Kolumne „Mein Kopf und ich“: Die Sache mit dem Selbstbewusstsein

Ich bin ein selbstbewusster Mensch. Manchmal aber eben auch nicht.

Ich kann in den Spiegel sehen und mich schön finden. An manchen Tagen aber, versuche ich meinem Bild komplett auszuweichen. Da passt einfach nichts. Mein Gesicht erscheint mir unsymmetrisch, die Figur passt nicht und meine Haare sind zu platt.

Ich muss zugeben, dass solche Tage derzeit selten auftreten. Gott sei Dank. Ich hasse sie. Viel zu lange hatte ich damit zu kämpfen, wie jeder Teenie, denke ich.

Seit ich 14 bin, laufe ich Modenschauen, bin bei dem ein oder anderen Shooting. Weil es Spaß macht, weil es etwas Besonderes ist und:  weil ich gefragt wurde. 

Ich hab nie das Selbstbewusstsein gehabt um mich selbst irgendwo zu bewerben. Doch dann war da dieses Angebot und alles kam ins Rollen.

Ich liebe schöne Kleidung, liebe es mich herzurichten und fühle mich manchmal fantastisch. Doch dann, in dunklen Momenten, wird mir mein Selbstbewusstsein gestohlen.

Dann passt einfach nichts: Nicht das Gesicht, die Figur, die Haare sind zu platt.

Ich will aber das alles passt. Das Gesicht, die Figur, die Haare liegen auch.

Und deshalb kämpfe ich: Um das Licht hell zu halten.

Es soll passen. Ich will passen.

Ich will Selbstbewusstsein.

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Am Wochenende durfte ich für die Mercedes Fashionnight laufen. Und genau da kamen die dunklen Gedanken hoch. Bin ich schmal genug? Ist meine Haut rein? Das Gesicht auch schön? Aber die Momente auf der Bühne geben Kraft und Selbstvertrauen. Und vor allem: Ganz, ganz viel Spaß und Freude.

Foto 2: Krauß Event

Foto 3: Günter Brauer

 

Ein Märchen

Das Märchen von Schneewittchen kennt jeder. Rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz. Eine schöne Prinzessin, ein edler Prinz, Gut gegen Böse, bis an ihr Lebensende.

Jede Frau möchte eine Prinzessin sein. Da bin ich mir sicher. Ein bisschen Drama, danach ganz, ganz viel Harmonie und Frieden. Burgen, Schlösser, meterlange Haare.

Für mich stand schon als kleines Mädchen fest, wie ich einmal sein möchte, wenn ich groß bin: Wie die Königstochter mit ihren sieben Zwergen, hinter den sieben Bergen.

Und auch noch heute liebe ich Märchen. Genieße es, durch alte Schlösser zu schreiten und mich in meiner Fantasie zu vertiefen.

Denn ich bin mir sicher: Egal ob alt oder jung, jede möchte eine Prinzessin sein.

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Bluse – Primark

Shorts – Mango

Schuhe – Matrixx

Kette – Accessorize

Tasche – ?

Alle Fotos sind auf der Burg Kriebstein entstanden. Schon als Kind liebte ich es dort. Erst ein Spaziergang durch den Wald und dann diese herrliche, ritterliche Anlage. Und dreimal dürft ihr raten, für welches Märchen eben diese Burg Kulisse war. Natürlich, Schneewittchen.

Fotos: Tom Herold

Kolumne“Mein Kopf und ich“: Hometownstory

Kennt ihr diese Leute? Die bei jedem Treffen, jedem kurzen Small Talk erzählen sie uns breit und lang, wo es sie überall hin verzieht? Ich meine dabei nicht den nächsten Urlaub. Sie ziehen rigoros über die eigene Heimat her, lassen kein einziges gutes Haar an ihr und akzeptieren keine anderen Ansichten. Nervend finde ich das. Traurig. Aber: Auch wenn ich eine eigene Meinung vertrete, sie lassen meine Standhaftigkeit und Überzeugung kurz wackeln. Plötzlich fühle ich mich langweilig, feige, bieder.

Ich liebe Reisen. Kaum bin ich aus Barcelona zurück, plane ich in meinem Kopf schon die nächste Reise. Wien würde mich reizen. Aber auch London. Schon zweimal dort aber noch nie Notting Hill gesehen! Das geht nicht. Auch ein Kurztrip nach New York im Schnee steht auch oben auf der Liste.

Ich habe Reiselust. Entdecke gern Neues. Reisen bildet. Aber: Ich freue mich auch wieder auf mein Zuhause. Das ist Gemütlichkeit, beständig. Ich bin einfach noch nicht bereit um in die große weite Welt zuziehen. Für’s Erste bleibe ich hier.

Meine Heimatstadt ist wahrlich nicht die Schönste. Aber sie ist voll von Erinnerungen. Mein alter Schulweg, die Abkürzung über die stillgelegten Bahngleiße, unser altes Versteck. Ich bin gerne hier. Zumindest jetzt.

Ich wohne in meinen Geburtsort, arbeite und studiere in der nächstgelegenen Großstadt. Habe also tagsüber Trubel, Straßenlärm, Mode und Stimmenwirrwarr. Doch dann gibt es dieses kleine Plätzchen, dort kann ich mich ganz und gar zurückziehen. Das Haus in dem ich aufgewachsen bin. Das ist Heimat. Das ist für mich Zuhause.

Ob ich hier immer wohnen bleibe? Ich denke nicht. Fast kann ich sagen, dass ich es nicht will. Aber wer weiß? Was wird die Zukunft bringen? Vielleicht ziehe ich nur ein paar Kilometer weiter, vielleicht auch wo ganz anders hin. Doch jetzt bin ich hier. Und ich möchte mich nicht von anderen Leuten drängen lassen, jetzt schon meine Flügel auszubreiten. Ich brauche Zeit. In dieser Phase meines Lebens, wo sich alles so schnell verändert, will ich einfach auch mal Ruhe und Sicherheit. Ich will mich nicht durch andere unter Druck gesetzt fühlen. „Was du wohnst noch zuhause?“ Ja. Das tu ich. Und momentan gefällt es mir hier sehr gut. Ich brauche einfach jetzt noch kein Berlin, Düsseldorf oder Hamburg. Ich brauche erstmal das alles hier. Heimat

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Jumpsuit – TK MAXX

Tasche – Colloseum

Schuhe – Adidas

Fotos: Tom Herold, in Barcelona

The Light of all the Lights

„There are darknesses in life and there are lights,

And you are one of the lights,

The light of all the lights”

-Dracula-

 

Vorsichtig, fast bedächtig möchte man einen Fuß vor den anderen setzten. Sacht versinkt man im weichen Boden. Und es knistert. Blätter fallen in sich zusammen, werden zu tausend kleinen Fetzten. Zerbrechlichkeit. Der Herbst.

Das Licht fällt durch die kleinen Lücken. Der Himmel ist kaum zusehen. Nur hin und wieder erhascht man einen Blick auf das satte Blau. Aber nur, wenn sich die Äste und Blätter wieder hin und her wiegen.

Orange, rot, braun, gold. Warme Töne zusammen mit den ersten kühlen Temperaturen. Tausende Gerüche hängen wie Puzzleteile in der Luft. Vielleicht ist alles alt, für mich jedoch ist es neu. Eine neue, so ganz andere Seite des Jahres. Und das immer wieder. Ich kann mich nicht daran gewöhnen, versuche es jedes Mal wieder zu genießen und zu etwas Besonderen zu machen. Der Herbst.

Und doch hat er etwas Düsteres. Nur kurz fallen die Lichtstrahlen hinab. Bald wird es finster, bald schleicht sich die Dunkelheit heran und überflutet das Land. Und dann? Dann bin ich nicht mehr draußen im Wald. Dann verkrieche ich mich in die Wärme. Und genieße im Stillen die Kontraste: Die beiden Seiten des Herbstes.

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Jeans – Monday Denim Makers, Premium

Top – H&M

Schuhe – Matrixx

Ring – Vintage vom Flohmarkt

Ohrringe – Anna Della Russo for H&M

Rucksack – Unikat by Tom Herold

Fotos: Tom Herold

Einmal ohne Alles, bitte

Das erste Mal geschminkt habe ich mich mit 17. Spätzünder. Wimperntusche, Lipgloss – das war´s. Mehr wollte ich nicht. Manchmal kämpfte ich regelrecht mit mir: Ich wollte natürschön sein und empfand es als falsch, einzugreifen. Mich selbst zu verwandeln. Ein Gewissenskonflikt. 

Aber nach und nach machte es mir Freude. Auf Modenschauen lernte ich, wie man mit einfachen Tricks sein ganzes Gesicht ummodellieren konnte. Das war zwar nach wie vor nichts für mich,  faszinierend war es jedoch allemal.

In der 12. Klasse konnte ich es mir schon nicht mehr vorstellen, ohne MakeUp aus dem Haus zugehen. 20 geschlagene Minuten brauchte ich morgens im Bad. Vielleicht klingt das für manche wenig, für mich bedeutete es aber sehr, sehr viel. In einer gewissen Weise war ich eine Gefangene. Ein Sklave meines Aussehens. Es war wie ein Teufelskreis, von dem ich einfach nicht weg kam. Meine Haut wurde durch das schwere MakeUp schlechter, also verwendete ich noch mehr, um einigermaßen „vorzeigbar“ auszusehen. Hier muss ich jedoch sagen, dass nur ich das so sah. Mein Umfeld meinte nach wie vor, dass ich ungeschminkt am schönsten sei.

Die Folge? Ich wurde unzufrieden.

Mit Naturschönheit hatte das wenig zu tun. Gar nichts, wohl eher gesagt. Ab dieser Erkenntnis begann ein wahrer Kampf.

Viele kommen nicht vom Alkohol los, schaffen es nicht auf Nikotin zu verzichten. Und ich fühlte mich ohne Schminke entstellt.

Und heute? Ein Jahr später? Ich habe mich selbst wiedergefunden und bin zufriedener. Liebe mich auf einmal viel mehr. Und das ist doch das Schönste, oder? Sagen zu können, dass man sich selbst liebt, ohne dass es narzistisch ist. Ich genieße es, nach einen langem Tag nicht zum Abschminktuch greifen zu müssen, trotzdem aber Komplimente zu bekommen. Die Leute sind oft erstaunt, wenn sie das Wort „ungeschminkt“ hören. Ist das nicht traurig? Contouring, Highlighter und Co gehören zum festen Bestandteil. Junge Mädchen verzichten nicht mehr auf falsche Wimpern, dunklen Lippenstift und Bronzer.

Natürlich liebe ich es, mich zu verschönern. Mich mit MakeUp zu verwandeln. Aber eben nur hin und wieder. Ich pflege mich sehr, sehr aufwendig – um ungeschminkt, wie geschminkt auszusehen. Deshalb investiere ich lieber in ein Wimpernserum statt in Fake Lashes. Oder in gute Gesichtsmasken, statt ein sehr deckendes MakeUp.

Und müssten wir uns nicht fragen, ob wir die Menschen belügen? Etwas zeigen, was es so gar nicht gibt? Es ist jedem selbst überlassen, ein bisschen Schminke muss selbst für mich sein. Wimperntusche, Pflege für die Lippen. Aber ich möchte dazu aufrufen, sich mehr zu lieben. Sich nicht zum Sklaven der Kosmetik zumachen.

Also liebe Frauen und Mädels: Einmal ohne Alles, bitte!

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An diesen Tag war ich komplett ungeschminkt – und wie ihr seht trotzdem, oder gerade deshalb, glücklich!

Oberteil – H&M

Hose – Monday Denim Makers Premium

Schuhe – Deichmann

Tasche – Deichmann

Handy – IPhone 6

Handyhülle – von Mike Galeli, Istanbul

Vielen Dank an meinen Freund für den schönen Tag und die Fotos

Fotos: Tom Herold

Kolumne „Mein Kopf und ich“: Warum Bloggen nicht mehr das Gleiche ist

Eine Chloé-Bag hier, Gucci-Mules da, Mac-Kosmetik, Contouring. Instagram wird zum Einheitsbrei. 

Nach meinen zehn Tagen in Barcelona bin ich voller Inspirationen. Möchte am liebsten nur noch vor einen Blatt Papier sitzen, meine Ideen festhalten und rausgehen, um Fotos zu machen. Nur tausende von Kilometern schafften es, mich so kreativ anzuspurnen. Traurig? Oder ganz normal?

Vor noch gar nicht all zu langer Zeit holte ich mir meine Inspirationen auf Instagram, Pinterest, Blogs und Co. So viele kreative Menschen! So viele tolle Styles! So viel Individualität. Das war einmal. 

Wie ich jetzt mit der Szene abrechne.

Es gibt Millionen Blogger. Ich tue mich schwer, mich selbst so zu nennen. Und deshalb sage ich: Nein, Ich  bin kein Blogger. 

Dieser Titel hat für mich viel mit Durchhaltevermögen zu tun. Das, aber auch natürlich mit Können und Leidenschaft. Jemand, der es geschafft hat. Der ganz oben ist. Doch leider sehen meine Helden zurzeit alle gleich aus. Sie verschwimmen zu einer Masse. Erst noch allein, umstritten und gerade deshalb so cool – heute im Gruppen- und Social-Media-Rausch.

Ja, es gibt einen gewissen Zwang unter vielen Mädchen. Dünn sein! Aber hallo: Nur an besonders schmalen Mädchen, sehen die neuesten Must-Haves gut aus. Dass das kompletter Unsinn ist, haben in der Vergangenheit Blogger, wie Sara Bow oder die Mädels von The Skinny and the Curvy One bewiesen.

Nicht nur kurventechnisch wird es eintönig, auch das Wesentliche ergraut: Wo bleibt bei vielen der eigene Stil? Auf der Strecke, würde ich sagen.

Ich bin 19, habe Spaß an Mode, weiß aber natürlich, dass ich kein Profi bin und vergleichsweise wenig Ahnung von der Materie habe, als andere. Aber dennoch, erlaube ich mir zusagen, dass es langweilig wird! Immer die selben It-Pieces, immer die gleichen Posen und Filter: Wo bleibt der Wiedererkennungswert? Ja, natürlich, die Gucci Dionysus-Bag ist ein Traum, aber auch andere Designer haben schöne Kinder! Aber leider, scheint sich kein Blogger mehr an „No-Names“ oder weniger bekannte Designer zu trauen. Warum nur? Kann es denn wirklich wahr sein, dass viele Blogger am Anfang ihrer Karriere in Primark, H&M und Co besser aussahen? Experimentierfreudiger waren?

Low Budget gegen High Fashion. Wer ist der Sieger? 

Kommerziell gesehen sicher Zweiteres. Der Gewinner der Herzen bleibt aber wohl der kleine Geldbeutel.

Also: Das hier soll eine Hymne an alle kleinen Fische in der Blogosphäre sein. Denn viele haben ihren Titel nicht mehr verdient, andere kommen gar nicht erst hoch. Weil sie eben nicht hunderttausende Likes und Follower haben.

Ob das gerecht ist?

Entscheide es selbst.

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Oberteil – C&A

Jeans – Olymp und Hades

Jacke – Ernsting’s Family

Tache – Desigual

Schuhe – Deichmann

Kette – Swarovski

Zu diesem Beitrag habe ich mich inspirieren lassen von Sara Bow und dem Stylight-Magazin. Über die gegenwärtigen Veränderungen der Bloggerszene habe ich mir in letzter Zeit oft den Kopf zerbrochen. Diese beiden Artikel waren jedoch ausschlaggebend, dass ich mich traute, auch mal den Mund aufzumachen und meine Meinung zum Thema preiszugeben.

Der Herbst

Zehn Tage Barcelona sind zehn Tage Sonnenschein.

Zwei Schritte aus dem Flieger: Und plötzlich Herbst.

Eine Ode an das Ende des Jahres.

Was ich am Herbst mag? Das Farbenspiel. Mal rot, mal braun. Mal dunkel, mal hell. Und dann das Licht: Glitzernd, wie es durch die Blätter hervorlugt. Düster oder freundlich: Gegensätze schließen sich auf einmal nicht mehr aus.

Was ich am Herbst mag? In ihm lag bei mir oft der Anfang. Der Anfang  der Liebe, der Anfang des Studiums. Der Anfang der Zukunft. Neue Wege, neue Pfade, neue Abbiegungen.

Altes Jahr? Nein!  Neues Jahr

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Oberteil – Guess

Jeans – Xagon (aus „Atelier 12“ von Rocco Stark)

Schuhe – Matrix

Jacke – Primark

Schmuck – ?

Tasche – ?