January: Outfit Review

Ich schrieb es euch schon in meinem letzten Post. Es ist die Zeit des Sturms! Klausurenphase. Wie ich es hasse. Oder liebe? Ich weiß es nicht.

Ich schwebte zwischen Überforderung und Höhenflügen. Fühlte mich angespornt und wollte im nächste Moment wieder hinschmeißen. Launenhaftigkeit. Eine Fahne im Wind.

Trotzdem war ich diesen Monat so zufrieden, wie schon lange nicht mehr. Denn meine Gedanken fliegen zu unseren nächsten Urlaub. Entspannen, entdecken, die Welt lieben. Das ist meine Belohnung.

Und ich plane: Ich plane Outfits, Texte, vielleicht neue Rubriken? Ihr werdet sehen. Denn diesen Monat musste der Blog leider etwas kürzer treten, aber ich komme zurück! Und das mit geballter Kraft und neuer Energie.

Denn ich habe Fahrt aufgenommen. In den Zeiten des Sturms.

Vogue!

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Always Classy

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Sturm!

Der Wecker klingelt unbarmherzig. Ich will mich noch einmal umdrehen, gebe mir eine halbe Stunde Zeit. Aber dann: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Noch ein Tag. Ein Tag. Einen Tag durchziehen. Also: Ich schwinge meine Beine rekordverdächtig schnell aus dem Bett. Kaltes Wasser ins Gesicht. Die Hefter liegen bereit. Der erste Kaffee wartet bereits in meiner Tasse. Sturm!

Buchstabe um Buchstabe. Sätze hängen zusammenhangslos in meinem Kopf. Ich überlege kurz eine Pause einzulegen, entscheide mich aber um. Wofür mache ich das? Für einen Traum. Journalistin werden, Ehrgeiz zeigen, stark sein. Kämpfen! Bald legt sich der Sturm wieder. Das war doch schon immer so.

Wie oft war Goethe kurz davor, seinen Werther leben zu lassen? Wie oft hat er überlegt hinzuschmeißen? Den Füller liegen zu lassen? Der Welt wären einige Selbstmorde erspart geblieben. Aber wir hätten auch einen Held weniger. Werther als ewiges Gespenst in Goethes Kopf.

Was wäre, wenn auch der letzte Verlag Jojo Moyes abgelehnt hätte? Keine Träne würden wir für Louisa und William weinen. Keine Sterbehilfe. Kein Verständnis für verlorene Menschen. Sturm! Nein, der Sturm in unseren Kopf wäre ausgeblieben.

Was wäre, wenn J.K. Rowling keine Serviette zur Hand gehabt hätte, um die ersten Sätze ihres ‚Harry Potters‘ aufzuschreiben? Keine Magie in unserer Welt? Keine Emma Watson, kein Daniel Radcliffe?

Und was wäre, wenn ich jetzt einfach alles stehen und liegen lasse? In dieser Zeit des Sturms. Würde es etwas ausmachen? Woher soll ich das wissen? Vielleicht verändere ich die Zukunft mit meinem Entschluss, vielleicht bleibt aber auch alles so wie es ist.

Doch: Ich gebe nicht auf. Nicht in Zeiten des Sturms. Denn in dieser Periode, schwingen sich meine Gedanken auf. Die Ideen fliegen, nehmen mich mit.

Ich bin gefangen und doch erlöst: In den Zeiten des Sturms.

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Fotograf: Günther Brauer

Kolumne: Selbstliebe

Wir lieben das Leben. Wir lieben diese eine Person. Und wir lieben uns.

Liebe erfordert Selbstliebe, heißt es. Doch müssen wir alle erst zu Narziss werden, um lieben zu können?

Sie ist selbstverliebt‘, heißt es abschätzig. Es ist verpönt. Wird nicht gern gesehen. Sollen wir uns nicht lieben? Sollen wir uns nicht schätzen?

Ich mag mich. Manchmal, da schaue ich mich gern im Spiegel an. Da bin ich zufrieden mit meinem Leben, meinem Äußeren und meiner Welt. Da bin ich positiv. Durch und durch. Meine Umwelt merkt das. Und gibt mir Liebe zurück.

Aber manchmal, da kann ich mich nicht leiden. Dann sitzen die Haare nicht, die Nase ist zu blass, die Oberschenkel berühren sich. Dann bin ich traurig, launisch. Da will ich keinen Spiegel sehen, will eigentlich gar nicht raus. Trübe Tage, nenne ich das.

Ich bewundere selbstverliebte Menschen. Sie schätzen sich, vergleichen nicht, sind nicht neidisch. Sie sind zufrieden, in sich ruhend, schauen nicht in Nachbars Garten. Sie haben Sich erkannt, wie einst Narziss. Nur, dass das ihnen nicht zum Verhängnis, sondern zum Glücksfall wurde.

Wie und wo erkenne ich mich selbst? Wir haben heute Spiegel, laufen nicht mehr Gefahr in einen See zu ertrinken, nur weil wir unser Abbild küssen wollen. Wir müssen nicht mehr vorsichtig sein. Wir dürfen das jetzt. Uns lieben. Endlich.

Doch Achtung! Passt auf: Liebt euch nicht mehr als andere. Denkt an Narziss und seine Echo. Denkt an ihr Ende. Einzig und allein ihre Stimme ist übrig geblieben. Wollt ihr das? Alle Selbstliebe der Welt heilt nicht von Einsamkeit. Liebe erfordert Selbstliebe. Aber dafür müssen wir auch erst einmal entflammen, ganz und gar. Für diese eine Person.

Wir wollen zu Narziss werden. Aber zu einer besseren Version seiner selbst. Ein Narziss, der lieben kann.

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In einer anderen Welt

‚Die lebt doch in einer anderen Welt‘, flüstern sie, als das Mädchen die Straße überquert. ‚Sie denkt, sie sei etwas besseres. Träumer. Weltfremd.“ Das Mädchen hört sie nicht und geht weiter ihren Weg. Mit den Kopf in den Wolken, mit den Füßen nicht ganz auf dem Boden. Aber was soll’s? Lasst sie doch. Lasst sie in ihrer eigenen Welt. Zerstört ihre Seifenblase nicht.

Ich schlage die weißen Seiten auf, schreibe, halte fest, konserviere und phantasiere. Von einer Zeit danach. Einer Zeit nach dem Studium. Eines Tages muss ich nicht mehr jeden Tag lernen, Seminararbeiten schreiben. Eines Tages, da kann ich reisen, mir meine Zeit vielleicht selbst einteilen. Bekannt werden? Vielleicht mit meinem Buch? Meinen Worten?

‚Was bildet die sich denn ein‘, tuscheln sie hinter vorgehaltener Hand, ‚sie postet viel zu viele Bilder von sich. Geht auf Shootings und denkt, sie wird was Großes. Ist das nicht selbstverliebt?‘ Das Mädchen lauscht ihnen nicht. Sie steckt ihren Kopf in ihr Notizbuch, schreibt ihre Gedanken nieder, fängt die Ideen ein. Glücklich macht sie das. Ihre Kreativität. Ihr Eigentum.

Ich spüre das Kribbeln. Erst in den Fingerspitzen, dann in der ganzen Hand. Es breitet sich aus, bis es meinen ganzen Körper einnimmt. Ich will hier raus, will hier weg. Kann nicht 365 Tage am selben Ort bleiben. Ich muss meine Flügel ausbreiten, auch, wenn es nur gelegentlich ist.

„Sieh sie dir an“,  raunen sie sich im Vorlesungssaal zu, ’sie ist so selten auf Partys zusehen. So ein Streber, die Nase immer in den Büchern.‘ Dass das Mädchen jedoch arbeiten geht, sehen sie nicht. Es interessiert sie nicht, was da für Träume in ihren Kopf stürmen. Sie will etwas erleben, etwas erreichen. Will nicht vergessen werden. Sie hat Ziele, die sind hoch, für die anderen vielleicht unrealistisch, aber sie hält fest. An ihren Idealen.

Wer sagt uns, was zu schaffen ist und was nicht? Wer steckt die Grenzen fest? Wir bauen uns unsere Welt, wie sie uns gefällt. Egal, ob böse Stimmen uns verunsichern wollen, sich keine Mühe geben, einmal hinter die Fassaden zu schauen. Ich lebe und somit träume ich. Von meiner Welt. Von einem selbstbestimmten, erfüllten Leben.

‚Sie ist doch so komisch, nicht von dieser Welt. Wie kindisch, naiv‘, lachen sie. Und verstecken hinter ihren schallenden Gelächter, ihren Neid. 

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Jacke – Primark

Oberteil – Mint&Berry

Jeans – Levis

Tasche – C&A

Ohrringe, Brosche – Bijou Brigitte

Schuhe – Deichmann

Fotos: Tom Herold (click here)

Rot wie Blut

Blau in grau, dachte sie. Blau in grau. Der Himmel sieht so zerbrechlich aus. Milchig. Ist keine geschlossene Decke, sondern ein oft genutzter Farbkasten. Unsauber gemischte Töne gehen harmonielos ineinander über. Blau in grau.

Langsam versucht sie ihren Blick zu senken, ihre Konzentration auf etwas anderes zu lenken, als auf die tristen Farben des Himmels. Ihr weißer, gestreckter Hals verliert an Anspannung, das zarte Kinn senkt sich. Sie hat Angst zu blinzeln, Angst die Leere in ihren Kopf endgültig zu vertreiben. Sie will sich nicht den Kopf zerbrechen, will nicht den Sturm an Gedanken zuhören müssen.

Sie will Stille.

Keine Geräuschkulisse um sich herum.

Kein Wirrwarr aus Stimmen. Mahnend, belehrend oder fordernd.

Sie will allein sein.

Langsam, bedacht versucht sie ein paar Schritte zu gehen. Ihre gut beschuhten Füße gehen sacht auf und ab. Wie auf Watte läuft sie, alles fühlt sich weich und dumpf an. Wieder wendet sich ihr Blick den Himmel zu, doch dieses Mal schafft er es nicht zu verweilen. Ihre irisierenden, grünen Augen senken sich, die schwarzen, dichten Wimpern schaffen es, sie fast unter sich zu verbergen.

Zum ersten mal, seit sie hier ist, nimmt sie ihre Umgebung wirklich wahr. Sonst sah sie nur den Boden unter, oder den Himmel über ihr. Der Wald um sie herum erstrahlt in einen ähnlichen grün, wie ihre Augen. Passt so gar nicht zu den gewohnten grau.

Verwirrt von den kräftigen Farben, wendet sie sich ab, will verschwinden, weg gehen. Ein schneidend kalter Wind lässt sie erschauern. Schnell zieht sie die Stola enger um ihre weißen Schultern.

Blau in grau. Himmel oder Erde?

‚Himmel,‘ sagt sie sich.

‚Himmel‘ und blickt wieder sehnsüchtig nach oben.

Doch dann: Sie lässt die Schmerzen zu, die alten Geistern holen sie ein, legen sich im Sturm um sie. Sie ist wild geworden, will sie vertreiben. Wirbelnde Hände, wirre Augen. Bis sie es zu lässt. ‚Ihr könnt mir nichts mehr.‘ Sie lässt zu. Endlich. Und die Welt um sie herum nimmt wieder Farbe an. Der Schnee glitzert, der Himmel wird blau. Das Herz pocht, ist rot wie Blut. Rot wie Blut. Rot wie Blut. Das ist Leben. Das ist Farbe. Das ist Liebe.

Und ihr könnt mir nichts mehr, ihr bösen Geister. Denn ich habe euch besiegt. Ich bin frei. Ich habe Frieden geschlossen.

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Fotograf: Linda Wächtler

Life Update

‚Noch zwei Wochen. Zwei Wochen‘, sage ich mir. „Zwei Wochen und dann kehrt Ruhe ein. Mehr Zeit für dich, mehr Zeit für die anderen. Es sind doch nur zwei Wochen.‘  Ich schwanke. Zwischen Mut und Ehrgeiz, zwischen Erschöpfung und Aufgeben. Ich will alles gut machen, vielleicht auch am besten. Deshalb ist die Klausurenphase jedes Mal für mich eine Herausforderung. Ich will die Zeit so schnell wie möglich, aber auch so gut wie möglich hinter mich bringen. Und in diesen Wochen, bleibt einiges auf der Strecke.

Ich hab seit langem keine Fotos mehr gemacht. Die einzigen Aufnahmen entstanden bei einen kurzen Spaziergang im Schnee. Ich hab schon lange nicht mehr geschrieben. Aber heute morgen endlich wieder. Nur ein paar Zeilen – danach fühlte ich mich sofort motivierter, freier. Ich lud meine Batterien auf. Mit meinem Füller.

Meine Tage sind zurzeit ziemlich ereignislos. Eintönig. Ich stehe früh auf, lerne, gehe in die Uni und versuche die Abende mit meinen Lieben ausklingen zu lassen. Und das jeden Tag von neuem. Rhythmus. Takt für Takt. Alles gleich.

Und ich will das nicht! Nicht auf Dauer. Ich will bald wieder frei sein. Deshalb halte ich mich über Wasser, mit meinem kleinen Mantra. „Nur noch zwei Wochen. Zwei Wochen.“ 

Eigentlich mag ich das. Der Ehrgeiz, der Wille. Ich bin stolz auf mich. Möchte Erfolge sehen. Aber der Druck passt nicht zu mir. Ich will das nicht auf Dauer. Deshalb: ZWEI WOCHEN! Und dann: Fotos, Texte, schreiben, Ausflüge, Urlaub! Wien? oder London? Was meint ihr?

Und bis dahin: Bitte seit mir nicht böse für diese Pause. Ich werde mich wöchentlich melden. Vielleicht erstmal nicht dreimal, sondern nur einmal. Aber ich hole alles wieder auf.

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Getragen: Hauptsächlich bequeme Sachen zur Uni und zum Lernen. Und: Immer mit dabei: Meine Instax Mini 8. Ich liebe sie! Sie macht nicht nur wunderschöne Fotos, sondern ist auch noch super stylisch. Dieses Case habe ich mir passend zu meiner Desigual-Tasche gekauft (hier)

Case über Amazon (hier und hier)

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Stirnband – H&M

Jacke, Handschuhe – New Yorker

Schal – Handmade

Tasche – über Amazon (hier und hier)

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Getrunken: Gaaaaaanz viel Kaffee (zum wach bekommen) und Tee (zum entspannen)

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Gelesen: „Honigtot“, ein Geschenk von meiner Mama. Ich bin noch nicht weit, aber ich genieße es so sehr wieder zu lesen.

 

Kolumne „Mein Kopf und ich“: Die Sache mit dem Schüchtern-Sein

Ich war einmal sehr schüchtern. Bin es heute noch. Manchmal zumindest.

Ich bin nicht laut. Eher ruhig. Leise, fast sogar. Ich kann nicht sofort aus mir herausgehen und ‚hier‘ rufen. Ich bin ich. Und manchmal, bin ich eben nur ein Flüstern.

Dennoch bin ich kompetent. Würde ich behaupten. Ehrgeizig, zielstrebig, weiß mich auch mal durchzusetzen. Aber wieso glauben das so viele nicht? Warum sind laute Menschen immer beliebter, erfolgreicher? Bekommen was sie wollen?

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Menschen, die schneller und lauter reden als andere, besser ankommen. Viele wünschen sie sich als Freunde. Viel Luft und nichts dahinter. Das kann doch auch sein, nicht wahr?

Ich möchte mich nicht unwohl fühlen, will mich nicht entschuldigen müssen. Ich bin nicht laut, ich kann es aber sein. Bei Vorträgen, vor der Kamera: Da bin ich da, da liefere ich ab. Da ist mir nichts peinlich, ich bin mir nicht zu fein. Ich kann das! Kann auch mal extrovertiert sein. Aber am Ende des Tages bin ich dann wieder ich. Die etwas Ruhigere.

Warum haben es introvertierte Menschen schwer?

Meine Stimme hört man nicht aus 50 Meter Entfernung. Ich muss nicht jeden Tag feiern gehen. Ich verbringe auch gern einen ruhigen Abend zuhause. Ist das altmodisch? Uncool? Bin ich weniger interessant, wenn ich nicht auf jeder Hochzeit tanze? Ich hab doch was auf den Kasten! Wieso geht meine Leistung aber so oft unter? Warum wird lauten Menschen immer zugejubelt?

Jonny Depp, Joyo Moyes, Dostojewski, Monica Bellucci – alles Genies. Alles Legenden. Alles: extrovertierte Menschen.

Veränderung beginnt manchmal mit einen Flüstern – und ich glaube, dass wir Ruhigen, genau dieses Flüstern sein können. Denn hinter unseren sanften Art, verbergen sich schlaue Köpfe. Die Menschen müssen uns nur zuhören.

Lasst uns ausreden! Gebt uns eine Chance. Schaut doch mal genauer hin.

Wir sind hier.

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