So wie es ist.

Morgens um sechs. Langsam öffnen sich meine Augen, sehen zuerst die Lichter des Schwippbogens. Duft von Pfefferkuchen, Plätzchen und Punsch zieht mir in die Nase. Ich werfe meine Beine aus dem Bett, ziehe mir meinen Morgenmantel eng um die Schultern, stolpere ins Bad, vorbei an den versteckten Geschenken. Jedes Jahr werden es mehr. Ich will mich selbst übertreffen.

Mit frisch gemachten Haaren stolpere ich die Treppen hinab. Für heute Abend habe ich meinen Lieblingsduft herausgelegt. Lancome – Midnight Rose.Der Duft mit dem ich ihn kennenlernte.

Als 15- jährige wünschte ich mir eine Perlenkette. Wollte Coco Chanel sein und träumte mich nach Paris. Mit 18 kleidete ich mich wie Monica Bellucci – schön und schöner wollte ich sein. Und heute? Heute träume ich nicht mehr von einer Wohnung auf der Champs-Élysées. Ich will nicht mehr in London studieren und ich glaube nicht mehr daran, berühmt zu werden. Berühmt mit meinen Texten. Heute ist vielleicht ein Teil des Zaubers weggebrochen. Ich träume nicht mehr so hoch, aber noch mindestens genauso intensiv!

Vielleicht bin ich nicht mehr so naiv. Bin dem Boden näher als früher. Realist! Statt Träumer?

Ich habe mich verändert. Ich fliege in meinen Träumen nicht mehr in mörderische Höhen. Meine Träume können mir nicht mehr das Genick brechen. Journalistin, eine eigene Kolumne, ein Buch?

Und doch bleibt einiges gleich: Wir schauen Märchen, machen uns schick, putzen uns selbst zu Prinzessinnen heraus. Wir überreichen uns aufgeregt gegenseitig die Geschenke. Immer abwechselnd. Und danach essen. Jedes Jahr etwas anderes. Auch das kann Tradition sein!

Und das allerwichtigste: Wir sind zusammen. Reden über vergangene Zeiten, lachen und sind ein bisschen wehmütig. Früher war alles besser? Warum? Ich finde das hier sehr gut. So wie es ist. Beständigkeit. Wir haben ‚die alten Zeiten‘ in unsere vier Wände projiziert. Und sind glücklich. Zusammen.

Als ich zu Bett steige, sind das letzte was meine Augen erblicken die Lichter des Schwippbogens. Der Geruch von Pfefferkuchen, Plätzchen und Punsch zieht mir in die Nase.Und:Der Duft dieses einen Parfums.Der Duft mit dem ich ihn kennen lernte.

 

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