Kolumne: Silvester ist….

Mögt Ihr Silvester? Ich traue mich fast gar nicht, mich als Silvester-Nicht-Möger zu outen. Kein „Hasser“. „Nicht-Möger“ klingt netter. Und trifft es auch eigentlich viel besser. Denn es gibt vieles, was ich am Jahres-Wechsel mag. Das Zurückblicken, das Zusammensein, Nachdenken, Träumen, Planen, Dankbar-Sein und Lernen. Aber am 31.12. liegt immer so ein Gefühl in der Luft, dass ich nicht mag. Ich werde sentimental, fast schon melancholisch. Während die Meisten gern auf große Partys hetzten, möchte ich diesen Abend viel lieber in Ruhe verbringen. Feierlich muss es schon sein. Aber ich hänge in dieser Nacht gerne meinen Gedanken nach. Führe manchmal auch einen inneren Kampf mit mir selbst. Aber das ist gut so. Ich möchte mir mein Jahr 2017 gern noch einmal anschauen. Ich sitze im Kino. Nur ein Sessel. Eine Karte. Ein Platz. Für mich. Das ist mein Film, ich hoffe auf keinen Oscar, will keine Zuschauer. Außer mich. Ich spule vor und zurück, drücke auf Pause, mache den Fernseher mal aus und schalte ihn wieder ein. Ich werde mir diesen Film noch oft anschauen. Aber nie mehr ganz am Stück, wie in dieser Nacht. Wenn, dann suche ich nur kleine Sequenzen hervor.

Ich war Regisseur, Produzent, habe die Hauptrolle gespielt und war neben dem Schicksal Co-Drehbuchautor. Aber diese Nacht bin ich auch Filmkritiker. Wie war „Mein 2017“? Reicht es für Standing Ovations oder verlasse ich schon verfrüht den Saal?

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Es war das Jahr der Selbsterkenntnis. Ich schwebte 2017 zwischen den Welten. Immer wieder prallten meine Vergangenheit und meine Zukunft unsanft aufeinander. Ich war stolz darauf, wer ich bin und was ich erreicht habe. Ich habe mir mein Leben so gebastelt, wie ich mir es als kleine Schülerin vorgestellt habe. Ich bin frei, ich bin unabhängig, ich gehe arbeiten, bin fleißig in der Uni, ich reise und liebe. Ich war so selbstbewusst wie noch nie. Doch ab und zu – sei es durch Personen von Früher, Erinnerungen oder anderem – fiel ich wieder ein Stückchen in mich zusammen.

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Ich habe mich noch nie so sehr mit mir auseinander gesetzt, wie in diesem Jahr. Immer wieder schaute ich in den Spiegel und fragte mich: Wer bin ich? Wer will ich sein? Wie habe ich mich entwickelt? Ich habe viel mit mir gekämpft, ohne Hilfe Anderer. Ich resümierte: Welche Eigenschaften gefallen mir? Was kann ich wie ändern?

Ich glaube und hoffe, dass ich 2017 ein bisschen besser geworden bin. Aber ich weiß auch, dass ich an mir arbeiten möchte. Doch insgesamt blicke ich zurück und bin vor allem eins: Stolz auf mich.

Ich bin größer geworden. Innerlich. Ich habe meinen Horizont erweitert. Ich habe ein Stückchen mehr Welt kennengelernt. Ich habe mich mutig verteidigt. Bin stolz und selbstbewusst. Ich weiß wer ich bin und was ich wert bin. Egal was manch andere sagen oder denken mögen. Ich mag mich. Im Großen und Ganzen sogar sehr gern.

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Ein weiteres Thema, das 2017 dominiert hat: Literatur. Ihr kennt mich noch nicht lang, aber Bücher haben mein ganzes bisheriges Leben dominiert. Ich habe jeden Tag geschrieben, seit ich in die Schule kam. Seite um Seite, Tagebuch um Tagebuch. Nicht nur meine eigenen Gedanken brachte ich zu Papier, auch Gedichte und Geschichten. Ich las nicht, ich habe Bücher verschlungen.

Nach dem Abitur habe ich diese Leidenschaft, womöglich die größte meines Lebens, aus den Augen verloren. Ich musste viele Dinge regeln, das wahre Leben überflutete mich. Und ich: Ich war einfach noch nicht bereit. Um alles in den Griff zu bekommen und erst einmal herauszufinden, wer ich bin und sein will, legte ich den Füllhalter zur Seite. Aber nie ganz.

Dieses Jahr schrieb und las ich wieder mehr. Ich habe noch nicht zu alten Zeiten zurückgefunden, aber ich wünsche mir nichts mehr, als dass ich das schaffe. Ich schöpfe das Meer vielleicht mit einem Löffel aus, aber wenigstens schöpfe ich.

Das ist auch der Hauptgrund, warum ich eine kleine Pause vom Bloggen brauchte, die nun endgültig vorbei ist. Ich war und bin mit meinen Texten nicht zufrieden. Ich habe einen hohen Anspruch an mich und die letzten zwei Jahre beherrschte mich immer wieder ein Gedanke: Du hast dein Talent verloren. Du wirst nie wieder gut schreiben können. Du wirst nie ein Buch zu Papier bringen, obwohl das Dein größter Wunsch war.

Diese Gedanken taten so weh, das glaubt ihr gar nicht. Und jeder Mensch der mir sagte, ich soll endlich wieder schreiben, versetzte mir einen kleinen Stich. Ich wollte, aber ich konnte nicht. Aber ich will wieder! Und das ist mein einziger Vorsatz und Wunsch für 2018: Ich will zum Schreiben zurückfinden.

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Ich weiß nicht, ob Euch „Mein 2017“ gefallen würde. Ich kann Euch keine Empfehlung aussprechen. Mögt Ihr Komödien? Dramen? Romanzen? Dann solltet Ihr euch zu mir, in mein kleines Kino setzten. Ich teile meinen rot gepolsterten Sessel mit Euch. Zusammen tauchen wir ein in mein heimatliches Örtchen, in meine Studien-Stadt, wir reisen nach Wien, Kitzbühel, Paris, Kopenhagen, Kiel, Göteborg, Boltenhagen, Lübeck, Wismar, Weimar und viele weitere Städte. Es wird spannend, manchmal passiert aber auch tagelang nichts. Bis es einen großen Knall gibt. Es wird romantisch, es gibt Herausforderungen, es wird brenzlich und wunderschön. In den Hauptrollen zu sehen: Liebe, Ehrgeiz, harte Arbeit, Freude, Reisen, ein paar böse Gestalten und ich. Vielleicht wird es keine Standing Ovations geben, dafür aber die ein oder andere vergossene Träne. Denn dieser Film berührt mich. Vielleicht auch Euch? Dieser Film ist unvorhersehbar.

Aber vielleicht solltet ihr Euch diese Nacht gar nicht zu mir gesellen. Geht lieber in eurer eigenes Kino. Findet die Tür zu Eurem Saal.

Ich denke, wir sollte in dieser Nacht alle unseren eigenen Film sehen. Denn daraus können wir am meisten lernen.

Also: Macht Euch auf einen langen Abend gefasst. Und sichert Euch die einzige Karte für die Uraufführung Eures ganz persönlichen Films. Ihr werdet es nicht bereuen.

Und ich: Ich sage Danke: Danke 2017. Es war abenteuerlich.

Deine Isabel

Pullover – TkMaxx

Hose – Zara

Fotos: Tom Herold ( click here )

Winter Favorite: Fake Fur Coat

Nachts allein auf den Straßen: Die Sonne ist schon lange untergegangen, wir stapfen durch den frisch gefallenen Schnee, die Straßenlaternen leuchten uns den Weg. Nichts ist zu hören, außer unsere Schritte und der Wind. Hinter uns liegt das alte Kino. Noch ein paar Minuten zuvor saßen wir in den alten Filmsaal, die Sitze sind zwar nicht aus rotem Samt, aber die schweren Vorhänge, die hohen gebogenen Wände, die engen Treppen und klassischen Lampen zeugen von einer anderen Zeit. Und in dieser Zeit bin ich stecken geblieben. Gerade war ich nicht nur Kinobesucher, sondern Gast des Orientexpresses. Zigarettenspitzen, seidene Kleider, kecke Hüte, Pfennigabsätze. Schwerer Pelz, Strumpfhosen mit Naht, Gentlemen und Ladys. Und so wie ich durch den Schnee stapfe, frage ich mich, ob das nicht viel eher meine Ära gewesen wäre. In der falschen Zeit geboren? Eine Frage, die mir schon seit klein auf im Kopf herumspukt. Und ich weiß: Es gibt Verbündete. Menschen, die ebenso fühlen wie ich. Wir sind nicht allein. Wir sind ein großer Club.

Und Du? Was ist Deine Zeit?

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Alter Erbschmuck, seidene Tücher, elegante Mäntel, lederne Handschuhe. Mein Outfit heute soll meine Liebe zur Nostalgie ausdrücken. Ich weiß natürlich: Früher war nicht alles besser. Aber hin und wieder, um ehrlich zu sein, ziemlich oft, werde ich von einer Art Fernweh überrollt. Fernweh nach vergangenen, mir unbekannten Zeiten. Ich weiß nicht, ob es an den Geschichten liegt, die ich schon seit klein auf verschlinge. Dorian Grey, Der große Gatsby, Anna Karenina. Oder es sind die Erzählungen, meiner Großeltern. Vielleicht aber ist dies hier wirklich nicht genau meine Zeit.

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Oft fühle ich mich, wie Gil in „Midnight in Paris“. Ich schwelge in Träumen, hänge Fantasien hinterher. Aber auch das Hier und Jetzt ist schillernd und wertvoll. Ich finde beides wichtig: Nostalgie und Gegenwart. Die Lösung? Der Vergangenheit in mein Leben holen. Ihr Platz geben. Sie ausleben. Aber immer wieder zurückkehren.

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Mein Blick ist in die Zukunft gerichtet. In meinen Träumen herrscht aber de Vergangenheit. Eine Zeit, in der ich nicht lebte, von der ich nichts weiß, die mir aber gut tut. Die meine Fantasien beflügelt. 

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Und gerade jetzt, in der Winterzeit, verweile ich gern in alten Zeiten. Ich packe meine Bücher aus, verschwinde mal ins 19. Jahrhundert, mal in die 20er Jahre. Und irgendwann klappe ich die Buchdeckel zu und greife zum digitalen Blatt. Dann schweben meine Finger über die Tastatur, füllen Zeile für Zeile und schaffen wieder Platz in meinem Kopf.

Denn aus der Vergangenheit hole ich ab und zu auch meine Kreativität. Und herrscht nicht gerade in der Weihnachtszeit viel mehr das „Früher“, als das „Heute“?

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Und Ihr? Kennt ihr diese Sehnsucht nach einem „Früher“, das ihr nicht kennt? Könnt Ihr mir vielleicht sogar tolle historische Romane empfehlen?

Mantel – TkMaxx

Pullover – Shein

Handschuhe – Orsay

Hose – Fussl

Overknee – Deichmann

Tuch – Vinatge

Mütze – Berschka

Fotos: Tom Herold ( click here )

Das Geschenk

Ich plane, lege mich fest, verwerfe. Plane von Neuem, überlege mir dann doch wieder etwas ganz anderes und irgendwann steht es fest: Das Geschenk.

Ich bin ein Mensch, dem Schenken unglaublich viel Spaß macht, der viel Energie in die ganze Sache steckt. Vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken, aber für mich sind Geschenke eine wichtige Sache. Mein Gegenüber soll genau wissen, wie gern ich ihn habe. Natürlich wissen das Menschen auch ohne, dass man ihnen teure Überraschungen macht. Doch freut sich nicht jeder über eine kleine Aufmerksamkeit? Etwas besonderes?

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Ich hoffe auf jeden Fall, dass ihr alle heute einen reich gefüllten Nikolaus-Stiefel hattet.  Ich für meinen Teil bin schon seit einigen Wochen im Weihnachtsfieber. Doch so richtig viele Geschenke habe ich noch nicht. Oft fällt mir, trotz langer Planung, erst kurz vor knapp die absolute Knaller-Idee ein. Natürlich: Das ist allerhand Stress, Ungewissheit, Kopfzerbrechen. Dennoch kann ich manche Menschen, besonders Pärchen, nicht verstehen, die auf diese Schenk-Tradition verzichten können. Es stimmt schon, man kann sich auch an jedem anderen x-beliebigen Tag zeigen, wie gern man sich hat. Doch es ist nun mal Weihnachten. Das bedeutet Zauber. Magie. Da gehört das richtige Geschenk nun mal dazu.

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Und ich denke, es hat noch niemanden umgebracht, sich ein paar Gedanken um das passende Präsent zu machen. In der Weihnachtszeit knistert es und ohne Heimlichkeiten, Aufmerksamkeit und Vorfreude wäre diese Zeit nicht so besonders.

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Tatsächlich fällt es mir jedoch selbst von Jahr zu Jahr schwerer, konkrete Wünsche zu äußern. Denn eigentlich hab ich ja alles: Eine tolle Familie, eine schöne Beziehung, Freunde. Vielleicht bin ich deshalb ein schwieriger Fall, vielleicht aber auch eine Herausforderung. Ich jedenfalls bin schon unglaublich gespannt, was unter dem Baum liegen wird.

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Doch vor allem freue ich mich auf den Heilig Abend. Das Beisammensein. Dieses Jahr feiern wir das erste Mal bei meiner Schwester. Nach all den Jahren bestaunen wieder Kinderaugen den reich gedeckten Gabentisch. Mir wird jetzt schon warm ums Herz, wenn ich an diesen Abend denke.

Gibt es bei euch wiederkehrende Weihnachtstraditionen? Oder ist jedes Fest anders? Was steht bei euch auf den Essensplan? Habt ihr schon alle Geschenke?

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Pullover – New Yorker

Jeans – Primark

Schuhe – Deichmann

Baker Boy Cap – Asos

Tasche via Amazon

Ohrringe – Claires