Den Dachstein im Blick

Seid ihr auch Wiederholungstäter? Ich reise und entdecke ja unfassbar gern. Das öffnet meinen Blick, meine Sicht auf die Dinge und macht einfach Spaß. Doch wenn ich einmal ein Fleckchen Erde gefunden habe, dass mir besonders gut gefällt, kehre ich immer wieder gern dahin zurück. Das ist mit München so, oder Paris. Und vor allem mit einigen Regionen Österreichs.

Meine Familie und mich verbindet eine tiefe Liebe zu den Bergen. Mindestens einmal im Jahr ging es seit meiner frühesten Kindheit ins Allgäu oder nach Österreich. Dort wurde gewandert, unzählige Kaiserschmarrn und Brezn landeten in unseren Mägen. Wir ließen die Seele baumeln, den Blick über die Täler schweifen. Wir stürzten uns in eiskalte Berg-Seen und bummelten durch gemütliche Örtchen.

Hin und wieder mussten wir uns Sätze anhören wie: „Ist es nicht langweilig immer wieder an ein und denselben Ort zu fahren?“ Oder: „Ihr verpasst was!“

Soll ich euch mal was sagen? Wir haben nichts verpasst. Rein gar nichts. Wir bereisten ja trotzdem die Welt, unternahmen Flugreisen, tourten durch fremde Länder. Aber was ist so schlimm daran immer wieder an einen Herzensort zurückzukehren und ihn in all seinen Facetten kennenzulernen? So hatte ich immer ein Daheim in der Ferne. Ein Ort, der etwas Besonderes, mir aber dennoch ganz nah ist.

Ich bin froh, dass wir uns diese Tradition beibehalten haben. Auch jetzt noch, wo meine Schwester und ich bereits (fast) erwachsen sind.

Und so hieß es auch dieses Mal wieder gemeinsam Koffer packen, Papa kümmert sich ums Auto, meine Schwester schnallt Kind, sowie Hund fest an und los gehts! Alles wie früher. Nur die nörgeligen Fragen à la „Wann sind wir denn endlich da“ kamen dieses Mal nicht von uns.

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Während wir die vergangenen Male in Fügen verweilt haben, zog es uns dieses Mal etwas weiter ins Innere von Österreich. Ziel: Schladming in der Steiermark.

Umringt von Bergen fühle ich mich einfach wohl und behütet. Dieses schöne Gefühl, dass sich da jedes Mal aufs Neue in mir ausbreitet, kann ich fast nicht beschreiben. Als wir in unserer Unterkunft, dem Pichlmayrgut bei Schladming ankamen, wurde mein Bergfernweh endlich gestillt. Mein erster Gedanke:

Ich bin in einer Schneekugel gelandet.

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Denn das Gut, das tatsächlich erstmals vor 900 Jahren erwähnt wurde, schmiegt sich wirklich malerisch in die Berglandschaft ein. Umgeben von den Wohnkomplexen findet sich das kleine, reizende Rezeptionsgebäude. Dahinter lädt eine Sonnenterrasse zum Cocktail-Schlürfen oder Kaffeetrinken ein. Etwas weiter hinten findet sich sogar eine kleine Kirche samt Friedhof. Das mögen manchen schauerlich finden, ich hingegen fand es passend: Das Pichlmayrgut wirkt wie ein Dorf im Dorf – der eigene Friedhof bestärkte dies nur. Tatsächlich schien es mir auf dem Gut immer wieder so, als sei ich von der Außenwelt, den umliegenden Ortschaften und vor allem vom Alltag abgeschlossen. Hier leben alle in einer ganz eigenen, für mich sehr harmonisch erscheinenden Welt. Ich fühlte mich wie die Hauptfigur in einem Heimat-Film. Fehlte nur noch das Dirndl und geflochtene Zöpfe.

Ein absolutes Highlight jeden Tag: Das abendliche Sechs-Gänge-Menü. Um ehrlich zu sein, habe ich ich immer nur für zwei Gänge entschieden, da ich durch Intervallfasten meist nie Abendbrot esse und schwere Gerichte zu später Stunde einfach nicht mehr gewohnt bin. Aber das, was ich gegessen habe, war köstlich! Pluspunkt: Man konnte immer zwischen drei Hauptgängen wählen, einer davon vegetarisch. Bis auf ein einziges Mal entschied ich mich auch immer für die fleischlose Variante, da ich mittlerweile größtenteils auf Fleisch verzichte.

Zur Einrichtung ist zu sagen: Das Innere des Hotels wirkte etwas wie ein in die Jahre  gekommenes Grandhotel – abgesehen vom Wellness-Bereich und den Speisesälen. Die Gestaltung war hübsch, könnte aber hier und da eine Verjüngerungskur vertragen. Trotzdem muss ich sagen: Auch das hatte irgendwie seinen eigenen Charme.

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Wandern in der Region Schladming-Dachstein

Ich bewege mich ja gern. Bei einen kleinen Spaziergang oder einer Wanderung lässt sich selbst mein Gedankenkarussell beruhigen. Neben einen Abstecher auf den Dachstein-Gletscher kann ich euch besonders einen Ausflug ans Herz legen: Eine Wanderung zum Spiegelsee.

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Besonders diejenigen unter euch, die wie ich immer die Kamera dabeihaben, werden diese Location lieben. Ich weiß, es mag oberflächlich klingen, aber ich habe noch eine fotogenere Wanderstrecke gesehen.

Ihr startet am besten an der Reiteralm. Dort könnt ihr mit der Gondel, oder mit dem Auto hingelangen. Zu Fuß ist es ungefähr eine Stunde zum beliebten Bergsee. Der Weg geht vorbei an schönen Wäldern, wird aber hier und da etwas steinig, so dass man auch mal krackseln muss.

Mein Tipp: Nehmt euch etwas Proviant mit – auch wenn es nur ein Apfel oder eine Thermosflasche mit Kaffee ist. Euch bieten sich immer wieder wunderschöne Picknick-Gelegenheiten – denn die Umgebung ist so hübsch, dass man einfach mal anhalten und verweilen muss.

Kurz vor unserem Ziel erlebten wir unser eigentliches Highlight: Bergziegen! Wie bei Heidi, falls ihr die alten Verfilmungen genauso gern gesehen habt, wie ich. Die entzückenden Tierchen sind für diese Route tatsächlich typisch. An die zahlreiche Wanderer schon gewöhnt, kuscheln sie auch ausgiebig mit Menschen.

Und dann sahen wir plötzlich doppelt: Wenn ihr, wie wir, etwas Glück mit dem Wetter habt, spiegelt sich der Dachstein im Gewässer. Ein wunderschönes Fotomotiv!

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Wieder zurück von unserer Wanderung, begegneten wir noch einem zauberhaften Hochzeitspärchen, dass die einmalige Kulisse für ihr Liebes-Shooting nutze.

Als Abschluss gönnten wir uns auf der Reiteralm eine kleine Sause. Ich probierte den Topfenstrudel. Dazu gab’s Buttermilch mit Heidelbeeren. Fazit: Das Essen ist frisch, der Strudel schmeckte wie gerade aus dem Ofen genommen und das alles zu mehr als fairen Preisen.

Flitterwochen mit Sisi und Franz

Es gibt kein schlechtes Wetter: Nur schlechte Kleidung und eine schlechte Tagesplanung.

Wir wurden zwar hauptsächlich mit prächtigem Wetter beschenkt, doch am allerersten Urlaubstag regnete es bei uns wie aus Kübeln. Also entschieden wir uns gegen einen Ausflug ins Grüne und fuhren stattdessen nach Bad Ischl.

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Die Stadt selbst ist bezaubernd. Dazu muss ich wohl gar nicht mehr viel sagen. Das Städtchen liegt eingebettet zwischen Bergen, die Innenstadt war zu unserem Aufenthalt herrlich geschmückt und einfach nur entzückend anzusehen.

Bad Ischl selbst ist sicher einen Ausflug wert, uns zog es aber in erster Linie der Kaiservilla wegen in die Gegend. Als eingefleischte Sisi-Fans ein Muss.

Dort flanierten wir zu allererst durch den prachtvollen Garten, danach gönnten wir uns eine einstündige Führung durch das Anwesen. Dazu möchte ich euch gar nicht allzu viel verraten. Nur so viel: Seht es euch an! Vor allem wenn ihr mit den Ernst-Marischka-Filmen rund um die unglückliche Kaiserin aufgewachsen seid.

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Ramsau

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Lawine überschüttet Bergsteiger-Gruppe. Ein Hund stürzt beim Wandern ab. Ein junges Model stirbt in den Bergen fast an einen Allergie-Schock. Wer ist zur Stelle? Die Bergretter.

Na, erkannt? Dann bist du wohl ein ebenso kleiner Fernseh-Junkie, wie ich. Asche über mein Haupt: Ob „Bergdoktor“, „Lena Lorenz“ oder „Die Bergretter“: Serien, die in den Bergen spielen, bin ich einfach verfallen.

Wenn ihr das Team um Markus und früher Andreas genauso gern verfolgt, wie ich, dann ist ein Abstecher zum Drehort genau das richtige für euch. Wir entschieden uns für eine kleine Tour zu den bekanntesten Drehorten, wie Emilies Hof oder der Bergwacht. Auch denjenigen unter euch, die die Serie nicht kennen, kann ich diese kleine Route absolut ans Herz legen! Wir picknickten zwischen Kühen und Pferden, überquerten kleine Bächlein und genossen den Ausblick auf bezaubernde Bauernhöfe.

Highlight: Inmitten der Berge – irgendwo im nirgendwo – stießen wir auf einen kleinen Flohmarkt. Und der hatte es in sich! Anfangs wühlte ich mich etwas planlos durch Trachtenmode und Wandersachen hindurch, doch das Suchen zahlte sich aus: Am Ende fand ich wirklich wunderschönen, hochwertigen Schmuck aus den 70ern. Den trug ich am Abend im Hotel mit Stolz, da die nette Verkäuferin mir garantierte, dass er einst von einer sehr lieben Dame gehegt und gepflegt wurde.

Fazit:

Würde ich wiederkommen? Auf jeden Fall! Kurz vor unserer Abreise habe ich erfahren, dass Hallstatt nur einen Katzensprung entfernt liegt. Bei unseren nächsten Trip würde ich der bekannten Kulisse im Salzkammergut gern einen Besuch abstatten. Auch Salzburg liegt gar nicht so weit von Schladming entfernt – einen ausgiebigen Shoppingausflug zwischen den ganzen Wandertagen steht also auch nichts im Wege.

Apropos Schladming: Leider war ich tatsächlich nur zwei kurze Male in der Stadt. Das was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen. Bei unseren nächsten Besuch würde ich mir aber gern mehr Zeit nehmen, um das Örtchen besser zu erkunden.

Auch das Pichlmayrgut würde ich trotz Schönheitsfehlern weiterempfehlen. In diesem Gut atmet man quasi Geschichte – und das macht für mich viele kleine Makel wett! Die Außenkulisse ist wahrlich ein Traum – ich habe in meinem ganzen Leben noch nie eine schönere (Hotel-)Anlage gesehen. Daumen nach oben!

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