Paris Part 2

A dream is a wish your heart makes…

And dreams are coming true!

Wisst ihr, ich war ein Disney-Kind. Durch und durch. Meine drei ersten Disneyfilme waren „Schneewittchen“, „Dörnröschen“ und „Die Schöne und das Biest“. Ich saß auf unserem heimischen Sessel, Ringelstrumpfhosen an und warf mich wie Schneewittchen im Wald dramatisch auf den Boden. Meine Mama kaufte mir Disney-Kindermagazine und meine Schwester schaute mit mir jedes zweite Wochenende Arielle. Ihr Lieblingsfilm.

Später schaute ich jeden Tag 19:45 „Hannah Montana“, zuvor kam „Hotel Zac und Cody“ und wenn ich Glück hatte, wurden die alten Folgen „Lizzie McGuire“ wiederholt.

Meine Disney-Playlist lief all die Jahre rauf und runter. Von „Ich will keinen Mann“, bis „Belles Lied“ über „Let it go“.

In meinem Bett schläft bis heute der kleine Zwerg „Seppel“ und eine Schneewittchen-Puppe. Ich trinke meinen Kaffee aus Disney-Tassen und an meiner Wand hängt – dreimal dürft ihr raten – ein Schneewittchen-Filmplakat.

Ich könnte ewig so weitermachen. Disney ist ein Teil von mir. Vor zwei Jahren fragte man mich: „Du bist 18 und schaust immer noch diese Trickfilme?“ Ja, das tue ich! Denn ich wachse nicht aus „Mulan“, „Küss den Frosch“ oder „Rapunzel“ heraus.

Ich bin ein Disney-Kind. Immer noch. 

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Schnell war klar, dass für mich unser Parisaufenthalt nur perfekt wird, wenn ich einmal das Disneyland von innen gesehen habe. Also buchten wir unsere Tickets für alle beide Parks für 57 Euro. Ein Schnäppchen. Bucht unbedingt vorab. Ihr spart somit Geld und Zeit. Denn ihr könnt an den langen Warteschlangen einfach vorbei marschieren.


Kennt ihr das? Man träumt sein ganzes Leben lang diesen einen Traum? Und plötzlich wird er wahr?
„All those days, watching from the windows
All those years, outside looking in
All that time, never even knowing
Just how blind I’ve been

Now I’m here, blinking in the starlight
Now I’m here, suddenly I see
Standing here, it’s all so clear
I’m where I’m meant to be

(aus „Tangled“: I see the light)

Ich hatte etwas Angst. Träumen kann so schön sein, aber was ist, wenn mein Traum viel schöner als jede Realität ist? Eine Seifenblase platz und hinterlässt ein Loch. Wird Disney dann je wieder das gleiche für mich sein?

Ich kann euch nur eins sagen: Meine Träume wurden um Weitem übertroffen. Und das überwältigte mich. So, so sehr.

Ihr müsst mich verstehen: Ich träume seit bald 17 Jahren von diesen einen Tag. Früher, wenn ich meine Disney-Kassetten in den Videoplayer schob und der Slogan „Disneyland- ganz in Deiner Nähe“ kam, holte ich meinen Mickey-Mouse-Koffer hervor und packte meine sieben Sachen. Die Enttäuschung war groß, als mir meine Eltern erklärten, dass Paris doch nicht ganz in meiner Nähe war und ich wohl warten müsse. Ich hatte genug gewartet. Nun stehe ich hier!

Spätestens, als ich durch die Schneewittchen-Kulissen fuhr, konnte ich nicht mehr an mich halten. Die Tränen flossen. Und ich schämte mich kein bisschen dafür.

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Es gab so viele Highlights an diesen Tag. Zum einen „Peter Pans Flight“: Wir flogen in einen Piratenschiff erst in Wendys Zimmer, dann über London nach Nimmerland. Oder unsere Fluch-der-Karibik-Schiffsfahrt. Oder unsere Achterbahnfahrt durch Indiana Jones Tempel. Oder oder oder. Insgesamt verbrachten wir über 12 Stunden in beiden Parks.

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Träume werden wahr…Ich an Schneewittchens Brunnen

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In Dornröschens Schloss

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Nicht nur Disneyland konnte überzeugen. Auch die Filmstudios sollte man unbedingt gesehen haben! Hier kann man mit Remy in Gusteaus Küche auf Verfolgungsjagd gehen, im freien Fall aus einen verlassenen Hotel fliegen oder einmal in „Singing-in-the-rain“ auftreten.

Auch die Verpflegung war nicht so teuer wie erwartet. Ein großer Burger, eine Portion Pommes, ein Eis und ein halber Liter Getränk nach Wahl kosteten uns 14 Euro.

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Ich konnte das Disneyland nicht verlassen, ohne ein Andenken mit Heim zu nehmen. In einer zuckersüßen amerikanischen Kleinstadt des 19. Jahrhunderts waren wundervolle Läden untergebracht. Ich entschied mich für eine Silberkette. Cinderellas Kutsche wird nun mein neuer Talisman.

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Überall wo man hinsah: Glückliche Gesichter. Das rührte mich. Strahlende Kinder und Eltern. Beide Partien trafen auf alte Freunde. Denn Disney ist doch ein Teil von uns allen oder? Spätestens seit 1937 traf Walt Disney unsere Herzen. Er ist für mich der wahre Peter Pan. Er blieb selbst ein Kind und schütze uns vorm Erwachsenwerden. Denn eigentlich, sind wir alle Kinder. Disneykinder. Für alle Zeiten.

Paris Part 1

Paris. Paris Paris Paris.

Ihr wisst gar nicht, wie lange ich schon von dieser Stadt träume. Ich weiß es noch genau: Damals, mit 13. Ich saß in meinem Zimmer, meine schwarz-weiß gepunktete Lieblings-Schluppenbluse an. Im Fernsehen lief Coco Chanel mit Audrey Tautou. Dauerschleife. Vor mir das Buch „Eigenwillige Frauen – Chanel“ und in meiner Hand eine Perlenkette, Broschen und ausgedruckte Bilder von Chanel-Herbstmodenschauen. Ich bastelte und bastelte – versuchte, die Ketten der Models selbst herzustellen. In den eigenen vier Wänden. Weil die Originale so weit weg schienen. Ich wollte alles von Paris, Chanel und Co wissen, sog alles in mich auf. Und eines Tages, da war ich mir ganz sicher, werde ich in Paris sein. Ein Traum wird irgendwann Realität.

Realität eingetauscht gegen Hirngespinste. Jetzt. Gerade eben. Denn ich sitze in unserem Appartement auf der Champs Elysées. Vom Balkon aus schauen wir auf den Triumphbogen. Ich bin angekommen. Hier. In Paris.

Ich setzte meine Träume um. Einen nach den anderen. Es ist unglaublich. Erst Wien. Sisi. Das Sacher. Und nun Paris. Einfach so. Manchmal bleibe ich stehen, denke nach, atme ein und aus. Dann zwinge ich mich die Augen zu öffnen und sehe: Ja Isabel, du bist hier. Das ist nicht mehr länger nur ein Traum. Du verwandelst gerade deine Märchen in eine Lebensgeschichte. Meine Lebensgeschichte.

Und welche Träume sich noch erfüllen werden, seht ihr in den nächsten Einträgen…

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Ich war noch nie wirklich sicher, was mein Aussehen betrifft. Im einen Moment fühle ich mich schön, im anderen schon wieder verunsichert. Gerade hier fällt mir mein Selbstbewusstsein manchmal aus der Tasche. Dabei weiß ich gar nicht, was nun wirklich wahr ist: Sind die Pariserinnen wirklich so schön und modisch, oder ist es nur meine Vorstellung von ihnen? Ich erwische mich dabei, wie ich einer Frau hinterher schaue und den Kopf über die unpassende Farbkombi schüttele. Im nächsten Moment denke ich aber schon: ‚Nein! Das ist Paris! Das ist Mode!‘ Spielt mein Kopf verrückt? Oder ist Paris wirklich ein wahr gewordenes Modemagazin?

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Und ich gebe es zu: Viele Pariserinnen sind wirklich wunderhübsch und stylisch. Aber wahrscheinlich nicht mehr als in anderen Großstädten. Allerdings fällt etwas Anderes ins Auge: Die Marken. Von oben bis unten. Manchmal werde ich förmlich erschlagen von Labels. Und schaue verunsichert an mir herunter.

Louis Vuitton scheint hier Chanel tatsächlich den Rang abzulaufen. Das Label ist aber auch wieder toll geworden. Irgendwie hipper. Außergewöhnlicher. Letztes Jahr noch veraltet und nichts Neues, 2017 dann die neuen It-Bags. Das ging schnell. Unerwartet. War nicht gerade noch Gucci ganz oben? Kennt ihr die neue Masters-Kollektion? Ein Traum! Anschauen!

Anscheinend ist es für die Pariser das Normalste auf der Welt, bei den großen Namen der Modeszene ein und aus zugehen.

Mein erstes Paris-Outfit sollte so französisch, wie möglich sein. Bluse, Ledershorts, große Sonnenbrille. Ich fühlte mich, trotz der vielen kleinen Verunsicherungen, pudelwohl.

IMG_3864Pont Alexandre III

Diese Brücke hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Sie war das erste, was ich vor zwei Jahren von Paris gesehen habe. Während mich die Champs Elysées mit ihren tausenden Menschen, Läden und Gerüchen fast erschlagen hat, war es hier einfach nur ruhig. Und malerisch schön. Wir spazierten an der Seine entlang, stöberten auf dem Flohmarkt am Ufer und waren einfach nur glücklich. Sehr glücklich.

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Das erste, was wir nach unserer Ankunft gemacht haben? Einen Abstecher ins Laduree, fünf Minuten von unserem Appartement entfernt. Mmmmmmh

IMG_4186[118]IMG_3837Fotos: Tom Herold (click here)