Die Bibliothek der Träume

Wisst ihr, von was ich schon immer träume? Von meiner eigenen Bibliothek. Ein ganzes Zimmer voller Bücher. In einen Altbau, die Räume hoch, ein Erker mit Kissen geschmückt. In alten, dunklen Holzregalen stehen alle meine Bücher. Die Wände sieht man kaum. Am Fenster steht ein wuchtiger Schreibtisch. Zettel und Notizbücher liegen verteilt.

Ich liebe Bücher. Ich liebe es zu lesen. Zu schreiben. Ich liebe Worte. Geschriebene mehr als Gesprochene. Worte haben Macht, Sie können uns verletzten, aber auch Leben retten. Sie können uns in andere Welten entführen, können uns die Liebe, aber auch Trauer vorgaukeln. Wörter können fast alles.

Sobald wir in der Schule die ersten Buchstaben gelehrt bekamen, begann ich zu schreiben. Seit der ersten Klasse schreibe ich Tagebuch. Ich könnte es mir gar nicht anders vorstellen. Worte heilen mich. Die Tinte saugt so manchen Kummer ein und bringt ihn dann auf’s Papier.

Mein Papa las schon immer unglaublich viel. Als kleines Mädchen schaute ich ihm dabei zu, war fasziniert, wie versunken er jedes Mal war. Im Kindergarten setzte ich mich dann hin und bastelte mir meine eigenen Bücher. Lektüre, die niemand hatte. Außer ich.

Als Belohnung für gute Noten, oder auch einfach nur, um mir eine Freude zu machen, ging meine Mama oft mit mir in das örtliche Buchgeschäft. Ich zelebrierte es, mir neue Geschichten auszusuchen.

Und auch heute liebe ich es zu lesen. Ich besitze über 200 Bücher. Alle davon mindestens einmal gelesen. Aus Platzgründen sortiere ich immer wieder aus, doch genauso schnell kommen neue Exemplare hinzu. Gerade jetzt, in der Klausurenphase merke ich, wie gut mir das Lesen tut. Nach einen Tag voller Lernen kuschel ich mich gern ein und lasse mich in Geschichten fallen. Da kann es schon mal sein, dass ich ein Buch in zwei bis drei Tagen durch habe.

Während des Lesens mache ich mir viele Notizen, streiche besonders schöne Passagen oder Sätze an. Ich träume von meinen Büchern, bin gefesselt, denke oft noch Tage danach über die Charaktere nach.

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Meine Lieblingsbücher:

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„Die Liebenden von Leningrad“

Tatjana liebt Alexander. Und Alexander liebt Tatjana. Doch Alexander ist mit Tatjanas Schwester liiert. So die Kurzfassung.

Die wunderschöne Liebesgeschichte spielt im heutigen St. Petersburg. Das Buch ließ mich weinen, erschauern und glücklich sein. Für mich stand nicht die Romanze der beiden im Vordergrund, sondern die Kriegswirren in Russland. Diese wurden schonungslos, fast schon barbarisch beschrieben.

„Honigtot“ und „Marlene“

Meine Mama schenkte mir die Bücher Weihnachten 2016. Während der letzten Prüfungsperiode verschlang ich beide Bände. Die Autorin hat Geschichte und Charaktere aufwendig recherchiert. Das merkt man in jeder Zeile.

„Anna Karenina“, „Die Leiden des jungen Werther“ und „Unterm Rad“

Meine liebsten Klassiker. Ich liebe dramatische Geschichten. An „Anna Karenina“ und „Unterm Rad“ fesselt mich die fast nüchterne, schlichte Art, mit der hier mit dem Tod umgegangen wird. An „Werthers Leiden“ liebe ich vor allem die Stimmung, das Setting und natürlich Werther.

Fotos: Tom Herold ( click here )

3 Gedanken zu “Die Bibliothek der Träume

  1. Nicci Trallafitti schreibt:

    Hey!
    Ein wirklich schöner Text!
    Ich hätte auch wahnsinnig gerne eine eigene kleine Bibliothek, mit bodentiefen Fenstern, Sesseln und Kamin. Absolute Traumvorstellung.
    Anna Karenina sollte ich auch endlich mal lesen.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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