Kolumne + Paris Part 3: Welchen Wert hat Schönheit?

Seit ich hier in Paris bin, denke ich unglaublich viel über Schönheit nach. Sie findet sich einfach an jeder Ecke. Oder etwa doch nicht? Ist sie vielleicht nur ein Hirngespinst? Existiert sie nur in meinem Kopf? Selbst als ich durch den Louvre ging, fragte ich mich: Was ist Schönheit? Welchen Stellenwert hat sie? Wenn sich Schönheit immer wieder so wandelt, gibt es sie dann überhaupt? Sind Rubens beleibte Damen schön? Oder die dünne Josephine von Napoleon? Was ist denn nun dieses „schön“? Und was bedeutet es für uns?

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Seit ich 14 bin habe ich regelmäßig kleinere Modeljobs. Natürlich nicht die weite Modewelt, aber mir macht es Freude. Es ist klar, dass man in diesem Business einstecken muss. Man bekommt bei weitem nicht jeden Job. Anfangs war das besonders schwer und immer wieder fragte ich mich: Warum sie und nicht ich? Denn die ausgewählten Mädchen entsprechen oft nicht dem, was wir als schön empfinden. Das bringt mich wieder zu der Frage: Was ist denn nun schön?

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Paris ist voller Schönheit. Das weiß man ja in der ganzen Welt. Hier stolzieren tausende schöne Frauen in Designermode hin und her. Unsere Vermieterin hier ist schön. Sie sieht aus wie die junge Romy Schneider. Und: Sie arbeitet in der Modebranche. Ist also vom Fach. Vom Schönheits-Fach.

Ich liebe es die Menschen hier zu beobachten. So viele Facetten. Ich treffe alternde Damen, mit wertigem Schmuck behangen. Tiffany, Cartier, eine Gucci-Sonnenbrille. Ich sehe einen Mann, volles schwarzes Haar, in der Hand ein Buch, hunderte Klebezettel und der Laptop auf dem Tisch. Eine asiatische Braut, weiß wie Schnee, rot wie Blut. Modische Mädchen. Obwohl modisch auch hier relativ zu betrachten ist.

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Ich mag es, wenn alles farblich zusammenpasst und harmonisch ist. Keine Musterkombis, keine grellen Töne. Alles gern einheitlich. Hier sehe ich viele Frauen, die so „unbekümmert“ aussehen. Damit meine ich, dass diese Frauen unglaublich unangestrengt wirken. Als hätten sie willkürlich in den Schrank gegriffen und würden sich gar keine Gedanken über ihr Äußeres machen. Und das ist es vielleicht: Diese französische Art schön zu sein. Das Unangestrengte. Das Entspannte. Doch das ist, wie ich vermute, mehr Schein als Sein. Denn trotz der oft wilden Kombis, sehen diese Frauen zauberhaft aus. Es ist die Aura, die Attitude, die sie so schön macht. Egal ob der Schal bunt gemustert, die Hose grün, die Schuhe rosa und der Pulli schwarz-weiß gestreift ist. Genau diese Kombi habe ich gesehen. Und dreimal dürft ihr raten: Es sah trés chick aus.

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Noch etwas, dass mir auffiel: Kaum MakeUp! Oh wie ich das liebe. Natürlich spazieren auch stark geschminkte Frauen durch das Stadtbild, aber beim genaueren Hinsehen entpuppten diese sich oft als Touris. Die Damen hier legen Wert auf Lippenstift, aber weniger auf die Augen. So zumindest mein Eindruck.

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Rubens Frauen mit ihren körperlichen Makeln sind schön. Die Mona Lisa, mit ihrer hohen Stirn ist es auch. Und die Models von heute ja sowieso. Weil sie Aura haben. Weil sie wirken ohne etwas zu machen. Weil sie bei sich sind. Das ist schön.

T-Shirt – Karl Lagerfeld

Hose – Calzedonia

Cardigan – Primark

Schuhe – Nike

Schmuck – H&M

Uhr – Astron

Fotos: Tom Herold ( click here )

2 Gedanken zu “Kolumne + Paris Part 3: Welchen Wert hat Schönheit?

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