Instagram und die Frage: Schein oder Sein?

Mehr Realität auf Instagram. Das ist es doch, was alle wollen. Natürlich ist es auch etwas, das ich mir wünsche. Trotzdem hängt mir diese Parole zum Hals raus. Nein, falsch: Tatsächlich ist es so, dass ich sie noch nie wirklich leiden oder hören konnte. Denn seien wir mal ehrlich: Wer Instagram nutzt und sich deswegen schlecht fühlt, der macht etwas falsch. Ich behaupte: Diese Menschen nutzen die App einfach nicht richtig.

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Mit diesem Artikel möchte ich eine Lanze für Instagram brechen und euch berichten, wie mir die App geholfen hat, mehr zu mir zu finden.

Zunächst einmal: Ja, es stimmt. Vieles, was auf Instagram gepostet wird, entspricht so nicht der Realität. Oft schaffen es nur die schönsten Momente des Lebens online. Unreinheiten und Augenringe verschwinden durch Facetune, so dass das „Woke-Up-Like-This“-Selfie gewisser Personen bei uns schon mal Neid oder Selbstzweifel aufkommen lässt. Doch ich sage auch: Die Welt da draußen ist derzeit ein Chaos – und es wird immer schlimmer. Trump, Flüchtlingskrise, Greta: Ich will nicht wegschauen, aber hin und wieder brauche ich eine Auszeit von schlechten Nachrichten. Denn mir schwirrt der Kopf. Nennt mich ignorant, aber ich bin ein Mensch, der sich nicht 24/7 mit diesen Themen auseinandersetzen kann. Vielleicht bin ich zu sensibel, aber hin und wieder muss ich die Tür vor dieser Welt verschließen und tief ein- und ausatmen. Das mache ich während einer heißen Wanne, während ich mir was Schönes koche, ein tolles Buch lese, liebe Menschen treffe oder eben wenn ich auf Instagram unterwegs bin.

Denn ich verrate euch was: Auf Instagram möchte ich gar keine negative, schlechte, all zu ernste Welt sehen. Ich erfreue mich dort fast ausschließlich an positiven Dingen. Für mich ist das Ganze fast wie eine Art Märchenbuch für Erwachsene.

Aber natürlich hat das auch seine Grenzen. Ich „entmiste“ regelmäßig und drastisch meine Folgen-Liste. „Ausmisten“ klingt in diesem Sinne sehr hart, da es sich hier immerhin auch irgendwie um reale Menschen hinter den Accounts handelt. Doch sobald ich bemerke, dass mir gewisse Postings nicht gut tun, oder dass hier zu sehr geschummelt wird, sage ich tschüß. Denn auch ich bin nicht immun gegen Selbstzweifel und Co, wenn ich tagein tagaus sehe, was andere für ein scheinbar perfektes Leben haben.

Ich folge Accounts, die einen gewissen Mehrwert für mich bieten: Menschen, die mich beruflich inspirieren, die einen guten Lifestyle pflegen, sich gut ernähren, die in meinen Augen irgendwas „richtig“ machen. Kurz: Leute, von denen ich mir vielleicht eine Scheibe abschneiden oder etwas abgucken kann.  Das Gute daran: Diese Personen haben es meistens gar nicht nötig ihre Welt noch schillernder zu gestalten. Pluspunkte gibt es natürlich, wenn uns Followern auch hier ab und an ein Blick hinter die Kulissen gewährt und offen darüber gesprochen wird, dass auch bei ihnen nicht immer alles glatt läuft. Und ich finde, dass immer mehr Leute Instagram genau dafür nutzen.

Denn ist euch auch aufgefallen, dass geschönte Bilder mit aufwendigen Kulissen, Requisiten und Photoshop langsam ausgedient haben? Ich finde, wir befinden uns auf einen guten Weg. Instagram wird für mich immer realer – vielleicht habe ich diesen Eindruck aber auch wirklich nur aufgrund meiner Herangehensweise.

Und natürlich gibt es dann auch die Accounts, die keinen Mehrwert bieten, sondern einfach nur gut fürs Herz sind. Zum Beispiel Profile mit Fotos meiner Herzensorte. Diese Seiten sind einfach nur hübsch. Und auch das ist ok!

Und zum Schluss eine Auflistung von Dingen, bei denen mir Instagram wirklich geholfen hat:

Selbstliebe. Ich muss gestehen: Von vollkommener oder auch nur annähernder Selbstliebe bin ich noch weit entfernt. Doch durch bestimmte Influencer und ihre Posts lernte ich, mich besser leiden zu können. Viele Tipps und Denkansätze, die sie ihren Followern auf den Weg geben, helfen mir wirklich und öffnen meinen Blick.

Freizeitgestaltung. Durch Instagram und Co schaffte ich es, meine Freizeit viel effektiver, abenteuerlicher und aufregender zu gestalten. Zum Beispiel lernte ich ganz tolle neue Orte kennen, auf die ich erst durch Fotos von anderen Usern aufmerksam wurde. Jüngstes Beispiel: Schloss Eckberg in Dresden.

Gesundheit und Ernährung. Ich sag euch: Nirgendwo tummeln sich so viele kreative Hobbyköche, wie auf Instagram. Mehrmals wöchentlich probiere ich Rezepte aus, die ich hier entdeckte. Das Resultat: Nie ernährte ich mich gesünder, als jetzt! Ähnlich verhält es sich mit Sport. Durch Instgram probierte ich viel aus, weiß nun was mir und meinem Körper gut tut.

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Baked Oats – na, schonmal gehört? Ich auch nicht, erst als eine Bloggerin davon berichtete. Seit dem ist diese Leckerei mein liebstes Meal Prep und kommt bei mir vor allem mit, wenn ich arbeite oder zur Uni gehe.

Mental Health. Wahrscheinlich DER Begriff 2019. Nie wurde öffentlicher darüber geredet, nie „outeten“ sich mehr Leute mit mentalen Problemen. Ich finde: Das tut gut und hilft – niemand ist ein Außenseiter, niemand ist allein!

Mode. Hier muss ich nicht viel sagen, oder? Instagram ist meine wohl größte Inspirationsquelle und ermutigte mich, mit Mode herumzuexperimentieren und meinen eigenen Stil zu formen.

Leo-Blusenkleid zu Leder-Leggings und Stepptasche: Ein simpler Look, den ich auf Instgram sah und mit meinen Klamotten nachstylte

Lesen. Ein gutes Buch jagt das nächste, mein SuB wird nicht kleiner. Die meisten Exemplare wanderten nach einer Instagram-Empfehlung in meinen Warenkorb und somit in mein Bücherregal.

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Ganz frisch eingezogen: „Ich Elton John“, nachdem es von mehreren Accounts empfohlen wurde.

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