Paris Part 4 – Café de Flore

Ich liebe Kaffeehäuser. Ich liebe den Geruch von gemahlenen Bohnen, von frisch gebackenen Kuchen, von den verschiedenen Parfums. Ich liebe das ‚zur Ruhe kommen‘, die Rast, das Ausatmen. Ich liebe die Vielfalt, ich liebe es neue Herzensorte auf meiner Liste hinzufügen zu können.

Ich liebe das Café de Flore.

Natürlich, es ist kein Geheimtipp mehr. Im Café de Flore, so unsere Vermieterin Marie, gehen Politiker, Topmodels und Schauspieler ein und aus. Karl Lagerfeld ist hier Stammgast. Und wir waren es auch. Für zehn Tage.

Wir schlenderten am Grand Palais vorbei, überquerten den Pont Alexandre III, stöberten durch die vielen Antiquitätengeschäften in St.-Germain-des-Prés. Und plötzlich sahen wir sie: Die Blumen. Das viele grün. Die schick angezogenen Menschen. Und etwas Besonderes lag in der Luft. Der Duft von Kaffee vermischt mit dem Geruch der weiten Welt.

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Wir setzten uns direkt auf die Terrasse. Neben uns die interessantesten Menschen. Über und über mit Schmuck behangene, alternde, mondäne Frauen. Belesene Männer, stylische Pärchen. Die Kellner laufen eilig hin und her, kommen anscheinend nie zum stehen. Wir bestellen einen Kaffee und eine heiße Schokolade. Der Kellner notiert unsere Wahl, zeigt auf meine Hose und lächelt mich an. „Really nice!“

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Ich bin ehrlich: Ich habe Ausschau gehalten. Nach ihm. Nach Karl. Nach dem Großen. Nach dem König.

Fragt man mich, mit welchen Prominenten ich gern zu Abend essen würde, so wären es Karl und Monica Bellucci. Die schönste Frau und der größte Mann der Modewelt. Eine gute Mischung, findet ihr nicht auch? Ich glaube es würde Spannungen geben. Monica wäre vielleicht von Karls komplizierter Art genervt. Er findet, sie sollte statt Dolce&Gabbana mehr Chanel tragen.

Mich interessiert Karls Meinung. Seine Einstellung, seine Geschichten. Ich hätte aber auch Angst. Ich glaube, Karl hält nicht hinterm Berg. Stimmt meine Kleidung nicht, wären meine Aussagen nicht geistreich genug – er würde es mich wissen lassen. Deutlich.

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Trotzdem. Das würde mich nicht abhalten. Ich hab so viele Fragen, die gestellt werden müssen. Ich suche Antworten.

Und die suchen hier sicher viele im Café de Flore. Der Autor am Nebentisch fragt sich, warum kein Verlag seine Geschichten drucken will. Die ältere Dame in Yves Saint Laurent will wissen, warum ihre Schönheit von einst schwindet. Und die Touristen suchen das wahre Paris.

Und das finden sie hier. Denn trotz des Ansturms: Das hier, das ist Paris. Durch und durch. Und ist es nicht irgendwie magisch, dass sich in diesem kleinen Café die ganze Welt trifft? Echte Pariser neben Deutschen, Briten, Amerikanern und Asiaten. Und alle sitzen einfach nur da und genießen ihren Kaffee. Schwelgen in ihren Gedanken. Reisen zurück in die Vergangenheit. Saß auf meinem Platz schon Picasso? Oder Jean-Paul Sartre? Welch grandiose Pläne wurden hier geschmiedet? Wessen Liebe begann hier?

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Das kann ich euch sagen: Unsere Liebe. Unsere Liebe zu Paris, Genau hier. Im Café de Flore.

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Oberteil – L.B.C.

Jacke – Olymp & Hades

Hose – Calzedonia

Schuhe – Nike

Seidentuch – Vintage (50er)

Fotos: Tom Herold ( click here )

2 Gedanken zu “Paris Part 4 – Café de Flore

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