Kolumne: Gedanken über…Das Klassentreffen

Vor genau einem Jahr setzte ich mir folgende vier Ziele.

Ziel 1: Ruhiger und gelassener werden.

Ziel 2: Nicht zu viel Nachdenken! Bloß nicht immerzu Grübel.

Ziel 3: Lege den Fokus auf die schönen Dinge im Leben!

Ziel 4: Sei zufriedener mit Dir selbst!

Ich finde, dass ich mich gut gemacht habe. Meine Seele ist leichter geworden. Mein Kopf ist freier, ich mag mich selbst. Ich blicke gerne morgens in den Spiegel und ich kann auch mal richtig stolz auf mich sein. Meine eigene Fehlertoleranz ist in die Höhe geschnellt. Ich versuche immer mein Bestes zu geben und das klappt auch ganz gut. Aber ich kann auch gelassener bleiben, wenn mal was nicht so klappt, wie ich es wollte. Ich kann kurz wütend sein, um dann schnell die bösen Gefühle zurück in die Schublade zulegen. Und dann verschließe ich sie. Den Schlüssel werfe ich hin und wieder weg. Um nicht in Versuchung zu kommen. Um nicht an schlechten Erinnerungen hängen zu bleiben.

Ich finde, dass ich mich super gemacht habe. Ich denke immer noch viel nach. Aber oft nur noch über positive Dinge. Und: Ich erblicke jeden Tag, jede Minute so viel Schönes! Ich muss zugeben, am Anfang war es schwer, auch an schlechten Tagen die guten Seiten des Lebens zu sehen. Aber heute ist es ganz einfach. Es kann der schöne blaue Himmel sein, der mich erfreut, meine tollen Uni-Mädels oder auch einfach der schöne Ring an meinem Finger. Es gibt immer Sachen, die es wert sind, sich über sie zu freuen.

Doch an einen Tag, bin ich fast in alte Muster verfallen.

Ich war aufgeregt, aufgewühlt, alles andere als gelassen. Ich grübelte mich durch den Tag.

Ich bin eben fast in alte Muster verfallen.

Aber eben nur fast. 

Mein erstes Klassentreffen stand bevor. Naja, so ein halbes Klassentreffen. Eingeladen waren nämlich nur die Mädels. Ich hatte ein mulmiges Gefühl bei der ganzen Sache. An einen Abend sollte ich also zurück in die Vergangenheit reisen und das, obwohl es mir im Hier und Jetzt so gut gefällt! An meiner Schulzeit gab es gute, aber auch weniger gute Sachen. Wie bei jedem. Aber ich habe den Luxus schätzen gelernt, dass ich mir mein Leben nach dem Abitur genauso einrichten kann, wie ich es möchte. Ich allein habe mein Leben in der Hand. Und ich liebe das! Ich zeichne meinen Weg, kann Bösem aus den Weg gehen und Guten in die Arme rennen. Das ist in der Schulzeit nicht immer möglich.

Ich ging mit Hoffnungen, Neugierde, aber auch mit Ängsten an dieses Treffen heran.

Ich hoffte, dass alle mittlerweile selbstständig durchs Leben gingen. Mit sich und der Welt im Reinen waren. Ich hoffte auf Reife. Darauf, dass wir alle ein Stück erwachsener geworden waren. Ich hoffte einfach auf einen schönen, harmonischen Abend.

Ich war neugierig, was alle anderen machten. Was hat sich in den zwei Jahren getan? Wie werden die anderen aussehen?

Ich hatte Angst, dass sich rein gar nichts geändert hat. Dass wir, trotz anderer Location, eben immer noch auf dem Schulhof sitzen.

Eins nehme ich vorweg: Sowohl einige meiner Hoffnungen als auch ein paar meiner Ängste haben sich an diesen Abend bewahrheitet.

Die erste kleine Enttäuschung: Wir sahen alle immer noch genauso aus, wie früher. Ist ja auch irgendwie klar. Nach zwei Jahren ändert sich eben, rein äußerlich, nicht sehr viel. Ich selbst hatte so etwas, wie meine „Wohlfühl-Uniform“ an. Genauso, wie früher in der Schule, verwendete ich meine Optik als Schutzschild. Was konnte mir schon passieren, wenn ich gut aussehe? Ich brauchte diese Selbstsicherheit. Also zog ich meine Levis-Jeans an, trug darüber meine Lieblingsbluse ( click here ). Goldener Schmuck, Adidas-Schuhe, die Haare offen, das Make-Up natürlich.

Nach drei Stunden, einigen Getränken und Burgern musste ich sagen: Der Abend war nett. Leider nichts Besonderes. Denn (und diese Erkenntnis stimmte mich sehr traurig) wir alle befanden uns nach wie vor auf dem Schulhof. Manche von uns nur für diesen Abend. Andere werden den Hof nie verlassen können. Sitzen wie damals, vor zwei Jahren, im Kreis.

Einige Mädchen haben mich umgehauen. Ich freute mich über die positive Energie, die sie versprühten. Fand die Erfahrungen, die sie sammelten, egal ob im Ausland oder in einer anderen Stadt, einfach toll! Bei ihnen merkte ich: Da hat sich was verändert! Sie stehen über den Dingen. Sie sind was Besonderes geworden. Haben die Schule hinter sich gelassen, sich ins Leben gestürzt. Sie haben sich selbst gefunden. Und das steht ihnen! Sie sind jetzt noch schöner als früher.

Andere laufen in meiner Vorstellung immer noch durch die langen Flure unseres Gymnasiums. Die Arme verschränkt, tuschelnd am Tisch. Da kann jemand nicht abschließen. Sie sind gefangen in der Vergangenheit. Mein Gedanke? Sie werden nie von Früher los kommen. Sie stecken fest. Und bis zum nächsten Klassentreffen werden sie immer noch keinen Schritt weiter sein. Sie haben den Absprung nicht geschafft. Das tut mir auf der einen Seite leid. Es muss weh tun, den anderen beim Leben zuschauen zu müssen, während man selbst einfach nicht aus der Sackgasse herauskommt. Aber auf der anderen Seite, sind sie irgendwie auch selbst Schuld. Vielleicht wollen sie es nicht anders. Sie wollen auf Ewig ein Schulmädchen bleiben.

Am Ende des Abends, es war 22:30, war ich sehr aufgewühlt. Ich ließ mich ins Auto fallen und wusste nicht so recht, was ich sagen, wo ich anfangen soll. War der Abend gut? War er schlecht? Vielleicht sogar beides? Ich dachte über all meine Eindrücke lange nach. Aber im Nachhinein, bin ich selbstbewusster und glücklicher denn je. Es war toll, manche Mädchen wieder zu treffen, ihre tolle Entwicklung zusehen.  Bei ihnen läuft’s und das sieht man gern! Und ich weiß: Auch ich kann so glücklich sein! Denn bei mir läuft’s auch. Und zwar genauso, wie ich es immer wollte.  

Und am nächsten Tag, folgte ich wieder meinen Zielen. Gelassener werden. Den Fokus auf all das Schöne im Leben legen. Nicht mehr so viel grübeln. Und vor allem: Zufrieden sein. Mit mir selbst. Und das bin ich!

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Dies hier ist nicht mein Outfit zum Klassentreffen. Ich habe die Bilder gewählt, weil sie mich genauso zeigen, wie ich mich gerade fühle: Glücklich, frei und mit beiden Beinen fest im Leben.

Kleid – TkMaxx

Brille – H&M

Schuhe – Deichmann

Schmuck – Bijou Brigitte und Vintage

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