Stadtliebe – München Part II

Ich habe es schon einmal gefragt: Kann es vielleicht Liebe sein? Und ich muss ehrlich sagen: Während ich diese Zeilen schreibe, bekomme ich wirklich Schmetterlinge im Bauch. Ich mag München. Sehr. Und das nicht unbedingt wegen der Maximilianstraße oder des Odeonplatzes. Sondern eher, wegen den vielen kleinen, unaufgeregten Plätzchen. Den Geheimtipps. Was uns, jenseits von Marienplatz und Englischen Garten am besten gefiel? Lest selbst.

Vintage Shopping

Vielleicht bin ich ein kleiner Shopaholic. Doch trotz meiner Liebe zu schönen Sachen, schlummert in mir ein kleiner Sparfuchs. Über Schnäppchen freue ich mich wochenlang wie ein Kind. Das sind Glücksgefühle, die einfach nicht so schnell abklingen. In München schlug mein Schnäppchen-Herz sehr viel höher, denn noch nie in meinen Leben habe ich so viele schöne Secondhand-Läden auf einmal gesehen.

Flohmarkt im Olympiapark

Schatzsuche! So fühle ich mich, wenn ich über einen Flohmarkt schlendere. Ich liebe alte Dinge – sei es Porzellan, filigrane Figuren, Bücher, Schmuck oder Mode. Schon als Kind spazierte ich mit meinen Eltern regelmäßig über Flohmärkte und erfreute mich lang an meinen kleinen Schätzen – auch wenn sie für Andere oft nur ollen Krempel darstellten. Den schönsten Flohmarkt in meinem Leben besuchte ich während unseres Städtetrips nach München. Ich recherchierte vor unserem Urlaub ein wenig und fand heraus, dass zufällig gleich an unseren zweiten Tag ein großer Nachtflohmarkt im Olympiapark stattfand. Dort angekommen kam ich aus den Staunen – und Kaufen nicht mehr raus. Am Ende ergatterte ich einen wunderschönen dunkelgrünen Wintermantel und eine ebenfalls dunkelgrüne Seidenbluse (beides von Rich&Royal). Ich hatte wahrscheinlich wirklich großes Glück: Der Mantel, sowie die Bluse waren nigelnagelneu und sogar noch mit Preisschild. Was ich für beide zusammen hinblättern musste: Schlappe 50 Euro. Im Laden hätte ich allein für den Mantel schon 250 Euro zahlen müssen. Als alter Flohmarkt-Gänger, weiß ich aber natürlich auch, dass man super pünktlich da sein muss, um die besten Schnäppchen abzusahnen. 17 Uhr eröffnete der Markt offiziell. Wann Tom und ich da waren? 16:30. Und noch bevor alle anderen überhaupt erstmal einschneiten, hatten wir unsere Einkäufe schon in Sack und Tüten.

Ein ganz besonderer Moment: Mein Herz schlug höher, als plötzlich Nina und Patrick von „Fashiioncarpet“ neben mir standen. Ich lese ihren Blog seit ich 13 bin und bin nach wie vor ein riesiger Fan.

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Kleiderpracht

Wow, wow und nochmals wow: Schon das kleine Schaufenster sorgt bei Modeliebhabern für Schnappatmung. Traumhafter Schmuck, große Namen von Prada bis Dior und das alles für zahlbare Preise. Ich hätte Stunden in der Boutique „Kleiderpracht“ verbringen können. Der kleine Laden ist wunderschön eingerichtet. Nahezu in jeder Ecke warteten unzählige Schätze auf mich. Auf was ich es besonders abgesehen hatte? Schmuck. Ich erhoffte mir hochwertigen Schmuckstücke von bekannten Labels, am besten für einen kleinen Preis. Am Ende hatte ich die Wahl zwischen extravaganten Ohrringen, Armreifen und Ketten. Nach gründlichem Abwägen wanderte ein Armband von „Gabriele Frantzen“ in meiner Tasche.

Mein Tipp: Folgt „Kleiderpracht“ hier auf Instagram. Die Besitzerin Annette von Puttkamer ist eine wahre Stilinspiration und zeigt auf ihrem Profil neben Schmuckstücken aus den Laden hin und wieder auch ihre eigenen Looks.

Kleiderpracht: Kurfürstenstraße 49

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iki M.

Vintage trifft auf fair produzierte Mode. Die kleine – aber wohl bemerkt feine Boutique „iki M.“ ist sehr übersichtlich und minimalistisch eingerichtet. Hier hängen nur ausgewählte, besondere Teile. Die Philosophie der Ladenbetreiber: Organic Fashion im Mix mit Vintage-Teilen.

Alles wirkt sehr edel und – zugegeben: auch teuer. Doch der erste Blick trübt. Checkt man die Preisschilder, so wird schnell klar, dass die Preise mehr als fair sind. Ich gönnte mir diesen Tommy-Hilfiger-Blazer (dreimal dürft ihr raten: wieder einmal nagelneu mir original Preisschild) für 30 Euro. Mein wahrscheinlich größtes Schnäppchen in diesem Urlaub. Würde ich den Blazer direkt bei Tommy kaufen, so müsste ich mindestens 200 bis unglaubliche 300 Euro hinblättern.

iki M., Adalbertstraße 45

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Geheimtipps

Mooshammer-Mausoleum

Wie schon im letzten Post erwähnt: Ich habe einen etwas makaberen Tick: Ich muss auf jeder Reise die heimischen Friedhöfe besuchen. Ich weiß selbst nicht wieso, aber ich finde, die jeweiligen Friedhöfe sagen viel über die Bewohner einer Stadt aus. Was ich feststellte: Die Münchner wollen dekadent von dieser Erde gehen. Der Ostfriedhof ist ähnlich, wie der Wiener Zentralfriedhof eher eine Parkanlage. Wieder einmal kamen uns überall Spaziergänger und verliebte Paare entgegen. Unser Besuch hatte aber vor allem einen Grund: Ich wollte gerne das Mooshammer-Mausoleum sehen. Als Rudolph Moshammer starb, war ich gerade mal sieben Jahre alt. Trotzdem kann ich mich an ungewöhnlich viele Details erinnern. Die Skandale um sein Privatleben, der große Trauerzug durch ganz München, sein Hündchen Daisy und vieles mehr. In verschiedenen Reiseführern las ich zudem, dass das Mausoleum des Modezaren wirklich einen Besuch wert sei. Und ich muss sagen: Das stimmt. Wüssten wir nicht, wer hier seine letzte Ruhe fand, so hätten wir wirklich auf einen großen Politiker oder ein Mitglied der Wittelsbacher-Familie getippt – so groß und prächtig ist das Grabmal.

Essen und Trinken

Über den Dächern Münchens

Nichts für Leute mit Höhenangst. Ohne eine gründliche Recherche, hätten wir diesen zauberhaften Ort wahrscheinlich nie gesehen. Wir sind sieben Tage lang gefühlt jeden Tag an der Technischen Universität vorbeigegangen – lange ohne zu wissen, dass sich oben auf der Dachterrasse des Gebäudes ein hippes Café befindet. Keine Ausschilderung, keine kleinen Hinweisschilder – nichts deutet auf das Lokal hin. Und tatsächlich waren wir selbst immer noch skeptisch, als wir uns bereits im Aufzug befanden. Doch oben angekommen breitete sich vor uns eine unglaublich tolle Location aus: Rooftop-Bar meets Biergarten. Nirgends sonst hatten wir so eine tolle Aussicht auf Münchens Skyline. Ein würdiger Abschluss unserer Reise!

Café an der Uni: Ludwigstraße 24

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Cocktails schlürfen im Herzen der Stadt

Wie kann man den Tag schöner ausklingen lassen, als mit Cocktails und der Lieblingsperson? Tom und ich schlenderten fast jeden Abend durch Münchens Innenstadt – im Dunkeln zeigt sich für uns oft erst der besondere Charme einer Stadt. Durch Zufall blieben wir im „Platzl“ quasi gleich neben dem „Hofbräuhaus“ hängen. Hier kann man in entspannter Atmosphäre leckere und sehr exquisite Cocktails genießen. Ich probierte – ganz klassisch – einen Munich Mule.

Uns selbst wurde von Einheimischen ans Herz gelegt, einen großen Bogen ums Hofbräuhaus zu machen. Das Essen ist Massenabfertigung zu extrem teuren Preisen. Echte Münchner würden selten, bis nie einen Fuß in das bekannte Lokal setzten. Mittlerweile ist das Hofbräuhaus wirklich nur noch eine Bleibe für Touris.

Platzl, Sparkassenstraße 10

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Burger

Hier muss ich nicht viel sagen: Coole Typen, eine riesige Auswahl an Burgern (mit Fleisch, Fisch oder auch vegetarisch) und leckeren Side Dishes, dazu eine große Prise Münchner Gemütlichkeit und ein großartiges Ambiente. Hier fühlten Tom und ich uns – so als Burger-Liebhaber – wirklich wohl. Fernab von Touris genossen wir hier mehrere Male das leckere Essen. Mein Favorit: Der „Clubber“ (Hähnchen-Burger mit Ei und Bacon) zusammen mit Trüffelpommes. Mmmmmh

Hamburgerei, Brienner Straße 49

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Zurück ins Wirtschaftswunder

Achtung! Jetzt kommt mein ganz persönliches, großes Highlight: Wenn ich ein Café wäre…würde „ich“ wahrscheinlich so aussehen:

Nostalgisch, alles in Pastelltönen getüncht, goldene, dramatische Verzierungen, ausgewählter, selbstgebackener Kuchen und: wirklich guter Kaffee! Im „Jasmin“ hat sich seit den 50er Jahren nicht viel verändert. Das Mobiliar von 1955 ist noch weitgehend original. Im Café selbst sitzen schicke Münchner Omis neben hippen Studenten, überall liegen verschiedene Zeitungen aus und das Personal ist einfach zuckersüß. Ein Platz zum Verweilen! Ich hätte Stunden einfach nur dasitzen, an meinen Kaffee schlürfen und Menschen beobachten können. Ein weiterer großer Pluspunkt: Die reichliche und sehr leckere Auswahl an Kuchen. Ich selbst bestellte eine Schoko-Tarte, die mir so gut schmeckte, dass ich mich wieder daheim an einer ähnlichen Tarte versuchte. Was mich ebenfalls vom Hocker riss: Der Kaffee! Ich bin leidenschaftlicher Kaffeetrinker – das aber meist nur Zuhause. Der Grund dafür: Ich bin sehr wählerisch und kann qualitativ schlechten Kaffee schon auf hundert Meter riechen. Betritt man jedoch das Café Jasmin, so fällt sofort der umwerfende Duft nach guten, gerösteten Bohnen auf.

Café Jasmin, Augustenstraße 113

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