Ist das modisch? Oder nur dein Geschmack?

Es gibt wenige Dinge, die ich sehe und einfach haben muss. Die mich absolut umhauen, mich begeistern, die ich wunderschön finde und nicht vergessen kann. Wie zum Beispiel die Puma Basket Sneaker. Ich hatte sie an einer Freundin gesehen und musste sie haben. Tatsächlich hab ich den Kauf aber etwa sechs Monate vor mir hergeschoben. Ich wollte mir sicher sein und als ich nach einen halbem Jahr immer noch mit verliebtem Blick am Schaufenster vorbei schlich, gab ich endlich das Geld für meine Herzensschuhe aus.

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Als ich sie dann das erste Mal trug, konnte ich nur aller paar Minuten auf meine Füße schauen. Ich liebe die Farbe, die Schleifen, das weiche Leder. Ich lief wie auf Wolken und fühlte mich einfach rundum wohl.

Ein paar Stunden später wurde ich aber leider aus meiner seichten, schönen Wohlfühlszone geworfen.

„Sag mal, ist das denn etwa in? Oder ist das einfach nur dein eigener Geschmack?“ 

Ich blieb verdutzt stehen und wusste erstmal nicht, was ich antworten soll. „In“ sind meine Schuhe ja schon. Aber deswegen habe ich sie nicht gekauft. Ich finde sie schön, mehr als das. Es sind meine Schuhe. Wie für mich gemacht.

„Sie gefallen mir. Deshalb trage ich sie.“

– „Achso, ich dachte schon das ist gerade Mode.“

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Eigentlich hob mich dieses kleine Gespräch zunächst nicht sehr an. Ich fühlte mich weiterhin wohl und warf den ein oder anderen zufriedenen Blick auf meine Füße. Doch später hallte das Gespräch doch noch etwas in meinem Kopf nach. Was wäre wenn? Warum muss ich mich dafür rechtfertigen, was ich trage. Können es Menschen besser verstehen, dass ich meinem eigenen Geschmack folge, oder dass ich mich nach aktuellen Trends kleide? Und vor allem: Könnte es mir nicht egal sein, was andere von meinem Stil halten? Sollte ich nicht eher glücklich und zufrieden mit mir sein und mich so kleiden, wie ich will?

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Ich liebte schon immer die Farbe Rot. Vor allem auf den Lippen. Als Schulmädchen holte ich zuhause immer den knalligen Lippenstift heraus, fühlte mich schön, ein wenig wie Schneewittchen. Außerhalb meiner vier Wände hab ich mich jedoch nie getraut, Farbe zu bekennen. Weil ich Angst hatte, was Andere davon denken. Dass sie mich nicht schön finden, mich vielleicht sogar belächeln. Ich hatte Angst vor Sätzen wie „Ist das nicht etwas übertrieben“ oder „Du hast aber dick aufgetragen.“ 

Und auch heute frage ich mich noch oft: „Kann ich das tragen? Ist das zu übertrieben? Falle ich damit zu sehr auf?“

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Und eigentlich ist das schade. Man sollte alles tragen, sich schminken wie man will und zeigen wer man ist. Ich habe mich schon ein ganzes Stückchen in die richtige Richtung entwickelt. Trotzdem hoffe ich, noch mutiger zu werden.

Gerade deshalb ärgert es mich, dass andere ihre Meinung zu meiner Kleidung so direkt zeigen. Ich kleide mich nicht sehr freizügig, auffallend farbenfroh oder sonst wie exotisch. Und dennoch ecke ich hin und wieder an.

Wie mögen sich wohl Menschen fühlen, die wirklich einen extravaganten Stil haben? Wie halten sie die Blicke und Kommentare aus? Wie schaffen sie es, ganz bei sich zu sein und auf andere Meinungen nichts zu geben?

Natürlich kann einem nicht immer alles gefallen, jeder hat einen anderen Geschmack. Und ist es nicht wunderschön diesen ausleben zu können? Zu zeigen, wer man ist, was einem gefällt und was man verkörpert?

Meine Schuhe sind vielleicht nicht der absolut neueste Trend, doch ich finde sie wunderschön. Es ist mein Geschmack. Deshalb trage ich sie.

Und das sollten wir doch eigentlich alle machen: Das tragen, was uns gefällt, was uns kleidet, was uns selbstsicher auftreten lässt.

Es stört mich, dass viele Menschen gern immer nur die altbekannten Muster sehen wollen und alles, was aus der Reihe tanzt behandelt wird, wie ein Störenfried. Die Menschen sind vielseitig und so auch ihre Kleidung. Und genau diese Vielfalt möchte ich genießen.

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Vielleicht ist genau dieses Denken Schuld daran, dass so wenige Menschen Farbe und Mut bekennen. Laufe ich durch die Uni, oder die Straßen meiner Stadt, so sehe ich oft Menschen in Uniformen. Alle sehen adrett aus, doch in der Menge gesehen, gleicht ihr Styling einer Uniform. Ich kann in meinem ganzen Umfeld viele ähnliche oder gar gleiche Stile erkennen. Mir fallen nur zwei Personen ein, die sich modisch gesehen wirklich von der Masse abheben.

Die Mehrzahl setzt auf Sicherheit und greift zu Teilen, die gut aussehen, aber nicht besonders auffallend oder anders sind. Wie gesagt: Auch diese Looks sehen schön aus, aber sie geben wenig über den Träger preis. Man nimmt kaum wahr, was der Andere trägt. Weil man es an seinem Nachbarn in etwa genauso sehen kann.

Wieso können wir alle, mich eingeschlossen, nicht mutiger, bunter, extravaganter sein?

Wieso sind wir nur die Spatzen, wenn wir prächtige Papageien sein können? 

Mantel – Zara

Pullover – Olymp und Hades

Jeans – Jeans Fritz

Schuhe – Puma

Tasche via Amazon

Uhr – Diesel

Ring – Tosh

Sonnenbrille – Primark

Ohrringe – C&A

Was Andere denken

Ich gefalle mir immer besser. Und ich finde es wird Zeit, das aussprechen zu können. Ich werde selbstbewusster, bin ehrgeizig, eine Träumerin mit den Füßen auf den Boden. Ich würde mich selbst als kreativ bezeichnen, habe tolle Hobbys und pflege diese. Ich weiß immer mehr was wichtig ist und was ich entspannter nehmen kann.

Doch meine eigene Sicht auf mich wird getrübt. 

Denn manchmal ist es einfach schwierig etwas anderes in mir zu sehen, als was die anderen von mir sehen wollen.


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Ich zerbreche mir oft den Kopf darüber, was andere von mir denken. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass mir das alles egal ist. So ist es aber nicht.

Einen Denkanstoß zu dieser Thematik gab mir ausgerechnet „Das Dschungelcamp“. Ich will gar nicht hören, wer es weshalb schaut. Ich mag es. Ich finde die Unterhaltung gut. Und nicht jeden Abend habe ich Lust auf schwere Kost.

Jenny Frankenhauser (für alle, die es nicht wissen: Daniela Katzenbergers Schwester) wurde von ihren Mit-Campern als dumm und erfolglos eingeschätzt. Erst wehrte sie sich und hielt mutig dagegen. „Ich bin nicht dumm, ich bin fleißig, meine Karriere läuft.“ Nach einer Weile aber knickte sie ein. Übrig blieb:

Vielleicht bin ich wirklich dumm. 

Vielleicht auch erfolglos. 

Und plötzlich fühlte ich mich ihr sehr nah. Irgendwann sieht man sich nur noch aus den Augen der anderen. Das eigene Bild wird völlig verzerrt. Man gibt sich keine Mühe mehr, selbst einen Blick in den Spiegel zu riskieren.

Denn die Anderen sehen einen wahrscheinlich eh viel klarer.

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Doch so ist das nicht. Wer kann uns besser einschätzen als alle Anderen? Wir uns selbst. Weil wir uns eben am besten kennen und weil Menschen immer nur das sehen, was sie sehen wollen.

Da gibt es den Spross einer Schauspieler-Dynastie, der durchaus Talent hat, von den Medien aber zerrissen wird, weil er nicht an die Schönheit seiner Mutter und nicht an das Charisma seines Vaters herankommt. Dass er vielleicht ganz andere Stärken hat und statt des Womanizer viel lieber den Gangster spielen würde, sieht niemand. Eben weil es niemand sehen will. 

Oder die Tochter der ehemaligen Schönheit. Im ganzen Dorf ist die Mutter bekannt, beliebt und ihr Aussehen unvergessen. Ihr Nachwuchs ist vielleicht statt schön besonders liebenswert oder intelligent, aber auch das interessiert niemanden.

Dann wäre da noch das Mädchen, dass sich gerne herausputzt und shoppen geht. Hinter ihrem modischen Erscheinen steckt ein wacher Kopf. Sie liest gern und viel, will eines Tages Lektorin werden oder selbst schreiben. Aber jeder sieht in ihr nur die Tussi. 

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Versteht ihr was ich meine? Wir alle stempeln viel zu schnell ab und verschließen die Schubladen. Einmal eingeschätzt, fällt es schwer, die Menschen von etwas anderem zu überzeugen.

Und wenn man hinter vorgehaltener Hand immer wieder hört, dass man unauthentisch, dumm, erfolglos oder oberflächlich sei, glaubt man es irgendwann einmal selbst. Selbst ein Gewinn sieht klein aus, weil man ihn automatisch klein macht. Weil man klein ist. 

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Dabei übersieht man schnell, dass es da draußen auch Menschen gibt, die einen richtig wahrnehmen. Uns eine Chance geben, sich ihre Meinung erst nach einer Weile bilden. Doch wir sitzen längst schon unter unserer eigenen Kuppel. Niemand kann mehr rein und wir nicht raus.

Wenn man einmal den Blick auf sich selbst verloren hat, ist es sehr schwer ihn wiederzufinden.

Dabei ist das ganze wirklich leicht. Drückt euren Mitmenschen keine Stempel auf. Hört euch an was sie zusagen haben. Behandelt sie so, wie ihr behandelt werden wollt.

Und vor allem: Schaut immer mal in den Spiegel. Verliert den wachen Blick nicht.

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Mantel – Tk Maxx

Oberteil – New Yorker

Mumjeans – Pimkie

Schuhe – Deichmann

Schal – Orsay

Tasche – MCM

Ohrringe – Claires

Gürtel – Olymp und Hades

Zufrieden auf Abwegen

Kennt Ihr dieses Gefühl, einfach mal zufrieden mit Euch, der Welt, Arbeit und einfach Allem zu sein? Nein? Ja? Ich lerne diesen Gefühlszustand in letzter Zeit tatsächlich kennen. Und eigentlich ist es genau das, wonach ich immer strebte: Glücklich, zufrieden, mit mir im Reinen und nahezu sorgenlos zu sein. Eigentlich könnte ich mir selbst auf die Schulter klopfen, den Himmel danken und einfach so weiter machen. Wäre da nicht ein leises Klopfen im Hinterkopf. Denn bedeutet Zufriedensein, nicht auch aufhören zu wollen, besser zu sein?

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Man kann es mir nicht recht machen: Da bekomme ich endlich das, was ich mir am meisten gewünscht habe und finde trotzdem nur Grund zum meckern.

Aber vielleicht bin gar nicht ich selbst daran Schuld, sondern mein Umfeld. Wir alle. Immer werden wir mit Vergleichen konfrontiert. Während ich in der Mensa eigentlich nur mein Mittag und ein paar Gespräche genießen will, übertrumpfen sich alle mit ihren Leistungen. Ich würde sagen, ich habe momentan alles super im Griff: Ich bin im Zeitplan, habe den Großteil der Hausarbeiten fertig und schon etwas für die anstehenden Klausuren gelernt.  Eigentlich könnte ich völlig entspannt sein. War ich tatsächlich auch. Vielleicht das erste Mal in meiner Studienzeit. Wäre da nicht des Nachbars Garten.

„Also ich bin schon fertig mit Lernen.“

„Ich hab sogar schon vor Weihnachten angefangen.“ 

„Was? Du bist noch nicht mit ALLEN Hausarbeiten fertig?“

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Und da fließen sie dahin: Meine Zufrieden- und Gelassenheit. Statt ganz ruhig zu bleiben und einfach wegzuhören werde ich skeptisch: Bedeutet meine entspannte Haltung vielleicht etwa, das mir mein Ehrgeiz abhanden kommt? Bin ich vielleicht wirklich zu faul und zu locker? Werden mich all die Anderen überholen?

Einmal im Hamsterrad der Grübeleien gefangen, komme ich da natürlich nicht so einfach wieder raus. Meine Gedanken drehen sich und ich werde plötzlich wieder unsicher.

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Ich habe noch nie etwas davon gehalten, damit zu prahlen, wie man lernt und arbeitet. Jeder hat da seine eigenen Strategien und meine Ergebnisse geben mir Recht, dass ich damit seit Jahren sehr gut fahre. Dennoch lasse ich mich verunsichern.

Natürlich kommt in mir der Gedanke auf, dass die Anderen vielleicht schlicht die Wahrheit verbiegen und ihren eigenen Fleiß noch etwas ausschmücken. Trotzdem zweifle ich wieder an mir. Plötzlich sehe ich mich, meine Arbeit und überhaupt alles in einem anderen Licht. Weshalb sollte ich zufrieden sein, wenn es noch besser geht? Wieso mit meiner jetzigen Figur und meinem Aussehen glücklich sein, wenn ich noch schlanker werden könnte? Mir einfach mal Zeit für mich nehmen, ist ja schön und gut, aber in diesen Stunden könnte ich noch mehr lernen. Meine Hausarbeit finde ich super, aber vielleicht sollte ich statt 15 Stunden Arbeit, 20 hineinstecken? …

Ich könnte ewig so weitermachen. Und am Ende bin ich wieder da, wo ich eigentlich weg wollte: Hysterie, Stress, Unzufriedenheit. Und das alles habe ich eingebüßt….Für nichts.

Aber woher kommt dieses Denken? Warum wird Zufriedenheit nicht von allen bewundert, sondern eher skeptisch gesehen? Warum muss man immer noch besser, noch schöner, noch produktiver werden? Und wieso haben Andere immer das Bedürfnis, Mitmenschen ihre angeblichen Fortschritte aufzudrängen?

Vielleicht interessiert es mich gar nicht, dass Du schon vor Weihnachten mit dem Lernen für die Klausuren im Februar angefangen hast. Ich habe eine andere Lerntaktik. Jeder arbeitet anders. Das muss aber nicht schlecht oder besser sein. Wir können uns natürlich gern über die Klausuren und den Stoff austauschen, uns unterstützen. Aber mit Unterstützung hat dieses Unter-Druck-setzen leider nichts zu tun. Im Gegenteil: Mir wird das Gefühl vermittelt, dass ich trotz Stunden des Lesens und Arbeitens völlig unproduktiv bin. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen, obwohl es dazu keinen Grund gibt.

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Früher waren psychische Erkrankungen ein Tabuthema in der Gesellschaft. Nur weg von Depressionen! Als wäre es eine ansteckende Krankheit. Und heute? Heute will niemand mehr einfach nur „zufrieden und glücklich“ sein. Alle streben nach Höherem und vergessen dabei ganz und gar, dass dabei womöglich ihr richtiges Leben an ihnen vorbeizieht.

Ich erinnere mich noch genau, als wir Ende der 12. Klasse im Stuhlkreis um unsere Chemielehrerin saßen. Sie wollte kurz vorm Abschluss unserer Schulzeit von uns wissen, was wir in der Zukunft tolles erreichen wollen. Ich war die Vorletzte die sprechen sollte und hörte mir unter Stress die anderen Antworten an.

„Ich werde Arzt.“ 

„Ich gehe ein Jahr nach Amerika.“ 

„Ich mache Karriere bei der Polizei.“ 

„Ich gehe in die Politik.“ 

Nun ja, mein Traum war es in meiner Zukunft zu schreiben und evt. einmal ein Buch auf den Markt zu bringen. Aber das konnte ich natürlich unter so vielen tollen, ausgereiften Plänen nicht zugeben. Doch plötzlich hörte ich die Stimme einer Mitschülerin: „Ehrlich gesagt, ist mir Karriere gar nicht das Wichtigste im Leben. Familie und Glücklich-Sein ist mir viel mehr wert.“

Ich war baff. Dieses Mädchen war an diesen Tag meine persönliche Heldin. Ich gab irgendeine Antwort ab, die die Anderen von mir hören wollten. Aber meine Mitschülerin sagte einfach (und vielleicht als Einzige von uns allen) die Wahrheit. Ihre persönliche Vorstellung von einer lebenswerten Zukunft. 

Unsere Lehrerin gab nur knapp zum Besten, dass es solche Menschen ja auch geben müsste. Und ehrlich gesagt, machte mich diese Antwort sehr wütend.

Wer wundert sich denn noch, dass so viele junge Menschen unter ihrer Psyche zusammenbrechen, wenn sie dermaßen unter Druck gesetzt werden? Und das nicht nur von einer, sondern von sehr, sehr vielen Personen.

Ich wünsche mir ein erfülltes Leben. Einen toller Job. Familie. Finanzielle Absicherung. Reisen. Aber vor allem eins: Zufriedenheit. Und dabei ist es mir einmal vollkommen egal, ob meine Mitmenschen darüber die Nase rümpfen.

Pullover – Le Petite Parisienne

Jeans – Guess

Mantel – Mango

Tasche – MCM

Armreif – Tommy Hilfiger

Ohrring – Colosseum

Fotos: Tom Herold ( click here )

Kälte oder Wärme?

„Du musst härter werden.“

„Sei nicht so sensibel.“

„Vergiss es. Schieb die Schublade wieder zu und mach weiter.“

„Es gibt schlimmeres.“ 

„Du musst ein dickeres Fell bekommen.“

Ich war noch nie sonderlich taff oder hart im Nehmen. Ich war eher immer die Sensible, die viel grübelt und die sich die Welt manchmal schwerer macht, als sie ist.

Ich war noch nie immun gegen Gemeinheiten und Ungerechtigkeiten. Dabei ist unsere Welt voll davon.

Ich habe immer die bewundert, die, wenn sie stolperten, oder fies behandelt wurden, einfach stolz ihren Kopf hoben und weitermachten. Die das Geschehene einfach auslöschen konnten, als wäre nie etwas gewesen.

„Ich muss damals unglücklich gewesen sein, doch ich erinnere mich nicht. Alles Unschöne vergesse ich. – Karl Lagerfeld-

Müssen diese Menschen nicht unglaublich glücklich sein? Wie geschaffen für unsere Welt. Denn jeder wird mal unfair behandelt. Es wird immer Menschen geben, die ihre Wut an anderen auslassen müssen. Die Kunst ist, all das einfach wegzustecken und weiterzumachen. Stehaufmännchen.

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Doch irgendwie war das noch nie meine Stärke. Ich zerbreche mir den Kopf, frage mich, warum der Andere so ungerecht, ja vielleicht sogar verletzend war. Das hält mich oft zurück, ich gehe auf der immer gleichen Stelle. Komme keinen Zentimeter voran.

Doch so war ich schon immer und ich frage mich: Wird sich das irgendwann ändern?

„Im Arbeitsleben musst du hart im Nehmen sein. Dickes Fell. Selbstbewusst. Du musst Dich wehren können.“ 

Sätze, die ich oft gesagt bekomme. Und ab und zu denke ich, dass ich mich „verbessere“. Doch dann kommt wieder ein fieser Satz, der wahrscheinlich gar nicht so gemeint war, mich aber mit voller Wucht trifft. Und dann sitze ich da wieder. Beiße die Zähne zusammen. Aber vergessen kann ich nicht. Und wenn ich auch am Tag keinen Gedanken mehr daran verschwende, so holt mich das Karussell der Grübeleien Abends oder Nachts ein.

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Doch warum muss man kalt werden, um voranzukommen. Warum ist Sensibilität und Einfühlungsvermögen heute nichts mehr wert? Würden wir nicht alle viel weiter kommen, wenn wir auf unsere Worte und Taten achten würden? Niemand wird mehr umsonst verunsichert. Es hängt kein Knistern mehr in der Luft. Man verkrampft nicht mehr, kann tatsächlich mal entspannt sein.

Wann ist uns die Empathie abhanden gekommen? 

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Ich möchte stark und selbstsicher werden. Vielleicht nicht mehr ganz so verletzlich. Aber ich möchte nicht mein Wesen ändern müssen, um in einer Welt zu bestehen, die aus Eiseskälte besteht.

Worte haben Macht, aber man muss kein Künstler sein, um mit ihnen umgehen zu können. Vielleicht nimmt man sich lieber ein, zwei Sekunden Zeit, um seine Formulierungen abzuwägen, statt das Feuer vorschnell zu eröffnen. Am Ende steht man da und bereut, was man den anderen an den Kopf geworfen hat. Denn eigentlich war es nicht so gemeint. Es war unfair und falsch. Doch der Stolz verbietet ein „Entschuldigung“.

Am Ende des Tages sitze ich da und frage mich: Mit was wird man erfolgreicher? Mit Abgebrühtheit oder mit Liebe. Und vor allem: Was macht uns zu glücklicheren Menschen?

Kälte oder Wärme?

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Lederjacke – TK Maxx

Pullover – Noisy May

Spitzentop – Vero Moda

Jeans – Cheap Monday

Boots – Deichmann

Fotos: Tom Herold ( click here )

Fragen über Fragen

Meine Lieben: Ich gebe in meinen Texten viel von mir preis, dennoch habe ich das Gefühl, dass viele Dinge über mich geheim bleiben. Unbeabsichtigt. Ich liebe es von Bloggern, die ich sehr mag, mehr Privates zu erfahren. Ich will den Mensch hinter der Website kennenlernen. So habe ich das Gefühl, dass ich noch mehr an seinem Leben teilhabe und Seite an Seite mit ihm bin.

Ich wurde von der lieben Dorie von thedorie.com zum Liebster Award nominiert. Danke dafür und Entschuldigung für die Verspätung 😉 Ich freue mich die Fragen zu beantworten! Weil ich unglaublich neugierig bin und selbst gern immer mehr Details über Leute erfahren will, bin ich am überlegen, ob ich passend zum Award eine neue Serie starte, in der ich jeden Monat ein paar Dinge über mich ausplaudere.

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In welchem Land würdest du gerne wohnen, wenn du den gleichen Komfort hättest, wie hier?

Schon als kleines Kind verlor ich mein Herz an die Berge. Und diese Liebe wächst, je älter ich werde. Dieses Jahr reiste ich zweimal nach Österreich. Einmal ins wunderschöne Wien und das andere Mal nach Tirol. Ich könnte mir sehr gut vorstellen einmal meine Zelte in Österreich aufzuschlagen. Da ich zukünftig mein Geld gern mit dem Schreiben verdienen möchte, ist es auch von Vorteil, dass ich dort weiterhin in meiner Muttersprache wirken und arbeiten könnte.

Nach unseren Aufenthalt in Paris zieht es mich aber auch unglaublich in die Stadt der Liebe. In meiner Traumwelt habe ich eine schöne gemütliche Wohnung in Paris und meinen Hauptwohnsitz in Österreich. Das I-Tüpfelchen wäre, wenn meine Liebsten mit mir auswandern würden.

Was tust du, wenn du richtig wütend bist?

Wenn ich richtig, richtig wütend bin, würde ich mich am liebsten in Rage reden und mit den Füßen aufstampfen. Das mache ich auch oft, aber wenn die Stimmung wirklich am überkochen ist, dann bildet sich meistens ein großer Kloß in meinem Hals und mir treten Tränen in die Augen. Dann ist an Reden meistens nicht mehr zu denken. Das hasse ich, denn eigentlich will ich gerade dann stark wirken. In diesen Momenten bin ich gern allein, lasse die Stürme in meinem Kopf toben, bis ich es nicht mehr aushalte. Und wenn gar nichts nützt, dann greife ich zu Papier und schreibe mir meinen Kummer und meine Wut von der Seele.

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Wie sieht der perfekte Urlaub für dich aus?

Ein aufregender Ort, am liebsten eine pulsierende Stadt mit viel Kultur, an der Seite meines Freundes. Im Urlaub möchte ich gern Unbekanntes entdecken, ich will die Seele der Stadt erkunden. Perfekt wird es, wenn es sich nicht mehr wie Urlaub anfühlt, sondern wie das eigene Leben. Ich möchte das Gefühl haben, in der Stadt zu wohnen, statt in ihr nur Urlaub zu machen.

Und wie sieht das perfekte Outfit für dich aus?

Schwierig….Das wichtigste am Outfit sind für mich Schmuck und Tasche. Beides muss außergewöhnlich und hochwertig sein (oder zumindest so aussehen) und sie müssen sich perfekt ergänzen. Die zwei Elemente sind für mich die absoluten Eyecatcher des gesamten Looks. Ansonsten bin ich eigentlich sehr offen. Ich mag klassische Looks, manchmal will ich es aber auch frech und modern. Außerdem bin ich kein Fan von zu bunten Outfits. Die Farben sollten harmonieren, gern auch aus einer Familie stammen.

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Ist es für dich wichtig Silvester mit deinem Partner zu verbringen? Warum, warum nicht?

Ja! Sehr wichtig. Mit meinem Partner verbringe ich die meiste und wichtigste Zeit. Mit ihm gehe ich auf Reisen auf Entdeckertour, wir treffen wichtige Entscheidungen zusammen, ihn frage ich um Rat und bin einfach gern mit ihm zusammen. An Silvester will ich mit meinen wichtigsten Menschen zusammen sein. Einer davon ist natürlich mein Partner. Mit ihm will ich auf weitere Abenteuer anstoßen, in Erinnerungen schwelgen und über das vergangene Jahr reden. Das kann ich am besten mit ihm, da wir den Großteil von 2017 zusammen verbracht haben.

Wo siehst du dich mit 80?

Mit 80 möchte ich gern eine unheimlich schicke, klassische Omi sein. Ich sehe mich in einen schönen altem, schnörkeligen Haus mit Bibliothek. Meinen Partner an der Seite, die Enkel und Kinder um mich herum. Ich möchte gern ein Buch geschrieben und die Welt entdeckt haben. An meinen Ohren hängen schwere, goldene Ohrringe, die perfekt zu meinem restlichen Schmuck passen.

Was isst du am liebsten? Kannst du es selbst kochen?

Zu meinen Leibspeißen zählen Lachs, Milchreis, grüne Klöße, Macarons und Punschkuchen. Bis auf saure Eier fällt mir auf Anhieb nichts ein, was ich nicht esse. Kochen kann ich ein bisschen, Milchreis und Lachs bekomme ich hin. Backen liegt mir aber mehr.

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Weihnachtszeit: yey or ney? Warum?

Eindeutig yey! Ich liebe die Heimlichkeiten, Weihnachtsmusik, Weihnachtsmärkte, Lebkuchen, das Zusammensein, die Stimmung und Magie, die in der Luft liegt. Kurz: Einfach alles an Weihnachten! Es ist für mich wirklich die schönste Zeit des Jahres auf die ich das ganze Jahr hinfiebere. Wie jedes Jahr bin ich unglaublich traurig, dass alles schon wieder vorbei ist.

Was ist deine größte Inspirationsquelle?

Ein Tapetenwechsel. Auf Reisen erweitere ich meinen Horizont, sehe neue Dinge, außergewöhnliche Menschen, mit denen man oft und leicht ins Gespräch kommt. Das ist aufregend und prägt mich. Ansonsten inspirieren mich Bücher sehr. Es gibt so viele Geschichten da draußen! Die Kreativität mancher Autoren haut mich regelrecht um.

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Welchen Satz hasst du, wenn er Dir gesagt wird?

„Du bist so toll! Das hab ich am Anfang gar nicht gedacht. Ich hatte Dich ganz anders eingeschätzt.“ Meistens schließen sich dann Erklärungen an, dass man aufgrund meines Blogs oder meiner Instagramseite dachte, dass ich eine Tusse sei. Ich finde es schade, dass man aufgrund seines Hobbys von vorneherein abgestempelt wird. Ich liebe Mode, ich liebe es mich zurechtzumachen und einfach schick zu sein. Aber deshalb muss ich doch keine Tusse sein. Jeder kann optisch etwas aus sich machen und nur, weil ich äußerlich viel auf mich halte und meine Leidenschaft zu Mode online teile, habe ich nicht nur das im Kopf. Vielleicht lesen zu wenige Menschen meine Texte und schauen sich nur die Fotos an? Das finde ich oberflächlich. Aber vielleicht sind die Menschen, die mir „diesen Satz“ an den Kopf werfen, genau das auch. Oberflächlich. Leute, die andere gern in Schubladen stecken. Gebt den Menschen doch eine Chance und schaut mal hinter die Fassade!

Süßes oder salziges Popcorn?

Süßes! Obwohl ich salziges noch nie ausprobiert habe. Das muss ich bald nachholen!

Pullover – Shein

Hose – Zara

Tasche – Primark

Fotos: Tom Herold ( click here )

 

2018 – Meine Top 10 Lieblings-Looks

In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt. Gilt das auch für die Mode? 2017 habe ich gelernt, mich manchmal nur auf meinen eigenen Geschmack zu verlassen. Ich habe viele Trends ausprobiert und aktuelle Teile gekauft. Aber hin und wieder, habe ich die Modezeitschriften und Blogs ignoriert. Und einfach mal mein Ding gemacht. Das kam noch zu selten vor, aber ich habe das Gefühl, dass ich mich auf den richtigen Weg befinde. Ich habe Spaß an der Mode. Und das ist doch das Allerwichtigste oder? Modisch auf sich selbst zu hören und sich nichts diktieren zu lassen.

Ich möchte niemanden anprangern: Aber 2017 war modisch gesehen schon ein ganz schöner Einheitsbrei, oder? Was denkt ihr? Auf Instagram, in der Blogosphäre und sonst wo: Irgendwie sieht man immer wieder die gleichen Kombinationen. Und das langweilt. Ich will mich da nicht rausnehmen. Ich denke wir sind alle Opfer. Und was gut aussieht, soll man auch nachstylen. Hauptsache, man fühlt sich wohl. Dennoch finde ich es inspirierend und erfrischend, wenn ich Frauen oder Mädchen sehe, die es mal anders machen. Die einen ganz anderen Dreh in ihrem Styling finden.

Eine dieser Vorbilder ist dieses Jahr Franzi von zukkermädchen für mich geworden. Ich bin tatsächlich erst dieses Jahr auf sie gestoßen. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass ich ein leidenschaftlicher Fan geworden bin. Ich finde ihren Stil aktuell, aber vor allem klassisch. Sie gibt mir das Gefühl, nicht jedem Trend hinterherrennen zu müssen, um toll auszusehen. In einer Masse von Bloggern sticht sie heraus. Mit ihren Worten und ihrer Kleidung. Sie ist aufregender.

Ich hoffe, dass ich ein wenig so werden kann. Nicht genauso natürlich. Aber ich möchte auch gern meinen eigenen, ganz besonderen Stil finden und weniger den temporären Trends folgen.

2017 war dafür wirklich wichtig und wertvoll. Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Natürlich sind meine Outfits vielleicht nicht wirklich innovativ, aber ich habe ein Stückchen weit mehr herausgefunden, was mir steht und was ich mag. Was mir dabei geholfen hat, waren unsere Reisen. In Paris, Wien, Kopenhagen, aber auch in kleinen Städten, wie Weimar oder Wismar habe ich Menschen getroffen, die mich inspirierten und mir in Erinnerung blieben. Da war zum Beispiel die kecke Französin in der Metro, die so kunterbunt und zusammengewürfelt neben mir saß. Eigentlich passte nichts zusammen, aber dennoch sah diese Frau umwerfend aus. Wie auch immer sie das gemacht hat. Ich erinnere mich auch noch zu gern an die ältere Dame in Lübeck, die mit schwerem Muschelschmuck und Turban an mir vorbei flanierte. Ich trank gerade einen Espresso, schaute versonnen aus dem Fenster und sah sie. Wie sie wie ein Exot durch die Gassen lief. Die Menschen drehten sich nach ihr um, sie aber blieb davon ganz unbeeindruckt.

Ich möchte 2018 genauso weiter machen: Kreativ und experimentierfreudig bleiben. Ausprobieren, vielleicht verwerfen und dann zu mir finden. Stück für Stück. Die Erinnerungen von 2017 bleiben dabei in meinem Herzen und immer, wenn ich wieder einmal ratlos vor meinem Kleiderschrank stehe, möchte ich an sie denken.

Heute möchte ich meinen modischen Weg mit Euch teilen: Das sind meine Top 10 Lieblings-Looks, die ich genauso immer wieder anziehen würde.

Was gefällt Euch am besten?

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