaugt. Ausgebrannt. Leise. Und eigentlich müsste ich wissen, dass das ok ist. Sehr ok sogar. „Ich bin ja keine Maschine“, um Tim Bendzko zu zitieren. Das kommt da oben schon an, in meiner Mitte aber nicht.

„Das Herz lässt sich nicht so leicht beeinflussen, der Kopf dagegen ist leicht zu überzeugen“, um auch „Frozen“ ins Spiel zu bringen.

Um mir selbst zu zeigen, dass man nicht immer auf der Überholspur sein muss, sondern auch mal am Seitenstreifen halten kann, schreibe ich euch diese Zeilen.

Und möchte wissen: Wie geht es euch? Ist bei euch immer blauer Himmel, oder zieht auch mal Nebel auf?

Lasst es mich wissen. Denn still sein ist doch nicht so unser Ding. Und funktionieren wie eine Maschine doch auch nicht, oder?


Zu diesen Alltags-Gedanken, hier ein Alltags-Outfit, dass ich in der letzten Zeit sehr gern getragen habe. Ein wenig sieht man meinem Blick und auch meinem Stil die derzeitige Gefühlswelt an, oder? Was meint ihr? Oft sind ja nicht nur unsere Augen, sondern auch unsere Kleidung Fenster der Seele.

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Shirt – H&M

Blazer – Mango

Jeans – Edited

Tasche – Topshop

Schuhe – Puma

Was werden nur die Anderen denken?

Ein Samstagabend: Ich liege schon im Bett, habe es mir gemütlich gemacht: Duftkerzen brennen, ein aufgeschlagenes Buch wartet geduldig auf meine Aufmerksamkeit, das grelle Licht des Laptops leuchtet mich noch an – bis eben saß ich noch an einen Blogpost und wollte die frisch geschossenen Bilder bearbeiten. Auf die Fotos bin ich heute besonders stolz: Outfit und Location harmonieren, das Licht haben wir besonders gut abgepasst. Ich greife zum Handy, möchte noch schnell ein letztes Foto auf Instagram posten. Doch plötzlich halte ich inne. Von Gemütlichkeit keine Spur mehr. Die Geister der Nacht haben mich wieder einmal eingeholt.

Die Geister der Nacht – das sind Zweifel, mangelndes Selbstbewusstsein und die Stimmen der Anderen. Was werden meine Follower nur denken, wenn ich heute schon wieder ein Outfitbild hochlade? Finden sie mich eingebildet, selbstverliebt, kamerageil? Oder freuen sie sich über ein kleines Update, ein Lebenszeichen von mir? Sehen sie die harte Arbeit hinter diesem schlichten Bild? Oder beachten sie mich gar nicht und scrollen im Feed weiter nach unten?

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Nachts sieht alles negativer und düsterer aus – klar. Aber liegt es vielleicht gar nicht an der Tageszeit, sondern schlicht an mir und meinen kleinen Geistern, dass ich so zusammenzucke? Kaum einer wird merken, dass ich so mit mir kämpfe, dass so viele Gedanken auf einmal in meinem Kopf herumwirbeln. Aber so ist es: Ich kann nicht einfach tun und lassen was ich will. Bei allem was ich tue, bewegt mich vor allem eins:

Ich wünsche, dass Sie mich mögen. Dass niemand da draußen etwas schlechtes über mich denkt.

Und das grenzt mich ein. Ich baue mir einen eigenen Zaun, den ich nicht überwinden kann. Keiner da, der mir mit einer Räuberleiter hilft. Denn dieses Problem – das muss ich allein überwinden. Ganz allein. Nur stellt das für mich momentan eine schier unmögliche Aufgabe dar. Denn das Problem – das bin ich.

Ich weiß insgeheim ganz genau, dass es ein Utopie ist, von jedem gemocht zu werden. Und ganz am Rande: Möchte ich von Personen geliebt werden, die ich selbst nicht mag? Macht das Sinn? Nein, aber ich wünsche es mir dennoch. Und das verstehe ich nicht. Ich verstehe mich in diesem Punkt nicht. Und kann trotzdem nichts ändern…

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Vor einigen Tagen führte ich eine sehr interessante Unterhaltung: Es ging darum, dass bei mir nach außen hin alles vermeintlich perfekt wirkt. Freundliche Bilder, regelmäßige Reisen, hier und da neue Klamotten. Natürlich – wir stellen nur Bilder auf Instagram, die uns selbst gefallen. Aber dennoch ließ mich die Aussage nachdenken: Ich bin sehr zufrieden, wie alles ist. Ich mag mein Studium, meinen Nebenjob,  ich pflege meine vielen Hobbys, habe eine tolle Familie und einen Freund – mein Leben ist abwechslungsreich und erfüllt, vielleicht erfüllter als das der meisten Anderen. Doch trotzdem fühle ich mich oft so zerrissen. Kämpfe mit Selbstzweifeln, großen Unsicherheiten – kurz: Ich bin gefangen. Und wie schon gesagt: Ich bin selbst Schuld. Weil ich zu viel auf die Meinung der Anderen gebe.

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Vielleicht hatte ich deshalb das große Bedürfnis, mich meiner Gesprächspartnerin zu öffnen. Und klaren Tisch zu machen. Das eben auch ich mit Unsicherheiten kämpfe, dass ich große Zweifel habe und manchmal gar nicht so toll finde, was ich mache. Und ich hatte das Bedürfnis zu erzählen, wie es dazu kommt, dass ich so bin, wie ich bin. Andere sehen vielleicht nur die vielen Fotos und nehmen an, ich sei selbstverliebt. Dabei ist das Fotografieren und Fotografiert-Werden zu Hobby und Therapie für mich geworden. Weil ich mich durch Fotos und Mode ausdrücken kann – ich kann zu den Menschen werden, der ich gern sein will. Mode macht mich selbstsicherer und hilft mir, endlich mit mir im Reinen zu sein. Und es mag oberflächlich klingen, aber sobald ich schöne Fotos sehe, die aufwendig geplant wurden, löst das in mir Glücksgefühle und Stolz aus. Denn diese Fotos sind eben keine Schnappschüsse – das sind kleine Shootings. Vorab suchen wir Locations, ich plane das Outfit – wäge ab, ob es zum Hintergrund passen wird oder nicht, wir diskutieren, zu welcher Tageszeit die idealsten Lichtverhältnisse herrschen. Und soll ich Euch mal was sagen? Das macht mir verdammt viel Spaß. Und deswegen möchte ich die Bilder anschließend gern posten – doch diesem Schritt folgt der Gedanke, dass ich mich für meine Fotos rechtfertigen möchte. Weswegen ich schon wieder darauf zusehen bin, dass das nichts mit Selbstverliebt-Sein zu tun hat, dass das einfach mein Hobby ist – und mein kleiner, eigener Weg meine Unsicherheiten zu therapieren.

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Doch insgeheim weiß ich, dass diese Erklärungen nichts nützen würden. Denn – es ist traurig, ich weiß – die Leute sehen oft nur das, was sie sehen wollen. Und meine Rechtfertigungen blieben ungehört. Das sollte für mich ein Grund mehr sein, einfach das zu machen, was ich will – ohne dauernd an die Anderen zu denken. Und meistens veröffentliche ich auch wirklich alles, was ich möchte. Ich muss nur jedes mal einen inneren Kampf überwinden. Ich bin eine Kriegerin gegen mich selbst. Mit gezogener Waffe stürze ich mich ins Feld und versuche diese dummen Gedanken kalt zu machen.

Ich glaube nicht, dass das viele schaffen. Aber ich weiß, dass Einige solche Kämpfe mit sich führen – nicht nur ich. Und ich bin verdammt stolz, dass ich mich oft genug nicht von ihnen unterkriegen lasse und am Ende doch das mache, was ich will. Doch viele tun das nicht: In letzter Zeit habe ich so oft den Eindruck, dass die Menschen um mich herum nur so sind, wie sie sind, weil sie denken, dass es anderen gefällt. Sie kreieren eine Person, die von anderen – so nehmen sie an – bewundert und akzeptiert wird. Doch hauptsächlich spielen sie den Großteil ihres Alltags eine Rolle und verfolgen Ziele, die vielleicht die Anderen gut finden, sie aber in ihren tiefsten Inneren nicht. Sie sagen Sätze, die in den Ohren vieler Menschen toll klingen mögen, ihre Meinung sieht aber eigentlich ganz anders aus. Und eigentlich interessieren sie sich gar nicht so sehr für die Erderwärmung – aber sie posten es, weil die Anderen sie dafür bewundern werden.

Ich glaube, dass diese Personen oft selbst nicht bemerken, dass sie für die Anderen und nicht für sich selbst leben. Aber irgendwann kommen sie an einen Punkt, an dem es ihnen wie Schuppen von den Augen fällt. Und was machen sie? Sie leben weiter – und ändern vielleicht nichts.

Ein Thema das mich sehr beschäftigt. Das mich fragen lässt: Bin ich auch so? Ich erzähle es Euch ein anderes Mal.

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Hier seht ihr übrigens die Fotos, über die ich geschrieben habe. Und ich zeige sie Euch. Hier. Und auf Instagram. Pinterest sowieso. Wisst ihr warum? Weil sie Mühe gekostet haben. Weil sie mich stolz machen. Und vor allem: Weil sie mir gefallen. Egal, was andere denken werden. Denn in dieser Schlacht hab ich über mich selbst gesiegt.


Jeans – Levi’s

Blazer – Zara

Bluse – Zara

Schuhe – Puma

Schmuck – teils Vintage

Fotos: Tom Herold (click here)