Den Dachstein im Blick

Seid ihr auch Wiederholungstäter? Ich reise und entdecke ja unfassbar gern. Das öffnet meinen Blick, meine Sicht auf die Dinge und macht einfach Spaß. Doch wenn ich einmal ein Fleckchen Erde gefunden habe, dass mir besonders gut gefällt, kehre ich immer wieder gern dahin zurück. Das ist mit München so, oder Paris. Und vor allem mit einigen Regionen Österreichs.

Meine Familie und mich verbindet eine tiefe Liebe zu den Bergen. Mindestens einmal im Jahr ging es seit meiner frühesten Kindheit ins Allgäu oder nach Österreich. Dort wurde gewandert, unzählige Kaiserschmarrn und Brezn landeten in unseren Mägen. Wir ließen die Seele baumeln, den Blick über die Täler schweifen. Wir stürzten uns in eiskalte Berg-Seen und bummelten durch gemütliche Örtchen.

Hin und wieder mussten wir uns Sätze anhören wie: „Ist es nicht langweilig immer wieder an ein und denselben Ort zu fahren?“ Oder: „Ihr verpasst was!“

Soll ich euch mal was sagen? Wir haben nichts verpasst. Rein gar nichts. Wir bereisten ja trotzdem die Welt, unternahmen Flugreisen, tourten durch fremde Länder. Aber was ist so schlimm daran immer wieder an einen Herzensort zurückzukehren und ihn in all seinen Facetten kennenzulernen? So hatte ich immer ein Daheim in der Ferne. Ein Ort, der etwas Besonderes, mir aber dennoch ganz nah ist.

Ich bin froh, dass wir uns diese Tradition beibehalten haben. Auch jetzt noch, wo meine Schwester und ich bereits (fast) erwachsen sind.

Und so hieß es auch dieses Mal wieder gemeinsam Koffer packen, Papa kümmert sich ums Auto, meine Schwester schnallt Kind, sowie Hund fest an und los gehts! Alles wie früher. Nur die nörgeligen Fragen à la „Wann sind wir denn endlich da“ kamen dieses Mal nicht von uns.

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Während wir die vergangenen Male in Fügen verweilt haben, zog es uns dieses Mal etwas weiter ins Innere von Österreich. Ziel: Schladming in der Steiermark.

Umringt von Bergen fühle ich mich einfach wohl und behütet. Dieses schöne Gefühl, dass sich da jedes Mal aufs Neue in mir ausbreitet, kann ich fast nicht beschreiben. Als wir in unserer Unterkunft, dem Pichlmayrgut bei Schladming ankamen, wurde mein Bergfernweh endlich gestillt. Mein erster Gedanke:

Ich bin in einer Schneekugel gelandet.

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Denn das Gut, das tatsächlich erstmals vor 900 Jahren erwähnt wurde, schmiegt sich wirklich malerisch in die Berglandschaft ein. Umgeben von den Wohnkomplexen findet sich das kleine, reizende Rezeptionsgebäude. Dahinter lädt eine Sonnenterrasse zum Cocktail-Schlürfen oder Kaffeetrinken ein. Etwas weiter hinten findet sich sogar eine kleine Kirche samt Friedhof. Das mögen manchen schauerlich finden, ich hingegen fand es passend: Das Pichlmayrgut wirkt wie ein Dorf im Dorf – der eigene Friedhof bestärkte dies nur. Tatsächlich schien es mir auf dem Gut immer wieder so, als sei ich von der Außenwelt, den umliegenden Ortschaften und vor allem vom Alltag abgeschlossen. Hier leben alle in einer ganz eigenen, für mich sehr harmonisch erscheinenden Welt. Ich fühlte mich wie die Hauptfigur in einem Heimat-Film. Fehlte nur noch das Dirndl und geflochtene Zöpfe.

Ein absolutes Highlight jeden Tag: Das abendliche Sechs-Gänge-Menü. Um ehrlich zu sein, habe ich ich immer nur für zwei Gänge entschieden, da ich durch Intervallfasten meist nie Abendbrot esse und schwere Gerichte zu später Stunde einfach nicht mehr gewohnt bin. Aber das, was ich gegessen habe, war köstlich! Pluspunkt: Man konnte immer zwischen drei Hauptgängen wählen, einer davon vegetarisch. Bis auf ein einziges Mal entschied ich mich auch immer für die fleischlose Variante, da ich mittlerweile größtenteils auf Fleisch verzichte.

Zur Einrichtung ist zu sagen: Das Innere des Hotels wirkte etwas wie ein in die Jahre  gekommenes Grandhotel – abgesehen vom Wellness-Bereich und den Speisesälen. Die Gestaltung war hübsch, könnte aber hier und da eine Verjüngerungskur vertragen. Trotzdem muss ich sagen: Auch das hatte irgendwie seinen eigenen Charme.

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Wandern in der Region Schladming-Dachstein

Ich bewege mich ja gern. Bei einen kleinen Spaziergang oder einer Wanderung lässt sich selbst mein Gedankenkarussell beruhigen. Neben einen Abstecher auf den Dachstein-Gletscher kann ich euch besonders einen Ausflug ans Herz legen: Eine Wanderung zum Spiegelsee.

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Besonders diejenigen unter euch, die wie ich immer die Kamera dabeihaben, werden diese Location lieben. Ich weiß, es mag oberflächlich klingen, aber ich habe noch eine fotogenere Wanderstrecke gesehen.

Ihr startet am besten an der Reiteralm. Dort könnt ihr mit der Gondel, oder mit dem Auto hingelangen. Zu Fuß ist es ungefähr eine Stunde zum beliebten Bergsee. Der Weg geht vorbei an schönen Wäldern, wird aber hier und da etwas steinig, so dass man auch mal krackseln muss.

Mein Tipp: Nehmt euch etwas Proviant mit – auch wenn es nur ein Apfel oder eine Thermosflasche mit Kaffee ist. Euch bieten sich immer wieder wunderschöne Picknick-Gelegenheiten – denn die Umgebung ist so hübsch, dass man einfach mal anhalten und verweilen muss.

Kurz vor unserem Ziel erlebten wir unser eigentliches Highlight: Bergziegen! Wie bei Heidi, falls ihr die alten Verfilmungen genauso gern gesehen habt, wie ich. Die entzückenden Tierchen sind für diese Route tatsächlich typisch. An die zahlreiche Wanderer schon gewöhnt, kuscheln sie auch ausgiebig mit Menschen.

Und dann sahen wir plötzlich doppelt: Wenn ihr, wie wir, etwas Glück mit dem Wetter habt, spiegelt sich der Dachstein im Gewässer. Ein wunderschönes Fotomotiv!

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Wieder zurück von unserer Wanderung, begegneten wir noch einem zauberhaften Hochzeitspärchen, dass die einmalige Kulisse für ihr Liebes-Shooting nutze.

Als Abschluss gönnten wir uns auf der Reiteralm eine kleine Sause. Ich probierte den Topfenstrudel. Dazu gab’s Buttermilch mit Heidelbeeren. Fazit: Das Essen ist frisch, der Strudel schmeckte wie gerade aus dem Ofen genommen und das alles zu mehr als fairen Preisen.

Flitterwochen mit Sisi und Franz

Es gibt kein schlechtes Wetter: Nur schlechte Kleidung und eine schlechte Tagesplanung.

Wir wurden zwar hauptsächlich mit prächtigem Wetter beschenkt, doch am allerersten Urlaubstag regnete es bei uns wie aus Kübeln. Also entschieden wir uns gegen einen Ausflug ins Grüne und fuhren stattdessen nach Bad Ischl.

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Die Stadt selbst ist bezaubernd. Dazu muss ich wohl gar nicht mehr viel sagen. Das Städtchen liegt eingebettet zwischen Bergen, die Innenstadt war zu unserem Aufenthalt herrlich geschmückt und einfach nur entzückend anzusehen.

Bad Ischl selbst ist sicher einen Ausflug wert, uns zog es aber in erster Linie der Kaiservilla wegen in die Gegend. Als eingefleischte Sisi-Fans ein Muss.

Dort flanierten wir zu allererst durch den prachtvollen Garten, danach gönnten wir uns eine einstündige Führung durch das Anwesen. Dazu möchte ich euch gar nicht allzu viel verraten. Nur so viel: Seht es euch an! Vor allem wenn ihr mit den Ernst-Marischka-Filmen rund um die unglückliche Kaiserin aufgewachsen seid.

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Ramsau

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Lawine überschüttet Bergsteiger-Gruppe. Ein Hund stürzt beim Wandern ab. Ein junges Model stirbt in den Bergen fast an einen Allergie-Schock. Wer ist zur Stelle? Die Bergretter.

Na, erkannt? Dann bist du wohl ein ebenso kleiner Fernseh-Junkie, wie ich. Asche über mein Haupt: Ob „Bergdoktor“, „Lena Lorenz“ oder „Die Bergretter“: Serien, die in den Bergen spielen, bin ich einfach verfallen.

Wenn ihr das Team um Markus und früher Andreas genauso gern verfolgt, wie ich, dann ist ein Abstecher zum Drehort genau das richtige für euch. Wir entschieden uns für eine kleine Tour zu den bekanntesten Drehorten, wie Emilies Hof oder der Bergwacht. Auch denjenigen unter euch, die die Serie nicht kennen, kann ich diese kleine Route absolut ans Herz legen! Wir picknickten zwischen Kühen und Pferden, überquerten kleine Bächlein und genossen den Ausblick auf bezaubernde Bauernhöfe.

Highlight: Inmitten der Berge – irgendwo im nirgendwo – stießen wir auf einen kleinen Flohmarkt. Und der hatte es in sich! Anfangs wühlte ich mich etwas planlos durch Trachtenmode und Wandersachen hindurch, doch das Suchen zahlte sich aus: Am Ende fand ich wirklich wunderschönen, hochwertigen Schmuck aus den 70ern. Den trug ich am Abend im Hotel mit Stolz, da die nette Verkäuferin mir garantierte, dass er einst von einer sehr lieben Dame gehegt und gepflegt wurde.

Fazit:

Würde ich wiederkommen? Auf jeden Fall! Kurz vor unserer Abreise habe ich erfahren, dass Hallstatt nur einen Katzensprung entfernt liegt. Bei unseren nächsten Trip würde ich der bekannten Kulisse im Salzkammergut gern einen Besuch abstatten. Auch Salzburg liegt gar nicht so weit von Schladming entfernt – einen ausgiebigen Shoppingausflug zwischen den ganzen Wandertagen steht also auch nichts im Wege.

Apropos Schladming: Leider war ich tatsächlich nur zwei kurze Male in der Stadt. Das was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen. Bei unseren nächsten Besuch würde ich mir aber gern mehr Zeit nehmen, um das Örtchen besser zu erkunden.

Auch das Pichlmayrgut würde ich trotz Schönheitsfehlern weiterempfehlen. In diesem Gut atmet man quasi Geschichte – und das macht für mich viele kleine Makel wett! Die Außenkulisse ist wahrlich ein Traum – ich habe in meinem ganzen Leben noch nie eine schönere (Hotel-)Anlage gesehen. Daumen nach oben!

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In den Wolken

„Schatz, du hast zu viel Fantasie.“

Kennt ihr diesen Satz?

Denke ich an meine Kindheit, so kommen mir immer wieder diese Worte in den Sinn. Zum Beispiel das eine Mal kurz vor Halloween, als ich überzeugt war, in unserer Gartenanlage ein Skelett vorbeihuschen zusehen. Oder damals, als ich meinen Eltern erste selbstgeschriebene Geschichten vorgelesen habe.

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Meine Gedanken flogen immer schon gen Himmel, die Augen hab ich aber stets fest auf die Erde gerichtet, weil ich fest entschlossen war, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben und fest im Leben zu stehen.

Trotzdem frage ich mich manchmal, ob in mir der Träumer vielleicht hin und wieder zu sehr die Oberhand gewinnt.

Ich merke, dass ich langsam in ein erwachsenes Alter komme. Manche werden bei diesen Zeilen schmunzeln. Aber ich bin 22 und längst hängen die meisten Gleichaltrigen nicht mehr nur im Club oder in der Mensa herum. Freundinnen von mir verloben sich, haben bereits seit Jahren einen geregelten Berufsalltag, reden von Kindern. Und auch ich merke, dass mein Leben einen sehr viel ernsteren Ton angenommen hat. Die Entscheidungen, die ich momentan versuche zu treffen, haben mehr Gewicht. Sie entscheiden über meine Zukunft. Meine längerfristige Zukunft. Es geht nicht mehr nur darum, welchen Leistungskurs ich für die nächsten zwei Jahre wähle, oder welche AG ich mir nach der Schule aussuche. Die Entscheidungen jetzt müssen sitzen. Die Fehler, die ich mache, sind nicht mehr nur mit Bleistift gezogen, sondern mit Kuli. Da hilft kein Radiergummi mehr, auch kein Tintenkiller.

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Vielleicht übertreibe ich – das liegt wohl in meiner Natur – aber das alles macht es mir doch hin und wieder schwer. Setzt mich unter Druck. Nicht immer, aber manchmal schleichen sich diese Bedenken an mich heran und streicheln mir über den Rücken. Oft kann ich sie ganz leicht abschütteln, manchmal sind sie jedoch ganz schön lästig.

Ich zermartere mir den Kopf: Was ist richtig, was ist falsch? Vielen Wegbegleitern scheinen die Entscheidungen leichter zu fallen. Ich sehe ihre Wege klar vor mir, ihnen fällt die Wanderung kinderleicht, kein Tropfen Angstschweiß zeichnet sich auf ihrer Stirn ab. Ihr Pfad verläuft gerade, sie brauchen kein Navi. Ich aber schon.

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Ich weiß zwar wo ich hin möchte, erkenne aber die Wegweiser nicht mehr so leicht. Es gibt mindestens drei Abzweigungen und ich kann nicht unterscheiden, hinter welcher wohl der leichtere Weg liegt. „Ene, mene, muh und raus bist du“ als Entscheidungshilfe ist mittlerweile auch keine Option mehr. Ich muss mich den Herausforderungen langsam anders stellen. Noch gewissenhafter, als ich es in der Vergangenheit ohnehin schon getan habe. Und das ist schwer! Hätte ich damals nur gewusst, dass es noch eine Steigerung gibt!

Liegt es an meinen hochstrebenden Träumen? Weil der Kopf vielleicht doch zu viel Zeit in den Wolken verbringt? Ist es falsch immer nach Höherem zu streben? Manchmal rufe ich mich doch zur Vorsicht: Je höher die Leiter, desto gefährlicher der Fall. Aber ich will mich eines Tages nicht fragen: „Was wäre wenn?“

Nein. Das möchte ich nicht.

Vielleicht ist es manchmal besser zu scheitern, als es nie versucht zu haben. Das ist momentan mein Mantra. Versuch es. Dann kannst du dir wenigstens in dieser Hinsicht keine Vorwürfe machen. Fallen ist ok. Hände abklopfen, die Schürfwunde heilen lassen und weiter. Nochmal fällt man nicht über den gleichen Stein.

Also bleibt mir vielleicht nichts anderes übrig als meine Gedanken machen zu lassen. Gönne ich ihnen doch die paar Stunden in den Wolken. Meinen Blick versuche ich trotzdem auf den Boden zu richten. Vielleicht habe ich Glück und die Kombi macht‘s. Und die Steine, übersehe ich dann vielleicht auch nicht mehr so leicht.

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Ist es ok, nicht mit sich zufrieden zu sein?

„Momentan bin ich einfach nur zufrieden“.

Ein Satz aus dem Himmel.

Darf ich fragen: Seid ihr zufrieden? So richtig? Vom ganzen Herzen? Ich muss zugeben: Mir geht dieser Satz schwer über die Lippen. Besonders in letzter Zeit. Denn was bedeutet es schon, richtig zufrieden zu sein?

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Hinter mir liegen zwei Wochen Urlaub. Erholung, Seele baumeln lassen, der Tagesplan ausschließlich mit Lieblingsdingen gefüllt. Und ja: Diese Zeit war schön, ich habe sie genossen und brauchte sie auch. Aber war ich zufrieden? Ich weiß es nicht.

Obwohl…doch. Ich weiß es. Insgeheim. So richtig, vollkommen zufrieden war ich nicht.

SKANDAL. Sie spricht es aus. Unzufrieden – und das trotz neuer Markentasche, zwei Urlauben hintereinander, tollem Freund, ebenso toller Familie. Wie undankbar! Aber ja: So ist es.

Und ich frage noch einmal: Bist du momentan zufrieden? Wunschlos?

Mein Problem: Im Kopf herrscht ein ständiges, intensives Feuerwerk. Gedanklich bin ich auch in meinem Urlaub bei den Dingen, die auf Arbeit oder in der Uni anstehen. Sätze wie „Die fünfte von sechs Hausarbeiten hättest du aber auch noch vor dem Urlaub schaffen können“ , oder „Nur ein Workout heute? Ein zweites wäre sicher noch drin gewesen“ hallen mir ständig durch den Kopf. Manchmal glaube ich: Ich kann gar nicht richtig zufrieden sein. Es gibt immer Dinge, die mich beschäftigen und die ich optimieren will. Vielleicht habe ich das „Zufriedensein“ und das „Einfach-mal-die-Seele-baumeln-lassen“ schlicht und ergreifend verlernt. So wie man auch eine Fremdsprache verlernt, wenn man sie nicht mehr spricht.

Meine Mutter sagt, ich sei zu streng mit mir. Aber stimmt das? Es mag schon sein, dass meine eigenen Erwartungen an mich selbst hoch liegen. Aber zu hoch? Ist das der Grund? Und wenn ja: Wie schalte ich das ab? Gibt es einen Knopf, den ich finden und drücken muss?

Oft maßregle ich mich selbst, dass ich gelassener werden soll. Ein Beispiel: Statt mich selbst zu loben, dass ich nach einen langen Arbeitstag noch ein kleines Workout absolviert habe, ärgere ich mich, dass es nur für zehn Minuten gereicht hat. Der Gedanke „jede Minute Bewegung zählt“, hat bei mir keinen Wert. So funktioniert das bei mir nicht. Ich bin enttäuscht von mir, schimpfe mich selbst, dass ich hätte mehr schaffen können. Steht mir mein Ehrgeiz im Weg? Ist es das?

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Die Gretchenfrage ist: Wie bin ich nur so geworden? Gehetzt. Gefühlt ständig unter Zeitdruck, obwohl mir kein Abgabetermin im Nacken sitzt. Eigentlich möchte ich nichts sehnlicher, als mich entspannen, den Moment genießen. Aber das Gedankenkarussell hält nicht still. Ich warte darauf, dass es anhält und ich aussteigen kann. Aber es kreist immer weiter, immer schneller.

Kennt ihr das? Geht es euch auch manchmal so? Was unternehmt ihr dagegen? Wie lebt ihr im Moment? Wie entspannt ihr?

Und ja: Yoga habe ich schon probiert. Meditation auch. Doch bei ersterem  bin ich so darauf konzentriert, alles perfekt und elegant auszuführen, dass ich glatt „vergesse“ mich zu entspannen. Mein Körper fühlt sich danach gut an, der Kopf aber eben nicht.

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Ich hab doch nur einen Wunsch: Ich will bei mir sein. Ich will hier und jetzt das genießen, was morgen schon wieder vorbei sein kann.

Und nun, ein letztes Mal, frage ich euch: Schafft ihr es jeden Tag, oder vielleicht auch nur gelegentlich, zufrieden zu sein? Mit euch, eurem Körper, mit eurem Leben, mit einfach allem? Schafft ihr es ausgeglichen und in euch ruhend zu sein?

Ich wage zu behaupten, dass uns das allen nicht so leicht fällt, wie wir es oft so gern darstellen.

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Um diesen Beitrag nicht all zu negativ enden zu lassen, möchte ich betonen, dass ich die zurückliegenden Wochen trotz meiner Sorgen und Ängste als sehr schön empfunden habe. Ich ärgere mich nur über mich selbst und meine Marotten, unter die ich dieses chronische „Nicht-komplett-Zufriedensein“ zähle. Denn mit einen Funken mehr Gelassenheit könnte meine Welt einfach heller und freundlicher aussehen.

Dennoch möchte ich euch demnächst von meinen Reisen berichten. Von den schönen Momenten, von den kleinen Abenteuern und den bunten Eindrücken, die ich sammeln durfte.

Bis dahin möchte ich euch sagen: Ihr seid toll, klug und schön. Das Gras im Garten der Anderen ist nicht grüner. Euer Garten ist mindestens genauso toll. Und vor allem einzigartig. Auch, wenn ihr mal nicht so streng mit euch seid und das Rasenmähen vergesst.

Lieblingskombi: Weiß trifft auf blau

Ein Blick auf meinen Instagram-Feed verrät: Derzeit greife ich fast ausschließlich zu zwei Farben: Blau und weiß.

Langweilig? Nennen wir es lieber klassisch. Weiß ist nicht nur für mich ein jährlicher Dauerbrenner wenn es um Sachen Sommermode geht. Ich persönlich bevorzuge gerade bei warmen Temperaturen fließende Kleider, Leinen-Tuniken oder auch leichte Blazer in weiß oder auch Creméfarben. Was einfach immer dazu geht: Blau. Bei dieser Farbkombi muss nicht immer ein maritimer All-Over-Look herauskommen. Blau und weiß können so viel mehr und sehen vor allem zu leicht gebräunter Haut besonders schön frisch aus.

Das schöne an Blau: Es gibt so viele verschiedene Nuancen! Was mir besonders gefällt: Weiß zu Jeans oder, wie hier, auch ruhig mal einen Komplett-Look in blau.

Ihr braucht noch Inspirationen? Dann schaut doch mal hier,  hier oder hier vorbei. Mehr Looks seht ihr auf meinem Instagram-Account. Schaut gerne mal vorbei.

Und nun lasse ich die Bilder sprechen und verabschiede mich – ganz untypisch – mit diesen kleinen Text.

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Mehr ist mehr

Als ich anfing mich für Mode zu interessieren, konnte man noch mit einer schönen Tasche, auffälligem Schmuck oder einfach gut sitzender Kleidung punkten. Heutzutage braucht es schon mehr. Ich bin ein großer Streetstyle-Fan und durchforste seit meiner Jugend regelmäßig Pinterest und Co nach tollen Kombinationen, besonderen Details oder neuen Trendfarben. Was in letzter Zeit auffällt: Mehr ist mehr – was nicht unbedingt schlimm sein muss, auch bei meinen Stylings könnte man das oft denken. Doch ich meine keinen übermäßigen Schmuck, keine gewagten Farben oder Mustermix. Ich rede von ALLEM. Und zwar auf einmal. Alles, was derzeit IN ist, wird getragen. Zusammen. It-Bag zu auffälligen, brand-bestickten Teilen, großen Schmuck, Taillengürteln und Dad-Sneakern.

Doch wer soll das tragen?

Doch nicht das modebewusste Mädchen von nebenan.

Nach meiner Bildrecherche stelle ich mir die Frage: Ist normal weg vom Fenster? Muss es immer noch knalliger, noch außergewöhnlicher sein?

Willst du gelten, mach dich selten?

Selten-überladen?

Was ich mir wünsche: Tragbare Styles. Gut sitzende, qualitativ hochwertige Mode. Der gewisse Dreh soll nicht fehlen und von auffälligen Accessoires will und kann ich mich nicht verabschieden. Das meine ich auch gar nicht.

Ich frage mich nur, ob uns der gute Geschmack abhanden gekommen ist. Wir sind immer auf der Suche nach dem Besonderen, jeder will aus der Masse herausstechen. Und das ist durch Instagram und Co gar nicht so einfach.

Individuell, individueller, am individuellsten. Das gesunde Maß liegt irgendwo dazwischen. Doch wer spricht schon von der Mitte? Niemand mehr!

Und so schwappt dieser Anti-Normal-Trend schnell auch in andere Bereiche über. Zum Beispiel in Sachen Figur: Die großen Blogger sind nicht mehr die Mädchen von nebenan, die ihre Outfits unbedarft ins Internet stellen. Die Blogger von heute könnten direkt für die Modenschauen, bei denen sie in der Front Row sitzen, als Model arbeiten. Groß, dünn, schön. Oder man dreht den Spieß um und schlägt sein Lager in der Plus-Size-Schiene auf. Entweder oder. Nur noch so scheint es zu laufen. Oder könnt ihr mir auf Anhieb einen Influencer mit „Normalo“-Maßen 36-40 nennen?

Nein? Tja. Normalität ist eben scheinbar out. Somit wahrscheinlich auch dieses Outfit. Blue Jeans zu weißer Bluse. Dass die Tasche und mein neuer Schmuck das Ganze etwas auffrischen, geht wohl in heutigen Zeiten unter. Zu „normal“ ist der Look.

Doch so möchte ich (manchmal) sein. Und solche Styles wünsche ich mir mehr. Tragbar. Vielleicht auch normal, nichts weltbewegendes. Aber schön. Stimmig. Geschmackvoll. Tragbar für dich und mich.

Ich möchte die ausgefallenen Kombis natürlich nicht missen – versteht mich nicht falsch. Auch ich steche gern mal heraus und schaue mir die kreativen Ausbrüche der Designer und Fashionistas an. Doch nicht alles ist für den Alltag übernehmbar. Ich wünsche mir, dass wieder beides geht – dass wieder beides gezeigt und geliebt wird.

Denn mal ehrlich: Manchmal ist doch ein schwarzer Kaffee, ohne alles auch besser, als der Toffee Nut Latte von Starbucks, oder?

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Hose und Jacke – Levi’s

Oberteil – H&M

Schuhe – Puma

Leise

In letzter Zeit war ich sehr still – nicht nur auf dem Blog, sondern auch im Alltag. Zumindest kam es mir so vor. Ich neige dazu, mit meinem Umfeld über Sorgen und Ängste reden zu müssen. Ich versuche mich dabei an meine Familie und nahe Freunde zu halten, doch manchmal müssen auch vor anderen die Gedanken raus. Andere gehen in die Beichte, ich verplapper mich auf der Arbeit, in der Kaffeepause, in der Uni.

Das ist eine Angewohnheit, die nicht immer gut, doch reinigend ist. Vielleicht überfordere ich damit meine Mitmenschen, doch was bei anderen Antidepressiva sind, ist für mich mein Mitteilungsbedürfnis.

Ich mag andere damit verblüffen, aber oft öffnen sich meine Gesprächspartner dann selbst und man sieht: Die Welt ist nicht nur dunkel. Nicht nur man selbst hat Gewicht auf seinen Schultern lasten. Sondern auch die Anderen. Und das ist ok. Sehr ok sogar.

Ich weiß nicht wann oder ob ich überhaupt leiser geworden bin. Mir kommt es jedenfalls so vor. Vielleicht, weil meine Gedanken sich immer wieder in Kreisen drehen. Ich zermartere mir über die immer gleichen Dinge den Kopf. Vielleicht will ich die anderen damit nicht langweilen.

Oder ich schäme mich, weil ich meine Probleme nicht lösen kann.

Dabei ist es doch ok, wenn mal etwas nicht klappt.

Sehr ok sogar.

Im Inneren weiß ich das, aber so richtig verankern will sich diese Weisheit noch nicht.

Auf die Gefahr hin, dass andere mich für selbstüberzeugt oder gar arrogant halten mögen: In meinen Augen war ich immer die, bei der (scheinbar) alles klappt. Ich weiß um meine Baustellen und um mein Inneres. Doch nach außen hin funktionierte immer alles. Job, Uni, gute Noten, Hobbys, Sport. Ich bin die, die alles im Griff hat.

Und auf einmal war ich das nicht mehr.

In meinem Kopf. 

Ich komme mit manchen Dingen nicht zurecht, einige andere Sachen bleiben auf der Strecke. Kurz: Zurzeit fühle ich mich ausgelaugt. Ausgebrannt. Leise. Und eigentlich müsste ich wissen, dass das ok ist. Sehr ok sogar. „Ich bin ja keine Maschine“, um Tim Bendzko zu zitieren. Das kommt da oben schon an, in meiner Mitte aber nicht.

„Das Herz lässt sich nicht so leicht beeinflussen, der Kopf dagegen ist leicht zu überzeugen“, um auch „Frozen“ ins Spiel zu bringen.

Um mir selbst zu zeigen, dass man nicht immer auf der Überholspur sein muss, sondern auch mal am Seitenstreifen halten kann, schreibe ich euch diese Zeilen.

Und möchte wissen: Wie geht es euch? Ist bei euch immer blauer Himmel, oder zieht auch mal Nebel auf?

Lasst es mich wissen. Denn still sein ist doch nicht so unser Ding. Und funktionieren wie eine Maschine doch auch nicht, oder?


Zu diesen Alltags-Gedanken, hier ein Alltags-Outfit, dass ich in der letzten Zeit sehr gern getragen habe. Ein wenig sieht man meinem Blick und auch meinem Stil die derzeitige Gefühlswelt an, oder? Was meint ihr? Oft sind ja nicht nur unsere Augen, sondern auch unsere Kleidung Fenster der Seele.

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Shirt – H&M

Blazer – Mango

Jeans – Edited

Tasche – Topshop

Schuhe – Puma

It’s all About Vintage

Fashion meets Geschichte: Ich wäre gern eine Zeitreisende. Schon unzählige Male habe ich mir vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn ich mich durch einen bloßen Fingerschnipp ins Paris der 20er Jahre transportieren könnte. Stylingtechnisch würde ich mich in Marion Cottilard aus „Midnight in Paris“ verwandeln. Und wenn mir diese Zeit dann doch überdrüssig wird (was, wenn wir ehrlich sind, wahrscheinlich nie passieren würde), könnte ich mich schnell in’s Flower-Power-Hippie-London beamen.

Mode ist toll. Doch Mode mit Geschichte? Das hat noch einmal einen ganz besonderern Reiz. Zwei meiner Leidenschaften vereint – besser geht kaum. Vor allem, wenn man kleine Designerschätzchen für einen Bruchteil des einstigen Preises ergattern kann. Denn ja, es gibt sie: Die Vintage-Schätze, nach denen sich jede Fashionista die Finger leckt. Persönlich bin ich selbst erst im vergangenen Jahr auf den Secondhand-Geschmack gekommen – habe seit dem aber ordentlich zugeschlagen. Doch wie so oft, war auch hier der Anfang schwer. Denn die besten Vintage-Teile liegen nicht auf der Straße. Es braucht Zeit, Geduld und eine ordentliche Recherche, um fündig zu werden.

Bist auch du neugierig geworden? In diesen Post teile ich meine Erfahrungen mit euch und plaudere aus dem Nähkästchen, wo ihr bedenkenlos nach Lust und Laune shoppen könnt – ohne die Gefahr, auf Fakes reinzufallen.

In diesem Sinne: Auf die Shopping-Bags, fertig, los!

Der Tommy-Hilfiger-Blazer

Eigentlich wollte ich letzten Sommer gern nach London. Oder Amsterdam. Vielleicht auch wieder Paris. Hauptsache raus aus Deutschland. Am Ende wurde es „doch nur“ München. Anfangs etwas enttäuscht, entpuppte sich dieser Urlaub als einer meiner schönsten und ich habe mich – wie ihr wisst – augenblicklich in die bayrische Hauptstadt verliebt.

Bereits vorab lauschte ich immer wieder Berichten, wie grandios man in München shoppen kann – vor allem Designermode aus zweiter Hand. Also recherchierte ich im Vorfeld und plante unsere Aktivitäten um die verheißungsvollsten Läden herum. Klingt verrückt – ist es vielleicht auch. Aber wahrscheinlich hört sich das Ganze extremer an, als es wirklich war. So wollte ich unbedingt im kleinen aber feinen Lädchen iki M. stöbern – das befindet sich in der Maxvorstadt. Also plante ich vorher einen Spaziergang über den Nordfriedhof ein und suchte uns ein nettes Lokal für den After-Shopping-Latte-Macchiato aus (Klick hier, um mehr zu erfahren). Auf dem Weg zu Schloss Nymphenburg lag die Boutique „Kleiderpracht“ und unseren ausgiebigen Flohmarkt-Besuch verbanden wir mit einer Runde durch den Olympiapark.

Lange Rede kurzer Sinn: Quasi täglich entfuhren mir entzückte Schreie, wenn ich wieder ein kleines Schnäppchen ergatterte. Und am Ende erwies es sich als wirklich glücklicher Umstand, mit dem eigenen Fahrzeug und nicht mit Zug, Flugzeug oder Co unterwegs zu sein: Meine Koffer gingen vor lauter neuer Lieblingsteile nicht mehr zu – aber das Auto bot zum Glück genug Stauraum.

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Mein liebstes München-Souvenir: Dieser Tommy-Hilfiger-Blazer. Für gerade einmal 30 Euro.

Escada Couture

Drei, zwei, eins, Meins! Kleine Zeitreise in die Kindheit: Meine Mama war früher leidenschaftlich gern auf Ebay unterwegs. Ich weiß noch, wie sie regelmäßig Bücherpakete für mich kleine Leseratte ersteigerte und ich jedes Mal ganz aus dem Häuschen war, wenn die Mission erfolgreich war. Jahre später hab ich Ebay wieder neu für mich entdeckt.

Ich wohne in einer Kleinstadt und auch in den nächst-größeren Orten ist das Angebot an hippen und gut gefüllten Vintage-Läden klein. Also stöberte ich Ende letzten Jahres auf Ebay und fand diesen Escada-Couture-Blazer über EbayPlus. Die Ware wird dort auf Echtheit, sowie Zustand geprüft und kann – im Falle, dass man doch nicht zufrieden ist – problemlos zurückgegeben werden.

Wie tief ich für dieses außergewöhnliche Teil in die Tasche greifen musste? 38 Euro.

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Ein Traum wird war – Chanel zieht ein

Oft werde ich gefragt, warum ich von Chanel träume. Erst einmal sei gesagt: Ich träume nicht NUR von großen Labels und Mode. Aber wie viele andere auch, drückte auch ich mir als junges Mädchen die Nase an den Chanel-Schaufenstern platt und sah mich mit einer der Taschen durch die Stadt flanieren.

Die beiden ineinander verschlungenen C’s, die Weltspitze im Fashionbereich: Chanel – für mich hat dieses Wort nahezu magische Kräfte.

Denn Frauen, die Chanel tragen….Wer sind sie? Was machen sie beruflich? Residieren sie in einer schicken Altbauwohnung in Saint-Germain-des-Prés? Essen sie ihr Croissant allmorgendlich im Café de Flore? Flanieren sie danach durch den Jardin des Tuileries? Es bleibt ein Mysterium. Doch eins weiß ich: Ich möchte zum Club dazugehören…

Also legte ich jeden Monat eine kleine Summe auf die Hohe Kante. Chanel-Ohrringe sollten es werden. Doch das eine Modell, dass ich mir in den Kopf gesetzt habe, fand ich nicht. Also sah ich mich Second-Hand um, auch wenn ich dann auf das schöne Kauferlebnis verzichten musste.

Auf Vestiaire Collective wurde ich schnell fündig. Klassische, schnörkellose, verschlungene C’s in Gold. Wie neu, ohne auch nur eine Gebrauchsspur und in Originalverpackung.

Der reibungslose Ablauf und schnelle Versand ließen mich Blut lecken. Das Resultat: Nur zwei Monate später zog ein Chanel-Ring bei mir ein.

Ob ich nun zum Club gehöre? Wer weiß das schon.

Wer weiß schon, was oder wer eine Chanel-Frau ist…

Multicolor Armbänder von Aigner

Mein Neuzugang: Mit der Liebe zu München wuchs auch das Interesse an Aigner. Eher durch Zufall entdeckte ich vergangene Woche diese Armbänder auf „Mädchenflohmarkt“.

Die Zauberwörter: Neu und ungetragen. Diese zwei kleinen Wörtchen und das Design ließen mein Herz höher schlagen.

Für 40 Euro sind die handbemalten Schmuckstücke aus Leder bei mir eingezogen. Das Bild vor meinen Augen: Sommer, Sonne, flatternde Kleider und diese leichten Basic-Armbänder.

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Psssst: Auch ich verkaufe regelmäßig Schätze aus meinem Kleiderschrank auf Mädchenflohmarkt. Schaut gerne mal hier vorbei.

Zusammengefasst…

Kann ich euch aus eigener Erfahrung diese Shops wärmstens empfehlen:

EbayPlus

Mädchenflohmarkt

Rebelle

Vestiaire Collective

In meinen München-Post findet ihr zudem eine kleine Auswahl an Second-Hand-Läden, die ich selbst besucht und für gut befunden habe.