It’s all About Vintage

Fashion meets Geschichte: Ich wäre gern eine Zeitreisende. Schon unzählige Male habe ich mir vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn ich mich durch einen bloßen Fingerschnipp ins Paris der 20er Jahre transportieren könnte. Stylingtechnisch würde ich mich in Marion Cottilard aus „Midnight in Paris“ verwandeln. Und wenn mir diese Zeit dann doch überdrüssig wird (was, wenn wir ehrlich sind, wahrscheinlich nie passieren würde), könnte ich mich schnell in’s Flower-Power-Hippie-London beamen.

Mode ist toll. Doch Mode mit Geschichte? Das hat noch einmal einen ganz besonderern Reiz. Zwei meiner Leidenschaften vereint – besser geht kaum. Vor allem, wenn man kleine Designerschätzchen für einen Bruchteil des einstigen Preises ergattern kann. Denn ja, es gibt sie: Die Vintage-Schätze, nach denen sich jede Fashionista die Finger leckt. Persönlich bin ich selbst erst im vergangenen Jahr auf den Secondhand-Geschmack gekommen – habe seit dem aber ordentlich zugeschlagen. Doch wie so oft, war auch hier der Anfang schwer. Denn die besten Vintage-Teile liegen nicht auf der Straße. Es braucht Zeit, Geduld und eine ordentliche Recherche, um fündig zu werden.

Bist auch du neugierig geworden? In diesen Post teile ich meine Erfahrungen mit euch und plaudere aus dem Nähkästchen, wo ihr bedenkenlos nach Lust und Laune shoppen könnt – ohne die Gefahr, auf Fakes reinzufallen.

In diesem Sinne: Auf die Shopping-Bags, fertig, los!

Der Tommy-Hilfiger-Blazer

Eigentlich wollte ich letzten Sommer gern nach London. Oder Amsterdam. Vielleicht auch wieder Paris. Hauptsache raus aus Deutschland. Am Ende wurde es „doch nur“ München. Anfangs etwas enttäuscht, entpuppte sich dieser Urlaub als einer meiner schönsten und ich habe mich – wie ihr wisst – augenblicklich in die bayrische Hauptstadt verliebt.

Bereits vorab lauschte ich immer wieder Berichten, wie grandios man in München shoppen kann – vor allem Designermode aus zweiter Hand. Also recherchierte ich im Vorfeld und plante unsere Aktivitäten um die verheißungsvollsten Läden herum. Klingt verrückt – ist es vielleicht auch. Aber wahrscheinlich hört sich das Ganze extremer an, als es wirklich war. So wollte ich unbedingt im kleinen aber feinen Lädchen iki M. stöbern – das befindet sich in der Maxvorstadt. Also plante ich vorher einen Spaziergang über den Nordfriedhof ein und suchte uns ein nettes Lokal für den After-Shopping-Latte-Macchiato aus (Klick hier, um mehr zu erfahren). Auf dem Weg zu Schloss Nymphenburg lag die Boutique „Kleiderpracht“ und unseren ausgiebigen Flohmarkt-Besuch verbanden wir mit einer Runde durch den Olympiapark.

Lange Rede kurzer Sinn: Quasi täglich entfuhren mir entzückte Schreie, wenn ich wieder ein kleines Schnäppchen ergatterte. Und am Ende erwies es sich als wirklich glücklicher Umstand, mit dem eigenen Fahrzeug und nicht mit Zug, Flugzeug oder Co unterwegs zu sein: Meine Koffer gingen vor lauter neuer Lieblingsteile nicht mehr zu – aber das Auto bot zum Glück genug Stauraum.

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Mein liebstes München-Souvenir: Dieser Tommy-Hilfiger-Blazer. Für gerade einmal 30 Euro.

Escada Couture

Drei, zwei, eins, Meins! Kleine Zeitreise in die Kindheit: Meine Mama war früher leidenschaftlich gern auf Ebay unterwegs. Ich weiß noch, wie sie regelmäßig Bücherpakete für mich kleine Leseratte ersteigerte und ich jedes Mal ganz aus dem Häuschen war, wenn die Mission erfolgreich war. Jahre später hab ich Ebay wieder neu für mich entdeckt.

Ich wohne in einer Kleinstadt und auch in den nächst-größeren Orten ist das Angebot an hippen und gut gefüllten Vintage-Läden klein. Also stöberte ich Ende letzten Jahres auf Ebay und fand diesen Escada-Couture-Blazer über EbayPlus. Die Ware wird dort auf Echtheit, sowie Zustand geprüft und kann – im Falle, dass man doch nicht zufrieden ist – problemlos zurückgegeben werden.

Wie tief ich für dieses außergewöhnliche Teil in die Tasche greifen musste? 38 Euro.

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Ein Traum wird war – Chanel zieht ein

Oft werde ich gefragt, warum ich von Chanel träume. Erst einmal sei gesagt: Ich träume nicht NUR von großen Labels und Mode. Aber wie viele andere auch, drückte auch ich mir als junges Mädchen die Nase an den Chanel-Schaufenstern platt und sah mich mit einer der Taschen durch die Stadt flanieren.

Die beiden ineinander verschlungenen C’s, die Weltspitze im Fashionbereich: Chanel – für mich hat dieses Wort nahezu magische Kräfte.

Denn Frauen, die Chanel tragen….Wer sind sie? Was machen sie beruflich? Residieren sie in einer schicken Altbauwohnung in Saint-Germain-des-Prés? Essen sie ihr Croissant allmorgendlich im Café de Flore? Flanieren sie danach durch den Jardin des Tuileries? Es bleibt ein Mysterium. Doch eins weiß ich: Ich möchte zum Club dazugehören…

Also legte ich jeden Monat eine kleine Summe auf die Hohe Kante. Chanel-Ohrringe sollten es werden. Doch das eine Modell, dass ich mir in den Kopf gesetzt habe, fand ich nicht. Also sah ich mich Second-Hand um, auch wenn ich dann auf das schöne Kauferlebnis verzichten musste.

Auf Vestiaire Collective wurde ich schnell fündig. Klassische, schnörkellose, verschlungene C’s in Gold. Wie neu, ohne auch nur eine Gebrauchsspur und in Originalverpackung.

Der reibungslose Ablauf und schnelle Versand ließen mich Blut lecken. Das Resultat: Nur zwei Monate später zog ein Chanel-Ring bei mir ein.

Ob ich nun zum Club gehöre? Wer weiß das schon.

Wer weiß schon, was oder wer eine Chanel-Frau ist…

Multicolor Armbänder von Aigner

Mein Neuzugang: Mit der Liebe zu München wuchs auch das Interesse an Aigner. Eher durch Zufall entdeckte ich vergangene Woche diese Armbänder auf „Mädchenflohmarkt“.

Die Zauberwörter: Neu und ungetragen. Diese zwei kleinen Wörtchen und das Design ließen mein Herz höher schlagen.

Für 40 Euro sind die handbemalten Schmuckstücke aus Leder bei mir eingezogen. Das Bild vor meinen Augen: Sommer, Sonne, flatternde Kleider und diese leichten Basic-Armbänder.

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Psssst: Auch ich verkaufe regelmäßig Schätze aus meinem Kleiderschrank auf Mädchenflohmarkt. Schaut gerne mal hier vorbei.

Zusammengefasst…

Kann ich euch aus eigener Erfahrung diese Shops wärmstens empfehlen:

EbayPlus

Mädchenflohmarkt

Rebelle

Vestiaire Collective

In meinen München-Post findet ihr zudem eine kleine Auswahl an Second-Hand-Läden, die ich selbst besucht und für gut befunden habe.

 

 

Was werden nur die Anderen denken?

Ein Samstagabend: Ich liege schon im Bett, habe es mir gemütlich gemacht: Duftkerzen brennen, ein aufgeschlagenes Buch wartet geduldig auf meine Aufmerksamkeit, das grelle Licht des Laptops leuchtet mich noch an – bis eben saß ich noch an einen Blogpost und wollte die frisch geschossenen Bilder bearbeiten. Auf die Fotos bin ich heute besonders stolz: Outfit und Location harmonieren, das Licht haben wir besonders gut abgepasst. Ich greife zum Handy, möchte noch schnell ein letztes Foto auf Instagram posten. Doch plötzlich halte ich inne. Von Gemütlichkeit keine Spur mehr. Die Geister der Nacht haben mich wieder einmal eingeholt.

Die Geister der Nacht – das sind Zweifel, mangelndes Selbstbewusstsein und die Stimmen der Anderen. Was werden meine Follower nur denken, wenn ich heute schon wieder ein Outfitbild hochlade? Finden sie mich eingebildet, selbstverliebt, kamerageil? Oder freuen sie sich über ein kleines Update, ein Lebenszeichen von mir? Sehen sie die harte Arbeit hinter diesem schlichten Bild? Oder beachten sie mich gar nicht und scrollen im Feed weiter nach unten?

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Nachts sieht alles negativer und düsterer aus – klar. Aber liegt es vielleicht gar nicht an der Tageszeit, sondern schlicht an mir und meinen kleinen Geistern, dass ich so zusammenzucke? Kaum einer wird merken, dass ich so mit mir kämpfe, dass so viele Gedanken auf einmal in meinem Kopf herumwirbeln. Aber so ist es: Ich kann nicht einfach tun und lassen was ich will. Bei allem was ich tue, bewegt mich vor allem eins:

Ich wünsche, dass Sie mich mögen. Dass niemand da draußen etwas schlechtes über mich denkt.

Und das grenzt mich ein. Ich baue mir einen eigenen Zaun, den ich nicht überwinden kann. Keiner da, der mir mit einer Räuberleiter hilft. Denn dieses Problem – das muss ich allein überwinden. Ganz allein. Nur stellt das für mich momentan eine schier unmögliche Aufgabe dar. Denn das Problem – das bin ich.

Ich weiß insgeheim ganz genau, dass es ein Utopie ist, von jedem gemocht zu werden. Und ganz am Rande: Möchte ich von Personen geliebt werden, die ich selbst nicht mag? Macht das Sinn? Nein, aber ich wünsche es mir dennoch. Und das verstehe ich nicht. Ich verstehe mich in diesem Punkt nicht. Und kann trotzdem nichts ändern…

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Vor einigen Tagen führte ich eine sehr interessante Unterhaltung: Es ging darum, dass bei mir nach außen hin alles vermeintlich perfekt wirkt. Freundliche Bilder, regelmäßige Reisen, hier und da neue Klamotten. Natürlich – wir stellen nur Bilder auf Instagram, die uns selbst gefallen. Aber dennoch ließ mich die Aussage nachdenken: Ich bin sehr zufrieden, wie alles ist. Ich mag mein Studium, meinen Nebenjob,  ich pflege meine vielen Hobbys, habe eine tolle Familie und einen Freund – mein Leben ist abwechslungsreich und erfüllt, vielleicht erfüllter als das der meisten Anderen. Doch trotzdem fühle ich mich oft so zerrissen. Kämpfe mit Selbstzweifeln, großen Unsicherheiten – kurz: Ich bin gefangen. Und wie schon gesagt: Ich bin selbst Schuld. Weil ich zu viel auf die Meinung der Anderen gebe.

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Vielleicht hatte ich deshalb das große Bedürfnis, mich meiner Gesprächspartnerin zu öffnen. Und klaren Tisch zu machen. Das eben auch ich mit Unsicherheiten kämpfe, dass ich große Zweifel habe und manchmal gar nicht so toll finde, was ich mache. Und ich hatte das Bedürfnis zu erzählen, wie es dazu kommt, dass ich so bin, wie ich bin. Andere sehen vielleicht nur die vielen Fotos und nehmen an, ich sei selbstverliebt. Dabei ist das Fotografieren und Fotografiert-Werden zu Hobby und Therapie für mich geworden. Weil ich mich durch Fotos und Mode ausdrücken kann – ich kann zu den Menschen werden, der ich gern sein will. Mode macht mich selbstsicherer und hilft mir, endlich mit mir im Reinen zu sein. Und es mag oberflächlich klingen, aber sobald ich schöne Fotos sehe, die aufwendig geplant wurden, löst das in mir Glücksgefühle und Stolz aus. Denn diese Fotos sind eben keine Schnappschüsse – das sind kleine Shootings. Vorab suchen wir Locations, ich plane das Outfit – wäge ab, ob es zum Hintergrund passen wird oder nicht, wir diskutieren, zu welcher Tageszeit die idealsten Lichtverhältnisse herrschen. Und soll ich Euch mal was sagen? Das macht mir verdammt viel Spaß. Und deswegen möchte ich die Bilder anschließend gern posten – doch diesem Schritt folgt der Gedanke, dass ich mich für meine Fotos rechtfertigen möchte. Weswegen ich schon wieder darauf zusehen bin, dass das nichts mit Selbstverliebt-Sein zu tun hat, dass das einfach mein Hobby ist – und mein kleiner, eigener Weg meine Unsicherheiten zu therapieren.

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Doch insgeheim weiß ich, dass diese Erklärungen nichts nützen würden. Denn – es ist traurig, ich weiß – die Leute sehen oft nur das, was sie sehen wollen. Und meine Rechtfertigungen blieben ungehört. Das sollte für mich ein Grund mehr sein, einfach das zu machen, was ich will – ohne dauernd an die Anderen zu denken. Und meistens veröffentliche ich auch wirklich alles, was ich möchte. Ich muss nur jedes mal einen inneren Kampf überwinden. Ich bin eine Kriegerin gegen mich selbst. Mit gezogener Waffe stürze ich mich ins Feld und versuche diese dummen Gedanken kalt zu machen.

Ich glaube nicht, dass das viele schaffen. Aber ich weiß, dass Einige solche Kämpfe mit sich führen – nicht nur ich. Und ich bin verdammt stolz, dass ich mich oft genug nicht von ihnen unterkriegen lasse und am Ende doch das mache, was ich will. Doch viele tun das nicht: In letzter Zeit habe ich so oft den Eindruck, dass die Menschen um mich herum nur so sind, wie sie sind, weil sie denken, dass es anderen gefällt. Sie kreieren eine Person, die von anderen – so nehmen sie an – bewundert und akzeptiert wird. Doch hauptsächlich spielen sie den Großteil ihres Alltags eine Rolle und verfolgen Ziele, die vielleicht die Anderen gut finden, sie aber in ihren tiefsten Inneren nicht. Sie sagen Sätze, die in den Ohren vieler Menschen toll klingen mögen, ihre Meinung sieht aber eigentlich ganz anders aus. Und eigentlich interessieren sie sich gar nicht so sehr für die Erderwärmung – aber sie posten es, weil die Anderen sie dafür bewundern werden.

Ich glaube, dass diese Personen oft selbst nicht bemerken, dass sie für die Anderen und nicht für sich selbst leben. Aber irgendwann kommen sie an einen Punkt, an dem es ihnen wie Schuppen von den Augen fällt. Und was machen sie? Sie leben weiter – und ändern vielleicht nichts.

Ein Thema das mich sehr beschäftigt. Das mich fragen lässt: Bin ich auch so? Ich erzähle es Euch ein anderes Mal.

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Hier seht ihr übrigens die Fotos, über die ich geschrieben habe. Und ich zeige sie Euch. Hier. Und auf Instagram. Pinterest sowieso. Wisst ihr warum? Weil sie Mühe gekostet haben. Weil sie mich stolz machen. Und vor allem: Weil sie mir gefallen. Egal, was andere denken werden. Denn in dieser Schlacht hab ich über mich selbst gesiegt.


Jeans – Levi’s

Blazer – Zara

Bluse – Zara

Schuhe – Puma

Schmuck – teils Vintage

Fotos: Tom Herold (click here)

Sein oder Nichtsein – Kaufen oder nicht kaufen

Zwischen Schulhof und Abipartys, Vorlesungssälen und Mensa: Seid ihr da immer ihr selbst? Jederzeit ganz bei euch? Oder spielt ihr eine Rolle? Nur ab und zu?
Ich weißt nicht, ob ich immer ich selbst bin. Früher ganz sicher nicht. Da zählten andere Dinge, da wollte man dazugehören. Und heute? Nur weil aus Pausenhof Mensa wurde, falle ich nicht weniger oft aus der Rolle.
Der Blick von rechts nach links. Das Glück der Anderen und das, was ich habe. Könnte ich mir nicht ein klein wenig Glanz von meiner Nachbarin stibitzen? Vielleicht indem ich genau ihre Hose, ihre Tasche kaufe? Das Glück der Anderen. Der immer grünere Rasen.

Was das mit meinem Kleiderschrank zu tun hat? Seht selbst.

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Ihr kennt das doch sicher auch: Das eigene Teenager-Ich, das bewundernd die verschiedenen Gesichter in der Schule beobachtet. Da wäre die dunkelhaarige Schulschönheit einen Jahrgang über mir. Oder die Athletin aus der 12. Die kleine Süße, mit dem verschmitzten Lachen oder das Mädchen mit den goldenen Korkenzieherlocken. Und dazwischen ich. Wie ich mich ein kleines bisschen blass fühle. Was dagegen hilft? Vielleicht eine Shoppingtour. Dann trage ich zwar die gleichen Sachen, wie meine „Vorbilder“, aber macht mich das auch glücklich? Der Blick in den Spiegel jedenfalls stellte mich nicht zufrieden. Sowieso fühlte ich mich in meinen neuen Look unbehaglich, zupfte an mir herum. Was an anderen toll aussieht, wirkt an mir fehl am Platz. Denn ich stecke in der Haut eines Anderen. Kann doch nur schief gehen, oder?

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Und auch heute, einige Jahre später, verliebe ich mich in Looks anderer Frauen und versuche ab und zu, mir etwas von ihnen abzugucken. Das ist völlig legitim und dient mir oft als Inspiration für noch bessere Looks. Aber manchmal ist es wirklich schwierig zu unterscheiden, ob ich mich schlicht inspirieren lasse, oder ob ich mir etwas fremdes zu Eigen machen will.

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Ich sehe den cleanen Look einer Bloggerin und verliebe mich auf der Stelle. Passt doch perfekt zu ihrem geordneten, erfolgreichen Leben. Könnte auch ich so sein, wenn ich nur ihre Kleidung trage? Doch bin das dann wirklich noch ich? Die, die immer gern zu auffälligem, dekadenten Schmuck und großen Taschen gegriffen hat? Oder mache ich mir vielleicht schlicht und ergreifend zu viele Gedanken? Ich bin 21 und es wäre anmaßend zu behaupten, dass ich meinen Stil voll und ganz gefunden habe. Noch nicht jetzt. Da kommt mir die Frage in den Sinn, ob man überhaupt jemals seinen ganz eigenen Stil findet. Oder, ob wir uns mit diesem Vorhaben vielleicht viel zu sehr unter Druck setzen. Was spricht dagegen zwischen verschiedenen Looks zu switchen? Mal sportlich, mal klassisch, mal trendy. Mode sollte kein Diktat sein, wir dürfen nicht alles „tot-denken“. Natürlich ziehen sich einige Faktoren wie ein roter Faden durch unsere Kleiderschränke. Und vielleicht reicht das schon als Alleinstellungsmerkmal. Bitter wird es erst, wenn wir versuchen uns durch Kleidung ein anderes Leben vorzugaukeln.

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Was sagt ihr: Ist die Stil-Suche ein nie endender Weg, oder seid ihr modisch bereits voll und ganz bei Euch? Habt ihr selbst schon einmal Sachen nachgekauft, nur weil ihr damit dazugehören wolltet?

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Kleid – Na-kd

Ringe – Vintage

Ohrringe – Primark

Der letzte Pessimist

Ich sitze wirklich schon lange an diesem Eintrag. Weil mir das Thema am Herzen liegt, weil ich – wie ich finde – einen großen Fortschritt gemacht habe. Doch wie packe ich alles in Sätze? Wie kann ich meine klitzekleinen Erfolge weitergeben? Wie kann ich Euch zeigen, was mir zurzeit besonders wichtig ist?

Vielleicht ist es ja ganz einfach. Wie beschreibe ich mein Problem mit nur einem Satz?

„Sei mal nicht so negativ.“

Habt Ihr bestimmt auch schon mal gehört, oder? Ich kann wirklich ein ganz schön großer Pessimist sein. Das Glas ist viel zu oft halbleer. Statt heute besonders zufrieden mit meinem Outfit zu sein, sehe ich, dass der Eyeliner hätte perfekter sitzen können. Zu wenig Zeit, zu viel zu tun! Und dann das Wetter…Sonne? Wo bleibst du?

Was das Ganze noch schlimmer macht: Die ganze Welt um mich herum hat sich in Optimisten verwandelt. Meine Kommilitonen, die Fernsehmoderatorin, Instagram sowieso und auch die Blogosphäre: Alle sehen die Welt rosarot, statt dunkelgrau. Ich bin der wahrscheinlich letzte Pessimist der Welt. Doch das möchte ich ändern.

Ich habe von einen Tag auf den anderen entschieden, dass ich dem Pessimisten in mir den Garaus machen will. Was ich bald merkte: Das geht nicht von heute auf morgen. Aber vielleicht von Monat zu Monat. Immer ein Stückchen mehr.

Macht Ihr mit?

Wollen wir zusammen ein klein wenig positiver werden?

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Zuallererst möchte ich sagen, dass meine Tipps natürlich nicht neu oder revolutionär sind. Es sind nur eben genau die Punkte, die mir geholfen haben hierher zu kommen. So simpel sie auch sind – manchmal kann es echt scher sein, sie längerfristig zu befolgen.

Der Morgen macht den Tag

Ich liebe die frühen Morgenstunden. Deshalb bevorzuge ich es schon immer früh aufzustehen. Wenn alles leise ist und viele noch schlafen: Das ist meine Zeit, die ich optimal nutzen möchte. Um das zu schaffen und bestmöglich in den Tag zu starten, habe ich für mich eine kleine Routine gefunden. Erst eine ausgiebige Dusche am Morgen, danach creme ich mich ein, verwöhne mich. Zum Frühstück gibt es (sogar noch vor dem Kaffee) ein Glas Karottensaft – das gibt mir einen Vitaminboost und sorgt für schöne Haut. Seit ein paar Wochen mache ich außerdem morgens immer noch ein kleines halbstündiges Bauch-Beine-Po-Workout. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich besonders die kleine Sporteinheit beibehalten werde. Ich merke, wie gut ich mich danach fühle. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.

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Musik an

Ich hab mein ganzes Leben lang Musik gemacht. Musikalische Früherziehung, Gesangsunterricht, Chor, Ensemble, Querflötenstunden. Das volle Programm. Doch in meiner Freizeit hab ich fast nie Musik gehört. Ich war nie diejenige, die man mit Kopfhörern auf der Straße sah. Doch das hat sich geändert. Egal ob im Auto, unter der Dusche, in der Mittagspause oder am Abend beim Eincremen: Ich höre Musik. Das aber nicht wahllos. Ich höre nur Songs, die mir gut tun. Die mich motivieren. Ganz oben auf meiner Playlist stehen die Lieder aus „The Greatest Showman“. Die Filmmusik hat mich schon mehrmals zu Tränen gerührt. Aber nicht, weil sie so traurig, sondern weil so motivierend ist. Ich fühle mich durch jede einzelne Zeile angesprochen, fast so, als hätte mir jemand die Texte auf den Leib geschrieben.

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Dankbarkeitstagebuch

Zugegeben: Die Idee ist nicht neu und schon gar nicht von mir. Zwar schreibe ich schon immer intensiv Tagebuch, aber mir kam noch nie – oder nur sehr selten – in den Sinn, die Dinge aufzuschreiben, für die ich dankbar bin. Diese Idee habe ich mir von anderen Bloggern abgeschaut.

Ich nahm mir vor, jeden Tag mindestens fünf Dinge zu finden, für die ich dankbar bin. Und alle anderen Sachen, will ich zumindest am Abend, wenn ich alles Revue passieren lasse, ausblenden.

Am Anfang war das mit mir und dem Dankbarkeitstagebuch so eine Sache: Ich saß vor blendend weißen Blättern und mir viel oft (nicht immer) einfach nicht sehr viel Gutes ein. Obwohl mein Leben, voller vieler schöner Dinge ist – aber die übersieht man zu oft. Irgendwann fing ich an kleiner zu denken: Der Kaffee heute Mittag war wirklich aromatisch. Das Autofahren mit offenen Fenstern hat Spaß gemacht und meine Schuhe passen toll zum Outfit. Das Parfum meiner Kollegin riecht immer so gut und das Seminar heute war spannend. Mittlerweile schreibe ich nicht nur fünf Punkte nieder, sondern oft mehr als zehn. Selbst an einen eher mittelmäßigen Tag gehe ich dann mit einen Lächeln zu Bett, weil ich sehe, dass es überall Lichtblicke und Alltagsfreuden gibt.

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Wellness

Ich pflege mich schon immer sehr – Masken, Peelings, Cremes und Co gehören seit Jahren zu meiner Badroutine. Doch oft habe ich es als lästig empfunden, mich einzucremen und an die vielen Produkte zu denken. Mittlerweile nehme ich mir diese Zeit ganz bewusst und dehne sie sogar so lange wie möglich aus. Ich probiere immer wieder neue Masken und fühle mich nach einer ausgiebigen Badsession wie neugeboren. Ich tue mir selbst, meinem Äußeren und meiner Seele etwas Gutes. Ich konzentriere mich nur auf mich, diese Zeit gilt nur mir.

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Lies Dich glücklich

Ich liebe traurige, dramatische, herzzereißende Geschichten. „Die Liebenden von Leningrad“, „Honigtot“, „Die Bücherdiebin“ oder „Die Teerose“ – alles Geschichten, die mir sehr am Herzen liegen. Mittlerweile glaube ich jedoch, dass ich für derartige Bücher eine „zu intensive“ Leserin bin. Ich lese nicht einfach nur ein Buch – ich tauche in die Welt ab. Es fühlt sich fast so an, als wäre ich Teil der Geschichte, als würde ich alles selbst erleben. Nachts kann ich dann nicht schlafen, weil ich immer noch zu sehr von der Geschichte gefangen bin. Auch Tage oder Wochen danach kann ich mich noch nicht aus der Welt befreien. In letzter Zeit griff ich oft zu „positiveren“ Büchern. „Der letzte macht den Mut zu“, „Curvy“ oder „Good Night Stories for Rebel Girls“ – das sind kleine Kurzbiografien, über starke Frauen. Ich möchte natürlich nicht auf dramatische Geschichten verzichten, aber diese Art von Lektüre tut mir zurzeit richtig gut. #PositiveVibesOnly

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Pausen

Wisst ihr wo ich mich am wohlsten fühle? Auf den warmen Steinstufen meiner Terrasse. Mit einem Espresso in der Hand. Das Gesicht der Sonne zugewendet.

Wenn Ihr mich jetzt so sehen könntet, wie ich diese Zeilen schreibe, würdet Ihr sehen, dass ich genau hier, auf meinen Stufen sitze. Eine Tasse Kaffee neben mir, die goldene Sonnenbrille abgelegt, die Sonne auf meinen Beinen.

Ich liebe kleine Pausen. Und mögen es nur fünf Minuten sein. Auch wenn der Tag vollgestopft ist, auch wenn ich eigentlich schon viel zu spät dran bin und die Arbeit ruft. Diese fünf Minuten Ruhe habe ich noch. Danach merke ich förmlich, wie wieder positive Energie durch meine Adern fließt. Wie ich ruhiger atme und der Knoten im Kopf gelockert wurde.

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Und Ihr so? Was macht Ihr, um besonders positiv in den Tag zu starten? Seid Ihr eher Team Pessi- oder Optimist?

 

Bluse – Shein

Jeans – Levi’s

Tasche – C&A

Ohrringe – Primark

Die letzten 8 Jahre

Es gibt Tage, an denen sprudeln die Worte nur so aus mir heraus. Aber in den letzten Wochen, will einfach kein vernünftiger Satz aus meinen Fingern fließen. Ich plane Outfits, mache Fotos, aber die ganzen schönen Aufnahmen versauern auf meinem Laptop, weil einfach kein Blogeintrag zustande kommt. Dabei ist mir das hier doch so wichtig. Doch mein Kopf ist wie ein unsortierter Haufen Kleidung: Was ziehe ich an? Was kann weg? Was lege ich für besondere Anlässe zurück? Meine Gedanken drehen sich, ich habe viele Ideen, aber ich kann sie nicht in Worte fassen. Vielleicht weil es zu viele sind? Also setzte ich mich hin, versuche meine Gedanken durchzusuchen, neu zu organisieren und auszumisten. Danach begann ich von neuem zu überlegen: Was macht mich und meine Gedanken aus? Was inspiriert mich? Wo will ich hin?

Was mir dabei half? Meine alten Tagebücher. Ich tauchte ab, in acht Jahre Isabel. Was dabei herauskam? Ein breites Lächeln, kleine Tränen und sehr viel Einsicht.

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26.08.2010

„Warum haben so viele Menschen Angst, ihren wahren Charakter zu zeigen? Ich bin doch immer ich, oder? Wie viele Persönlichkeiten habe ich?“

Ich weiß noch, dass ich mich zu dieser Zeit ziemlich verloren fühlte. Ich passte nirgendwo rein, hatte andere Interessen als meine Mitschüler und fühlte mich uncool. Ich war mir sicher, dass meine Situation viel einfacher sein würde, wenn jeder mehr er selbst sein würde. Damals machten die meisten nur das, was die große Gruppe auch wollte. Viele verstellten sich. Ich dachte, dass, wenn jeder mehr zu sich selbst stehen würde, die Welt viel besser sein könnte.

22.1.2011 

„Außenseiter haben auch was drauf“

Schon mal als Außenseiter gefühlt? Weil man nicht so hineinpasst, andere Meinungen hat, anders aussieht und andere Träume verfolgt? Das Gefühl, nicht so zu sein, wie die Anderen, verfolgte mich in meiner Jugend stetig. Oft sah ich nur eine einheitliche Masse und ich stand außen vor. In dieser Zeit begann ich Biografien zu lesen. Über Romy Schneider, Diana, Sophia Loren, Coco Chanel, Ludwig II. und viele andere. Plötzlich öffnete sich für mich eine neue Welt. Diese Menschen hatten alle etwas gemeinsam: Das Gefühl, nicht hineinzupassen. Und trotzdem, oder gerade weil sie anders waren, schafften sie etwas Großes. Also könnte ich das doch auch schaffen?

26.4.2011

„Ich würd so gern Prinzessin werden…aber wie treffe ich nur einen Prinzen?“

Romantisch ist mein zweiter Vorname. Hochzeiten, Märchen, Kleider, Prinzessin werden. Damals war ich fasziniert von Kate und Williams Hochzeit. Und auch heute bin ich immer noch für den Adel entflammt. Peinlich? Nein, das ist mir mein reges Interesse für den Adel heute nicht mehr. Bald ist es ja auch wieder soweit: Die nächste royale Hochzeit findet statt. Und ich gebe ganz offen und ohne Scham zu: Ich freue mich drauf!

11.10.2011

„Der Pfad zum Glücklichsein beginnt mit einem Traum.“ 

Ich hatte viele Träume. Eigentlich träumte ich damals nur. Heute – Gott sei Dank – auch noch. Als Teenager wollte ich die große weite Welt sehen, Journalistin werden, schreiben, schreiben, schreiben und einmal eine starke Frau werden. Und wenn ich die Zeilen meines damaligen Ichs so lese, dann erfüllt es mich mit Stolz: Denn ich arbeite immer noch ehrgeizig an genau diesen Zielen. Ich erkunde die Welt, ich studiere und arbeite hart, verdiene mein eigenes Geld und nehme mein Leben in die Hand.

2012

„Sie ist wie ich – sie hat am meisten Angst vor dem, was sie am besten kann“

Ich über Romy Schneider, die die Schauspielerei als Gift sah. Ich hatte Angst vor dem Schreiben, weil ich dachte, dass ich nie gut genug sein werde. Ihr ging es irgendwie genauso…und auch heute habe ich oft die Auffassung, dass ich dem Füller lieber fern bleiben soll, wenn ich nur mittelmäßige Texte schreibe. Dumm, oder? Warum nicht einfach machen, was man liebt? Einfach nur für sich? Einmal den Ehrgeiz und den Perfektionismus bei Seite legen.

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7.1.2014
“ I am not a Girl, not yet a women“
Dazwischen. Kein Kind mehr, aber auch keine Frau. Bald keine Schülerin, aber auch noch keine Studentin. In der 11. und 12. Klasse tobte in mir ein Sturm. Ich fühlte mich noch geborgen, aber gleichzeitig machte ich mir auch Sorgen darüber, wie sich mein Leben verändern wird, wenn ich mein Abschlusszeugnis in den Händen halten werde.
18.2.2015
„Das Leben ist eine Bühne, aber das Stück ist schlecht besetzt (Oscar Wilde)“
Die letzten beiden Jahre meiner Schulzeit waren turbulent, aufregend, aber auch schmerzhaft. Ich verabschiedete mich nicht nur von meinem alten Leben, von Lehrern und der Schule, sondern auch von einigen giftigen Freundschaften. Ich wollte mich nicht mehr mit Zweckbeziehungen zufrieden geben. Menschen, die mich anlächelten und mir ewige Freundschaft schworen, sich aber im nächsten Moment hinter meinen Rücken über mich ausließen. Nein, das konnte ich nicht mehr akzeptieren. Damals war mein Leben voll von Menschen, die mir nicht gut taten. Und ich habe diese radikal „aussortiert“. Damals war es hart. Heute, rückblickend, war es die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens.

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13. Juli 2015
„Wie Hadley mit Ernest“
…so fühlte ich mich als ich das erste mal über die Champs Elysées schlenderte. Zum Abitur schenkten mir meine Eltern eine Kreuzfahrtreise. Southampton, Brücke, Amsterdam und: Paris – die Stadt, von der ich am meisten träumte. Und ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie ich in einen rosa Sommerkleidchen über die Champs Eysées flanierte. Ich fühlte mich so schön, wie noch nie und vor allem: So frei, wie noch nie. Ich kostete vom süßen Leben. Zwei Jahre später, kehrte ich wieder zurück. Gewiss nicht das letzte Mal.
4.12.2016
„Ich schreibe, Ich musste jetzt einfach wieder den Füllhalter in die Hand nehmen. Es muss wieder zur Gewohnheit werden. Tinte in meinem Blut.“
Früher schrieb ich jeden Tag. Seite um Seite. 2016 verlor ich diese Leidenschaft ein wenig. In meinem Leben hatte sich einiges verändert. Natürlich….das Erwachsen-Werden…ich musste mich selbst erst einmal wieder neu kennenlernen. Doch ich habe nie ganz die Liebe zum Wort verloren. Und ich spüre, wie das Schreiben wieder selbstverständlich wird. Das tut gut. Das macht mich glücklich. Vielleicht waren der Füller und ich wie ein Pärchen, dass sich schon von klein auf kennt und mal kurz getrennte Wege gehen musste – um wieder gestärkt und glücklicher in die neue Beziehung zu starten. Wir brauchten eine Pause, doch jetzt lieben wir uns wieder mehr denn je.

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Mich inspiriert so vieles: Bücher, Menschen, Filme, Musik, Farben, Gerüche. Ich muss nur alle meine Sinne öffnen. Aufmerksamer werden. Und mehr auf mich hören. Mich selbst finden und immer wieder neu kennenlernen. Das schaffe ich nur, wenn ich auch einmal zurück schaue. „Schau nie zurück, sondern nur nach vorn“ ist doch Blödsinn, oder? Wir Menschen bestehen doch nicht nur aus Zukunft? Wir wurden von der Vergangenheit geformt, wieso also, sollten wir sie versuchen zu vergessen? Ich bin mir sicher, dass uns ein Blick zurück reifen lassen kann. Und uns die Augen öffnet. Wie mir gerade. Die Inspiration war weg, also ging ich zurück. Zurück in die letzten acht Jahre meines Lebens. Und genau das war es: Das inspirierte mich. Ich fand neue Inspiration in mir selbst.

The Vienna Diaries | Part Two

Prater, Narrenturm, Naschmarkt und der St.-Marx-Friedhof. Eine seltsame Kombi, das muss ich selbst schon zugeben. Aber ich habe gelernt, dass Wien mehr zu bieten hat, als Sisi, Mozart und das Sacher. Wien ist facettenreich und durch und durch faszinierend.

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Wer den Prater nicht kennt, der kennt auch Wien nicht. So oder so ähnlich steht es in meinem Reiseführer. Und – Schande über mich – auf unserer ersten Reise nach Wien, hatte ich einfach keine große Lust, den Prater zu besichtigen. Ein großer Fehler!

Als wir in unserem Appartement aufwachten und bereits helle Sonnenstrahlen durch die Fenster auf unser Bett fielen, wussten wir, dass heute der perfekte Tag für einen Abstecher auf den Prater ist. Um 10 Uhr etwa erwacht der Prater jeden Tag im Jahr zum Leben. Wir waren schon um 9 da, was gar nicht so schlimm war. Wir schlenderten über den leeren, verlassenen Vergnügungspark. Gerade das hatte eine ganz besondere Magie. Pünktlich um 10 stiegen wir dann in das weltbekannte Wiener Riesenrad. Und auch hier zitiere ich meinen Reiseführer: Wer nicht einmal in seinem Leben eine Runde mit dem Riesenrad gedreht hat und nie den herrlichen Blick über die Dächer Wiens genossen hat, der war nie wirklich in Wien!

Ich muss schon zugeben, dass die 10 Euro für eine Runde wirklich etwas happig sind. Doch die Aussicht lohnt sich! Wir hatten das perfekte Wetter und der Ausblick auf die Dächer Wiens war gigantisch. Ich wurde an den Ausblick vom Hügel Montmatre erinnert. Wien gleicht in vielerlei Hinsicht Paris.

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Zur Mittagszeit machten wir uns auf zum Nachmarkt. Im Fernsehen sah ich einen Beitrag vom extrem bekannten und beliebten Restaurant „Neni“. Und dieser kulinarischer Abstecher wurde für mich zu einem ganz großen Highlight unserer Wienreise! Das Ambiente ist unglaublich gemütlich, nicht zu durchgestylt, sondern sehr lässig. Die Kellner sind jung, hip, aufmerksam und das Essen war einfach nur großartig! Wir entschieden uns für das Hähnchen in Mandelkruste, Pommes und Chuttney. Mmmmmh! So lecker und die Preise sind auch vollkommen ok.

Um uns herum schienen sich zahlreiche Wiener zur Mittagspause zu treffen. Außer uns erblickten wir keine Touris, was uns sehr gefiel. Die Besitzer des „Neni“ haben mittlerweile Restaurants in Berlin, München und Hamburg.

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Am späten Nachmittag machten wir uns wieder auf zum Prater. Dort fuhr Tom mit dem höchsten Kettenkarussell der Welt (95 Meter). Ich wollte erst nachziehen, doch die Höhe machte mir zu viel Angst. Ich erfüllte mir jedoch einen Kindheitstraum und fuhr Geisterbahn! Das hab ich tatsächlich noch nie gemacht! Und unsere Geisterbahn stammte sogar aus den 1950er Jahren, was man auch die ganze Zeit merkte. Sehr süß!

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Die nächsten Tage wurden nicht minder interessant für uns. Es wurde etwas kultureller und skurriler! Ich gebe euch ein paar Hinweise: Wir besuchten das Innere des „Gugelhupfes“, sahen Teufel und Fabelwese, ich hielt Chanel und Prada in den Händen und die Teile kosteten keine 100, sondern eher 30 bis 60 Euro, wir fanden einen Platz, an dem ewiger Friede trotz der anliegenden Autobahn herrschte und ich schlug mir den Bauch voll, bis ich fast platzte!

Na, habt Ihr schon Ideen? Wenn nicht, ist es kein Problem. Ihr erfahrt es im nächsten Post.

Bis dahin,

Eure Isabel 

The Vienna Diaries | Part One

Ach ja: Schön war’s. Wien begeistert mich immer wieder. Kaffeehäuser statt Starbucks, Melange statt Cold Brew, Gucci Loafer statt Balenciaga Sneaker Triple’s und Kutschen statt Uber. Die Zeit steht still. Vielleicht sind Tom und ich ja auch in eine Zeitmaschine,  statt in unser Auto gestiegen? Bitte einmal zurück in die Gründerzeit! Und um die Ecke wartet der Biedermeier auf uns. Hier rennt (gefühlt) keiner aktuellen, schnelllebigen Trends hinterher. Man ist entspannt, fast schon entschleunigt, lieber klassisch-elegant, als hip und up to date. Vielleicht haben das die Wiener einfach nicht nötig.

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Letztes Jahr im März habe ich mich verliebt. Und ein Jahr später gleich nochmal. Unser erster Abstecher nach Wien führte uns hauptsächlich zu den typischen Sehenswürdigkeiten ( hier gelangt ihr zum Eintrag ).  In der letzten Woche lernten wir die österreichische Hauptstadt aber tatsächlich noch einmal ganz neu kennen. So stöberten wir uns durch angesagte Second-Hand-Shops auf dem Spittelberg, wohnten in einem süßen Appartement auf dem Rochusmarkt und schlemmten uns durch verschiedene Lokale. Und Stück für Stück schob sich Wien mehr in mein Herz. In den letzten zwei Jahren sind wir ganz schön rumgekommen. Von Rom über Hamburg, Lübeck, Barcelona, Paris, Kitzbühel und noch viele andere schöne Städte. Doch ich muss sagen, dass Wien in meiner Top-Liste immer einen der besten Plätze einnehmen wird. Als Metropole lässt es sich hier wirklich sehr entspannt leben. Klar, man genießt das Großstadtflair, doch auf der anderen Seite fühlt sich Wien so klein und privat an. Man kann nahezu alles erlaufen, die Orientierung ist schon nach ein paar Tagen da. Und was mir natürlich besonders gefällt: Das Flair. Die Klasse. Der Prunk. An wirklich jeder Ecke ragen wunderschöne, alte Stadthäuser in die Höhe. Die Kellner tragen Anzüge, die Damen sehen zu jeder Tageszeit top aus. Selbst in unserem Reiseführer wurde dazu geraten, sich „schick zu kleiden“. Denn die Wiener würden viel Wert darauf legen, jederzeit gut auszusehen.

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In den nächsten Blogeinträgen möchte ich zusammen mit Euch noch einmal zurückkehren. Zurück zu unseren letzten Tage in Wien. Ich möchte Euch mitnehmen auf unsere Tour durch die Kaiserstadt, zu unseren liebsten Food-Locations, Herzensorten und Geheimtipps.

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Doch alles der Reihe nach. Zuallererst steht natürlich die Suche nach der perfekten Unterkunft auf dem Plan. Nachdem wir in Paris schon so ein unglaublich großes Glück mit unserem Appartement hatten, begaben wir uns wieder auf Wimdu und Airbnb auf die Suche und wurden sofort fündig. Für unsere Woche in Wien bezogen wir eine Ein-Zimmer-Wohnung am Rochusmarkt (3. Bezirk). Die Wahl erwies sich als wahrer Glücksgriff. Vor unserem Appartement reihten sich Bäcker, Cafés und Restaurants aneinander. Der Rochusmarkt selbst ist wie eine kleine, entspannte Version des Naschmarktes und bietet viele leckere Essensstände. Die Wohnung selbst befand sich im achten Stock und bot uns eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt. Die Zimmer waren mehr als liebe- und geschmackvoll eingerichtet. Im (sehr günstigen) Preis enthalten waren neben vielen kleinen Snacks und Getränken (Popcorn, Waffeln, Kaffee, Tee, etc) auch Netflix. Uns fehlte es also an nichts! Unsere Vermieter standen uns immer mit Rat und Tat zur Seite und hatten so einige Tipps für uns parat.

Seid ihr auch auf der Suche nach einer schicken Unterkunft? Dann gelangt ihr Hier  zu unserem Appartement.

Unser Ausblick auf den Rochusmarkt

Nachdem wir unsere Unterkunft gefunden und gebucht hatten,  durchforsteten wir sämtliche Blogeinträge, Reiseführer und Vlogs über Wien. Unsere To-Do-Liste wurde reichlich gefüllt und wir konnten es kaum erwarten, uns endlich aufzumachen, um die Stadt noch einmal zu erkunden. Was wir genau machten und was letztendlich unsere Favoriten waren, erfahrt ihr in den nächsten Einträgen.

Bis dahin,

Alles Liebe,

Eure Isabel 

Fotos: Tom Herold ( click here )