Die Rory in mir

Am Freitag ist es so weit: Sie kommen wieder. Meine früheren Idole, die Hauptschuldigen meines Kaffeekonsums (der früher noch viel höher war als jetzt) und irgendwie auch: Meine Freunde. Die Gilmore Girls

Das erste Mal traf ich sie im Ostseeurlaub. Der Strand wurde langweilig, meine Bücher waren ausgelesen. Ich schlenderte in kurzen Shorts und Bikini-Oberteil zurück ins Hotelzimmer, schaltete den Fernseher an. Da waren sie. Mutter und Tochter. Die beiden haben in gewisser Weise mein Leben verändert.

Von nun an wurde es zu meinen Tagesritual, mich abends aufs Bett zu kuscheln und ihnen zu zusehen. Eine heiße Tasse Kaffee rechts und der Bücherstapel links neben mir. Ich entknotete ihr Liebeswirrwarr, fieberte mit, hasste ihre Feinde, liebte Emilys bissige Kommentare und freute mich auf Sukis Leckereien. Rory und Lorelai: Sie gaben mir Kraft. Am nächsten Morgen war ich immer um einiges größer, mutiger. Und irgendwann dachte ich: Du kannst das schaffen. Alles. Weil sie es auch geschafft haben.

Rory – Das bin irgendwie ich. Ich war schüchtern, verunsichert – durch diese eine Paris, die auch ich hatte. Eigentlich waren es sogar mehrere. Durch Rory lernte ich, dass es nicht uncool ist, viel für die Schule zu lernen. Ehrgeiz ist eben ein Teil von uns. Wir lasen die gleichen Bücher: Anna Karenina, Moby Dick, Abbitte. Mochten Kaffee, melancholische Jungs und verfolgten den gleichen Traum: Das Schreiben. Durch Rory bekam ich den Mut meine Gedanken in Worte zufassen, aufs Blatt zu bringen. Und niemand las meine Texte lieber als meine Mutter. Auch sie ist irgendwie eine Lorelai – nur, dass sie mich nie in kurzen Shorts und Cowboystiefeln zur Schule brachte. Keine war stolzer auf mich, keine glaubte so fest daran, dass ich eines Tages Journalistin werden würde. Und vielleicht kommt ja irgendwann noch ein Buch dazu. Wer weiß das schon?

Und heute? Ich studiere. Medienkommunikation. Wäre Rory stolz auf mich? Ein Schritt in die richtige Richtung. Das weiß ich. Ich verdiene mir mein Geld bei einer Tageszeitung. Schreiben – das ist es eben, was ich will. Was wir wollen! Und eines Tages noch ein Buch. Vielleicht.

Ich bin gespannt, wie es am Freitag weiter geht. Ich treffe alte Freunde wieder. Freunde, die mich auffingen, die mich stärkten, die mich zu dem machten, wer ich heute bin. Über die Jahre habe ich sie nie vergessen. Fragte mich, wo Rory heute steht. Reist sie wirklich durch die Welt? Ist es am Ende Dean, Logan oder Jesse geworden? Ich weiß es nicht, aber ich bin mir sicher, dass wir uns verstehen werden und ich ihre Entscheidungen unterstütze.

Denn Rory – Das bin irgendwie ich.

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Ob das Rory gefallen würde? Mein Uni-Outfit: Ich friere so schnell, deshalb muss bei mir immer alles kuschelig sein. Gern ziehe ich über Jeans einen weiten, grob gestrickten Pulli (erinnert ihr euch an die aller erste Gilmore Girls-Folge? Weite Sachen sind nicht so ganz Lorelais Sache, aber man kann ja auch mal einer anderen Meinung sein, als seiner Mum).

Schlicht, helle Farben, nicht zu aufgedonnert. Die Tasche bietet viel Platz für meine Bücher und in den Schuhen überstehe ich problemlos, ohne Schmerzen den Tag. Na Rory, hättest du dieses Outfit in Yale auch getragen?

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Jacke – New Yorker (2015)

Mütze – ?

Schuhe – Deichmann

Tasche – Deichmann

Jeans – Levis

Armreif – Michael Kors

Titelfoto: Tom Herold (click here)

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