Jetzt mal ehrlich: Wie geht es dir wirklich?

Es ist bekannt: Auf die Frage „Wie geht es dir?“ antwortet niemand ehrlich. Aus Höflich- oder Bequemlichkeit, weil man dem Gegenüber Zeit ersparen möchte, aus Scham oder einfach weil man es eben so macht. Doch jetzt mal Butter bei die Fische: Wie geht’s? So wirklich?

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Ich geb’s zu: Selbst bin ich ja keinen Deut besser, als die meisten anderen. Doch in den vergangenen Wochen tat sich etwas. Auf die leidliche Small-Talk-Frage habe ich wirklich mal ganz authentisch und aufrichtig geantwortet. Getreu dem Motto: Was soll’s! Dann lass ich eben mal alles raus.

Also erzählte ich wo es derzeit zwickt, dass meine Kopfschmerzen wieder einmal unerträglich sind und mein Hals auch schon wieder verrückt spielt. Die Bachelorarbeit läuft zwar, trotzdem liege ich nachts oft wach und mache mir Sorgen. So sieht’s aus!

Wie ich mich danach fühlte? Richtig gut! Denn ist es nicht anstrengend immer Contenance zu wahren und angepasst, bzw. höflich zu sein? Ich muss zugeben, dass ich seit Oktober unter ständigen „Strom“ stehe. Immer gibt es etwas zu erledigen, die To-Do-Liste ist lang, es gibt viele Dinge, an die ich denken muss und ja nicht vergessen darf! Mir geht’s gut, im Grunde läuft alles rund, aber ich fühle mich nicht hervorragend. Es gab eben schon Zeiten in meinem Leben, in denen ich mich seelisch leichter und frischer gefühlt habe.

Und wenn man dann immer noch ein strahlendes Lächeln aufsetzen muss, damit die Anderen vermeintlich zufrieden sind, dann steigert das doch den Druck nur noch mehr. Oder?

Denn solche Momente „triggern“ mich, wie man so schön sagt. Ich achte derzeit vermehrt darauf, wann es mir besser oder schlechter geht und versuche die Gründe herauszufinden, um ähnliche Situationen zu vermeiden. Gesagt, getan. Drei Wochen ohne Verstellen, kein Schauspiel, nur die pure und authentische Isabel. Quasi ein selbst auferlegtes „Jenke-Experiment“ nach meiner Art. 

Doch was soll ich sagen: Es funktioniert! Und es ist gar nicht so unangenehm wie gedacht. Im Gegenteil: Vielleicht flammte in den Augen meiner Gesprächspartner kurz etwas Irritation auf, doch nachdem sie sich angehört haben, wie es mir momentan wirklich geht, schlossen sie sich mir an und öffneten sich. Einen Satz, den ich danach oft hörte: „Das tat gerade richtig gut!“ Und ob es das tat!

Denn wir sind nun mal nicht alle perfekt. Das zu erkennen ist eine Wohltat. Wir sitzen alle im selben Boot aus Alltagsstress, kleinen und großen Problemchen. Sich das auch einzugestehen und mit anderen auszutauschen macht Mut. Kopf hoch, dem Kollegen, der Nachbarin, Kommilitonen oder Verwandten geht es vielleicht momentan auch nicht gut.

Also meine Lieben: Zum Abschluss die Frage: Wie geht es euch? So wirklich? Es gibt kein richtig oder falsch. Nur die Wahrheit.

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Die Sache mit den Luxustaschen

Eine Mädelsrunde. Stuhlkreis, ernste Themen werden genauso auf den Tisch gelegt wie der neueste Klatsch. Viel Lachen, kleine gelüftete Geheimnisse aber auch belanglose Plaudereien. Herrlich. Auch über Mode wird diskutiert. Was steht oben auf der Wunschliste? Immerhin ist bald Weihnachten. Welche Marke bringt momentan die schönsten Designs auf den Markt? Und dann ein Satz, der wohl lustig gemeint war, mich aber zum Nachdenken brachte. „Hauptsache teuer, oder Isabel?“

Allgemeines Lachen, auch ich stimme ein. Aber stimmt das? Bin ich ein logo-süchtiger Snob?

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Ich konsumiere. Gern. Und ohne schlechtes Gewissen. Manche mögen an dieser Stelle wegklicken und die Augen verdrehen. Andere bleiben vielleicht hier und lesen weiter. Denn es gibt ein Aber.

Es stimmt: Manche große Namen lösen in mir wohlige, sehnsüchtige Gefühle aus. Das gründet wohl in meiner Teenagerzeit. Mit 13 entwickelte ich ein großes Interesse an bekannten Modehäusern. Dior, Chanel, Yves Saint Laurent. Meine damaligen Helden? Coco und Karl. Mein wahres Interesse galt weniger den Luxusgütern, die ich mir ja eh nicht leisten konnte. Die beiden verkörperten für mich eher eine große, spannende Welt. Ein Leben voller harter, aber leidenschaftlicher Träume. Mich faszinierte der Mut, etwas Eigenes aufzubauen, trotz harter Kritik, die vor allem Coco entgegenwehte. Erst allmählich begann ich auch von Taschen, Schmuck und Kleidern zu träumen.

Ich saß in meinem Zimmer unterm Dach. Weißes Ledersofa, die Wand voller Bücher, der Fernseher eingeschaltet. Audrey Tautou flimmerte als Gabrielle Chanel über den Bildschirm. Und das jeden Tag. Ungelogen. Wie gesagt: Coco war meine Heldin.

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Auf meine Notizbücher schrieb ich immer wieder den Satz: „Man findet nur einen Tropfen im Ozean.“ Und genau diesen einen Tropfen hatte Chanel für sich gefunden. Das wollte ich auch.

Ich kaufte alte Perlenketten auf Flohmärkten, peppte meine schwarzen Cardigans mit Broschen auf, trug roten Lippenstift auf dem sonst ungeschminkten Gesicht. Ich kleidete mich nicht wie ein 13, 14-jähriger Teenie. Aber mir gefiel’s.

Was ich damit sagen möchte? Ich kaufe nicht, um zu gelten. Ich kaufe nicht, um anzugeben. Manche Marken umweht eine besondere Geschichte, dieses Eine Gefühl. Sie riechen nach Leidenschaft, Geschichte und Magie. Ich kaufe nicht nur eine Tasche, sondern auch genau diese Emotionen.

Und stets ploppt an der Kasse immer dieses eine Bild vor meinem inneren Auge auf: Die kleine Teenager-Isabel, die im stillen Kämmerlein Chanel-Modenschauen anschaute und sich nach deren Vorbild aus alten Flohmarkt-Käufen neue Accessoires bastelte.

Und obwohl ich mich nicht rechtfertigen muss, hier ein kleiner Reminder: Ich kaufe diese Dinge nicht aus Lust und Laune. Ein Beispiel: Der erste Paris-Besuch. Ich wusste: Ein besonderes Andenken musste her. Also legte ich mir etwas Geld beiseite. Und am vorletzten Tag in der Stadt der Liebe statteten Tom und ich „Tiffany & Co“ einen Besuch ab. Und auch heute noch hege und pflege ich dieses Schmuckstück und spüre beim Tragen die Magie dieser Tage. Oder Silvester in München. Ich wollte das neue Jahr – das vielleicht letzte meiner Unilaufbahn – besonders starten. Ich stöberte fast ein halbes Jahr durch Secondhand-Läden und Onlineshops. Bis ich dieses eine Stück fand. Chanelohrringe, gefertigt im April 1997. Mein Geburtsmonat.

Ich trage all diese Dinge mit Stolz und Liebe. Mir ist bewusst, dass nichts davon selbstverständlich ist. Lebensnotwendig? Keines Falls. Luxus? Ja! Aber einen, den ich mir hin und wieder gönne.

Ich sage gern: Ich trinke nicht, ich nehme keine Drogen, ich gehe kaum feiern und arbeite viel. Jeder braucht, oder hat zumindest so seine Laster. Mode ist meins. Doch eigentlich ist es traurig, dass ich mich gezwungen fühle, mich zu rechtfertigen. Und das ist auch der einzige wunde Punkt, den dieses Thema für mich hat. Das Unverständnis der Menschen. Die kleinen spitzen Kommentare, der belustigte Unterton. Die Vermutung, dass ich reiche Gönner habe, die mir solche Geschenke machen. Nein, der einzige Gönner bin ich. Und niemand muss mich oder meinen Konsum verstehen. Aber bitte tolerieren. Ja? Geht das? Das wäre schön.

Denn es ist ok, teure Taschen oder Schmuck zu mögen. Ich tue niemanden damit weh.

Das musste einmal gesagt werden.

Und noch ein letzter Gedankenanstoß: Ist es nicht ganz im Sinne der aktuell immer lauter werdenden Stimmen nach Nachhaltigkeit? Lieber weniger, aber bedachter kaufen? Lieber ein gutes Teil, statt zehn von H&M und Co?

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So. Und wer bis hierhin durchgehalten hat und vielleicht auch schon lange mit den Gedanken spielt in ein teureres Piece zu investieren, den gebe ich an dieser Stelle mal meine Checklist mit auf dem Weg. Ob als Anregung, Vergleich oder Tipp.

  • Würde mir das Teil auch gefallen, wenn es von einer ganz unbekannten Marke stammen würde? Denn zugegeben: Es ist verlockend, wenn auf einer Tasche oder sonstigen Accessoires die Logos bekannter Modehäuser prangen. Hierbei muss man sich versuchen klar zu machen: Hab ich mich in das Design oder den Namen verliebt?
  • Geduld: Wie schon erwähnt – ein teures Teil kauft man sich nicht aus einer Laune heraus. Mit meinem jüngsten Kauf (die Aigner Fiorentina in Größe S) liebäugle ich schon seit Januar. Also habe ich genau ein Jahr gewartet, um mir dieses Schätzchen zu kaufen. Der Grund? Ich hab mich immer noch nicht satt gesehen! Im Gegenteil. Und ich werde es auch nicht so schnell.
  • Auf Klassiker setzen: Diesen Tipp liest man sicherlich ÜBERALL, aber er ist so, so wichtig. Wenn ihr nicht gerade mit unfassbaren Reichtum gesegnet seid, ist es vielleicht nicht all zu klug in momentane It-Pieces zu investieren, die im schlimmsten Fall eine Haltbarkeit von höchstens einer Saison haben.
  • Nicht über seine Verhältnisse leben: Manche Leser werden vielleicht über meine sogenannten „Investment-Pieces“ lachen. Aber wie man sich sicherlich denken kann, sind Chanel, Gucci und Co (noch – wer weiß?) unerreichbar für mich. Aber gerade kleinere Käufe, wie Schmuck, oder Portmonees sind durchaus erschwinglich, vor allem Secondhand. Es gibt auch tolle Marken im mittleren Preissegment, wie Aigner, Furla oder Lagerfeld. Mit Taschen dieser Marken habe ich bereits gute Erfahrungen gemacht. Die Taschen sind allesamt aus hochwertigen Echtleder, sie sind super verarbeitet und die Designs sind ein Träumchen.
  • Der richtige Antrieb: Geht es ums Dazugehören? Um die Liebe zu schönen Designs? Horcht tief in euch hinein und findet den Grund, warum ihr etwas wollt und ob ihr aus den richtigen Antrieb heraus kauft.

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Dear Santa,

Hand aufs Herz: Team „Schenken“ oder „Geschenkt bekommen“? Traut euch, es gibt keine falsche Antwort. Wie so oft bei mir, kann ich mich wieder einmal nicht für nur eine Seite entscheiden. Denn ich liebe beides. Spätestens 1 ½ Monate vor Heilig Abend zerbreche ich mir den Kopf über passende Überraschungen und kleine Aufmerksamkeiten. Oft verzweifle ich an dieser Aufgabe, aber mindestens genauso oft lächle ich zufrieden in mich hinein, wenn ich genau DAS Präsent gefunden habe.

Ähnlich läuft es bei meiner persönlichen Wunschliste. Ich liebe einfach schöne Dinge und bekomme sie unheimlich gern geschenkt. Das darf auch mal gesagt werden, oder? Doch ich bemerke von Jahr zu Jahr, wie schwer es fällt, mir etwas zu wünschen. Nicht weil ich zu bescheiden wäre, sondern einfach, weil mein Kopf kurz vor Weihnachten wie leer gefegt ist. Was habe ich mir gleich nochmal die ganzen letzten Monate sehnlichst gewünscht? Ich weiß es nicht mehr.

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Noch vor ein paar Jahren konnte ich ganze Seiten mit materiellen Wunschlisten füllen. Heute fällt mir vielleicht ein interessantes Buch oder eine hübsche Tasche ein – wenn es gut läuft. Oft aber bin ich ratlos. Und meine Liebsten verzweifeln, weil sie die höchst schwierige Aufgabe haben, für mich etwas zu finden.

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Fragt man mich nach meinen diesjährigen Wünschen an den Weihnachtsmann,  fällt auf, dass diese nicht mit Geld zu beschaffen sind.  Zu allererst möchte ich mein Studium erfolgreich abschließen. Ein schönes Praktikum wäre ein Traum. Ich möchte mehr zu mir finden, zufriedener werden. Mit zunehmendem Alter wird meine Liste immer kleiner – ein positives Zeichen, oder? Ich befinde mich in der glücklichen Lage, dass es mir materiell gesehen ganz gut geht und ich mir viele Dinge, die ich haben möchte, selbst kaufen kann und nicht mehr auf nette Schenker warten muss (an dieser Stelle klopfe ich dreimal auf Holz).

Im Grunde kann ich sehr glücklich sein. Anlässe, wie Weihnachten, lassen mich das ganz deutlich erkennen. Ich habe eine tolle Familie, liebe Menschen um mich herum. Ich habe Träume und Hoffnungen, die ich nächstes Jahr noch gezielter verfolgen möchte. Was will man mehr?

Also lieber Weihnachtsmann: Ich wünsche mir dieses Jahr an allererster Stelle ein wundervolles Fest mit meinen Lieben. Viel Zeit für mich und die Personen, die mir etwas bedeuten. Eine hübsche Tasche oder ein kleines Schmuckstück wären nur das Tüpfelchen auf dem i.

Verratet mir doch: Was steht bei euch ganz oben auf der Wunschliste?

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Der perfekte Mantel: Eine Suche

Es war einmal: Eine Zeit, als in meinem Kleiderschrank nur ein Mantel hing. Dieser wurde alle zwei Jahre ausgewechselt. Das war’s. Mehr Abwechslung gab es nicht. Farblich konnten diese Prachtexemplare langweiliger gar nicht sein. Grau, Schwarz, vielleicht mal ein dunkles grün. Logisch, wenn alles im Kleiderschrank dazu passen muss.

Tja, wie gesagt: Lang ist’s her – zum Glück! Der damalige Umstand war vor allem der Tatsache geschuldet, dass das überschaubare Taschengeld nicht zu mehr reichte. Und vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass meine Mäntel immer eins waren: Hochwertig, denn sie sollten möglichst lange halten. Finanziert übrigens von Mama und Papa. Als ich dann mein Abi in der Tasche hatte und mehr arbeiten konnte, kaufte ich mir besagtes Kleidungsstück in Hülle und Fülle. So ist ein immer wieder kehrender Satz von meinem Papa:

„Was, noch ein Mantel? Haben wir denn noch nicht genug?“

Nein! Ganz klare Antwort. 

Ich LIEBE Mäntel. Dieses Kleidungsstück ist das Erste, was man im Winter an Dir sieht. Oder wie meine persönliche Modeikone Annette Weber es sagt: „Ein Wintermantel ist immer die erste Visitenkarte, in einem Mantel kommt man – buchstäblich – an.“ Wie Recht sie doch hat.

Nun bin ich leider keine deutsche Anna Wintour und kann mir auch nicht die schönsten Modelle von Max Mara und Co leisten, doch auch ich lege Wert auf Qualität. Die Qualität, die für mich eben momentan erschwinglich ist. Jedes Jahr stößt ein neues Exemplar zu den alten im Schrank hinzu.

Während ich in der vergangenen Saison auf einen langen Daunenmantel in schimmerndem Dunkelblau setzte, schafften es aktuell ein Shearling-Mantel und ein kariertes Modell von „Rich&Royal“ in meinen imaginären Einkaufskorb.

Ersteren fand ich tatsächlich secondhand. Regelmäßig findet in meiner Heimatstadt der „Fashionbazaar“ statt, auf dem stylische Mädels ihre ausrangierten Sachen an den Mann, oder eben die Frau bringen. Glück für mich! Der neue Mantel, den man auch noch wenden kann, kostete nur 20 Euro, ist aber wahrscheinlich ein Vielfaches Wert.

Und nun lasse ich die Bilder für sich sprechen. Verratet mir dir gern, ob ihr es dieses Jahr auf ein besonderes Modell abgesehen habt. Ich liebäugle da noch mit einer Kurzjacke von Opus. In cremé…und diese Farbe geht doch eigentlich immer, oder? Schön sind aber auch die neuen Glamometer-Jacken. Mal sehen, welches Modell das Rennen macht.

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Auf einen Kaffee: Wie gehst du mit Fehlern durch’s Leben?

Welchen Fehler hast du zuletzt begangen?

Hast du in letzter Zeit überhaupt Fehler gemacht?

Wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Was sagst du: Gibt’s das fehlerfreie Leben?

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Gedanken bei einer Tasse Kaffee. Ein traumhafter Herbsttag, ich kann im dicken Pulli auch ohne Jacke unterwegs sein. Unter mir das bunte Laub, geschäftiges Treiben in der Stadt. Und wir? Wir besprechen bei Espresso und Kuchen die ernsten Themen des Lebens.

Denn tatsächlich ploppen die oben genannten Fragen seit Tagen immer wieder in meinem Kopf auf. Fehlerfrei…was bedeutet das? Bin ich ein Mensch, der viele Fehler macht? Ist ein fehlerfreies Leben überhaupt erstrebenswert?

Ich könnte jetzt sagen, dass ich weniger shoppen sollte. Vor allem weniger Mode. Allerdings kaufte ich in letzter Zeit vor allem nachhaltig und/oder secondhand. Auch meinen Buch-Konsum könnte ich zurückschrauben. Mein SuB wird immer größer, allerdings lese ich auch immer mehr – was ja wiederum gut ist. Ich könnte wieder mehr Sport treiben – aber kann man das wirklich schon als Fehler bezeichnen? Oder spreche ich hier lediglich von Kleinigkeiten?

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„Fehler“ ist ein wirklich großer Begriff…ein so negativ behaftetes Wort.  Zu unrecht vielleicht? Sind Fehler denn wirklich so schlimm? Zum Beispiel war ich als Teenager sehr ruhig, habe viele böse Kommentare und unfaire Züge von Anderen einfach so hingenommen, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Ich hätte meine Stimme erheben können, auch als ich merkte, dass Andere noch viel schlimmer tyrannisiert wurden. Etwas später habe ich manchen Personen im Streit hingegen Dinge an den Kopf geworfen, die ich jetzt gern zurücknehmen würde. Ich habe Freunde gehen lassen, obwohl ich um sie hätte kämpfen sollen. Andere Personen blieben hingegen viel zu lange in meinem Leben, obwohl diese Beziehungen mehr als toxisch waren.

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Ja – ich habe Fehler gemacht. Jedoch ist aus jedem einzelnen eine Erkenntnis erwachsen. „Weisheit“, nennt man das vielleicht. Nicht umsonst sagt man ja, dass man an Fehlern und Herausforderungen wächst.

Also: Sind Fehler wirklich so schlimm, oder vielmehr nützlich? Vielleicht sogar unverzichtbar?

Ich glaube, mein Problem sind nicht die Fehler, die ich begangen habe, sondern wie ich mit ihnen umgegangen bin. Ich hätte mich eine Zeit lang über mich ärgern und über die Situation grübeln können. Jedoch fällt es mir schwer, Schubladen wieder zu verschließen und darüber hinwegzukommen. Shit happens! – Nicht bei mir. Ich zermartere mir das Hirn, entwickle sogar einen gewissen Selbsthass. Wie konnte es soweit kommen? Ich bin Schuld, das kann ich nicht wieder richten.

Doch das ist falsch – DAS ist der eigentliche Fehler.

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Ich möchte euch fragen: Wie geht ihr mit Fehlern um? Verzeiht ihr euch schnell wieder? Oder findet ihr, dass es überhaupt nichts zu verzeihen gibt? Etwas, dass mir in letzter Zeit hilft, ist der Gedanke, dass alles aus einen bestimmten Grund passiert. Everything happens for a reason. Ja, das ist meine Philosophie! Schaue ich auf mein Leben zurück, so hat jedes Hindernis im Endeffekt wirklich Sinn ergeben und etwas Gutes ausgelöst. Und mit diesen Gedanken im Hinterkopf lassen sich angebliche Fehler leichter verzeihen.

Was denkt ihr? Schicksal, Menschlichkeit, nötiger Denkzettel oder Schwäche? Was bedeuten Fehler für euch? Vielleicht können wir uns ja bei einen imaginären Kaffee zusammensetzen und Klartext reden. Coffeetalk – ganz ehrlich, jede Meinung zählt. Vielleicht wäre das ja vielleicht sogar der Auftakt für eine neue Reihe hier auf dem Blog?

Instagram und die Frage: Schein oder Sein?

Mehr Realität auf Instagram. Das ist es doch, was alle wollen. Natürlich ist es auch etwas, das ich mir wünsche. Trotzdem hängt mir diese Parole zum Hals raus. Nein, falsch: Tatsächlich ist es so, dass ich sie noch nie wirklich leiden oder hören konnte. Denn seien wir mal ehrlich: Wer Instagram nutzt und sich deswegen schlecht fühlt, der macht etwas falsch. Ich behaupte: Diese Menschen nutzen die App einfach nicht richtig.

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Mit diesem Artikel möchte ich eine Lanze für Instagram brechen und euch berichten, wie mir die App geholfen hat, mehr zu mir zu finden.

Zunächst einmal: Ja, es stimmt. Vieles, was auf Instagram gepostet wird, entspricht so nicht der Realität. Oft schaffen es nur die schönsten Momente des Lebens online. Unreinheiten und Augenringe verschwinden durch Facetune, so dass das „Woke-Up-Like-This“-Selfie gewisser Personen bei uns schon mal Neid oder Selbstzweifel aufkommen lässt. Doch ich sage auch: Die Welt da draußen ist derzeit ein Chaos – und es wird immer schlimmer. Trump, Flüchtlingskrise, Greta: Ich will nicht wegschauen, aber hin und wieder brauche ich eine Auszeit von schlechten Nachrichten. Denn mir schwirrt der Kopf. Nennt mich ignorant, aber ich bin ein Mensch, der sich nicht 24/7 mit diesen Themen auseinandersetzen kann. Vielleicht bin ich zu sensibel, aber hin und wieder muss ich die Tür vor dieser Welt verschließen und tief ein- und ausatmen. Das mache ich während einer heißen Wanne, während ich mir was Schönes koche, ein tolles Buch lese, liebe Menschen treffe oder eben wenn ich auf Instagram unterwegs bin.

Denn ich verrate euch was: Auf Instagram möchte ich gar keine negative, schlechte, all zu ernste Welt sehen. Ich erfreue mich dort fast ausschließlich an positiven Dingen. Für mich ist das Ganze fast wie eine Art Märchenbuch für Erwachsene.

Aber natürlich hat das auch seine Grenzen. Ich „entmiste“ regelmäßig und drastisch meine Folgen-Liste. „Ausmisten“ klingt in diesem Sinne sehr hart, da es sich hier immerhin auch irgendwie um reale Menschen hinter den Accounts handelt. Doch sobald ich bemerke, dass mir gewisse Postings nicht gut tun, oder dass hier zu sehr geschummelt wird, sage ich tschüß. Denn auch ich bin nicht immun gegen Selbstzweifel und Co, wenn ich tagein tagaus sehe, was andere für ein scheinbar perfektes Leben haben.

Ich folge Accounts, die einen gewissen Mehrwert für mich bieten: Menschen, die mich beruflich inspirieren, die einen guten Lifestyle pflegen, sich gut ernähren, die in meinen Augen irgendwas „richtig“ machen. Kurz: Leute, von denen ich mir vielleicht eine Scheibe abschneiden oder etwas abgucken kann.  Das Gute daran: Diese Personen haben es meistens gar nicht nötig ihre Welt noch schillernder zu gestalten. Pluspunkte gibt es natürlich, wenn uns Followern auch hier ab und an ein Blick hinter die Kulissen gewährt und offen darüber gesprochen wird, dass auch bei ihnen nicht immer alles glatt läuft. Und ich finde, dass immer mehr Leute Instagram genau dafür nutzen.

Denn ist euch auch aufgefallen, dass geschönte Bilder mit aufwendigen Kulissen, Requisiten und Photoshop langsam ausgedient haben? Ich finde, wir befinden uns auf einen guten Weg. Instagram wird für mich immer realer – vielleicht habe ich diesen Eindruck aber auch wirklich nur aufgrund meiner Herangehensweise.

Und natürlich gibt es dann auch die Accounts, die keinen Mehrwert bieten, sondern einfach nur gut fürs Herz sind. Zum Beispiel Profile mit Fotos meiner Herzensorte. Diese Seiten sind einfach nur hübsch. Und auch das ist ok!

Und zum Schluss eine Auflistung von Dingen, bei denen mir Instagram wirklich geholfen hat:

Selbstliebe. Ich muss gestehen: Von vollkommener oder auch nur annähernder Selbstliebe bin ich noch weit entfernt. Doch durch bestimmte Influencer und ihre Posts lernte ich, mich besser leiden zu können. Viele Tipps und Denkansätze, die sie ihren Followern auf den Weg geben, helfen mir wirklich und öffnen meinen Blick.

Freizeitgestaltung. Durch Instagram und Co schaffte ich es, meine Freizeit viel effektiver, abenteuerlicher und aufregender zu gestalten. Zum Beispiel lernte ich ganz tolle neue Orte kennen, auf die ich erst durch Fotos von anderen Usern aufmerksam wurde. Jüngstes Beispiel: Schloss Eckberg in Dresden.

Gesundheit und Ernährung. Ich sag euch: Nirgendwo tummeln sich so viele kreative Hobbyköche, wie auf Instagram. Mehrmals wöchentlich probiere ich Rezepte aus, die ich hier entdeckte. Das Resultat: Nie ernährte ich mich gesünder, als jetzt! Ähnlich verhält es sich mit Sport. Durch Instgram probierte ich viel aus, weiß nun was mir und meinem Körper gut tut.

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Baked Oats – na, schonmal gehört? Ich auch nicht, erst als eine Bloggerin davon berichtete. Seit dem ist diese Leckerei mein liebstes Meal Prep und kommt bei mir vor allem mit, wenn ich arbeite oder zur Uni gehe.

Mental Health. Wahrscheinlich DER Begriff 2019. Nie wurde öffentlicher darüber geredet, nie „outeten“ sich mehr Leute mit mentalen Problemen. Ich finde: Das tut gut und hilft – niemand ist ein Außenseiter, niemand ist allein!

Mode. Hier muss ich nicht viel sagen, oder? Instagram ist meine wohl größte Inspirationsquelle und ermutigte mich, mit Mode herumzuexperimentieren und meinen eigenen Stil zu formen.

Leo-Blusenkleid zu Leder-Leggings und Stepptasche: Ein simpler Look, den ich auf Instgram sah und mit meinen Klamotten nachstylte

Lesen. Ein gutes Buch jagt das nächste, mein SuB wird nicht kleiner. Die meisten Exemplare wanderten nach einer Instagram-Empfehlung in meinen Warenkorb und somit in mein Bücherregal.

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Ganz frisch eingezogen: „Ich Elton John“, nachdem es von mehreren Accounts empfohlen wurde.

Back to basics – Mein Weg zur modischen Unaufgeregtheit

Ich mache Schluss.

Schluss mit überladenen Looks.

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Bäng, Bumm, Peng – Instagram präsentiert mir Outfits, die sich an Extravaganz übertreffen. Viel BlingBling, viel Logomania – man könnte fast sagen: Von allem etwas zu viel. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Ich jedenfalls bin übersättigt. Eine Zeit lang bin ich diesen modischen Pfad mitgegangen, doch langsam, aber sicher fährt mir das derzeitige Modekarussell etwas zu schnell. Die Looks werden immer lauter, schriller – ein It-Piece jagt das nächste. Puhh…mir schwirrt der Kopf. Ich sage: Stop! Und steige aus.

Ich vermisse die Ruhe in vielen Kombinationen, die modische Gelassenheit, das Unaufgeregte. „Dass ausgerechnet ICH das mal sage“, schießt mir gerade durch den Kopf. Aber ja: Ich habe mich satt gesehen. „Back to Basics“ lautet mein neues Motto und siehe da: Nach diesem Vorsatz zu leben erscheint mir momentan gar nicht so schwer, steckt doch mein Kleiderschrank voller unaufgeregter Teile, die ich fast vergessen habe.

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Was ich mir wünsche? Extravaganzen ja, aber in Maßen. Ich lebe nun einmal nicht auf dem Laufsteg und oft erscheinen mir die Looks vieler Influencer als zu laut. Das passt sicher auch zu ihren Lifestyle – zu meinem aber nicht immer. Ich möchte auch im Büro, in der Uni oder beim Brunchen schick aussehen. Aber in einer klassischen, edlen, wertigen Art und Weise.

Diese Einstellung und Liebe zu unaufgeregten Looks hat sich das Jahr über ganz langsam, dann immer schneller und bestimmter bei mir und in meinem Kleiderschrank eingeschlichen. Und was soll ich sagen? Ich liebe es! Die morgendliche Frage „Was ziehe ich an“ stellt sich mir nicht mehr. Oder zumindest nicht mehr so oft…

Ein Look, in dem man mich momentan oft antrifft: Levi’s Jeans (keine sitzt besser), Denim-Hemd und schwarzer Rolli drunter. Edle Knopfdetails an den Ärmeln, eine hochwertige Tasche und Schmuck komplettieren den Look. Bei letzteren bin ich noch ganz die kleine Elster von früher: Je größer die Ohrringe, desto besser. Ganz bekommt man die Perlenlady eben nicht aus mir heraus.

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Ein zweites Outfit, dass ich derzeit heiß und innig liebe: Overknee-Stiefel, Holzfäller-Jacke, Sweatshirt – voilà! Thats it. So praktisch, so warm und modisch. Auch hier kann und möchte ich aber nicht auf wertige Details, wie einen guten Gürtel (meinen habe ich secondhand gekauft) und Schmuck verzichten.

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Der wohl schönste Nebeneffekt meines „neuen Modegeschmacks“? Ich fühle mich unendlich wohl und habe eine andere Beziehung zu meinen Kleidungsstücken aufgebaut. Ich greife beim Shoppen lieber zu wertigen Teilen, kaufe dafür aber nicht mehr so viel. Ich merke, wie viel wichtiger mir mittlerweile Stoffe und Verarbeitung sind. Ich nehme potentielle Käufe genauer unter die Lupe. Langsam entwickelt sich mein Schrank zu einer Sammlung von Lieblingsstücken, in denen ich mich edel und wertvoll fühle.

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Früher beneidete ich Mädchen und Frauen, die diese unaufgeregten Looks trugen und dabei immer unendlich chic aussahen. Ich dachte immer, dass ich nie eine dieser entspannten Mädels sein werde, weil ich immer zu überladenen Kombis neigte. Diese Ader werde ich auch nie ablegen, dafür habe ich aber für mich einen schönen Mittelweg gefunden.

Zum Schluss interessiert mich: Was habt ihr in der letzten Zeit geshoppt? Welche Looks führt ihr momentan gern aus und in was fühlt ihr euch besonders wohl?