Winter Favorite: Fake Fur Coat

Nachts allein auf den Straßen: Die Sonne ist schon lange untergegangen, wir stapfen durch den frisch gefallenen Schnee, die Straßenlaternen leuchten uns den Weg. Nichts ist zu hören, außer unsere Schritte und der Wind. Hinter uns liegt das alte Kino. Noch ein paar Minuten zuvor saßen wir in den alten Filmsaal, die Sitze sind zwar nicht aus rotem Samt, aber die schweren Vorhänge, die hohen gebogenen Wände, die engen Treppen und klassischen Lampen zeugen von einer anderen Zeit. Und in dieser Zeit bin ich stecken geblieben. Gerade war ich nicht nur Kinobesucher, sondern Gast des Orientexpresses. Zigarettenspitzen, seidene Kleider, kecke Hüte, Pfennigabsätze. Schwerer Pelz, Strumpfhosen mit Naht, Gentlemen und Ladys. Und so wie ich durch den Schnee stapfe, frage ich mich, ob das nicht viel eher meine Ära gewesen wäre. In der falschen Zeit geboren? Eine Frage, die mir schon seit klein auf im Kopf herumspukt. Und ich weiß: Es gibt Verbündete. Menschen, die ebenso fühlen wie ich. Wir sind nicht allein. Wir sind ein großer Club.

Und Du? Was ist Deine Zeit?

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Alter Erbschmuck, seidene Tücher, elegante Mäntel, lederne Handschuhe. Mein Outfit heute soll meine Liebe zur Nostalgie ausdrücken. Ich weiß natürlich: Früher war nicht alles besser. Aber hin und wieder, um ehrlich zu sein, ziemlich oft, werde ich von einer Art Fernweh überrollt. Fernweh nach vergangenen, mir unbekannten Zeiten. Ich weiß nicht, ob es an den Geschichten liegt, die ich schon seit klein auf verschlinge. Dorian Grey, Der große Gatsby, Anna Karenina. Oder es sind die Erzählungen, meiner Großeltern. Vielleicht aber ist dies hier wirklich nicht genau meine Zeit.

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Oft fühle ich mich, wie Gil in „Midnight in Paris“. Ich schwelge in Träumen, hänge Fantasien hinterher. Aber auch das Hier und Jetzt ist schillernd und wertvoll. Ich finde beides wichtig: Nostalgie und Gegenwart. Die Lösung? Der Vergangenheit in mein Leben holen. Ihr Platz geben. Sie ausleben. Aber immer wieder zurückkehren.

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Mein Blick ist in die Zukunft gerichtet. In meinen Träumen herrscht aber de Vergangenheit. Eine Zeit, in der ich nicht lebte, von der ich nichts weiß, die mir aber gut tut. Die meine Fantasien beflügelt. 

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Und gerade jetzt, in der Winterzeit, verweile ich gern in alten Zeiten. Ich packe meine Bücher aus, verschwinde mal ins 19. Jahrhundert, mal in die 20er Jahre. Und irgendwann klappe ich die Buchdeckel zu und greife zum digitalen Blatt. Dann schweben meine Finger über die Tastatur, füllen Zeile für Zeile und schaffen wieder Platz in meinem Kopf.

Denn aus der Vergangenheit hole ich ab und zu auch meine Kreativität. Und herrscht nicht gerade in der Weihnachtszeit viel mehr das „Früher“, als das „Heute“?

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Und Ihr? Kennt ihr diese Sehnsucht nach einem „Früher“, das ihr nicht kennt? Könnt Ihr mir vielleicht sogar tolle historische Romane empfehlen?

Mantel – TkMaxx

Pullover – Shein

Handschuhe – Orsay

Hose – Fussl

Overknee – Deichmann

Tuch – Vinatge

Mütze – Berschka

Fotos: Tom Herold ( click here )

2 Gedanken zu “Winter Favorite: Fake Fur Coat

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