Jedes einzelne Mädchen

So ist das nun mal bei Mädchen: Die Leute beurteilen Dich nach Deinem Aussehen. Und den Dingen, die sie über Dich hören. Sie kleben Dir ein Etikett auf.
Mir kommt es so vor, als hätten Jungs die Möglichkeit sich selbst zu definieren. Sie können sich ihre Identität aussuchen. Und sie können sich dahinter verstecken.
Ich glaube manche wissen wie es ist, Angst zu haben. Das Gefühl zu haben, dass die Welt einem ein bestimmtes Etikett angehängt hat, mit dem man bis zu seinem Lebensende leben muss.
Aber die meisten Jungs wissen nicht, wie das ist.
Jedes einzelne Mädchen weiß es.

– Jessica Davis aus „Tote Mädchen lügen nicht“ –

Ich war 13 und wollte unbedingt ein „Image“ haben. Ich wollte nicht unsichtbar sein, ich wollte jemand sein. Doch wie will ich sein? Wer will ich sein? Hab ich eine Chance selbst zu bestimmen, wie man mich wahrnimmt? Oder übernehmen das die Anderen? Kann meine Kleidung, meine Art zu sprechen, meine Positionierung vielleicht helfen, eine Identität aufzubauen, die ich mir wünsche? Oder bin ich einfach nur machtlos?

Ich hatte nie Probleme bei Jungen. Oder mit Jungen. Sie waren nett zu mir und verbreiteten – soweit ich weiß – keine Lügen über mich. Aber ich wusste dass einige von ihnen Spitznamen für uns hatten. Ich war dabei, als sie Listen erstellten und mir im Anschluss zeigten, auf welchen Platz ich mich befand. Wie hübsch ich ihrer Meinung nach war. Und ich bekam mit, wie sie mit manch anderen Mädchen umgingen. Ein falsches Foto an den Jungen geschickt, den sie mochte. Zack – Etikett. Leicht zu haben. Sie hat es nötig. Bereit und willig. Mädchen 2 wurde mit jemand anderem verwechselt. Eigentlich war nicht sie es, die mit ihm auf einer Party schlief. Sie sah jemandem nur etwas ähnlich. Zack – Etikett. Schlampe. Flittchen. Mädchen Nummer 3 war eigentlich nur etwas schüchtern, suchte oft zu lange nach den richtigen Worten. Doch die meisten verschwendeten keinen zweiten Blick und bemerkten nicht, wer eigentlich hinter der ruhigen Fassade steckt. Zack – Etikett. Arrogant. Unnahbar. Denkt wohl sie sei etwas besseres als wir? Die Vierte im Bunde verliebte sich ständig, war eine große Romantikerin, aber zu schüchtern, um ihre Gefühle zu gestehen. Auf Partys blieb sie zurückhaltend, träumte davon erobert zu werden. Doch das interessierte keinen. Zack – mal wieder ein Etikett. Bieder, langweilig, verklemmt.

Ich denke nicht, dass alle Männer so oberflächlich sind. Im Gegenteil: Ich weiß es. Aber ich weiß eben auch, wie schlimm Schule sein kann. Wie groß der Druck ist mitzuhalten, bei den „Coolen“ sein zu können und alle Probleme von sich fern zuhalten. Einfach mitmachen – denken sich die meisten. Und verhalten sich im Nachhinein betrachtet böse. Sehr böse.

Ich hab die zweite Staffel „Tote Mädchen lügen nicht“ innerhalb weniger Tage angeschaut. Und Jessicas Worte aus Folge 3 sind mir dabei besonders im Kopf hängen geblieben. Anders formuliert: Mich trafen ihre Worte mit so einer Wucht, weil sie so wahr sind. Sie hat geschafft etwas auszusprechen, dass ich die ganzen Jahre nicht geschafft habe, in Worte zu fassen.

Die Schule kann oberflächlich sein und ich bin froh, dass sich dieses Kapitel für mich vor drei Jahren geschlossen hat. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass viele Schüler – besonders Schülerinnen – gar keine Chance haben, sich ihre eigene Identität zu formen. Denn dazu müssten die Anderen ja hinsehen, sich Mühe geben einen kennenzulernen. Und das passiert nur selten.

Stattdessen wird kurz hingesehen und sofort nach Äußerlichkeiten bewertet. Hübsch oder nicht hübsch? Ich bin mir sicher, dass es Jungs in dieser Hinsicht nicht so schwer haben. Und da fängt für mich der Sexismus an: Vielleicht mögen sie es nur denken, nicht einmal aussprechen. Doch Mädchen werden nach ihren Aussehen bewertet. Oder war bei Euch in der Schule das beliebteste Mädchen nicht hübsch?

Ich weiß noch, als alle gespannt auf die Abizeitungen und die darin stehenden Rankings warteten. Wer ist die Hübscheste? Wer hat den besten Style? Der oder die Streberin? Die mit den schönsten Lippen oder wer braucht vielleicht ein Umstyling? Ein Mädchen sagte damals zu mir: „Hauptsache du stehst auf der Liste. Denn wenn Du gar nicht drauf stehst, bis du langweilig.“

Falsch. Vielleicht hast Du es dann geschafft, den ganzen Mist zu entgehen. Und dein eigenes Ding zu machen.

Ich war nie die Streberin, nie die, die leicht zu haben ist, nie die Sportlerin oder das Partygirl. Ich weiß nicht wer ich für die Anderen damals war. Und vielleicht ist das gut so. Vielleicht ist das ein Zeichen. Vielleicht war ich nicht so tief in diesem Sog drin, wie Andere.

Aber trotzdem hatte ich Angst vor diesem „Etikett“, das ich nicht kannte. Davor, dass die Welt mich jetzt immer so wahrnehmen wird und ich nie die Chance bekomme, etwas daran zu ändern. Heute weiß ich, dass das Blödsinn ist. Dass man sich – manchmal sogar ziemlich leicht – von diesen Lasten lösen kann. Im Leben nach der Schule, sind die meisten Menschen viel offener, hören zu, schauen hin. Vielleicht weil sie alle die selbe Angst teilen? Keinen Einfluss darauf zu haben, wer man ist? Wem die Anderen in einem sehen? Wollen wir nicht alle neu anfangen?

Vielleicht macht diese Angst die Zeit nach der Schule so viel besser. Denn die, die urteilen und anderen einpflanzen, wie man seine Mitschüler zu sehen hat, waren schon damals nicht in der Überzahl. Und nun sind sie machtlos. Weil sie ihre Herde verloren haben. Von Schulhof-Chef zum Alltags-Menschen, der traurig und resigniert am Computer sitzt, um zu verfolgen, was seine früheren Schäfchen jetzt so machen. Um dann entsetzt festzustellen, dass sich die ehemaligen Untertanen emanzipiert haben und jetzt vielleicht sogar ein viel besseres Leben als er oder sie selbst führen.

So kann das sein.

So kann es kommen.

Denn der Wind dreht sich immer.

Und das Schicksal zieht mit.

Die Schule ist nicht das wahre Leben.

Und das ist gut so.

Der letzte Pessimist

Ich sitze wirklich schon lange an diesem Eintrag. Weil mir das Thema am Herzen liegt, weil ich – wie ich finde – einen großen Fortschritt gemacht habe. Doch wie packe ich alles in Sätze? Wie kann ich meine klitzekleinen Erfolge weitergeben? Wie kann ich Euch zeigen, was mir zurzeit besonders wichtig ist?

Vielleicht ist es ja ganz einfach. Wie beschreibe ich mein Problem mit nur einem Satz?

„Sei mal nicht so negativ.“

Habt Ihr bestimmt auch schon mal gehört, oder? Ich kann wirklich ein ganz schön großer Pessimist sein. Das Glas ist viel zu oft halbleer. Statt heute besonders zufrieden mit meinem Outfit zu sein, sehe ich, dass der Eyeliner hätte perfekter sitzen können. Zu wenig Zeit, zu viel zu tun! Und dann das Wetter…Sonne? Wo bleibst du?

Was das Ganze noch schlimmer macht: Die ganze Welt um mich herum hat sich in Optimisten verwandelt. Meine Kommilitonen, die Fernsehmoderatorin, Instagram sowieso und auch die Blogosphäre: Alle sehen die Welt rosarot, statt dunkelgrau. Ich bin der wahrscheinlich letzte Pessimist der Welt. Doch das möchte ich ändern.

Ich habe von einen Tag auf den anderen entschieden, dass ich dem Pessimisten in mir den Garaus machen will. Was ich bald merkte: Das geht nicht von heute auf morgen. Aber vielleicht von Monat zu Monat. Immer ein Stückchen mehr.

Macht Ihr mit?

Wollen wir zusammen ein klein wenig positiver werden?

IMG_1451

Zuallererst möchte ich sagen, dass meine Tipps natürlich nicht neu oder revolutionär sind. Es sind nur eben genau die Punkte, die mir geholfen haben hierher zu kommen. So simpel sie auch sind – manchmal kann es echt scher sein, sie längerfristig zu befolgen.

Der Morgen macht den Tag

Ich liebe die frühen Morgenstunden. Deshalb bevorzuge ich es schon immer früh aufzustehen. Wenn alles leise ist und viele noch schlafen: Das ist meine Zeit, die ich optimal nutzen möchte. Um das zu schaffen und bestmöglich in den Tag zu starten, habe ich für mich eine kleine Routine gefunden. Erst eine ausgiebige Dusche am Morgen, danach creme ich mich ein, verwöhne mich. Zum Frühstück gibt es (sogar noch vor dem Kaffee) ein Glas Karottensaft – das gibt mir einen Vitaminboost und sorgt für schöne Haut. Seit ein paar Wochen mache ich außerdem morgens immer noch ein kleines halbstündiges Bauch-Beine-Po-Workout. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich besonders die kleine Sporteinheit beibehalten werde. Ich merke, wie gut ich mich danach fühle. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.

IMG_1480

Musik an

Ich hab mein ganzes Leben lang Musik gemacht. Musikalische Früherziehung, Gesangsunterricht, Chor, Ensemble, Querflötenstunden. Das volle Programm. Doch in meiner Freizeit hab ich fast nie Musik gehört. Ich war nie diejenige, die man mit Kopfhörern auf der Straße sah. Doch das hat sich geändert. Egal ob im Auto, unter der Dusche, in der Mittagspause oder am Abend beim Eincremen: Ich höre Musik. Das aber nicht wahllos. Ich höre nur Songs, die mir gut tun. Die mich motivieren. Ganz oben auf meiner Playlist stehen die Lieder aus „The Greatest Showman“. Die Filmmusik hat mich schon mehrmals zu Tränen gerührt. Aber nicht, weil sie so traurig, sondern weil so motivierend ist. Ich fühle mich durch jede einzelne Zeile angesprochen, fast so, als hätte mir jemand die Texte auf den Leib geschrieben.

IMG_1507

Dankbarkeitstagebuch

Zugegeben: Die Idee ist nicht neu und schon gar nicht von mir. Zwar schreibe ich schon immer intensiv Tagebuch, aber mir kam noch nie – oder nur sehr selten – in den Sinn, die Dinge aufzuschreiben, für die ich dankbar bin. Diese Idee habe ich mir von anderen Bloggern abgeschaut.

Ich nahm mir vor, jeden Tag mindestens fünf Dinge zu finden, für die ich dankbar bin. Und alle anderen Sachen, will ich zumindest am Abend, wenn ich alles Revue passieren lasse, ausblenden.

Am Anfang war das mit mir und dem Dankbarkeitstagebuch so eine Sache: Ich saß vor blendend weißen Blättern und mir viel oft (nicht immer) einfach nicht sehr viel Gutes ein. Obwohl mein Leben, voller vieler schöner Dinge ist – aber die übersieht man zu oft. Irgendwann fing ich an kleiner zu denken: Der Kaffee heute Mittag war wirklich aromatisch. Das Autofahren mit offenen Fenstern hat Spaß gemacht und meine Schuhe passen toll zum Outfit. Das Parfum meiner Kollegin riecht immer so gut und das Seminar heute war spannend. Mittlerweile schreibe ich nicht nur fünf Punkte nieder, sondern oft mehr als zehn. Selbst an einen eher mittelmäßigen Tag gehe ich dann mit einen Lächeln zu Bett, weil ich sehe, dass es überall Lichtblicke und Alltagsfreuden gibt.

IMG_2962

Wellness

Ich pflege mich schon immer sehr – Masken, Peelings, Cremes und Co gehören seit Jahren zu meiner Badroutine. Doch oft habe ich es als lästig empfunden, mich einzucremen und an die vielen Produkte zu denken. Mittlerweile nehme ich mir diese Zeit ganz bewusst und dehne sie sogar so lange wie möglich aus. Ich probiere immer wieder neue Masken und fühle mich nach einer ausgiebigen Badsession wie neugeboren. Ich tue mir selbst, meinem Äußeren und meiner Seele etwas Gutes. Ich konzentriere mich nur auf mich, diese Zeit gilt nur mir.

IMG_2953

Lies Dich glücklich

Ich liebe traurige, dramatische, herzzereißende Geschichten. „Die Liebenden von Leningrad“, „Honigtot“, „Die Bücherdiebin“ oder „Die Teerose“ – alles Geschichten, die mir sehr am Herzen liegen. Mittlerweile glaube ich jedoch, dass ich für derartige Bücher eine „zu intensive“ Leserin bin. Ich lese nicht einfach nur ein Buch – ich tauche in die Welt ab. Es fühlt sich fast so an, als wäre ich Teil der Geschichte, als würde ich alles selbst erleben. Nachts kann ich dann nicht schlafen, weil ich immer noch zu sehr von der Geschichte gefangen bin. Auch Tage oder Wochen danach kann ich mich noch nicht aus der Welt befreien. In letzter Zeit griff ich oft zu „positiveren“ Büchern. „Der letzte macht den Mut zu“, „Curvy“ oder „Good Night Stories for Rebel Girls“ – das sind kleine Kurzbiografien, über starke Frauen. Ich möchte natürlich nicht auf dramatische Geschichten verzichten, aber diese Art von Lektüre tut mir zurzeit richtig gut. #PositiveVibesOnly

IMG_1473

Pausen

Wisst ihr wo ich mich am wohlsten fühle? Auf den warmen Steinstufen meiner Terrasse. Mit einem Espresso in der Hand. Das Gesicht der Sonne zugewendet.

Wenn Ihr mich jetzt so sehen könntet, wie ich diese Zeilen schreibe, würdet Ihr sehen, dass ich genau hier, auf meinen Stufen sitze. Eine Tasse Kaffee neben mir, die goldene Sonnenbrille abgelegt, die Sonne auf meinen Beinen.

Ich liebe kleine Pausen. Und mögen es nur fünf Minuten sein. Auch wenn der Tag vollgestopft ist, auch wenn ich eigentlich schon viel zu spät dran bin und die Arbeit ruft. Diese fünf Minuten Ruhe habe ich noch. Danach merke ich förmlich, wie wieder positive Energie durch meine Adern fließt. Wie ich ruhiger atme und der Knoten im Kopf gelockert wurde.

IMG_2996

Und Ihr so? Was macht Ihr, um besonders positiv in den Tag zu starten? Seid Ihr eher Team Pessi- oder Optimist?

 

Bluse – Shein

Jeans – Levi’s

Tasche – C&A

Ohrringe – Primark

Die letzten 8 Jahre

Es gibt Tage, an denen sprudeln die Worte nur so aus mir heraus. Aber in den letzten Wochen, will einfach kein vernünftiger Satz aus meinen Fingern fließen. Ich plane Outfits, mache Fotos, aber die ganzen schönen Aufnahmen versauern auf meinem Laptop, weil einfach kein Blogeintrag zustande kommt. Dabei ist mir das hier doch so wichtig. Doch mein Kopf ist wie ein unsortierter Haufen Kleidung: Was ziehe ich an? Was kann weg? Was lege ich für besondere Anlässe zurück? Meine Gedanken drehen sich, ich habe viele Ideen, aber ich kann sie nicht in Worte fassen. Vielleicht weil es zu viele sind? Also setzte ich mich hin, versuche meine Gedanken durchzusuchen, neu zu organisieren und auszumisten. Danach begann ich von neuem zu überlegen: Was macht mich und meine Gedanken aus? Was inspiriert mich? Wo will ich hin?

Was mir dabei half? Meine alten Tagebücher. Ich tauchte ab, in acht Jahre Isabel. Was dabei herauskam? Ein breites Lächeln, kleine Tränen und sehr viel Einsicht.

IMG_0818

26.08.2010

„Warum haben so viele Menschen Angst, ihren wahren Charakter zu zeigen? Ich bin doch immer ich, oder? Wie viele Persönlichkeiten habe ich?“

Ich weiß noch, dass ich mich zu dieser Zeit ziemlich verloren fühlte. Ich passte nirgendwo rein, hatte andere Interessen als meine Mitschüler und fühlte mich uncool. Ich war mir sicher, dass meine Situation viel einfacher sein würde, wenn jeder mehr er selbst sein würde. Damals machten die meisten nur das, was die große Gruppe auch wollte. Viele verstellten sich. Ich dachte, dass, wenn jeder mehr zu sich selbst stehen würde, die Welt viel besser sein könnte.

22.1.2011 

„Außenseiter haben auch was drauf“

Schon mal als Außenseiter gefühlt? Weil man nicht so hineinpasst, andere Meinungen hat, anders aussieht und andere Träume verfolgt? Das Gefühl, nicht so zu sein, wie die Anderen, verfolgte mich in meiner Jugend stetig. Oft sah ich nur eine einheitliche Masse und ich stand außen vor. In dieser Zeit begann ich Biografien zu lesen. Über Romy Schneider, Diana, Sophia Loren, Coco Chanel, Ludwig II. und viele andere. Plötzlich öffnete sich für mich eine neue Welt. Diese Menschen hatten alle etwas gemeinsam: Das Gefühl, nicht hineinzupassen. Und trotzdem, oder gerade weil sie anders waren, schafften sie etwas Großes. Also könnte ich das doch auch schaffen?

26.4.2011

„Ich würd so gern Prinzessin werden…aber wie treffe ich nur einen Prinzen?“

Romantisch ist mein zweiter Vorname. Hochzeiten, Märchen, Kleider, Prinzessin werden. Damals war ich fasziniert von Kate und Williams Hochzeit. Und auch heute bin ich immer noch für den Adel entflammt. Peinlich? Nein, das ist mir mein reges Interesse für den Adel heute nicht mehr. Bald ist es ja auch wieder soweit: Die nächste royale Hochzeit findet statt. Und ich gebe ganz offen und ohne Scham zu: Ich freue mich drauf!

11.10.2011

„Der Pfad zum Glücklichsein beginnt mit einem Traum.“ 

Ich hatte viele Träume. Eigentlich träumte ich damals nur. Heute – Gott sei Dank – auch noch. Als Teenager wollte ich die große weite Welt sehen, Journalistin werden, schreiben, schreiben, schreiben und einmal eine starke Frau werden. Und wenn ich die Zeilen meines damaligen Ichs so lese, dann erfüllt es mich mit Stolz: Denn ich arbeite immer noch ehrgeizig an genau diesen Zielen. Ich erkunde die Welt, ich studiere und arbeite hart, verdiene mein eigenes Geld und nehme mein Leben in die Hand.

2012

„Sie ist wie ich – sie hat am meisten Angst vor dem, was sie am besten kann“

Ich über Romy Schneider, die die Schauspielerei als Gift sah. Ich hatte Angst vor dem Schreiben, weil ich dachte, dass ich nie gut genug sein werde. Ihr ging es irgendwie genauso…und auch heute habe ich oft die Auffassung, dass ich dem Füller lieber fern bleiben soll, wenn ich nur mittelmäßige Texte schreibe. Dumm, oder? Warum nicht einfach machen, was man liebt? Einfach nur für sich? Einmal den Ehrgeiz und den Perfektionismus bei Seite legen.

IMG_2605

7.1.2014
“ I am not a Girl, not yet a women“
Dazwischen. Kein Kind mehr, aber auch keine Frau. Bald keine Schülerin, aber auch noch keine Studentin. In der 11. und 12. Klasse tobte in mir ein Sturm. Ich fühlte mich noch geborgen, aber gleichzeitig machte ich mir auch Sorgen darüber, wie sich mein Leben verändern wird, wenn ich mein Abschlusszeugnis in den Händen halten werde.
18.2.2015
„Das Leben ist eine Bühne, aber das Stück ist schlecht besetzt (Oscar Wilde)“
Die letzten beiden Jahre meiner Schulzeit waren turbulent, aufregend, aber auch schmerzhaft. Ich verabschiedete mich nicht nur von meinem alten Leben, von Lehrern und der Schule, sondern auch von einigen giftigen Freundschaften. Ich wollte mich nicht mehr mit Zweckbeziehungen zufrieden geben. Menschen, die mich anlächelten und mir ewige Freundschaft schworen, sich aber im nächsten Moment hinter meinen Rücken über mich ausließen. Nein, das konnte ich nicht mehr akzeptieren. Damals war mein Leben voll von Menschen, die mir nicht gut taten. Und ich habe diese radikal „aussortiert“. Damals war es hart. Heute, rückblickend, war es die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens.

IMG_2601

13. Juli 2015
„Wie Hadley mit Ernest“
…so fühlte ich mich als ich das erste mal über die Champs Elysées schlenderte. Zum Abitur schenkten mir meine Eltern eine Kreuzfahrtreise. Southampton, Brücke, Amsterdam und: Paris – die Stadt, von der ich am meisten träumte. Und ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie ich in einen rosa Sommerkleidchen über die Champs Eysées flanierte. Ich fühlte mich so schön, wie noch nie und vor allem: So frei, wie noch nie. Ich kostete vom süßen Leben. Zwei Jahre später, kehrte ich wieder zurück. Gewiss nicht das letzte Mal.
4.12.2016
„Ich schreibe, Ich musste jetzt einfach wieder den Füllhalter in die Hand nehmen. Es muss wieder zur Gewohnheit werden. Tinte in meinem Blut.“
Früher schrieb ich jeden Tag. Seite um Seite. 2016 verlor ich diese Leidenschaft ein wenig. In meinem Leben hatte sich einiges verändert. Natürlich….das Erwachsen-Werden…ich musste mich selbst erst einmal wieder neu kennenlernen. Doch ich habe nie ganz die Liebe zum Wort verloren. Und ich spüre, wie das Schreiben wieder selbstverständlich wird. Das tut gut. Das macht mich glücklich. Vielleicht waren der Füller und ich wie ein Pärchen, dass sich schon von klein auf kennt und mal kurz getrennte Wege gehen musste – um wieder gestärkt und glücklicher in die neue Beziehung zu starten. Wir brauchten eine Pause, doch jetzt lieben wir uns wieder mehr denn je.

IMG_0824

Mich inspiriert so vieles: Bücher, Menschen, Filme, Musik, Farben, Gerüche. Ich muss nur alle meine Sinne öffnen. Aufmerksamer werden. Und mehr auf mich hören. Mich selbst finden und immer wieder neu kennenlernen. Das schaffe ich nur, wenn ich auch einmal zurück schaue. „Schau nie zurück, sondern nur nach vorn“ ist doch Blödsinn, oder? Wir Menschen bestehen doch nicht nur aus Zukunft? Wir wurden von der Vergangenheit geformt, wieso also, sollten wir sie versuchen zu vergessen? Ich bin mir sicher, dass uns ein Blick zurück reifen lassen kann. Und uns die Augen öffnet. Wie mir gerade. Die Inspiration war weg, also ging ich zurück. Zurück in die letzten acht Jahre meines Lebens. Und genau das war es: Das inspirierte mich. Ich fand neue Inspiration in mir selbst.