20!

Ich bin 20. Und das seit Sonntag, 11:50. Schon komisch. Sonst war mein Alter immer nur eine Zahl. Aber dieses Mal, fühlt sich tatsächlich einiges anders an.

Meinen eigenen Weg gehen. Das schießt mir jeden Morgen wieder durch den Kopf. Immer dann, wenn ich in mein Auto steige, die schweren Ordner und den Laptop in meiner Tasche verstaue. Zwischen Schule und jetzt – das sind nur zwei Jahre. Aber es fühlt sich viel länger an. Weit weg.

Aber wenn ich könnte: Würde ich tatsächlich wieder zurück wollen? Tauschen?

Nein. 

Niemals. 

Es klingt albern, aber ich weiß, dass ich nicht mehr zu den Jüngsten gehöre. Ich sehe die ganzen Schüler, Abiturienten durch die Straßen spazieren. Ich gehöre da nicht mehr dazu. Da liegen Welten dazwischen. Hürden, Ängste, blaue Flecken, Kummer. Aber auch Freude, Glück, Abenteuer und eine ganze Menge gute Entscheidungen. Die Zeit nach dem Abi war schwer. Ich musste meine eigene Bahn finden. Wusste auf einmal, dass es nicht immer die Schnellstraße, sondern eben auch mal der Weg übers Dorf sein kann. Aber heute kann ich Karten lesen und weiß: Das ist der richtige Weg.

Ich habe mich ganz gut eingerichtet. Weiß, was Zufriedenheit ist. Ich will nicht wieder zurück. Will nicht verängstigt durch die Schule laufen, will mich nicht mehr über falsche Gerüchte ärgern, brauche keinen Neid oder Intrigen. Kurz: Ich brauche keinen Kinderkram. Klar, die Schulzeit war toll. Aber schöne Sachen kann man konservieren. In Marmeladengläser packen. Eins gefüllt mit einer Portion Kichern – auf den Schulhof, zu den Abipartys. Ein Glas voller Schulpausen, eins voller guter Noten und eins vollgestopft mit alten Geheimnissen.

Denn das habe ich auch gelernt: Erwachsensein heißt loslassen können. Ich kann nichts festhalten. Diese Erkenntnis war schwer. Mein Kopf wollte das lange nicht begreifen. Aber jetzt hat es Klick gemacht: Um nach vorne zu gehen, muss ich zurücklassen können. Ballast abwerfen – guten wie schlechten. Denn in die Zukunft geht man ohne viel Gepäck. Sonst wird der Weg nur beschwerlicher. Und ich will nicht aus der Puste geraten!

Nur ich selbst bin dafür verantwortlich, wie es mir geht. Ich entscheide was ich brauche. Und wie viel davon. Und das ist das Gute am Älter werden: Es gibt keine Gruppenzwänge mehr. Denn allmählich gehen alle ihre eigenen Wege.

Ob mit leeren oder vollen Koffern.

Ich trage nur ein paar Gläser mit mir.

Gefüllt mit Kichern. Schulpausen. Gute Noten. Geheimnissen.

Erinnerungen.

Sonst nichts.

Alles Gute Isabel.

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Bluse – Boohoo

Cardigan – Mexx

Jeans – Hollister

Schuhe – Matrixx

Schmuck – vom Flohmarkt aus Paris

Fotos: Tom Herold ( click here )

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