Kolumne: Gedanken über…Luxus

‚Wow…wie toll sie aussieht. Die Tasche passt perfekt zum Mantel, die Jeans sitzt wie eine zweite Haut. Ich liebe ihren Schmuck.‘ Und schon ist sie verschwunden. Wechselte zügig mit ihrem Coffee to Go die Straßenseite. Der Eindruck bleibt. Und der ist durchweg positiv.

Manche Leute tragen H&M und sehen sehen dabei nach Chanel aus. Diese Haltung, diese Haare, der ehrgeizige Gesichtsausdruck. Angeborene Eleganz. Das will ich auch.

Heutzutage muss man nicht reich sein, um so auszusehen. Das meine ich ganz ehrlich. Wir gehen zu Primark, Bershka, H&M und kopieren die neuesten Styles. Gut aussehen, heißt nicht, wohlhabend zu sein. Es ist scheinbar so leicht und doch wollen wir sie alle: Große Marken.

Ich gebe zu: Mich erfüllt es mit besonderen Stolz, wenn ich Markensachen trage. Vor allem, wenn ich sie mir selbst gekauft habe. Viele werden die Augen rollen, vielleicht aufhören zu lesen, still in ihren Kopf ‚oberflächlich‘ schreien. Aber so ist das nun mal. Punkt. Ich lüge nicht. Ich stehe zu meinen Lastern.

Und insgeheim weiß ich, dass es vielen Leuten so geht. Sie lieben ihre teuren Taschen, die hochwertigen Schuhe und ihren echten Schmuck im Stillen vor sich hin. Denn: Die Liebe zum Teurem wird nicht oft akzeptiert. Leider.

Sie postet ein Bild ihrer Markentasche auf Instagram. Ist stolz. Freut sich unbändig. Verliebt. Doch die anderen grenzen sie nur aus. ‚Sie will doch nur angeben‘, tuscheln sie hinter vorgehaltener Hand. Doch das will sie nicht. Ganz und gar nicht. Sie will ihre Leidenschaft zeigen. Will, dass die Leute wissen, wie lange sie darauf gespart hat. Doch: Das sehen sie nicht. Weil sie es nicht wollen! Sie sehen nur den großen Namen. Neid? Haben sie insgeheim auch diesen Traum? Tun ihn aber als unrealistisch ab? Sie legen ihr Geld für andere Dinge zur Seite. Oder auch gar nicht.

Jeder hat seinen eigenen Luxus. Seine eigenen Laster. Das ist ok. Das ist toll. Doch wir sollten jeden machen lassen. Vielleicht kauft sie nur gebraucht? Vielleicht nur Teile aus der letzten Saison? Na und? Uns sollte es egal sein, wie diese Leute zu ihren Schätzen kommen. Sie sind glücklich. Das ist ihr Hobby. Ihre Leidenschaft. Und diese zu pflegen, macht sie glücklich. Und glückliche Menschen gefallen mir viel besser, als unglückliche. Euch nicht auch?

Dieser Artikel soll keine Aufforderung sein, in teure Sachen zu investieren. Aber stellt euch mal vor, euer Nachbar kauft sich ein sündhaft teures Auto. Über ihn wird nicht mit dem Kopf geschüttelt. Über ihn wird nicht getuschelt.

Ich trage nicht von oben bis unten große Labels. Im Gegenteil. Ich liebe Primark, Mango, Zara und Co. Aber ab und zu, aller paar Monate kann es auch etwas größer sein. Mal ein Ring, eine Tasche, Schuhe. Und das fühlt sich gut an. Luxus in Maßen. Den ich hege und pflege.

Mein Luxus.

Was ist Eurer?

business2

Fotos: vorstadt design ( click here )

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