Schicksal

„Alles passiert aus einem Grund. Menschen ändern sich, damit du lernst loszulassen. Dinge gehen schief, damit du zu schätzen weißt, wenn es gut läuft. Du glaubst einer Lüge, damit du lernst, nur dir selbst zu vertrauen und manchmal bricht etwas Gutes auseinander, damit etwas Schöneres zusammenkommen kann.“

Marilyn Monroe-

In der siebten Klasse, unterstellte mir eine enge Freundin, dass ich lüge. Einfach so. In einen Brief. Die Behauptungen waren an den Haaren herbeigezogen. Statt einer drei plus, hätte ich eine drei minus in der letzten Lateinarbeit erhalten. Eigentlich betreibe ich ja gar keinen Blog und das erste Shooting, was ich hatte, wäre auch nur ein Hirngespinnst. Absurd. Lächerlich. Würde ich heute sagen. Weil sich bei allem ganz einfach beweisen lies, dass ich die Wahrheit sage. Aber damals saß das tief. Und als ich zu ihr fuhr, um alles zu klären, bekam ich nur eine billige Antwort: „Du lügst, weil es mir jemand anderes gesagt hat.“  Sprachlosigkeit auf meiner Seite. Was antwortet man auf so viel Dummheit? Nichts. Das weiß ich jetzt. Oder vielleicht mit einem herzhaften Lachen. Doch damals machte ich auf dem Absatz kehrt, weil ich meine Tränen nicht zeigen wollte. Ich weiß noch, dass draußen die Regentropfen mit voller Wucht auf den Asphalt klatschten. Und sich mit meinen Tränen und hämmerten Gedanken vereinigten. Zu einer sehr traurigen, aussichtslosen Melodie.

Damals war das ein halber Weltuntergang. Aber kurz danach wusste ich: Das musste passieren. Man musste sich trennen. Um andere Freundschaften kennen zulernen. Bessere. Neidlose. Freundschaften, die halten. Und das hab ich. Doch hätte ich das auch, wenn dieses eine Mädchen damals nicht so gemein gewesen wäre? Nein. Vielleicht nicht. Everything happens for a reason. Und als sie sich Jahre später, in der 11. Klasse bei mir entschuldigte, konnte ich verzeihen. Wirklich. Denn da waren andere Freundinnen, die mir am Herzen liegen. Mädchen, die ohne diese eine Intrige vielleicht nicht bei mir wären.

Heute verspätete ich mich auf dem Weg zur Uni. Ich wurde eingeparkt. Hinter meinem kleinen Auto stand ein riesiger, grüner LKW. Zeitdruck. Die Uhr tickt. In 5 Minuten bis ans andere Ende der Stadt. Dann in Lichtgeschwindigkeit über den Parkplatz, die Treppen hinauf, links um die Ecke, den Gang entlang. Ich fragte die Männer, wie lange es noch dauern würde, bis sie ihre Sachen ausgeladen haben. „Zwei Minuten. Vielleicht auch drei.“ Es wurden 10. Doch dann leuchtete mein Handy auf: „Das heutige Seminar fällt aus.“ Und ich: Ich hatte am Ende sogar noch Zeit gespart. Hab mir die Enttäuschung erspart, umsonst gehetzt zu sein. Dafür ist jetzt noch ein Kaffee drin. Everything happens for a reason.

2015. Ein Tag Paris. Ich wollte unbedingt auf die Champs Élysées. Angekommen hetzte ich los. Wollte in einen Laden nach den anderen. Wollte stylische Pariser sehen, die mondäne Luft schnuppern und Croissants essen. Doch am Ende war alles ziemlich fad. Und stressig. Tausende Menschen auf einer Straße. Ich war enttäuscht, hatte andere Vorstellungen. Das Paris meiner Träume sah irgendwie anders aus. Wir machten uns gerade auf den Rückweg, als wir uns verliefen. Panik. Verloren in Paris. Hektik, suchende Blicke, stumme Hilferufe. Am Ende kamen wir zwar nicht bei unserem Bus, dafür aber auf einen wunderschönen, ruhigen Flohmarkt an der Seine raus. Und siehe da: Da war es – das Paris meiner Träume. Modische Pariserinnen kauften alten Schmuck, lasen in verstaubten Büchern. An jeder Ecke standen wunderschöne, alte Möbel, antike Gemälde. Die Leute tranken Kaffee, rauchten und plauderten. Kennt ihr „Midnight in Paris“? Dann wisst ihr, wie ich mich fühlte. Und auch hier bestätigte sich: Everything happens for a reason.

Ich glaube an Schicksal. Ich glaube daran, dass alles am Ende ein großes Ganzes ergibt. Und zwar ein rundes, großes Ganzes. Ohne Ecken und Kanten. Denn am Ende wird alles perfekt, weil alles wie Zahnräder ineinander greift. Auch die kleinsten, noch so unbedeutenden Ereignisse.

Und das gibt mir Kraft. Und Mut. Denn, wenn wiedermal etwas schief läuft: Everything happens for a reason. Ganz bestimmt.

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Jeansjacke – Orsay

Patches – Collosseum

Mantel – Mango

Jeans – Hollister

Oberteil – Edited

Schuhe – Deichmann

Armban – Thomas Sabo

Charms – Thomas Sabo, Jette Joop, Giorgio Martello

Ohrringe – Swarovski

Ring – aus Rom

Fotos: Tom Herold ( click here )

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