Bücher meines Lebens #2

Good Christian people, I am come hither to die,
for according to the law, and by the law I am judged to die,
and therefore I will speak nothing against it.
I am come hither to accuse no man,
nor to speak anything of that,
whereof I am accused and condemned to die,
but I pray God save the king
and send him long to reign over you,
for a gentler nor a more merciful prince was there never:
and to me he was ever a good, a gentle and sovereign lord.
And if any person will meddle of my cause,
I require them to judge the best.
And thus I take my leave of the world and of you all,
and I heartily desire you all to pray for me.
O Lord have mercy on me, to God I commend my Soul.
To Jesus Christ I commend my soul; Lord Jesus receive my soul.

Anne Boleyn am 19. Mai 1536, der Tag ihre Hinrichtung

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Weihnachten 2012. Ich wünschte mir Bücher über Bücher, aber ich kann mich nur noch an eins erinnern, das unter dem Tannenbaum lag. Mein erster historischer Roman und eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Für alle Zeiten.

Rückblickend weiß ich gar nicht mehr, wie es dazu kam, dass ich mich auf einmal so sehr für Anne Boleyn, Henry VIII., Elizabeth I. und Co interessierte. Sicher hatte es mit meiner Liebe zu England zu tun, oder hatte mir jemand das Buch empfohlen? Ich weiß es nicht mehr. Woran ich mich jedoch erinnere, sind die Stunden, die ich dick eingekuschelt in unserem Dachzimmer verbrachte, neben mir Kerzen, heiße Schokolade, ein dickes Buch in den Händen. Ich war nur physisch anwesend. Doch mein Inneres war weit weg. Im 16. Jahrhundert, am englischem Hof. In diesen Stunden fühlte es sich so an, als schlüpfte ich in den Körper von Anne Boleyn. Ich konnte ihren Schmerz fast körperlich spüren. Ich litt mit ihr, grübelte mit ihr die Nächte durch und kämpfte an ihrer Seite um die Krone.

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Ich weiß, dass Anne die Welt spaltet. Schon in der Schule diskutierten wir hitzig, wer die Gute und wer die Schlechte ist. Die Wörter „Hure“, „Mörderin“ oder „Schlange“ fielen. Doch für mich war sie eine Heldin. Schön, aber vor allem unglaublich intelligent, gerissen, ehrgeizig, frisch und charismatisch. Sie wusste, was sie wert ist. Denn in einer Zeit, als die Frauen darum kämpften in das Bett des Königs zu gelangen, wollte sie nicht einfach nur die Mätresse sein. Und seien wir mal ehrlich: Wem würde das denn schon reichen? Doch sie hatten den Bis und die Cleverness, um das Rad des Schicksals in Bewegung zu setzten. Und kaum, dass man sich versieht, wurde sie nicht nur die Geliebte. Sondern auch die Königin.

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Was mich jedoch besonders einnahm, war das Schicksal der beiden Schwestern Mary und Anne. Mary, die Sanfte, mit Herz, Leidenschaft und Empathie. Und dann Anne. Der Star der Familie, die Hoffnung. Die, die alle überstrahlt.

Zwischenzeitlich trennt sie das Leben am Hof: Anne spuckt auf sie, schickt sie fort. Denn auch sie war ihre Rivalin. Einen Zug, den ich nicht nachvollziehen kann, denn ich selbst liebe meine Schwester und würde alles für sie tun. Doch auch das zeigt die Abgründe am Hof und auch, wie schlecht der König doch eigentlich war. Immer auf der Suche nach dem nächsten Rockzipfel. So, dass sogar Schwestern zu Konkurrentinnen wurden.

Ihr Ende, besiegelt für mich jedoch wieder ihre Unsterblichkeit als Heldin. Sie musste sterben, weil sie Henry keinen männlichen Thronfolger schenken konnte. Doch Henry war Rhesus positiv.  Anne konnte also gar nichts dafür, dass sie nach Elizabeth nur noch Totgeburten zur Welt brachte. Doch die nächste Frau schon im Blick, ließ er sie köpfen. Wie grausam und seelenlos kann ein Mensch sein? Dass er unschuldige Menschen tötete, um sich sein Leben bequemer zu machen?

Am Tag ihrer Hinrichtung hätte sie all ihrer Wut und Trauer freien Lauf lassen können. Das hatte man auch vermutet, deshalb ließ man Anne innerhalb der Mauern des Towers hinrichten lassen. So konnte man die Zuschauerzahl etwas einschränken. Doch die Königin verlor kein schlechtes Wort über ihren Mann. Dafür war sie viel zu intelligent. Mit ihrer Rede schützte sie ihre Familie und ging in die Geschichte als stolze Frau ein.

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Seit ich „Die Schwester der Königin“ gesehen habe, wollte ich zumindest einmal in die Rolle der Anne Boleyn schlüpfen. Ich überlegte lange, wie meine Interpretation von ihr aussehen soll. Und ich muss sagen, dass es mich mit Stolz erfüllt jetzt die fertigen Bilder zu sehen. Die legendäre Boleyn-Kette um meinen Hals.

Wenn ich die Wahl hätte und nur eine historische Person treffen könnte, dann würde ich Anne wählen. Ich hätte so viele Fragen. Hat sie ihre Schwester trotz allem geliebt? Was hat sie zu ihrem Ehrgeiz bewegt? War da wirklich nur der Wunsch, auf dem Thron zu sitzen? War es das alles wert? Was dachte sie über Henry? Wie war er als Mann? Was hätte sie eigentlich wirklich auf dem Schafott sagen wollen?

Ich würde allen, die am Buch interessiert sind, raten, nicht zum gleichnamigen Film mit Natalie Portman und Scarlett Johanson zu greifen. Der Film ist nett, doch ohne das Buch fehlen viele Hintergundinfos. Gregory schaffte es meisterhaft, die Abgründe des Hofes abzubilden. Anne wurde so lebendig, dass man ihre Anwesenheit fast spüren konnte. Der Film bleibt leider sehr oberflächlich und beleuchtet meiner Meinung nach die Psyche der Boleyn-Geschwister zu wenig.


Inwiefern mich das Buch bewegt hat? Ich wollte nie die Geliebte sein. Nicht nur das hübsche Mädchen. Wenn, dann werde ich Königin. Und diese Haltung sollten viel mehr einnehmen, wie ich finde. Denn in der Liebe will man sich doch nicht mit halben Dingen zufrieden geben. Wir alle sollten unseren Wert kennen und den Mann finden, der uns die Krone aufsetzt, anstatt uns zu Mätressen herab zu degradieren. Doch dabei müssen wir aufpassen: Die Kunst ist es, einen edlen Mann zu finden.  Der nicht gleich zum Schwert greift. 

Fotos: Tom Herold ( click here )

Wie wäre mein Leben, wenn ich schöner wäre?

Kann der Wunsch nach Schönheit zur Sucht werden?

Als Teenager war ich meist unglaublich unzufrieden mit meinem Aussehen. Ich schaute morgens in den Spiegel und wäre am liebsten weinend zurück in mein Bett gesprungen.

Ja, so war das leider. Das ist keine Übertreibung. Kein dramatischer Blick zurück in die Vergangenheit. Eine Zeit lang war der Spiegel mein größter Feind. Ich blickte in mein Gesicht und sah nur meine vielen Fehler. Ich mochte meine Augenfarbe nicht, die Lippen waren mir zu schmal, die Wangenknochen nicht sichtbar genug und meine Nase verabscheute ich am meisten. Ich fühlte mich vielleicht nicht gleich hässlich, aber eben auch nicht schön. Obwohl meine Mitmenschen immer wieder anderes sagten, munterte mich das nicht auf.

Ich malte mir zu gern aus, wie mein Leben wäre, wenn ich wie einer meiner damaligen Idole aussehen würde. Einmal so schön sein, wie Jessica Alba, wie Selena Gomez oder Hilary Duff. Ich stellte mir vor, wie ein Tag in ihrer Haut verlaufen würde: Die Menschen würden mir auf der Straße hinterherschauen, all meine Probleme verschwinden, jeder würde mich mögen.

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Mein Verhalten endete darin, dass ich regelrecht besessen von Schönheit wurde. Ich analysierte die Gesichter schöner Frauen, verglich sie mit meinem, wollte wissen was mir fehlt. In meinem Zimmer stapelten sich Bücher, wie „Die Geschichte der Schönheit“, in der Schule hielt ich Vorträge über Schönheitsideale im Wandel der Zeit und las Biographien über Designer, wie Coco Chanel und wünschte mir, so elegant wie eine ihrer Musen zu sein.

Schönheit faszinierte mich. Auch noch heute. Kennt ihr den italienischen Film „Der Zauber von Maléna“? Monica Bellucci wurde fortan mein absolutes Schönheitsideal. Meine Ikone. Im Film spielt sie die überirdisch schöne Maléna. Von den Männern geliebt, von den Frauen gehasst. Der Film thematisiert, dass Schönheit auf der einen Seite ein Segen, auf der anderen Seite aber auch Fluch sein kann.

Maléna wünscht sich ein einfaches, ruhiges Leben an der Seite ihres Mannes. Doch Krieg und Neid kommen ihr dazwischen. Irgendwann wird sie zu dem, was alle gehässigen Damen in ihr sehen wollen: Eine sündige Frau.

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Foto via

Die Zigaretten-Szene wurde für mich zum Inbegriff dessen, was das Leben eines schönen Menschen ausmacht. Bewunderung, Aufmerksamkeit, aber auch Liebe?

In diesem Fall wünscht sich Maléna alles andere als Aufmerksamkeit. Man kann fast sagen, dass ihre Schönheit ihr Leben zerstört. Sie wird zum Sklaven ihres Aussehens. Ihre Schönheit hat die Oberhand über ihr Leben ergriffen.

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Ich glaube wirklich, dass Schönheit ein Leben leichter, in manchen Fällen aber auch schwerer machen kann. Diane Kruger wurde am Anfang ihrer Karriere prophezeit, dass sie nie ernsthafte Rollen bekommen wird. Weil sie einfach zu schön dafür sei. 

Heute, 13 Jahre nach „Troja“ und ihrer Rolle als schöne Helena, hat sie endlich geschafft, was sie sich ein Leben lang gewünscht hat: Sie darf Rollen mit Tiefgang spielen.

Vielleicht musste sie härter arbeiten als eine Meryl Streep. Eben weil ihr großes Talent von ihrer großen Schönheit überstrahlt wurde.

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Schönheit ist etwas, das sich jeder wünscht. Ich ganz besonders. Aber ich denke, Schönheit kann auch böse sein. Als ich angefangen habe, an mir zu arbeiten, mich sehr pflegte, mir schöne Sachen kaufte, wurden manche Menschen in meiner Umgebung netter, aber viele andere auch böser. Von einigen bekommt man Bewunderung, von anderen Hass. Und damit muss man erst einmal umgehen können.

Und hier stelle ich mir wieder vor, wie sich die richtig schönen Menschen dieser Welt fühlen müssen: Wie gehen sie mit den großen Neid um, der ihnen entgegen gebracht wird? Nicht umsonst waren viele Supermodels früher Mobbingopfer.

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Ich glaube ich muss lernen, dass Schönheit nicht der Schlüssel zum Glück ist. Ich bin nach wie vor fasziniert und verzaubert von echter Schönheit. Ich schaue mir gerne attraktive Menschen an, lasse mich von ihrer Aura umhüllen.

Doch wie schon Monica Bellucci sagte:

Was im Gedächtnis bleibt, ist Intelligenz, Leidenschaft und Persönlichkeit.

Aber doch nicht ganz, liebe Monica. Die Kombination aus Klugheit und Schönheit, lassen Dich unsterblich werden. 

Und das ist nur wenigen Menschen vergönnt.

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Mantel – Tk Maxx

Bluse – Mango

Jeans – Primark

Schuhe – Puma

Ohrringe – Bijou Brigitte

Ring – Vintage

January: Outfit Review + Life Update

Darf ich einfach mal zufrieden sein? Soll ich mich nach der Mode kleiden, oder meinem eigenen Geschmack folgen? Wie denken Andere über mich und was macht das mit mir? Soll ich mitfühlend oder kalt sein? Wer bin ich und wer möchte ich sein?

Im neuen Jahr hab ich viel gegrübelt, Seiten über Seiten meines Tagebuchs gefüllt, mich mal wieder mit mir selbst auseinandergesetzt und neue Dinge für mich entdeckt. Alles in allem war der Januar wirklich ein schöner, produktiver Monat. Aber leider saß mir immer ein gewisser Druck im Nacken, der mich einige Momente einfach nicht gebührend genießen lassen konnte. Die Prüfungsphase steht an. Eine Politik-Klausur liegt schon hinter mir und die erste Hausarbeit ist schon abgegeben. Nun warten noch zwei Prüfungen und zwei weitere Hausarbeiten auf mich.

Ge-netflixt:

Ich habe mit der Serie „The Crown“ angefangen. Ich interessiere mich schon immer sehr für das englische Königshaus und die britische Geschichte im Allgemeinen. Deshalb wundert es mich nicht sehr, dass die Serie genau mein Ding ist. Ich liebe die Schauspieler, die Kostüme, das Setting, einfach ALLES. Ob es besonders klug war eine neue Serie in der Klausurenphase anzufangen sei mal dahingestellt.

Außerdem habe ich „Call the Midwifes“ wieder für mich entdeckt und schaue hin und wieder eine der alten Folgen an, da ich mit allen Staffeln schon durch bin. Immerhin kommt bald Staffel 6! Ich liebe, liebe, liebe die Serie und jeder, der sie nicht kennt, hat was verpasst!

Und natürlich Pflichtprogramm: „Riverdale“. Ich bin nach wie vor Team Cheryl und finde, dass sie endlich mal wieder mehr im Vordergrund stehen sollte.

Gelesen:

Wieder eine ganze Menge. Und vor allem: Nur wirklich grandiose Bücher! Nebenbei habe ich noch eine neue Autorin für mich entdeckt: Lesley Pierce.

  • „Der Zauber eines frühen Morgens“ und „Am Horizont ein helles Licht“ (Lesley Pierce): Lasst Euch nicht von den kitschigen Titeln abschrecken, die Bücher sind grandios und tiefgründig. Ich habe im Januar die Belle-Triologie beendet. Selbst ein paar Wochen nachdem ich die letzte Buchseite umgeblättert habe, spuken die Figuren noch in meinem Kopf herum. Mit die besten Bücher, die ich je gelesen habe. Der zweite Teil war etwas schwächer als die anderen, aber dennoch lesenswert. 5 von 5 Sternen
  • „Die Frau im hellblauem Kleid“ (Beate Maxian): Der 2. Weltkrieg aus einer ganz anderen Perspektive. In diesem Roman geht es um die Schauspielszene im Dritten Reich. Die Geschichte war so packend, dass ich das Buch an einem einzigen Tag gelesen habe. 4 von 5 Sternen
  • „Der letzte macht den Mund zu“ (Michael Buchinger): Selten habe ich so gelacht! Ich konnte mich in den einzelnen, gesammelten Kolumnen so gut wieder erkennen! Ein echtes Gute-Laune-Buch. 4 von 5 Sternen
  • „Solange es Schmetterlinge gibt“ (Hanni Münzer): Ich bin ein großer Fan von den Büchern „Honigtot“ und „Marlene“. Die beiden Romane gehören zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Deshalb hatte ich mich wirklich auf den inoffiziellen 3. Teil gefreut. In „Solange es Schmetterlinge gibt“ traf ich wieder auf Trudi Siebenbürgen und erfuhr eine Menge über ihr Leben nach dem 2. Weltkrieg. Ich muss zugeben, dass ich sehr schwer in die Geschichte fand und dass die ersten 150 Seiten fast schon eine Qual waren. Aber dafür war die zweite Hälfte so unfassbar grandios, dass ich die letzten Seiten tränenüberströmt las. Ich bemerkte fast erst im Nachhinein, wie toll dieses Buch eigentlich ist, weil immer wieder Szenen vor meinem inneren Auge auftauchten. Trotzdem gibt es, wegen des schleppenden Anfangs, nur 3 von 5 Sternen.

Gesamt: 2.202 Seiten

Gekauft:

(Endlich) meine heißgeliebte Diesel-Uhr (zusehen hier). Ich wünsche mir genau dieses Model tatsächlich schon seit zwei Jahren, aber ich konnte mich nie dazu hinreißen die vollen 220 Euro dafür auszugeben. Doch als wir vor ein paar Wochen ein Outlet besuchten und es nochmal zusätzlich zu den eh schon knappen Preisen 50 Prozent auf Michael-Kors- und Diesel-Uhren gab, musste ich meine Chance einfach nutzen.

Ansonsten zog, außer einer neuen Sonnenbrille, nichts weiter bei mir ein.

Gegessen:

Ich kontrolliere seit ein paar Wochen meine täglich zu mir genommenen Kalorien mit der App „YAZIO“. Ich möchte ein Gefühl dafür bekommen, wie viel ich zu mir nehmen und wie viel ich jeden Tag etwa essen kann. Die Bedienung ist erstaunlich leicht und es macht sogar Spaß seine Ernährung somit jeden Tag im Blick zu behalten.

Getragen:

Tinker Bell

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Back to Basics

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Blue Moon

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Schloss Moritzburg

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Parisienne Chic

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