Bücher meines Lebens #2

Good Christian people, I am come hither to die,
for according to the law, and by the law I am judged to die,
and therefore I will speak nothing against it.
I am come hither to accuse no man,
nor to speak anything of that,
whereof I am accused and condemned to die,
but I pray God save the king
and send him long to reign over you,
for a gentler nor a more merciful prince was there never:
and to me he was ever a good, a gentle and sovereign lord.
And if any person will meddle of my cause,
I require them to judge the best.
And thus I take my leave of the world and of you all,
and I heartily desire you all to pray for me.
O Lord have mercy on me, to God I commend my Soul.
To Jesus Christ I commend my soul; Lord Jesus receive my soul.

Anne Boleyn am 19. Mai 1536, der Tag ihre Hinrichtung

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Weihnachten 2012. Ich wünschte mir Bücher über Bücher, aber ich kann mich nur noch an eins erinnern, das unter dem Tannenbaum lag. Mein erster historischer Roman und eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Für alle Zeiten.

Rückblickend weiß ich gar nicht mehr, wie es dazu kam, dass ich mich auf einmal so sehr für Anne Boleyn, Henry VIII., Elizabeth I. und Co interessierte. Sicher hatte es mit meiner Liebe zu England zu tun, oder hatte mir jemand das Buch empfohlen? Ich weiß es nicht mehr. Woran ich mich jedoch erinnere, sind die Stunden, die ich dick eingekuschelt in unserem Dachzimmer verbrachte, neben mir Kerzen, heiße Schokolade, ein dickes Buch in den Händen. Ich war nur physisch anwesend. Doch mein Inneres war weit weg. Im 16. Jahrhundert, am englischem Hof. In diesen Stunden fühlte es sich so an, als schlüpfte ich in den Körper von Anne Boleyn. Ich konnte ihren Schmerz fast körperlich spüren. Ich litt mit ihr, grübelte mit ihr die Nächte durch und kämpfte an ihrer Seite um die Krone.

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Ich weiß, dass Anne die Welt spaltet. Schon in der Schule diskutierten wir hitzig, wer die Gute und wer die Schlechte ist. Die Wörter „Hure“, „Mörderin“ oder „Schlange“ fielen. Doch für mich war sie eine Heldin. Schön, aber vor allem unglaublich intelligent, gerissen, ehrgeizig, frisch und charismatisch. Sie wusste, was sie wert ist. Denn in einer Zeit, als die Frauen darum kämpften in das Bett des Königs zu gelangen, wollte sie nicht einfach nur die Mätresse sein. Und seien wir mal ehrlich: Wem würde das denn schon reichen? Doch sie hatten den Bis und die Cleverness, um das Rad des Schicksals in Bewegung zu setzten. Und kaum, dass man sich versieht, wurde sie nicht nur die Geliebte. Sondern auch die Königin.

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Was mich jedoch besonders einnahm, war das Schicksal der beiden Schwestern Mary und Anne. Mary, die Sanfte, mit Herz, Leidenschaft und Empathie. Und dann Anne. Der Star der Familie, die Hoffnung. Die, die alle überstrahlt.

Zwischenzeitlich trennt sie das Leben am Hof: Anne spuckt auf sie, schickt sie fort. Denn auch sie war ihre Rivalin. Einen Zug, den ich nicht nachvollziehen kann, denn ich selbst liebe meine Schwester und würde alles für sie tun. Doch auch das zeigt die Abgründe am Hof und auch, wie schlecht der König doch eigentlich war. Immer auf der Suche nach dem nächsten Rockzipfel. So, dass sogar Schwestern zu Konkurrentinnen wurden.

Ihr Ende, besiegelt für mich jedoch wieder ihre Unsterblichkeit als Heldin. Sie musste sterben, weil sie Henry keinen männlichen Thronfolger schenken konnte. Doch Henry war Rhesus positiv.  Anne konnte also gar nichts dafür, dass sie nach Elizabeth nur noch Totgeburten zur Welt brachte. Doch die nächste Frau schon im Blick, ließ er sie köpfen. Wie grausam und seelenlos kann ein Mensch sein? Dass er unschuldige Menschen tötete, um sich sein Leben bequemer zu machen?

Am Tag ihrer Hinrichtung hätte sie all ihrer Wut und Trauer freien Lauf lassen können. Das hatte man auch vermutet, deshalb ließ man Anne innerhalb der Mauern des Towers hinrichten lassen. So konnte man die Zuschauerzahl etwas einschränken. Doch die Königin verlor kein schlechtes Wort über ihren Mann. Dafür war sie viel zu intelligent. Mit ihrer Rede schützte sie ihre Familie und ging in die Geschichte als stolze Frau ein.

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Seit ich „Die Schwester der Königin“ gesehen habe, wollte ich zumindest einmal in die Rolle der Anne Boleyn schlüpfen. Ich überlegte lange, wie meine Interpretation von ihr aussehen soll. Und ich muss sagen, dass es mich mit Stolz erfüllt jetzt die fertigen Bilder zu sehen. Die legendäre Boleyn-Kette um meinen Hals.

Wenn ich die Wahl hätte und nur eine historische Person treffen könnte, dann würde ich Anne wählen. Ich hätte so viele Fragen. Hat sie ihre Schwester trotz allem geliebt? Was hat sie zu ihrem Ehrgeiz bewegt? War da wirklich nur der Wunsch, auf dem Thron zu sitzen? War es das alles wert? Was dachte sie über Henry? Wie war er als Mann? Was hätte sie eigentlich wirklich auf dem Schafott sagen wollen?

Ich würde allen, die am Buch interessiert sind, raten, nicht zum gleichnamigen Film mit Natalie Portman und Scarlett Johanson zu greifen. Der Film ist nett, doch ohne das Buch fehlen viele Hintergundinfos. Gregory schaffte es meisterhaft, die Abgründe des Hofes abzubilden. Anne wurde so lebendig, dass man ihre Anwesenheit fast spüren konnte. Der Film bleibt leider sehr oberflächlich und beleuchtet meiner Meinung nach die Psyche der Boleyn-Geschwister zu wenig.


Inwiefern mich das Buch bewegt hat? Ich wollte nie die Geliebte sein. Nicht nur das hübsche Mädchen. Wenn, dann werde ich Königin. Und diese Haltung sollten viel mehr einnehmen, wie ich finde. Denn in der Liebe will man sich doch nicht mit halben Dingen zufrieden geben. Wir alle sollten unseren Wert kennen und den Mann finden, der uns die Krone aufsetzt, anstatt uns zu Mätressen herab zu degradieren. Doch dabei müssen wir aufpassen: Die Kunst ist es, einen edlen Mann zu finden.  Der nicht gleich zum Schwert greift. 

Fotos: Tom Herold ( click here )

Fragen über Fragen

Meine Lieben: Ich gebe in meinen Texten viel von mir preis, dennoch habe ich das Gefühl, dass viele Dinge über mich geheim bleiben. Unbeabsichtigt. Ich liebe es von Bloggern, die ich sehr mag, mehr Privates zu erfahren. Ich will den Mensch hinter der Website kennenlernen. So habe ich das Gefühl, dass ich noch mehr an seinem Leben teilhabe und Seite an Seite mit ihm bin.

Ich wurde von der lieben Dorie von thedorie.com zum Liebster Award nominiert. Danke dafür und Entschuldigung für die Verspätung 😉 Ich freue mich die Fragen zu beantworten! Weil ich unglaublich neugierig bin und selbst gern immer mehr Details über Leute erfahren will, bin ich am überlegen, ob ich passend zum Award eine neue Serie starte, in der ich jeden Monat ein paar Dinge über mich ausplaudere.

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In welchem Land würdest du gerne wohnen, wenn du den gleichen Komfort hättest, wie hier?

Schon als kleines Kind verlor ich mein Herz an die Berge. Und diese Liebe wächst, je älter ich werde. Dieses Jahr reiste ich zweimal nach Österreich. Einmal ins wunderschöne Wien und das andere Mal nach Tirol. Ich könnte mir sehr gut vorstellen einmal meine Zelte in Österreich aufzuschlagen. Da ich zukünftig mein Geld gern mit dem Schreiben verdienen möchte, ist es auch von Vorteil, dass ich dort weiterhin in meiner Muttersprache wirken und arbeiten könnte.

Nach unseren Aufenthalt in Paris zieht es mich aber auch unglaublich in die Stadt der Liebe. In meiner Traumwelt habe ich eine schöne gemütliche Wohnung in Paris und meinen Hauptwohnsitz in Österreich. Das I-Tüpfelchen wäre, wenn meine Liebsten mit mir auswandern würden.

Was tust du, wenn du richtig wütend bist?

Wenn ich richtig, richtig wütend bin, würde ich mich am liebsten in Rage reden und mit den Füßen aufstampfen. Das mache ich auch oft, aber wenn die Stimmung wirklich am überkochen ist, dann bildet sich meistens ein großer Kloß in meinem Hals und mir treten Tränen in die Augen. Dann ist an Reden meistens nicht mehr zu denken. Das hasse ich, denn eigentlich will ich gerade dann stark wirken. In diesen Momenten bin ich gern allein, lasse die Stürme in meinem Kopf toben, bis ich es nicht mehr aushalte. Und wenn gar nichts nützt, dann greife ich zu Papier und schreibe mir meinen Kummer und meine Wut von der Seele.

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Wie sieht der perfekte Urlaub für dich aus?

Ein aufregender Ort, am liebsten eine pulsierende Stadt mit viel Kultur, an der Seite meines Freundes. Im Urlaub möchte ich gern Unbekanntes entdecken, ich will die Seele der Stadt erkunden. Perfekt wird es, wenn es sich nicht mehr wie Urlaub anfühlt, sondern wie das eigene Leben. Ich möchte das Gefühl haben, in der Stadt zu wohnen, statt in ihr nur Urlaub zu machen.

Und wie sieht das perfekte Outfit für dich aus?

Schwierig….Das wichtigste am Outfit sind für mich Schmuck und Tasche. Beides muss außergewöhnlich und hochwertig sein (oder zumindest so aussehen) und sie müssen sich perfekt ergänzen. Die zwei Elemente sind für mich die absoluten Eyecatcher des gesamten Looks. Ansonsten bin ich eigentlich sehr offen. Ich mag klassische Looks, manchmal will ich es aber auch frech und modern. Außerdem bin ich kein Fan von zu bunten Outfits. Die Farben sollten harmonieren, gern auch aus einer Familie stammen.

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Ist es für dich wichtig Silvester mit deinem Partner zu verbringen? Warum, warum nicht?

Ja! Sehr wichtig. Mit meinem Partner verbringe ich die meiste und wichtigste Zeit. Mit ihm gehe ich auf Reisen auf Entdeckertour, wir treffen wichtige Entscheidungen zusammen, ihn frage ich um Rat und bin einfach gern mit ihm zusammen. An Silvester will ich mit meinen wichtigsten Menschen zusammen sein. Einer davon ist natürlich mein Partner. Mit ihm will ich auf weitere Abenteuer anstoßen, in Erinnerungen schwelgen und über das vergangene Jahr reden. Das kann ich am besten mit ihm, da wir den Großteil von 2017 zusammen verbracht haben.

Wo siehst du dich mit 80?

Mit 80 möchte ich gern eine unheimlich schicke, klassische Omi sein. Ich sehe mich in einen schönen altem, schnörkeligen Haus mit Bibliothek. Meinen Partner an der Seite, die Enkel und Kinder um mich herum. Ich möchte gern ein Buch geschrieben und die Welt entdeckt haben. An meinen Ohren hängen schwere, goldene Ohrringe, die perfekt zu meinem restlichen Schmuck passen.

Was isst du am liebsten? Kannst du es selbst kochen?

Zu meinen Leibspeißen zählen Lachs, Milchreis, grüne Klöße, Macarons und Punschkuchen. Bis auf saure Eier fällt mir auf Anhieb nichts ein, was ich nicht esse. Kochen kann ich ein bisschen, Milchreis und Lachs bekomme ich hin. Backen liegt mir aber mehr.

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Weihnachtszeit: yey or ney? Warum?

Eindeutig yey! Ich liebe die Heimlichkeiten, Weihnachtsmusik, Weihnachtsmärkte, Lebkuchen, das Zusammensein, die Stimmung und Magie, die in der Luft liegt. Kurz: Einfach alles an Weihnachten! Es ist für mich wirklich die schönste Zeit des Jahres auf die ich das ganze Jahr hinfiebere. Wie jedes Jahr bin ich unglaublich traurig, dass alles schon wieder vorbei ist.

Was ist deine größte Inspirationsquelle?

Ein Tapetenwechsel. Auf Reisen erweitere ich meinen Horizont, sehe neue Dinge, außergewöhnliche Menschen, mit denen man oft und leicht ins Gespräch kommt. Das ist aufregend und prägt mich. Ansonsten inspirieren mich Bücher sehr. Es gibt so viele Geschichten da draußen! Die Kreativität mancher Autoren haut mich regelrecht um.

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Welchen Satz hasst du, wenn er Dir gesagt wird?

„Du bist so toll! Das hab ich am Anfang gar nicht gedacht. Ich hatte Dich ganz anders eingeschätzt.“ Meistens schließen sich dann Erklärungen an, dass man aufgrund meines Blogs oder meiner Instagramseite dachte, dass ich eine Tusse sei. Ich finde es schade, dass man aufgrund seines Hobbys von vorneherein abgestempelt wird. Ich liebe Mode, ich liebe es mich zurechtzumachen und einfach schick zu sein. Aber deshalb muss ich doch keine Tusse sein. Jeder kann optisch etwas aus sich machen und nur, weil ich äußerlich viel auf mich halte und meine Leidenschaft zu Mode online teile, habe ich nicht nur das im Kopf. Vielleicht lesen zu wenige Menschen meine Texte und schauen sich nur die Fotos an? Das finde ich oberflächlich. Aber vielleicht sind die Menschen, die mir „diesen Satz“ an den Kopf werfen, genau das auch. Oberflächlich. Leute, die andere gern in Schubladen stecken. Gebt den Menschen doch eine Chance und schaut mal hinter die Fassade!

Süßes oder salziges Popcorn?

Süßes! Obwohl ich salziges noch nie ausprobiert habe. Das muss ich bald nachholen!

Pullover – Shein

Hose – Zara

Tasche – Primark

Fotos: Tom Herold ( click here )

 

2018 – Meine Top 10 Lieblings-Looks

In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt. Gilt das auch für die Mode? 2017 habe ich gelernt, mich manchmal nur auf meinen eigenen Geschmack zu verlassen. Ich habe viele Trends ausprobiert und aktuelle Teile gekauft. Aber hin und wieder, habe ich die Modezeitschriften und Blogs ignoriert. Und einfach mal mein Ding gemacht. Das kam noch zu selten vor, aber ich habe das Gefühl, dass ich mich auf den richtigen Weg befinde. Ich habe Spaß an der Mode. Und das ist doch das Allerwichtigste oder? Modisch auf sich selbst zu hören und sich nichts diktieren zu lassen.

Ich möchte niemanden anprangern: Aber 2017 war modisch gesehen schon ein ganz schöner Einheitsbrei, oder? Was denkt ihr? Auf Instagram, in der Blogosphäre und sonst wo: Irgendwie sieht man immer wieder die gleichen Kombinationen. Und das langweilt. Ich will mich da nicht rausnehmen. Ich denke wir sind alle Opfer. Und was gut aussieht, soll man auch nachstylen. Hauptsache, man fühlt sich wohl. Dennoch finde ich es inspirierend und erfrischend, wenn ich Frauen oder Mädchen sehe, die es mal anders machen. Die einen ganz anderen Dreh in ihrem Styling finden.

Eine dieser Vorbilder ist dieses Jahr Franzi von zukkermädchen für mich geworden. Ich bin tatsächlich erst dieses Jahr auf sie gestoßen. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass ich ein leidenschaftlicher Fan geworden bin. Ich finde ihren Stil aktuell, aber vor allem klassisch. Sie gibt mir das Gefühl, nicht jedem Trend hinterherrennen zu müssen, um toll auszusehen. In einer Masse von Bloggern sticht sie heraus. Mit ihren Worten und ihrer Kleidung. Sie ist aufregender.

Ich hoffe, dass ich ein wenig so werden kann. Nicht genauso natürlich. Aber ich möchte auch gern meinen eigenen, ganz besonderen Stil finden und weniger den temporären Trends folgen.

2017 war dafür wirklich wichtig und wertvoll. Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Natürlich sind meine Outfits vielleicht nicht wirklich innovativ, aber ich habe ein Stückchen weit mehr herausgefunden, was mir steht und was ich mag. Was mir dabei geholfen hat, waren unsere Reisen. In Paris, Wien, Kopenhagen, aber auch in kleinen Städten, wie Weimar oder Wismar habe ich Menschen getroffen, die mich inspirierten und mir in Erinnerung blieben. Da war zum Beispiel die kecke Französin in der Metro, die so kunterbunt und zusammengewürfelt neben mir saß. Eigentlich passte nichts zusammen, aber dennoch sah diese Frau umwerfend aus. Wie auch immer sie das gemacht hat. Ich erinnere mich auch noch zu gern an die ältere Dame in Lübeck, die mit schwerem Muschelschmuck und Turban an mir vorbei flanierte. Ich trank gerade einen Espresso, schaute versonnen aus dem Fenster und sah sie. Wie sie wie ein Exot durch die Gassen lief. Die Menschen drehten sich nach ihr um, sie aber blieb davon ganz unbeeindruckt.

Ich möchte 2018 genauso weiter machen: Kreativ und experimentierfreudig bleiben. Ausprobieren, vielleicht verwerfen und dann zu mir finden. Stück für Stück. Die Erinnerungen von 2017 bleiben dabei in meinem Herzen und immer, wenn ich wieder einmal ratlos vor meinem Kleiderschrank stehe, möchte ich an sie denken.

Heute möchte ich meinen modischen Weg mit Euch teilen: Das sind meine Top 10 Lieblings-Looks, die ich genauso immer wieder anziehen würde.

Was gefällt Euch am besten?

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Winter Favorite: Fake Fur Coat

Nachts allein auf den Straßen: Die Sonne ist schon lange untergegangen, wir stapfen durch den frisch gefallenen Schnee, die Straßenlaternen leuchten uns den Weg. Nichts ist zu hören, außer unsere Schritte und der Wind. Hinter uns liegt das alte Kino. Noch ein paar Minuten zuvor saßen wir in den alten Filmsaal, die Sitze sind zwar nicht aus rotem Samt, aber die schweren Vorhänge, die hohen gebogenen Wände, die engen Treppen und klassischen Lampen zeugen von einer anderen Zeit. Und in dieser Zeit bin ich stecken geblieben. Gerade war ich nicht nur Kinobesucher, sondern Gast des Orientexpresses. Zigarettenspitzen, seidene Kleider, kecke Hüte, Pfennigabsätze. Schwerer Pelz, Strumpfhosen mit Naht, Gentlemen und Ladys. Und so wie ich durch den Schnee stapfe, frage ich mich, ob das nicht viel eher meine Ära gewesen wäre. In der falschen Zeit geboren? Eine Frage, die mir schon seit klein auf im Kopf herumspukt. Und ich weiß: Es gibt Verbündete. Menschen, die ebenso fühlen wie ich. Wir sind nicht allein. Wir sind ein großer Club.

Und Du? Was ist Deine Zeit?

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Alter Erbschmuck, seidene Tücher, elegante Mäntel, lederne Handschuhe. Mein Outfit heute soll meine Liebe zur Nostalgie ausdrücken. Ich weiß natürlich: Früher war nicht alles besser. Aber hin und wieder, um ehrlich zu sein, ziemlich oft, werde ich von einer Art Fernweh überrollt. Fernweh nach vergangenen, mir unbekannten Zeiten. Ich weiß nicht, ob es an den Geschichten liegt, die ich schon seit klein auf verschlinge. Dorian Grey, Der große Gatsby, Anna Karenina. Oder es sind die Erzählungen, meiner Großeltern. Vielleicht aber ist dies hier wirklich nicht genau meine Zeit.

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Oft fühle ich mich, wie Gil in „Midnight in Paris“. Ich schwelge in Träumen, hänge Fantasien hinterher. Aber auch das Hier und Jetzt ist schillernd und wertvoll. Ich finde beides wichtig: Nostalgie und Gegenwart. Die Lösung? Der Vergangenheit in mein Leben holen. Ihr Platz geben. Sie ausleben. Aber immer wieder zurückkehren.

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Mein Blick ist in die Zukunft gerichtet. In meinen Träumen herrscht aber de Vergangenheit. Eine Zeit, in der ich nicht lebte, von der ich nichts weiß, die mir aber gut tut. Die meine Fantasien beflügelt. 

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Und gerade jetzt, in der Winterzeit, verweile ich gern in alten Zeiten. Ich packe meine Bücher aus, verschwinde mal ins 19. Jahrhundert, mal in die 20er Jahre. Und irgendwann klappe ich die Buchdeckel zu und greife zum digitalen Blatt. Dann schweben meine Finger über die Tastatur, füllen Zeile für Zeile und schaffen wieder Platz in meinem Kopf.

Denn aus der Vergangenheit hole ich ab und zu auch meine Kreativität. Und herrscht nicht gerade in der Weihnachtszeit viel mehr das „Früher“, als das „Heute“?

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Und Ihr? Kennt ihr diese Sehnsucht nach einem „Früher“, das ihr nicht kennt? Könnt Ihr mir vielleicht sogar tolle historische Romane empfehlen?

Mantel – TkMaxx

Pullover – Shein

Handschuhe – Orsay

Hose – Fussl

Overknee – Deichmann

Tuch – Vinatge

Mütze – Berschka

Fotos: Tom Herold ( click here )

Das Geschenk

Ich plane, lege mich fest, verwerfe. Plane von Neuem, überlege mir dann doch wieder etwas ganz anderes und irgendwann steht es fest: Das Geschenk.

Ich bin ein Mensch, dem Schenken unglaublich viel Spaß macht, der viel Energie in die ganze Sache steckt. Vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken, aber für mich sind Geschenke eine wichtige Sache. Mein Gegenüber soll genau wissen, wie gern ich ihn habe. Natürlich wissen das Menschen auch ohne, dass man ihnen teure Überraschungen macht. Doch freut sich nicht jeder über eine kleine Aufmerksamkeit? Etwas besonderes?

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Ich hoffe auf jeden Fall, dass ihr alle heute einen reich gefüllten Nikolaus-Stiefel hattet.  Ich für meinen Teil bin schon seit einigen Wochen im Weihnachtsfieber. Doch so richtig viele Geschenke habe ich noch nicht. Oft fällt mir, trotz langer Planung, erst kurz vor knapp die absolute Knaller-Idee ein. Natürlich: Das ist allerhand Stress, Ungewissheit, Kopfzerbrechen. Dennoch kann ich manche Menschen, besonders Pärchen, nicht verstehen, die auf diese Schenk-Tradition verzichten können. Es stimmt schon, man kann sich auch an jedem anderen x-beliebigen Tag zeigen, wie gern man sich hat. Doch es ist nun mal Weihnachten. Das bedeutet Zauber. Magie. Da gehört das richtige Geschenk nun mal dazu.

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Und ich denke, es hat noch niemanden umgebracht, sich ein paar Gedanken um das passende Präsent zu machen. In der Weihnachtszeit knistert es und ohne Heimlichkeiten, Aufmerksamkeit und Vorfreude wäre diese Zeit nicht so besonders.

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Tatsächlich fällt es mir jedoch selbst von Jahr zu Jahr schwerer, konkrete Wünsche zu äußern. Denn eigentlich hab ich ja alles: Eine tolle Familie, eine schöne Beziehung, Freunde. Vielleicht bin ich deshalb ein schwieriger Fall, vielleicht aber auch eine Herausforderung. Ich jedenfalls bin schon unglaublich gespannt, was unter dem Baum liegen wird.

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Doch vor allem freue ich mich auf den Heilig Abend. Das Beisammensein. Dieses Jahr feiern wir das erste Mal bei meiner Schwester. Nach all den Jahren bestaunen wieder Kinderaugen den reich gedeckten Gabentisch. Mir wird jetzt schon warm ums Herz, wenn ich an diesen Abend denke.

Gibt es bei euch wiederkehrende Weihnachtstraditionen? Oder ist jedes Fest anders? Was steht bei euch auf den Essensplan? Habt ihr schon alle Geschenke?

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Pullover – New Yorker

Jeans – Primark

Schuhe – Deichmann

Baker Boy Cap – Asos

Tasche via Amazon

Ohrringe – Claires

October: Outfit Review + Life Update

Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren: Ich erfinde mich gerade neu. Jeden Tag wieder. Mein Inneres bleibt dabei aber immer das selbe. Nur mein Äußeres verändert sich. Und ein paar kleine neue Gewohnheiten kommen dazu. Aber das tut mir momentan ganz gut.

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Foto via Pinterest

Gedacht

Man muss Dankbar sein! Aber das ist manchmal gar nicht so leicht. Ja, der Herbstblues tippt mir auch manchmal auf die Schulter. Und das obwohl ich den Herbst doch so liebe. Aber ich halte ganz gut dagegen: Ich nehme mir oft Zeit für mich. Nur für mich. Ein Bad, ein ausgedehntes Frühstück, Lesen. Das entspannt mich und vertreibt meine Grübeleien. Aber ich bin nun mal ein Kopfmensch. Ich bin geboren, um zu grübeln.

Trotzdem: Wenn die Gedanken mal all zu dunkel werden, greife ich ab sofort  zum „Dankbarkeits-Tagebuch“. Ich schreibe jeden Tag mindestens fünf Sachen auf, die mich zum Lächeln gebracht haben. Für die ich dankbar bin. Und siehe da: Selbst an ganz schlimmen Tagen kommen meist mehr als fünf Dinge zusammen.

Gelesen

Wieder eine ganze Menge. Und es tut so gut! Diesen Monat blieb ich aber fern von schwerer Lektüre. Lieber griff ich zu Geschichten fürs Herz. Tolle Atmosphäre, liebenswürdige Charaktere. Und auch für den November habe ich mir schon ein paar Schmöker zurechtgelegt.

  • „Einmal Gilmore, immer Gilmore Girl“, Lauren Graham: 4 von 5 Sternen – ich habe selten beim Lesen so gelacht. Das dünne Büchlein hatte ich an einen Tag durch und war am Ende wütend auf mich, dass ich es mir nicht länger aufgehoben habe.
  • „Ein Koffer voller Träume“, Kate Alcott: 4 von 5 Sternen – Zugegeben: Der Titel gefällt mir so gar nicht. Und hätte ich das Buch nicht für nur drei Euro gefunden, hätte ich es wahrscheinlich nie gekauft. Aber ich muss sagen: Die Story ist stark, die Charaktere lebendig und das Setting liebevoll. Außerdem war ich schon lange auf der Suche nach einen Roman, der die „Titanic“ als Hauptthema hat und sie nicht nur kurz anschneidet.
  • „Wolkenschloss“, Kerstin Gier: 5 von 5 Sternen – Ja, ich liebe Kerstin Gier. Und ja: Ich hatte mich anfangs geweigert ihre Bücher zu lesen. Ich fand mich zu alt für Rubinrot, Silber und Co. Aber: Ihre Bücher sind herzerwärmend. Mir gefällt die Stimmung, die Geschichten, die Figuren und: Die Cover!
  • „Die Wunder der Rauhnächte“, Valentin Kirschgruber: 4 von 5 Sternen – Ja, ich interessiere mich für Esoterik, Magie und Bräuche. Besonders spannend finde ich derzeit die zwölf Rauhnächte. Dieses Buch gab mir gute Einblicke in diese magische Zeit.

 Bücher

Ausprobiert

…habe ich mich diesen Monat wieder modisch und auch schmink-technisch: Ich habe Anzugshosen für mich entdeckt und liebe meine Woll-Pullis (die Sammlung wird immer größer).

Neu in meinem Schminktäschchen sind metallische Lippenstifte, Rouge in satten Apricot-Farben und matte Nagellacke.

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Gegessen

…wurde größtenteils gesund! Auch hier probiere ich mich derzeit aus: Morgens kommt jetzt meistens Haferbrei auf den Tisch. Klingt vielleicht nicht wirklich verlockend, schmeckt aber toll: Am liebsten mag ich mein „Porridge“ mit Cranberrys, Himbeeren und Cashewnüssen.

Gekauft

Schuhe! Und zwar Winterschuhe. Jedes Jahr war ich gefühlt zu spät dran, deshalb hab ich in diesem Monat schnell zugeschlagen, bevor wieder alles, was mir gefällt, ausverkauft war. Und tatsächlich: Meine Suche nach schönen Overknees war gar nicht mehr so einfach. Viele Modelle gab es nur noch in winzigen Größen, oder die Stiefel hatten hohe Absätze, was mir nicht gut gefällt. Trotzdem habe ich ein paar schöne Overknees zum Schnüren gefunden. Außerdem zogen ein paar derbe Boots mit Schnallen und die Ugg Boots „Bailey Bow“ bei mir ein.

Ugg Boots?! Hässlich oder hipp? Darum wird es auch im nächsten Blogpost gehen. Denn eigentlich hatte ich mir geschworen, nie wieder welche zu kaufen. Doch die aktuellen Modelle gefallen mir wirklich gut.

Ein wahrer Shopping-Tipp, wenn ihr wie ich auf der Suche nach Schuhen seid: Tk Maxx! Dort habe ich fast alle meine Schuhe gekauft. Tolle, sehr hochwertige Marken für wenig Geld. Top!

Getragen

Weimar

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Das Karussell 

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Business

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Das Karussell

Ab und zu fahre ich gern Karussell. Ich setze mich auf eins der Pferde, wirbel herum und vergesse Raum und Zeit. Ich sehe zu, wie die Figuren erst noch ganz deutlich zusehen sind, um später dann vor meinen Augen zu verschwimmen. Bis ich nur noch bunte Schleier sehe.

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Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.

Aber die kleine Isabel, blieb lieber vor dem Karussell stehen. Ich sah den lachenden Kindern zu, beobachtete ihre Gesichter, lauschte der Jahrmarktsmusik. Ich stand lieber abseits, aß meine Zuckerwatte. Und speicherte all die Eindrücke ab.

Später mochte ich den Rummel nicht so sehr. Es war mir zu viel los. Zu viel Trubel, zu viele Menschen, zu viele Geräusche, zu viel So-Tun-Als-Ob. Lieber blieb ich wieder still am Rand sitzen, mit meiner Zuckerwatte in der Hand.

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Gleichaltrige lachten nur gelangweilt über die bunten Pferde, die Löwen, und den Elefanten. Winkten abschätzig mit der Hand und gingen zu schnelleren, moderneren Fahrschulen. Doch dann und wann blieb ich sitzen. Vor dem Karussell. Und beobachtete. Dieses mal keine Zuckerwatte in der Hand.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

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Obwohl ich lieber sitzen blieb und beobachtete, fühlte ich mich nie ausgeschlossen. Mir war nicht langweilig, ich vermisste nichts. Ich war inmitten von Menschen und doch allein. Irgendwie aber auch nicht. Denn dann und wann, kam ein kleiner Elefant an mir vorbei. Und oft hatte ich das Gefühl, dass ich dieser weiße Elefant war. Ein Exot? Anders als die Anderen. Die Anderen verschwammen, wie die Pferde und Löwen in der Masse. Ich konnte sie einzeln nicht mehr ausmachen. Sie existierten nur noch in der Gruppe. Hatten keine Identität.

Ich saß vielleicht am Rand, aber ab und zu mit einer Zuckerwatte in der Hand. Ich ließ meine Fantasie fließen, beobachtete Menschen, sammelte Geschichten in meinem Kopf. Und heute wurde aus diesen vermeintlichen Makel, meine vielleicht größte Stärke. Ich habe mich nie verbogen, ich blieb der weiße Elefant. Ein Exot. Aber kein Außenseiter mehr.

Sitzt ihr auch gern am Rande oder seid ihr lieber im Getümmel?

Seid ihr ein Löwe oder ein Elefant?

Oberteil – Bohoo

Hose – Fussl

Ring – via Wish

Kette – Tiffany and Co

Ohrringe – C&A

Ausschnitte aus „Das Karussell“ – Rainer Maria Rilke