Der Schmuck meines Lebens

Ich habe viele Leidenschaften. Neben guten Büchern schmelze ich vor allem regelmäßig bei schönem Schmuck dahin. Beides, die Geschichten und meine Schmuckstücke, können Erinnerungen konservieren und mir manche besondere Augenblicke aus der Vergangenheit zurück in den Alltag bringen.

Ihr könnt euch doch sicher noch daran erinnern, als ihr gierig Seite um Seite in eurem Lieblingsbuch umblätterte. Oder? Und sicher habt ihr noch den Moment lebendig vor Augen, als ihr ein ganz besonderes Schmuckstück geschenkt bekommen, oder es euch selbst gekauft habt.

Schmuck ist für mich etwas ganz besonderes. Bücher auch. Aus diesem Grund möchte ich eine Serie starten. In regelmäßigen Abständen werde ich euch „den Schmuck oder die Bücher meines Lebens“ vorstellen. Denn beides ist so viel mehr, als bloße materielle Güter. Sie begleiten mich. Mein ganzes Leben lang.

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Schon als Kind hatte ich eine große Faszination für Schmuck. Oft öffnete ich heimlich die Kommodentür, holte die alte Schatulle voller Erbschmuck heraus und drehte die vielen Steine, die funkelten Ringe und Ketten in meinen kleinen Händen. Heute steht eben diese Schatulle vor meinem Spiegel. Ich weiß nun, dass Schmuck eine ganz besondere Bedeutung für Frauen haben kann. Guten Schmuck kauft man nicht nach Lust und Laune. Man bekommt ihn im besten Fall zu besonderen Anlässen geschenkt oder gönnt sich selber ein Stück. Und von Mal zu Mal wächst die Sammlung. Und lässt uns stolz werden.

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Seit etwa einem Jahr wächst meine Liebe zu Ringen. Mittlerweile verzichte ich lieber auf Ketten, Armreifen oder Ohrschmuck, als auf meine Ringe. Seit vielen Monaten hatte ich es auf ein ganz besonderes Exemplar abgesehen: Auf einen Pandora-Ring mit Perle und Kristallen-Spirale. Während unseres Besuches im Louvre tauchten wir in einer kleinen Pause in die unterirdische Einkaufspassage Carrousel du Louvre ab. Als ich den Pandora-Shop sah, musste ich einfach mal einen Blick hinein werfen und mir mein Herzensobjekt einmal genauer anschauen. Und: Es war sofort um mich geschehen.

Ich finde das Preis-Leistungsverhältnis bei Pandora wirklich erstaunlich. Für einen fairen Preis kann man herrlichen, echten Schmuck erwerben.

Dieser Ring ist mein erster Pandora-Kauf. Aber ich habe Feuer gefangen. Ich habe mir schon viele neue Stücke ausgeguckt und werde sicher ein Wiederholungkäufer sein.

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Da für mich Schmuck eine emotionale Bedeutung hat, habe ich für mich selbst entschieden, Schmuckstücke immer nur noch unter dem persönlichen Aspekt auszuwählen.

Paris war für mich eine unglaubliche Reise, die so viel Kindheitsträume wahr werden ließ. Jeden Tag war ich aufs neue gerührt von der wunderschönen Umgebung, von den vielen Eindrücken, den tollen Menschen. Vor meinen Augen liefen Filme ab, die mich als kleines Mädchen, oder als Teenager zeigten. Damals, als ich von Disney und später von Chanel, Straßencafés und dem Eiffelturm träumte. Das absolute I-Tüpfelchen war, dass ich mir nicht allein diese Träume erfüllen konnte, sondern mit Tom an meiner Seite.

In mir setzte sich deshalb schon lange der Wunsch fest, diese Reise mit einer ganz besonderen Kette zu konservieren. Die Return-to-Tiffany-Kette, die ich euch bereits in den letzten Posts zeigte.

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Auch, wenn ich viele Stücke nicht jeden Tag trage: Sie sind immer bei mir, umgeben mich. Oft öffne ich auch einfach nur die Schatullen und lasse die Erinnerungen in mir aufsteigen. Und ich freue mich, diese kleinen Schätze mit euch teilen zu dürfen.

Vielleicht kennt ihr das ja auch: Ein Ring, eine Kette oder eine Uhr. Geerbt, Geschenkt oder selbst gekauft. Was bedeuten sie für euch? An welchen Menschen denkt ihr bei ihren Anblick? Oder an welchen besonderen Moment?

Kolumne: Gedanken über…Märchen

Unser Besuch im Disneyland war für mich einer der schönsten Tage meines Lebens. Ich weinte vor Glück, ich träume noch jetzt oft von unseren Erlebnissen und flüchte mich in die Erinnerungen. Doch in den letzten Tagen merkte ich, dass nicht jeder meine vollkommene Begeisterung teilen kann. Ich schwärmte mit leuchtenden Augen von Disney, während mein Gegenüber nur mit den Augen rollen konnte und „alles nur Kommerz“ vor sich hinmurmelte. Aber was stimmt nun? Bin ich nur ein Opfer und falle auf die „Disney-Masche“ herein oder tappt mein Gesprächspartner im Dunklem? Ich hab meine Antwort sofort gefunden. Und hier ist sie:

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Disney ist für mich keine bloße Marke. Disney ist für mich ein Teil meines Lebens. Ich bin ein Märchenkind. Durch und durch. Für mich gibt es Magie, nur eben nicht in Form eines Zauberstabes, sondern als Liebe, Freundschaft, selbst Weihnachten ist für mich magisch. Ich sehe mich selbst als Prinzessin meines eigenen Märchens. Ich weiß, dass immer alles gut wird. Von einem Mädchen in der Vergangenheit musste ich mir oft anhören, dass das Leben kein Märchen ist und dass sie die Welt nicht so rosarot sehen kann wie ich. Ich weiß sehr gut, dass die Welt hart sein kann. Aber ich bin nicht verbittert. Ich sehe trotz allem immer zunächst das Gute im Menschen und ich weiß, dass mir viele Personen den Rücken stärken, die ich über alles Liebe. Mein Freund, meine ganze Familie, allem voran meine Eltern und meine Schwester, aber auch Freunde. Meine Familie war immer heil und harmonisch. Ich denke, das trägt einen großen Teil zu meiner Einstellung bei. Bei uns gab es keinen großen Streit. Wir saßen an den Wochenenden zusammen, unternahmen Ausflüge und sahen Märchen. Alte DEFA-Schmuckstücke, aber auch Disney-Filme. Ich wusste immer, dass ich nie weit nach unten fallen kann, weil es so viele Menschen gibt, die mich unterstützen. Ich weiß, irgendwann und irgendwie gibt es immer ein Happy End. Mein Leben ist ein Märchen. Und deins kann es auch sein. Es liegt nur daran, wie du es betrachtest.

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Disney und überhaupt Märchen, sind für mich Gefühle. Ich komme nicht von ihnen los. Ich verbinde mit ihnen tausende schöne Erinnerungen. Schneewittchen begleitete mich von klein auf. Ich sah den Film immer und immer wieder, schmiss mich wie sie auf den Boden, versuchte meinen Kuscheltier-Zwergen genauso, wie sie es tat, zuzuwinken. Meine Augen wurden groß, als die böse Königin den Apfel verwandelte. Ich wollte immer Schneewittchen sein. Und plötzlich, stand ich in ihrem Wald, im Haus der Zwerge, an ihrem Brunnen. Da kommen Emotionen hoch. Ich sah die kleine Isabel vor meinen Augen und wusste: Träume werden war. Wenn nicht gleich, dann irgendwann später.

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Und so viel zum Thema „Kommerz“: Ein Tagesticket im Heidepark Soltau kostet 46 Euro. Ein Ticket im Disneyland 57. Für zwei Parks. Ich denke jeder weiß, wo er mehr geboten bekommt.

Und auch die Kosten im Park halten sich in Grenzen. Hier ist alles kostenlos, bis auf Essen und natürlich die vielen Shoppingläden. Eine Mahlzeit kostet 14 Euro. Dafür bekommt man einen Burger, eine große Portion Pommes, ein Eis und einen halben Liter Getränk nach Wahl. Wucherpreise sehen anders aus.

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Für mich kann man das, was das Disneyland einem gibt, nicht bezahlen. So viel Geld gibt es nicht. Man geht durch den Schalter, läuft die Allee zum Schloss entlang und auf einmal fallen alle Sorgen, aller Ballast von einem ab. Man fühlt sich leicht, befreit. Überall nur glückliche Gesichter. Man betritt eine ganz andere Welt und auf einmal weiß man: Es gibt sie: Magie und Märchen. Hier sind sie greifbar.

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Und dann, in meiner ganzen Aufregung, laufe ich an Walt Disney vorbei. In seiner Hand Mickey Mouse. Und ich bleibe stehen. Schaue in sein gütiges Gesicht. Und danke ihn dafür, dass er die Märchen in unsere Welt zurückbrachte.

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Yes, I know I’m just an outcast,
I shouldn’t speak to you
Still I see Your face and wonder,
Were You once an outcast too?

Ich glaube, dass diese Worte, die Esmeralda sang, genau aus dem Munde Walt Disneys stammen könnten. Er war auch ein Verstoßener, nicht ernst genommen im großen, schimmernden Hollywood. Doch er glaubte, wie er selbst einmal sagte, an Magie, an Wunder. Und so geschah es: Heute kennt und verneigt sich jeder vor Disney.

Denn er brachte uns die Märchen zurück.

Disney ist kein Kommerz.

Disney ist Zauber, Liebe, Hoffnung.

Eben das, was jeder Mensch braucht.

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Mantel – H&M

Oberteil – Heide Klum for Lidl

Jeans – Only

Schuhe – Nike

Mütze – Bershka

Tasche – Amazon

Ohrringe, Kette – C&A

Fotos: Tom Herold ( click here )

Wir drei im Herbst

Unser langer, aufregender Sommer ist vorbei. Etwas wehmütig schaue ich auf die ausgebreiteten Fotos vor mir. Ein Lächeln vorm Eifelturm, ein gemeinsames Foto an der Seine, unser Einkaufsbummel durch Kitzbühel oder die kleinen, gemütlichen Gassen von Haga.

Wehmütig bin ich, aber nicht traurig. Ich freue mich auf die fallenden Blätter, die bunten Waldwege, Kastaniensammeln, Kaminfeuer, gute Bücher mit einem heißen Getränk.

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Vor ein paar Tagen ging ich mit meiner Mama und meiner Schwester frühstücken. Wir schlugen uns die Bäuche voll, gingen immer und immer wieder zum Buffet. Heiße Milch mit Honig, draußen ein Herbststurm. Wir redeten, redeten und redeten. Drei Hühner, die viel zu lange nicht mehr so gegackert haben. Anschließend stürzten wir uns hinaus in den Herbstregen, kauften Schuhe und Pullover.

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Es war ein bisschen, wie nach Hause kommen – nur, dass wir bereits zuhause waren. Doch auch die eigene Heimat fühlt sich fremd an, wenn ein geliebter Mensch fehlt. Ein Teil des „Zuhauses“ ist weit weg. Das hier, unsere Welt, ist nicht komplett.

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Man verändert sich. Der Stress, Alltag, Aufgaben und Hürden formen uns. Aber manchmal möchte ich so nicht sein. Da will ich zurück zu der alten Isabel. Da will ich wieder Kind sein. Und wisst ihr was das schöne war? Für diesen einen Tag, da waren wir wieder wir selbst. Wir lachten, waren albern. Das Dreiergespann von damals. Mutter mit zwei Töchtern. Die eine blond, die andere dunkel. Wir waren wieder Schneeweißchen und Rosenrot.

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Das ist Herbst für mich: Die dunkle Jahreszeit auf der einen, nach Hause kommen auf der anderen Seite. Wir verkriechen uns auf dem Sofa, in einer Flut aus Decken und Kissen. Wir essen die ersten Lebkuchen und gackern. Wie drei Hühner, die sich viel zu lang nicht mehr gesehen haben.

Zum Ende des Jahres ist die Heimat endlich wieder komplett. Dann treffen wir aufeinander. Und sind wieder das Dreiergespann von damals. Wir legen alle Veränderungen ab und sind wieder wir.

Wir drei im Herbst.

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Mantel, Ohrringe – H&M

Schuhe – Deichmann

Fotos: Tom Herold ( click here )

Paris Part 6 – Highlights

Ich sitze gerade auf dem Sofa, neben mir eine dampfende, heiße Tasse Tee, ein Buch, die Tageszeitung noch aufgeschlagen. Ich blicke aus dem Fenster und sehe einen grauen Himmel, Regentropfen an der Fensterscheibe, bunte Blätter auf den Straßen. Wann ist das passiert? Wann hat uns der Sommer verlassen? War es nicht gerade noch so warm in Paris? Sind wir nicht vor noch einer Woche kurzärmelig, mit Sonnenbrille durch die Straßen geschlendert?

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Tatsächlich. Eine Woche ist es nun schon wieder her. Es fühlt sich nicht so an. Gerade noch im Appartement aufgewacht, der Blick hinaus auf die Dächer Paris‘ und nun wieder in der Heimat. Fast ist es so, als wäre ich aus einen schönen Traum erwacht. Hier gefällt es mir auch, ohne Zweifel, aber Paris ist wie eine Idealwelt. Eine Wundertüte – an jeder Ecke trifft man auf neue Schönheit. Es war, als spazierten wir jeden Tag durch die Kulissen des Filmes „Midnight in Paris“. Überall Künstler, Romantik, Nostalgie.

Ich habe Euch rückblickend unsere Higlights zusammengefasst. Das war alles andere als einfach: Das Café de Flore, Montmatre, der Jardin des Tuileries, Coco Chanels Lieblingscafé Angelina. Es gab jeden Tag neue Herzensplätze. Dennoch waren da auch Dinge, die uns kurz den Atem raubten, über die wir lange nachdachten, die uns prägten. Hier sind sie:

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Shakespeare and Company

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Ich träume schon ewig von Shakespeare and Company. Vor zwei Jahren war ich der Buchhandlung schon ganz nah. Ich bewunderte Notre Dame, dabei befand sich gegenüber etwas noch viel schöneres. Ich wusste es nur nicht.

Doch dieses Jahr spazierten wir ganz bewusst durch das 5. Pariser Arrondissement. Und als Tom mir sagte, dass wir da sind, konnte ich es fast nicht glauben.

Hier herrschte solch eine knisternde Energie! Trotz, dass die Menschen alle schweigend in ihren Bücher versunken waren, konnte man ihre Fantasie, ihre Kreativität und Leidenschaft spüren.

Innen sah man die Wände vor lauter Büchern nicht mehr. Ich kam aus dem Staunen kaum heraus. Eine Etage über uns spielte jemand Klavier, in einer Ecke lag die Hauskatze, ausgelegene Betten deuteten an, wo früher Hemingway, Fitzgerald und Ginsberg gelegen hatten.

Wir kamen noch ein weiteres Mal ins Shakespeare and Company. Dieses Mal hinterließen wir dem Geschäft eine kleine Nachricht und ich kaufte mir ein Andenken. Tom kletterte die hohen Bücherwende hinauf, um mir das Objekt meiner Begierde zu holen. Anne of Green Gables. Meine ewige Lieblingsgeschichte. Denn gute Bücher enden nicht auf der letzten Seite. Sie begleiten dich ein ganzes Leben.

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Versailles

Achtung: Der Weg nach Versailles ist etwas umständlich. Und weit. Aber es lohnt sich. Vor allem, wenn man unter 26 ist – denn dann ist der Eintritt frei! Aber besucht das Schloss am besten früh am Morgen oder ab 15 Uhr, dann sind nicht so viele Massen vor Ort.

Und glaubt mir, es sind Massen. Trotz einer langen Schlange vorm Eingang, ging es jedoch relativ schnell vorwärts, aber im Schloss heißt es dann wieder anstehen. Nämlich um in die nächsten Zimmer zu gelangen.

Doch es lohnt sich. Ich habe in letzter Zeit sehr viel über die französische Revolution gelesen und es war sehr emotional, als wir durch die Gemächer Marie Antoinettes liefen. Ich konnte mir genau vorstellen, wie die Fischweiber von Paris Versailles gestürmt haben, wie verzweifelt die Königin gewesen sein muss, welche Sorgen sie um ihre Kinder hatte.

Dennoch hätte ich mir Versailles tatsächlich noch prunkvoller, noch größer vorgestellt. Ich besuchte vor ein paar Jahren Schloss Herrenchiemsee. Der nachgebildete Spiegelsaal dort war schimmernder und riesiger als hier in Versailles. Durch das Schloss ist man schnell durchgelaufen. Aber da ist noch etwas. Der riesige Park. Und der macht dem Sonnenkönig wirklich alle Ehre. Damals wurde der gesamte Hofstaat kutschiert, um in einen Teil des Gartens zu gelangen. Und auch heute noch kann man Stunden lustwandeln. Doch bringt euch gutes Schuhwerk und Blasenpflaster mit.

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Hotel Costes

An unserem letzten Tag gönnten wir uns etwas ganz besonderes. Unsere Vermieterin Marie empfahl uns einen Kaffee im Hotel Costes. Der Eingang befindet sich etwas versteckt auf der Rue de Rivoli. Als wir die Räumlichkeiten betraten, blieb mir erst einmal der Mund offen stehen. Die Kellnerinnen sahen aus wie Topmodels. Sie trugen keine Uniform, sondern die neueste Mode. Kostspielige Taschen, beeindruckende Kleider, hohe Schuhe. An den Wänden hingen wunderschöne Gemälde, es gab gemütliche Sitzecken mit verzierten Sesseln und einen traumhaften Innenhof. Die Gäste begrüßten sich mit Küsschen, trugen Chanel, Hermés, Yves Saint Laurent. Und wir mittendrin.

Ich gebe zu: Ich fühlte mich etwas unwohl. Ich trug Zara statt Dior, war kaum geschminkt. In jeder Ecke vermutete ich einen Politiker oder zumindest einen Schauspieler.

Trotz meiner Unsicherheit, war der Besuch im Hotel Costes ein einmaliges Ereignis, von dem ich lange zehren werde. Und trotz der Exklusivität sind die Preise absolut in Ordnung. Ich trank eine typische Pariser heiße Schokolade, Tom einen Kaffee. Zu unseren Getränken wurde uns Gebäck serviert.

Also: Traut Euch! Hier beißt niemand! Besucht das Hotel Costes bei Eurem nächsten Paris-Aufenthalt.

Hotel Coste

Katakomben

Stopp! Hier ist das Reich des Todes!

130 Stufen hinunter in die Welt der Toten. 30 Meter unter der Erdoberfläche. Es ist kalt, ich bin froh meinen Mantel mitgebracht zu haben. Noch reden alle Menschen, plaudern, stupsen sich an, sind unaufmerksam. Uns wird etwas über Steinbrüche erzählt, nicht besonders interessant. Die Gänge sind eng, die Luft steht, doch noch gibt es nichts weiter zu sehen. Ich werde dennoch ängstlich und stelle mir vor, was passiert, wenn ich die Gruppe verliere. Wenn ich in diesem kilometergroßen Labyrinth allein sein würde. Eine schwarze Linie an der Decke würde uns im Notfall den Weg zeigen. Doch was ist, wenn die Lichter ausgehen?

Plötzlich wird es still. Die Besucher reden nicht mehr. Alle schauen betreten auf ein Schild. Stopp! Sie verlassen jetzt die Welt der Lebenden. Hier ist das Reich des Todes! 

Und da sind sie: Schädel, Hüftknochen, Rippen. Alles fein säuberlich aufeinander geschichtet. Mal wurden die Köpfe als Herz drapiert, mal als Kreuz oder gar als Blumen.

Zu Beginn ist mir mulmig zumute. Ich presse die Arme an meinen Oberkörper, versuche kaum zu atmen. Da sind Löcher in Schädeln. Einschusslöcher? Kinderknochen, weit aufgerissene Münder. Sind das die Überbleibsel von Madame Pompadour? Von Robespierre? Ich fühle mich bedrückt und kann irgendwann nicht mehr hinschauen. Kilometer geht es so weiter. Knochen Knochen Knochen. Das ist es was übrig geblieben ist. Von sechs Millionen Menschen. 6 Millionen.

Ihr müsst auch hier Zeit mitbringen. Die Warteschlange ist lang. Wir mussten eine Stunde anstehen, aber das, was auf einem wartet, ist es wert.

Nehmt unbedingt den Audioguide! Man hört Flüstern, den Todesmarsch, Schreien. Man kann sich die Qualen der französischen Revolution genau vorstellen. Großartig, aber auch merkwürdig.

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Montmatre

Nach den Katakomben brauchte ich etwas buntes, lebensfrohes. Ich war noch eine lange Zeit bedrückt, dachte viel über die armen Seelen da unten nach. Wenn euch das Thema interessiert, dann lest unbedingt „Das Blut der Lilien“. Ein toller Roman!

Montmatre stand eigentlich gar nicht auf unserer Liste. Man erzählte uns von Taschendieben, unzähligen Touristen und Betrügern. Dennoch erklommen wir den Berg zu Sacré-Cœur. Und ich kann euch nur eins sagen: Es ist überwältigend.

Die Sonne ging schon unter, die vielen Lichter gingen an. Und wir standen einfach nur da und blickten über die Dächer Paris‘. Ein Anblick, den ich nie vergessen werde.

Und auch Montmatre war ganz anders, als man es uns erzählte. Die Touristen hielten sich in Maßen, stattdessen trafen wir auf viele Straßenkünstler, Sänger und unzählige, zuckersüße Restaurants. Fast vergisst man, dass man noch in Paris ist. Die Häuser erinnerten uns eher an das viktorianische England.

Hier konnten wir zur Ruhe kommen, die Seele baumeln lassen. Von weiter her drang Ed Sheerans „Galway Girl“ zu uns, neben uns zeichnete ein älterer Herr an seinem Stillleben.

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Bluse – Olymp & Hades

Hose – Calzedonia

Kette – Tiffany & Co

Schuhe – Nike

Fotos: Tom Herold ( click here )

Paris Part 5 – Breakfast at Tiffany´s

Nicht, dass ich mir was aus Schmuck mache…höchstens aus Brillianten natürlich.“

aus „Breakfast at Tiffany´s“-

Ich sagte es bereits: Ich bin dabei mir meine Herzensträume zu erfüllen. Und einer davon war es, eine klassische Tiffany-Kette zu besitzen.

Ich weiß: Nur eine Kette. Ein kleiner Luxus, der nicht nötig ist. Aber es ist ein Traum der jüngeren Isabel. Ich habe für diese Reise lange gespart und dachte: Jetzt ist es soweit.

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Der Wunsch, ein Tiffany-Schmuckstück zu besitzen, reift schon seit langem in mir. Als ich das erste Mal Audrey Hepburn in ein Croissant beißend vor dem Juwelier-Schaufenster sah. Oder als meine Freundin zum 18. Geburtstag eine Return-to-Tiffany-Kette bekam. Ich weiß es noch genau, wie sie durch die Aula spazierte. Das silberne Herz glitzerte wunderschön. Und ich wusste: Eines Tages möchte ich auch so eine haben.

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Doch ich wusste auch: Ich will sie nicht einfach nur so. Ich will sie zu einen ganz besonderen Zeitpunkt haben. Und ich hatte das Gefühl, dass dieser Zeitpunkt gekommen war.

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Es war Freitag, die Sonne schien, es sollten 25 Grad werden. Ich sprang aus dem Bett, ganz aufgeregt. Um halb elf spazierten wir die Champs Elysées entlang und dann standen wir da: Vor den Tiffany and Co-Schaufenstern.

Ich war unglaublich aufgeregt, zupfte an meiner Kleidung herum und fühlte mich plötzlich irgendwie unwohl. Ich sah die ganzen schick gekleideten Damen und Herren ein und aus gehen und fühlte mich auf einmal ein klein wenig schäbig. Werden sie mich ernst nehmen?

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Aber die Sorgen waren unbegründet. Wir bekamen eine eigenen Verkäuferin an die Seite gestellt, die uns zunächst herumführte und uns etwas über das Geschäft erzählte. Später zogen wir uns in einen kleinen Raum zurück, meine Kette wurde graviert und wir bekamen für die Wartezeit Kaffee.

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Um mein Schmuckstück perfekt zu machen, ließ ich mir nämlich unsere Initialen eingravieren. T & I. Denn Schmuck trägt Geschichte in sich, oder sollte es zumindest. Ich möchte diese Kette nicht einfach nur tragen, ich will in ihr diese Reise konservieren.

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Fotos: Tom Herold ( click here )

Paris Part 4 – Café de Flore

Ich liebe Kaffeehäuser. Ich liebe den Geruch von gemahlenen Bohnen, von frisch gebackenen Kuchen, von den verschiedenen Parfums. Ich liebe das ‚zur Ruhe kommen‘, die Rast, das Ausatmen. Ich liebe die Vielfalt, ich liebe es neue Herzensorte auf meiner Liste hinzufügen zu können.

Ich liebe das Café de Flore.

Natürlich, es ist kein Geheimtipp mehr. Im Café de Flore, so unsere Vermieterin Marie, gehen Politiker, Topmodels und Schauspieler ein und aus. Karl Lagerfeld ist hier Stammgast. Und wir waren es auch. Für zehn Tage.

Wir schlenderten am Grand Palais vorbei, überquerten den Pont Alexandre III, stöberten durch die vielen Antiquitätengeschäften in St.-Germain-des-Prés. Und plötzlich sahen wir sie: Die Blumen. Das viele grün. Die schick angezogenen Menschen. Und etwas Besonderes lag in der Luft. Der Duft von Kaffee vermischt mit dem Geruch der weiten Welt.

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Wir setzten uns direkt auf die Terrasse. Neben uns die interessantesten Menschen. Über und über mit Schmuck behangene, alternde, mondäne Frauen. Belesene Männer, stylische Pärchen. Die Kellner laufen eilig hin und her, kommen anscheinend nie zum stehen. Wir bestellen einen Kaffee und eine heiße Schokolade. Der Kellner notiert unsere Wahl, zeigt auf meine Hose und lächelt mich an. „Really nice!“

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Ich bin ehrlich: Ich habe Ausschau gehalten. Nach ihm. Nach Karl. Nach dem Großen. Nach dem König.

Fragt man mich, mit welchen Prominenten ich gern zu Abend essen würde, so wären es Karl und Monica Bellucci. Die schönste Frau und der größte Mann der Modewelt. Eine gute Mischung, findet ihr nicht auch? Ich glaube es würde Spannungen geben. Monica wäre vielleicht von Karls komplizierter Art genervt. Er findet, sie sollte statt Dolce&Gabbana mehr Chanel tragen.

Mich interessiert Karls Meinung. Seine Einstellung, seine Geschichten. Ich hätte aber auch Angst. Ich glaube, Karl hält nicht hinterm Berg. Stimmt meine Kleidung nicht, wären meine Aussagen nicht geistreich genug – er würde es mich wissen lassen. Deutlich.

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Trotzdem. Das würde mich nicht abhalten. Ich hab so viele Fragen, die gestellt werden müssen. Ich suche Antworten.

Und die suchen hier sicher viele im Café de Flore. Der Autor am Nebentisch fragt sich, warum kein Verlag seine Geschichten drucken will. Die ältere Dame in Yves Saint Laurent will wissen, warum ihre Schönheit von einst schwindet. Und die Touristen suchen das wahre Paris.

Und das finden sie hier. Denn trotz des Ansturms: Das hier, das ist Paris. Durch und durch. Und ist es nicht irgendwie magisch, dass sich in diesem kleinen Café die ganze Welt trifft? Echte Pariser neben Deutschen, Briten, Amerikanern und Asiaten. Und alle sitzen einfach nur da und genießen ihren Kaffee. Schwelgen in ihren Gedanken. Reisen zurück in die Vergangenheit. Saß auf meinem Platz schon Picasso? Oder Jean-Paul Sartre? Welch grandiose Pläne wurden hier geschmiedet? Wessen Liebe begann hier?

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Das kann ich euch sagen: Unsere Liebe. Unsere Liebe zu Paris, Genau hier. Im Café de Flore.

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Oberteil – L.B.C.

Jacke – Olymp & Hades

Hose – Calzedonia

Schuhe – Nike

Seidentuch – Vintage (50er)

Fotos: Tom Herold ( click here )

Kolumne + Paris Part 3: Welchen Wert hat Schönheit?

Seit ich hier in Paris bin, denke ich unglaublich viel über Schönheit nach. Sie findet sich einfach an jeder Ecke. Oder etwa doch nicht? Ist sie vielleicht nur ein Hirngespinst? Existiert sie nur in meinem Kopf? Selbst als ich durch den Louvre ging, fragte ich mich: Was ist Schönheit? Welchen Stellenwert hat sie? Wenn sich Schönheit immer wieder so wandelt, gibt es sie dann überhaupt? Sind Rubens beleibte Damen schön? Oder die dünne Josephine von Napoleon? Was ist denn nun dieses „schön“? Und was bedeutet es für uns?

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Seit ich 14 bin habe ich regelmäßig kleinere Modeljobs. Natürlich nicht die weite Modewelt, aber mir macht es Freude. Es ist klar, dass man in diesem Business einstecken muss. Man bekommt bei weitem nicht jeden Job. Anfangs war das besonders schwer und immer wieder fragte ich mich: Warum sie und nicht ich? Denn die ausgewählten Mädchen entsprechen oft nicht dem, was wir als schön empfinden. Das bringt mich wieder zu der Frage: Was ist denn nun schön?

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Paris ist voller Schönheit. Das weiß man ja in der ganzen Welt. Hier stolzieren tausende schöne Frauen in Designermode hin und her. Unsere Vermieterin hier ist schön. Sie sieht aus wie die junge Romy Schneider. Und: Sie arbeitet in der Modebranche. Ist also vom Fach. Vom Schönheits-Fach.

Ich liebe es die Menschen hier zu beobachten. So viele Facetten. Ich treffe alternde Damen, mit wertigem Schmuck behangen. Tiffany, Cartier, eine Gucci-Sonnenbrille. Ich sehe einen Mann, volles schwarzes Haar, in der Hand ein Buch, hunderte Klebezettel und der Laptop auf dem Tisch. Eine asiatische Braut, weiß wie Schnee, rot wie Blut. Modische Mädchen. Obwohl modisch auch hier relativ zu betrachten ist.

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Ich mag es, wenn alles farblich zusammenpasst und harmonisch ist. Keine Musterkombis, keine grellen Töne. Alles gern einheitlich. Hier sehe ich viele Frauen, die so „unbekümmert“ aussehen. Damit meine ich, dass diese Frauen unglaublich unangestrengt wirken. Als hätten sie willkürlich in den Schrank gegriffen und würden sich gar keine Gedanken über ihr Äußeres machen. Und das ist es vielleicht: Diese französische Art schön zu sein. Das Unangestrengte. Das Entspannte. Doch das ist, wie ich vermute, mehr Schein als Sein. Denn trotz der oft wilden Kombis, sehen diese Frauen zauberhaft aus. Es ist die Aura, die Attitude, die sie so schön macht. Egal ob der Schal bunt gemustert, die Hose grün, die Schuhe rosa und der Pulli schwarz-weiß gestreift ist. Genau diese Kombi habe ich gesehen. Und dreimal dürft ihr raten: Es sah trés chick aus.

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Noch etwas, dass mir auffiel: Kaum MakeUp! Oh wie ich das liebe. Natürlich spazieren auch stark geschminkte Frauen durch das Stadtbild, aber beim genaueren Hinsehen entpuppten diese sich oft als Touris. Die Damen hier legen Wert auf Lippenstift, aber weniger auf die Augen. So zumindest mein Eindruck.

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Rubens Frauen mit ihren körperlichen Makeln sind schön. Die Mona Lisa, mit ihrer hohen Stirn ist es auch. Und die Models von heute ja sowieso. Weil sie Aura haben. Weil sie wirken ohne etwas zu machen. Weil sie bei sich sind. Das ist schön.

T-Shirt – Karl Lagerfeld

Hose – Calzedonia

Cardigan – Primark

Schuhe – Nike

Schmuck – H&M

Uhr – Astron

Fotos: Tom Herold ( click here )