Kolumne: Gedanken über … Muttertag – Ein Nachtrag

Ohne sie wäre ich nicht, wer ich heute bin.

Wirklich. Das ist wahr! Das ist nicht übertrieben, nicht sentimental. Es ist so. Eine Tatsache.

Meine Mama hat mir gezeigt, wie das Leben spielen kann. Mal gerecht, mal falsch. Schummeln an der Tagesordnung! Doch sie hat mich mitmachen lassen. Sie hat mir Tricks gezeigt. Denn im Spiel gewinnt man manchmal nur mit Cleverness und Gerissenheit.

Meine Mutter ist eine alte Seele. Ich glaube an Wiedergeburt. Daran, dass es uns schon einmal gab. Und meine Mama war schon sehr oft auf dieser Welt. Wie lässt sich sonst ihre Lebenserfahrung erklären?

Fast scheint es so, als sei sie allwissend. In einer aussichtslosen Situation, weiß sie, dass Licht am Ende des Tunnels ist. „Glaub mir, alles wird gut. Das hab ich im Gefühl.“

Sie stutzte mir nie die Flügel. Andere Kinder wollten Arzt, Krankenschwester, Anwalt oder Architekt werden. Ich wollte schreiben. Anstatt besorgt zu sein, lies sich mich machen. Sie zeichnete mir keinen Weg vor, schubste mich aber auch nicht ins kalte Wasser. Sie ließ mich fliegen, fragte aber immer wieder nach, wie es mir geht. Ich konnte frei sein, ohne Angst vorm Absturz haben zu müssen.

Sie ist mein größter Fan, blieb aber immer realistisch. Andere Kinder bekamen ständig gesagt, sie seien die Schönsten, die Klügsten, die Besten. Anderern fehlte es an Zuspruch. Meine Mama kannte den Mittelweg. Komplimente ja – gerne auch viele, aber immer darauf bedacht, nicht zu übertreiben. Denn seien wir mal ehrlich: Den Schönsten, Klügsten und Besten gibt es nicht. Das ist eine Illusion.

Sie hört mir zu. Weiß, dass mir lange Spaziergänge bei drüben Gedanken am besten helfen. Sie kennt mich. In und auswendig. Und ich sie auch.

Als ich 13 war, hatte ich kein Outfit für unsere Weihnachtsfeier in der Schule. Ich war verzweifelt, fühlte mich hässlich, war am Boden zerstört. Deprimiert kam ich aus der Schule geschlichen. Und fand eine weiße Lederjacke auf meinem Bett vor. Von Mama. Sie kannte meine Misere, wollte mir Selbstbewusstsein schenken. Und Spaß! Und am Sonntag, am Muttertag, kramte ich genau diese Jacke wieder aus den Schrank hervor. Ich streifte sie mir über. Das fühlt sich gut an. Es ist perfekt. Das ist von Mama.

Ich hab Dich lieb.

Deine Isabel

IMG_9577IMG_9595IMG_9598IMG_9647IMG_9646

Jacke – Pimkie

Oberteil – Calzedonia

Tasche – Moschino

Kette – Accessorize

Fotos: Tom Herlod ( click here )

2 Gedanken zu “Kolumne: Gedanken über … Muttertag – Ein Nachtrag

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s