Wie wäre mein Leben, wenn ich schöner wäre?

Kann der Wunsch nach Schönheit zur Sucht werden?

Als Teenager war ich meist unglaublich unzufrieden mit meinem Aussehen. Ich schaute morgens in den Spiegel und wäre am liebsten weinend zurück in mein Bett gesprungen.

Ja, so war das leider. Das ist keine Übertreibung. Kein dramatischer Blick zurück in die Vergangenheit. Eine Zeit lang war der Spiegel mein größter Feind. Ich blickte in mein Gesicht und sah nur meine vielen Fehler. Ich mochte meine Augenfarbe nicht, die Lippen waren mir zu schmal, die Wangenknochen nicht sichtbar genug und meine Nase verabscheute ich am meisten. Ich fühlte mich vielleicht nicht gleich hässlich, aber eben auch nicht schön. Obwohl meine Mitmenschen immer wieder anderes sagten, munterte mich das nicht auf.

Ich malte mir zu gern aus, wie mein Leben wäre, wenn ich wie einer meiner damaligen Idole aussehen würde. Einmal so schön sein, wie Jessica Alba, wie Selena Gomez oder Hilary Duff. Ich stellte mir vor, wie ein Tag in ihrer Haut verlaufen würde: Die Menschen würden mir auf der Straße hinterherschauen, all meine Probleme verschwinden, jeder würde mich mögen.

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Mein Verhalten endete darin, dass ich regelrecht besessen von Schönheit wurde. Ich analysierte die Gesichter schöner Frauen, verglich sie mit meinem, wollte wissen was mir fehlt. In meinem Zimmer stapelten sich Bücher, wie „Die Geschichte der Schönheit“, in der Schule hielt ich Vorträge über Schönheitsideale im Wandel der Zeit und las Biographien über Designer, wie Coco Chanel und wünschte mir, so elegant wie eine ihrer Musen zu sein.

Schönheit faszinierte mich. Auch noch heute. Kennt ihr den italienischen Film „Der Zauber von Maléna“? Monica Bellucci wurde fortan mein absolutes Schönheitsideal. Meine Ikone. Im Film spielt sie die überirdisch schöne Maléna. Von den Männern geliebt, von den Frauen gehasst. Der Film thematisiert, dass Schönheit auf der einen Seite ein Segen, auf der anderen Seite aber auch Fluch sein kann.

Maléna wünscht sich ein einfaches, ruhiges Leben an der Seite ihres Mannes. Doch Krieg und Neid kommen ihr dazwischen. Irgendwann wird sie zu dem, was alle gehässigen Damen in ihr sehen wollen: Eine sündige Frau.

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Foto via

Die Zigaretten-Szene wurde für mich zum Inbegriff dessen, was das Leben eines schönen Menschen ausmacht. Bewunderung, Aufmerksamkeit, aber auch Liebe?

In diesem Fall wünscht sich Maléna alles andere als Aufmerksamkeit. Man kann fast sagen, dass ihre Schönheit ihr Leben zerstört. Sie wird zum Sklaven ihres Aussehens. Ihre Schönheit hat die Oberhand über ihr Leben ergriffen.

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Ich glaube wirklich, dass Schönheit ein Leben leichter, in manchen Fällen aber auch schwerer machen kann. Diane Kruger wurde am Anfang ihrer Karriere prophezeit, dass sie nie ernsthafte Rollen bekommen wird. Weil sie einfach zu schön dafür sei. 

Heute, 13 Jahre nach „Troja“ und ihrer Rolle als schöne Helena, hat sie endlich geschafft, was sie sich ein Leben lang gewünscht hat: Sie darf Rollen mit Tiefgang spielen.

Vielleicht musste sie härter arbeiten als eine Meryl Streep. Eben weil ihr großes Talent von ihrer großen Schönheit überstrahlt wurde.

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Schönheit ist etwas, das sich jeder wünscht. Ich ganz besonders. Aber ich denke, Schönheit kann auch böse sein. Als ich angefangen habe, an mir zu arbeiten, mich sehr pflegte, mir schöne Sachen kaufte, wurden manche Menschen in meiner Umgebung netter, aber viele andere auch böser. Von einigen bekommt man Bewunderung, von anderen Hass. Und damit muss man erst einmal umgehen können.

Und hier stelle ich mir wieder vor, wie sich die richtig schönen Menschen dieser Welt fühlen müssen: Wie gehen sie mit den großen Neid um, der ihnen entgegen gebracht wird? Nicht umsonst waren viele Supermodels früher Mobbingopfer.

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Ich glaube ich muss lernen, dass Schönheit nicht der Schlüssel zum Glück ist. Ich bin nach wie vor fasziniert und verzaubert von echter Schönheit. Ich schaue mir gerne attraktive Menschen an, lasse mich von ihrer Aura umhüllen.

Doch wie schon Monica Bellucci sagte:

Was im Gedächtnis bleibt, ist Intelligenz, Leidenschaft und Persönlichkeit.

Aber doch nicht ganz, liebe Monica. Die Kombination aus Klugheit und Schönheit, lassen Dich unsterblich werden. 

Und das ist nur wenigen Menschen vergönnt.

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Mantel – Tk Maxx

Bluse – Mango

Jeans – Primark

Schuhe – Puma

Ohrringe – Bijou Brigitte

Ring – Vintage

5 Gedanken zu “Wie wäre mein Leben, wenn ich schöner wäre?

  1. LinnisLeben schreibt:

    Hallo Liebes,
    du bist wunderschön! Ich weiß, dass man in einem bestimmten Alter wie du es hattest oft denkt, dass alle anderen schöner sind und dünner und lustiger (okay, nein, ich fand mich immer besonders lustig 😀 ), aber du weißt, was ich meine. Ich kann aber nur immer wieder sagen, dass du echt eine wunderschöne Frau bist!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

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